SAP spinnt auch net schlecht...
Geizhals » Forum » Software » SAP spinnt auch net schlecht... (42 Beiträge, 614 Mal gelesen) Top-100 | Fresh-100
Du bist nicht angemeldet. [ Login/Registrieren ]
..
Re(2): SAP spinnt auch net schlecht...
12.11.2005, 11:50:37
Nope. Falsch verstanden. Ich finde kommerzielle SW-Entwicklung notwendig und wichtig.
Aus denk Eck hab' ich ja nun mal gar nix gegen SAP, Oracle oder andere.

OpenSource zu verteufeln finde ich aber grotesk - insbesondere da SAP ja selbst OpenSource-Betriebssysteme supported.

Kurzum: Als begeisterter Anhänger von OpenSource habe ich keinerlei Berührungsängste zu komm. Produkten - außer dort, wo Kommerzielle Produkte extra so gebaut werden, damit sie möglichst OS unterbinden. Das ist mir aber nur von M$ bekannt - SAP nicht.

Ich wehre mich aber gegen Angriffe aus der untersten Schublade gegen OpenSource... Sowie grundsätzlich gegen Angriffe auf den Sozialismus (aber das ist ein anderes Thema, hehe).

SAP ist ja IMHO besonders krank, weil die Säcke ja die SAP-DB unter OpenSource gestellt haben... Wir erinnern uns: SAP baute meist auf einer Oracle-DB auf. Dem Kunden war aber wurscht, was genau SAP kostete und was genau die Oracle.... Ihn interessierte der Gesamtpreis der "Blackbox" SAP... Und budgetierte das mit Hausnummer einer Mille Euroiroinononnenen, die sich jetzt auf SAP und Oracle (und andere natürlich) aufteilten. Aus SAP-Sicht nur suboptimal, weil sie natürlich lieber hätten, daß sie alles und Oracle nix kriegen. Daher haben sie die SAPDB unter Opensource gestellt - die ja nach SAP für alle von SAP genutzten Funktionen Oracle-kompatibel sei. Cleverer Schachzug von ihnen... Aus einem agressiven Motiv wurde meiner Meinung nach was "gutes" (für OpenSource'ler) gemacht. SAP instrumentalisierte also OpenSource, um seine Marktziele zu verfolgen - was ja per Definition mal nicht schlecht ist.

Nur wenn ich zuerst - natürlich aus Eigeninteresse - einen auf OS-Jünger mache (und dadurch als Gimmick gleich günstigst mit viel positivem Medienecho erscheine), und nachher aus anderen Motiven OpenSource als den Teufel per se darstelle (wie eben Sozialismus/Kommunismus in den USA gesehen wird - wir erinnern uns auch an Schwarzeneggers Wahlreden, als er in der britischen Besatzungszone Kommunismus erlebte, hehe ;-) ) - so finde ich das verwerflich

Antworten PM Übersicht Chronologisch Zum Vorgänger
 
Melden nicht möglich
.
Re: SAP spinnt auch net schlecht...
13.11.2005, 06:47:14
Boykottiert SAP!!!


OK, gut ist notiert. - Werds sicher berücksichtigen, wenn ich das nächste Mal über neue Enterprise Managenment SW für einen meiner Konzerne nachdenk!  %-)


Hast zwar recht, daß die eine oder andere Aussage ziemlich heftig klingt, allerdings sollte man dabei immer auch den Rahmen berücksichtigen, in dem sie gemacht wurden: quasi ein Pressefrühstück der NY-Times - na nona ist da jeder einzelne Satz primär mal an Investoren und Kunden adressierte Propaganda und kritisches Hinterfragen von Fakten oder gar technischen Details ist völlig nebensächlich.


Ich sag jetzt mal ganz provokant, gib RMS ein ähnlich prominentes Forum, um seine Ansichten auszubreiten und Du brauchst anschließend ein dutzend andere Exponenten der Free-Software Bewegung zum 'hinterherputzen', damit das Image selbiger in den Augen der (nicht technikzentrierten) Geschäftswelt keinen dauerhaften Schaden nimmt.


wenn man sich den Wettbewerb bei den innovativsten Desktop-Betriebssystemeanschaue, dann sei Microsoft mit seinem geplanten Vista gerade dabei, Apple zukopieren, nicht jedoch Linux.


Hat er aber nicht so unrecht. In dem Kernbereich der vor allem aus User-Sicht im wesentlichen ein Desktop- von einem sonstigen OS unterscheidet, also beim GUI war doch zweifelsohne Apple der Innovationsmotor; oder hast in dem Bereich Beispiele für echte Innovation aus der OSS-Ecke?


Open Source sei nicht nur wenig innovativ, sondern könne die Entwicklung anderer Applikationen gar unterlaufen.


Gesamtumfang oder -zahl von OSS-Projekten in Relation zu echter Innovation, die diese gebracht haben, wird diese Aussage mit Sicherheit wunderbar stützen und die Entwicklung von z.B. einer neuen Allzweck-Webserver-Applikation halt ich derzeit auch für eher unwahrscheinlich - obwohl Webserver sicher eine Applikation wäre, deren Bedeutung noch immer sehr im Zunehmen ist.


Für Agassi ist Open Source gerade mal gut fürs "Debugging". Ansonsten sei es wichtig, nicht zu sehr mit dem Code hochwertiger Softwareprogramme herumzuspielen.


Klingt für Anhänger freier Software natürlich brutal, aber aus der Sicht von SAP (und für ihre Kernanwendungen) scheint mir dieser Standpunkt nicht so abwegig. - Ein Backdoor o.Ä. in einem Kernmodul von SAP unbemerkt in eine Production-Version zu bringen, das wär sicher für so manche Organisation mit praktisch unbegrenzten Resourcen (Nachrichtendienste, Mafia, ...) ein hochinteressantes Ziel:
Dazu brauchts aber nur ein paar hundert (scheinbar) unabhängige Entwickler, die (anfangs sogar unproblematischen) erstklassigen Code beisteuern und dabei im Lauf der Zeit jeweils ein (für sich genommen völlig harmloses) Puzzlesteinchen der Backdoor einfließen lassen; gleichzeitig eine wohl prinzipiell eher geringe Attraktivität für wirklich unabhängige Entwickler (da diese trotz allem praktisch nur kostenlose Arbeitskräfte für SAP wären), die da eine wirklich ausreichende Kontrolle des neu geschaffenen Codes sicherstellen würden.



Ein "Sozialismus" rund ums geistige Eigentum sei aber das Schlimmste, waseiner auf den Schutz kreativer Leistungen setzende Gesellschaft widerfahrenkönne


Na hoffentlich hat er den Satz nicht (versehentlich) von z.B. Steve Ballmer gestohlen und kriegt seinerseits Probleme bzgl der geistigen Eigentümerschaft.  |-D


lg
 mIstA
Antworten PM Übersicht Chronologisch Zum Vorgänger
 
Melden nicht möglich
 

Dieses Forum ist eine frei zugängliche Diskussionsplattform.
Der Betreiber übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich das Recht vor, Beiträge mit rechtswidrigem oder anstößigem Inhalt zu löschen.
Datenschutzerklärung