Re(9): Betrügen leicht gemacht - OneTwo machts möglich!
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Re(9): Betrügen leicht gemacht - OneTwo machts möglich!
13.08.2003, 15:09:34
Also, wir haben gar nichts mit ihnen gemacht, schon gar nichts geschmackloses und was selten ist, nicht einmal dumme Witzchen, denn diese Sache hatte bei jedem der Beamten die Grenze doch überschritten.

Diese zwei Frauen waren schon alt, eben Pensionistinnen und hatten im letzten Stock eines durchaus gutbürgerlichen Hauses keineswegs in Armut gelebt, sondern im Grunde ein geruhsames Leben geführt. Jedoch dürften beide doch schon altersgemäß gesundheitlich nicht mehr so voll auf der Höhe gewesen sein. Und vor allem dürften sie in ihrer Zweisamkeit doch sehr einsam gelebt haben. Jedenfalls ergaben Nachfragen, dass sie zu niemand im Haus oder in der Nachbarschaft engeren Kontakt pflegten. So konnte es dazu kommen, dass sich niemand etwas Besonderes dabei dachte, als die Damen nicht mehr da zu sein schienen. Die wenigen Personen, die sich überhaupt damit beschäftigten nahmen stillschweigend an, dass sie in ein Seniorenheim oder zu Verwandten übersiedelt wären, ohne dass man es bemerkt hätte. Die Pensionen wurden natürlich überwiesen, die Zahlungen zur Erhaltung der Wohnung waren sämtlich durch Einziehungsaufträge bestens organisiert. Dazu kam, dass durch besondere klimatische Umstände nicht etwa ein Prozess der Verwesung einsetzte, den man wohl doch nach einiger Zeit bemerkt hätte, sondern wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit und einem stetigen Luftzug vom Stiegenhaus zu den straßenseitigen Fenster eine Mumifizierung. Die beiden Damen starben übrigens nicht zur gleichen Zeit, sondern in einem gewissen zeitlichen Abstand. Eine der Damen war gestorben. Daraufhin hatte die noch Lebende jedoch keineswegs das in einem solchen Fall Übliche in die Wege geleitet, sondern hatte die Verstorbene so gut sie konnte in jenen Teppich gerollt auf dem sie wohl zusammengebrochen war. Offenbar hat die vorerst Überlebende jedoch nur kurz neben der Verstorbenen weitergelebt ehe sie dann ebenfalls starb. Das wahrhaft Nervenaufreibende war keineswegs der phyische Zustand der Leichen oder etwa der Wohnung. Keineswegs; eine Wohnung ist nach sieben Jahren zwar staubig aber von Gestank oder dergleichen konnte keine Rede sein. Die zutiefst erschütternde Tragödie lag für mich persönlich -und einige andere sahen es ebenso- eben darin, dass zwei Menschen in einer Stadt wie Wien derart vereinsamen können, dass ihr Fehlen für sieben Jahre unbemerkt bleibt. Hätte nicht jene Programmfunktion des kontoführenden Bankinstituts Alarm geschlagen, die dafür verantwortlich ist, bei über Achtzigjährigen darüber zu wachen, ob auch "manuell" verursachte Kontobewegungen stattfinden, wer weiß, man hätte sie noch Jahre nicht gefunden. Der Anblick...na klar ist er eine Belastung, aber das lässt sich rationalisieren. Das Menschliche hat uns zu schaffen gemacht. Immerhin konnten wir uns wenigstens sagen: "Sie waren hochbetagt, sie hatten immerhin ihr Leben. Und sie sind immerhin eines natürlichen Todes gestorben."

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