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Kanzlerduell im Schatten. Wie ich Sebastian Kurz kennenlernte.
12.10.2017 15:04:21
Paar Momente Zeit nehmen und diesen Text von Armin Turnher lesen. Entlarvedes zu Kurz


Wer ist der bessere Mann? Wenn man den Umfragen trauen kann - fettes Wenn -, heißt der nächste Bundeskanzler der Republik Sebastian Kurz. Der Amtsinhaber Christian Kern wäre trotz günstiger Wirtschaftsdaten und trotz sinkender Zuwanderung abgewählt. Die Affäre Silberstein überschattet, wie es heißt, alles. Die Oberschattenwerfer, unsere Medien, beklagen das und sorgen zugleich dafür, dass der Kernschatten immer schwärzer und drohender schattet.

Silberstein, wie das schon klingt! Ein Name wie die Chiffre allen
Übels, das aus dem Ausland zu uns kam. Tal Silberstein! Ostküste! Sie haben ihn importiert, ruft Sebastian Kurz, das politische Unschuldslamm, seinem Rivalen Christian Kern entgegen. Sie haben das Böse in Österreichs Politik gebracht. Sie sind und haben Schuld! Nur ich, ruft Kurz und segnet uns mit seinen Händen, während er das Knie hebt, nur ich bin entschlossen, anders zu sein. Niemals würde ich jemanden anpatzen! Ich doch nicht!

Hier scheint die Zeit für eine persönliche Anekdote gekommen. Sie handelt von Sebastian Kurz und stammt aus einer Zeit, als das politisch Böse noch nicht in Österreich heimisch war, also lange Jahre vor dem Schattenjahr Silberstein. Ich wollte dem Publikum die Geschichte ersparen, aber dann las ich in einem Bericht des Spiegel: "Kurz gilt als nachtragend, Gegner merkt er sich. Wenn ihm ein ührender Publizist ,zivilisierten Orbanismus' oder ,Strachismus mit rosigem Teint' vorwirft, dann erwidert er das so: ,Der hat noch immer Schaum vor dem Mund, weil ich ihn bei einer öffentlichen Veranstaltung mal vorgeführt habe.'"

Da der Spiegel auch nicht alles recherchieren kann, bekenne ich: Der "führende Publizist" bin ich, und ich wurde, das ist wahr, vorgeführt. Es war im Jahr 2013. Die PR-Beraterin Carola Purtscher veranstaltete regelmäßig Abendessen, eine sogenannte Tafel-Runde für etwa drei Dutzend Manager und Journalisten, bei denen als unterhaltsame Einlage mehr oder weniger bekannte Menschen Rollen tauschten. Rudolf Hundstorfer interviewte Martina Salomon, Gerhard Zeiler, Barbara Stöckl und so. Ich war Gast bei einigen dieser Essen und sah, wie die Sache läuft. 15 Minuten harmloses Geplauder mit etwas Tiefgang, setzen, weiteressen.

Damit rechnete ich, als eines Abends in diesem Rahmen ich interviewt werden sollte, und zwar von Sebastian Kurz. Der junge Integrationsstaatssekretär brach aber den Rahmen und attackierte mich so, wie sich der kleine Maxi Armin Wolf auf Speed vorstellt. Kurz hatte eine Mappe dabei, aus der er mir Zitate aus dem Falter vorhielt. Hätte ich mit so etwas gerechnet, hätte ich mich
vorbereitet. So reagierte ich perplex, versuchte, mich mit defensiver Höflichkeit über eine nicht nur mir peinlich erscheinende Situation hinwegzuretten.

Es war kein Knockout, aber ein schweres technisches K. o. Eine Vorführung, zu der führende Schwarze im Publikum, offenbar eingeweiht, begeistert johlten. Ihr Jungstar hatte eine erste Feuerprobe bestanden. Andere fühlten sich von dieser Darbietung fehlender Manieren und dieser mir gegenüber schlicht unanständigen Aktion unangenehm berührt und sagten mir das auch.
Einiges kam mir dann doch seltsam vor. Dreißigmal habe der Falter in den letzten Jahrzehnten "schwere Vorwürfe erhoben", hielt mir Kurz vor. Eine APA-Recherche ergab, das Wort kam gerade zehnmal vor. Ein Bildtext, den Kurz mir vorlas, stammte nicht aus dem Falter, sondern aus dem Standard. Der Bildtext im Falter war kritisch, jener im Standard untergriffig. Einen Kommentar von mir zitierte er falsch. Auf die Idee, der Gute würde mich im Gewand des empörten Medienopfers
coram publico belügen, war ich in meiner Naivität nicht gekommen. Als ich seine Zitate falsifiziert hatte, rief ich Kurz an.

