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Die Tierschützergeschichte wird immer ärger.
wol
08.06.2009 00:03:22
Aus standard.at
Umstieg auf gesunde Eier "erpresst"
07. Juni 2009, 19:34
Tierschützercausa weitet sich aus: Insgesamt 40 Aktivisten unter Mafiaverdacht

Der Aktenwust, auf dessen Grundlage das Justizministerium derzeit immer noch prüft, ob gegen Tierschützer Anklage wegen Bildung einer kriminellen Organisation erhoben werden soll, ist weitaus umfangreicher als bisher berichtet. Laut Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt stehen nicht nur die zehn 2008 für dreieinhalb Monate in U-Haft gesetzten Aktivisten, sondern insgesamt 40 Personen in Verdacht, im Sinne des umstrittenen Paragrafen 278a eine mafiaähnliche Gruppe gegründet oder als Mitglied unterstützt zu haben. Die 40 Abschlussberichte liegen dem STANDARD auszugsweise vor.

„Namentlich werden in den Berichten sogar 150 Menschen sowie 16 Tierschutz- und Tierrechtsgruppen erwähnt, vom Wiener Tierschutzverein bis hin zu Peta Deutschland", schildert Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) - und einer der Hauptverdächtigen. Die Gruppen und Aktivisten sollen auf verschiedenste Art dabei mitgewirkt haben, dass es bei 35 aufgezählten Tierschutzkampagnen zu „Einschüchterungen" und „Nötigungen" von Firmeninhabern oder -mitarbeitern gekommen sei. Dass einige der Aktivitäten in der Sache erfolgreich waren, wird den Verdächtigen als erschwerend angelastet.

So etwa im Fall der sogenannten Tiertransportkontrollen von NGO-Aktivisten auf Autobahnen. Diese hatten mehrfach tierquälerische und somit illegale Praktiken an den Tag gebracht: Schweine oder Kühe waren in Lkws weit länger als erlaubt zum Schlachten durch die EU gefahren worden. Bei Kampagnen gegen den Verkauf von lebenden Hummern in Supermärkten, gegen die Käfighaltung von Hühnern sowie für die Verwendung von Eiern aus Bodenhaltung bei Bäckern oder in Restaurants soll es zu „erpresserischer" Druckausübung gekommen sein.

Bäcker fürchtete Einbußen

Eine Wiener Bäckereikette etwa habe nur deshalb zweieinhalb Jahre früher als die EU es angeordnet hat - Mitte 2009 statt 2012 - von Käfig- auf Bodenhaltungseier gewechselt, weil sie „Angst vor wirtschaftlichen Einbußen durch das vom VGT hervorgerufene veränderte Kaufverhalten" gehabt habe. Der verfrühte Umstieg koste die Firma 80.000 Euro jährlich.

Der VGT hatte angekündigt, den Namen der Bäckerei im Fall des Ignorierens von Kritik-E-Mails an die Presse weiterzugeben: für den Staatsanwalt „Nötigung". Experten haben verschiedentlich angemerkt, dass im Licht einer solchen Rechtsinterpretation in der Vergangenheit etwa die Besetzung der Hainburger Au, um den Bau eines Wasserkraftwerks zu verhindern, als schwere Straftat gegolten hätte. (Irene Brickner, DER STANDARD; Printausgabe, 8.6.2009)


%-) Bitte wo sehen die Behörden da Nötigung oder gar ERpressung?
Die einzigen Leute, die sich gegen diese widerliche kommerzielle Tierquälerei wenden, werden als Verbrecher hingestellt. Da kann man nur sagen:
Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

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(Nerven)Zusammenbruch?
Veitl
12.06.2009 14:00:07
Neugründung



Momentan sieht es für den VgT finstert aus: Nicht nur, dass eine Anklage nach dem sogenannten "Anti-Mafia-Paragrafen" 278a sehr wahrscheinlich ist, durchwühlen seit Wochen auch täglich Steuerfahnder das Büro des Vereins. Der Grund: Der VgT , als gemeinnütziger Verein umsatzsteuerbefreit, hat zwischen 1990 und 2006 für die Lebensmittelkonzerne Rewe und Spar mittels vereinseigener „Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung" (KAN) Eier aus Hühner-Bodenhaltung kontrolliert. Weil die Aktivitäten nicht explizit in den Statuten angeführt sind und die Lebensmittelketten dafür bezahlt haben, droht dem VgT nun die Aberkennung der Gemeinnützigkeit und dadurch eine Nachzahlung von Umsatz- und Schenkungssteuer der vergangenen zehn Jahre. Mit geschätzten 700.000 Euro beziffert Martin Balluch das Ende des VgT. Dabei habe er bisher keine Probleme bei der jährlichen Finanzprüfung gehabt, und auch das Spendengütesiegel habe der Verein immer wieder erhalten, sagt Balluch. Für ihn steht fest: Die Vorgehensweise ist eine weitere Maßnahme der SoKo um den Verein zu zerschlagen. Eine Maßnahme, die greifen könnte. Die VgTler bereiten sich bereits auf die Neugründung eines anderen Vereins vor.


Quelle: http://derstandard.at/1242316119007/Verein-gegen-Tierfabriken-Am-Rande-des-Nervenzusammenbruchs

Wohl eine blöde Geschichte, wenn man meint, eine Art "Selbstjustiz" aufbauen zu müssen.
Und sich dann großartig darüber aufregt, daß der Rechtsstaat derartige Aktivitäten bis ins Detail zerpflückt.
Diesen Bericht dürften wohl einige der Sympathisanten des VGT geflissentlich übersehen haben.

Ist wie im Bibelspruch:
"Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch zugemessen werden. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst" (Mt 7,1-5)

Quelle






Wo die Ideologie und die Interessen einer Gesellschaft im Spiel sind, räumt die Objektivität in der Regel der Voreingenommenheit das Feld.

(E. Fromm, 1973)

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