Er entschuldigte sich. Ich stellte die Sache in einem allzu freundlichen Brief an die Gäste des Abends richtig. Anschließend sprachen Kurz und ich uns bei einem Mittagessen aus, bei dem er mich fragte, ob er als Außenminister geeignet wäre. Ich antwortete mit Nein. Im Rückblick kann ich also sagen, ich durfte am Anfang der Karriere von Sebastian Kurz eine kleine Rolle spielen. Er probierte an mir aus, wie leicht es geht, andere anzupatzen, indem man falsche Behauptungen aufstellt und sich damit selbst zum Opfer stilisiert. Er war schon damals von Gerald Fleischmann beraten worden und hat seine Rolle mittlerweile deutlich verfeinert. Tal Silberstein ist Gottes Geschenk an ihn. Um anpatzen zu lernen, hat er ihn aber nicht gebraucht. Das konnte er schon.
Ich war gerührt, als ich seine Erklärung für meine politische Kritik
an ihm im Spiegel las, und wischte mir den Schaum vom Maul. Für so anhänglich hielt ich ihn nicht. Ich habe ihm nicht nur Strachismus mit rosigem Teint bescheinigt - dabei bleibt's -, ich habe ihn auch zum Missfallen mancher Kollegen mit Donald Trump verglichen. Auch dabei bleibt es leider. Trump wird zutreffend als Con-Man analysiert, als Schwindler und Trickbetrüger, bei dem man nicht weiß, was man glauben kann, und dem jedes Mittel und jeder Trick recht ist, um an die Macht zu kommen.

Soeben holt Kurz auf Puls4-TV ein Taferl heraus, das an die Zeit des giftigsten Jörg Haider erinnert, als der Franz Vranitzky mit den Praktiken von SPÖ-Betriebsratsbonzen konfrontierte. Kurz wirft Kern vor, die Managergehälter bei den ÖBB seien in dessen Zeit als ÖBB-Boss fast viermal so stark gestiegen wie die Löhne der ÖBB-Arbeiter. Das trifft natürlich alle roten Kapitalversteher. Es
bezeichnet ein Problem (unangenehm für Kern) und ist zugleich monumental verlogen. Denn nicht Kern, Kurz ist der Kandidat der Bosse.

Fragt der Kanzler seinen Herausforderer, warum er Gewinne von Unternehmen nicht besteuern will, entgegnet dieser, er sei ein Arbeiterkind aus Meidling.
Ja, das ist natürlich etwas anderes! In der Islam-Kindergarten-Studie hat Kurz seine Mitarbeiter die Untersuchung zuspitzen lassen; anschließend wurde der Studienautor
Ednan Aslan dazu gedrängt, zu bestätigen, jedes Wort stamme von ihm. Das hat kein Silberstein getan, das war Methode Kurz. Beste ÖVP-Niederösterreich-Schule, wo man auf Berichte, die wehtun, mit Fake -News-Geschrei und Drohungen reagiert. Wo man die eigene Regierung sabotiert und dann sagt: hoppla!

Die europäischen Netzwerke, mit denen Kurz prahlt, kennen wir nicht, sie dürften von Boris Johnson über die CSU bis zu Viktor Orbán reichen -eine EU, vor der einem graut. Silberstein plus
Flüchtlingsroute, dieses Mantra füllt TV-Abende und beschäftigt
ratlose Politikberater. Aber ist das Kanzlermaterial? Ausländische
Kolleginnen berichten entsetzt vom Ende jeder EU-Politik im Außenamt, ein Dreivierteljahr vor der EU-PräsidentscÖsterreichs; das Amt stehe nur mehr im Dienst von Sebastian Kurz.
Ja, Christian Kern hat Silberstein engagiert. Er hat ihn wieder
gefeuert, pflichtschuldig Köpfe rollen lassen und versucht nun,
Klarheit über das eigene Kommunikationsdesaster zu erlangen. Gut gemanagter Wahlkampf sieht anders aus. Die SPÖ ist in desolatem Zustand. Trotzdem: Mir gefällt der Zorn des Christian Kern über die Verlogenheit seines Rivalen, der sich im Scheinwerferlicht aalt, der Aaspresse des Landes gewiss.

Kern liegt nicht nur an sich, ihm geht es spürbar um die Republik. Er würde gern seine politischen Ideen im Detail darlegen. Sein Gegner will nur über die Zeit und unter die Gürtellinie kommen. Christian Kern ist der bessere Kanzler. Würde über Sachthemen diskutiert, fiele auch Licht auf die Kanzlerfrage. Leider wird sie diesmal im Schatten entschieden. "Österreich, Überschattendorf."


Kurz ist nicht der Saubermann den er öffentlich darstellen will sondern ein perfider ÖVP Funktionär, dem alle mitteln recht sind die ÖVP Agenda durchzupeitschen. Und halb Österreich fällt auf diesen Rattenfänger rein. Kurz der Messiahs wird es richten. Das böse erwachen folgt aber in einigen Monaten.

12.10.2017, 15:08 Uhr - Editiert von Stepford, alte Version: hier
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