Freude auf Windows Longhorn
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Re(7): Freude auf Windows Longhorn
UMC
18.11.2003, 20:39:22
Ich glaub', jetzt muss ich auch noch ein bisschen herumdiskutieren.

Ich habe beruflich mit UNIX (Tru64 AKA DigitalUnix & SCO) und NT4 zu tun. Ich kann statistisch belegen, dass die NT4 Kisten nicht annhähernd die Stabilität der teilweise auf gleicher Hardware (Industrie PC) laufenden UNIX Systeme haben. Von daher sehe ich den Vorteil von UNIX und seinen Abarten recht genau.

Aber privat laufen zur Zeit 2 x Win95 OSR2.5 (Kinder und Reserve) und 2 x Win98SE (Hauptrechner und Reserve), wobei die Migration zu WinXP beim Hauptrechner für die nächsten 4 Wochen geplant ist. Auf meinem Arbeitslaptop habe ich seit einem Jahr durchaus positive Erfahrungen mit WinXP gesammelt - trotz knapper Resourcen (PII/400, 224 MB RAM).

Zugleich aber habe ich - wohl getriggert durch die m.E. immer schlimmer werdende Patchflut - begonnen, Open Source Alternativen auf meinem Kinderrechner im Praxiseinsatz zu testen:
* OpenOffice (ich glaub nach einer Phase der Umgewöhnung ist es völlig gleichwertig mit Office 2k oder XP)
* Mozilla (ist mir ehrlich gesagt viel sympatischer als IE6 - popup-block, integrierter DL-Manager und JA, tabbed browsing!)
* Bildverarbeitungsprogramme

Wenn diese 3 Hauptgebiete abgedeckt sind, kann ich mit meinem Hauptrechner jederzeit auf Linux migrieren. Eine entsprechende grafische Benutzeroberfläche ist ja auch schon vorhanden.

MS hat es für mich persönlich schon etwas übertrieben:
* Aktivierung - ich hasse sie abgründig
* Das Heimweh aller MS Programme (MP versucht praktisch bei jedem Aufruf seinen Daddy ans Rohr zu kriegen)
* Eine miserabel dokumentierte Patchflut
* TCPA oder wie immer sie das Zeug nennen, könnte das Fass zum Überlaufen bringen

mfg
UMC
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Re(8): Freude auf Windows Longhorn
19.11.2003, 00:04:26
Paar Gedanken dazu:

"Ich kann statistisch belegen, dass ...

Oweh, mit den selbsterstellten Statistiken ist das so eine Sache. ;-)
Mehrere mit Linux-Workstations "beglückte" Kollegen/innen können statistisch belegen, dass ;-) sie mit der zehnfachen Menge an Fehlfunktionen (Fehlermeldungen) unter Linux genervt werden, als dies bei ihren alten Win-Workstations der Fall war. 8-O ;-)
(Gibt eine simple Erklärung dafür, nur bin ich zu faul, das hier auszuführen ... |-D )

"Alternativen ... im Praxiseinsatz ....:
* OpenOffice (ich glaub nach einer Phase der Umgewöhnung ist es völlig gleichwertig mit Office 2k oder XP)


... selbige Kollegen/innen würden dir - bezogen auf Excel - für diese Behauptung an die Gurgel springen. Ähnliches wurde nämlich auch von unserer EDV zugesagt.
Nu gilt das vielleicht für "Lieschen-Müller-Standard-Nutzung" ohne Zeit/Leistungsdruck. Wir sprechen aber von "professionellen-Heavy-Usern" (Pivot, S-Verweis, V-Verweis ... ) und die so milde ausgedrückte Phase der Umgewöhnung ist im Arbeitsalltag eine schmerzhafte Produktivitätseinbusse, die ein sonst gut geschmiertes und justiertes Uhrwerk vollkommen aus dem Takt bringt.

MS hat es für mich persönlich schon etwas übertrieben:
...


Stimme ich voll und ganz zu. Jedem einzelnen, angeführten Punkt.
Allein - ich hatte ja schon erwähnt: in Bezug auf BSse bin ich Pragmatiker. Ein BS ist Plattform für Programme - nicht mehr und nicht weniger. Was mir den maximalen Nutzen, die maximalen Optionen, die geringsten Einschränkungen bietet, ist für mich die geeignetste Plattform.
Und das ist nunmal - pragmatisch gesehen - jenes BS, das "Standard" ist (Ich meine ausschliesslich Workstation-Einsatz bzw. *standalone*-PC! Mit Servereinsatz sieht's wieder völlig anders aus). Ein Nischenprodukt - und sei's für sich isoliert betrachtet noch so "überlegen", ist für mich praktisch wertlos -> siehe meinen *VHS vs. Video2000*-Vergleich.
Meinen allfälligen "Spieltrieb" tobe ich nicht am BS aus ... sondern an Spielen. ;-)
--  
Theorie ist, wenn man erklären kann, wie's geht, aber es funktioniert nicht.
Praxis ist, wenn's funktioniert, und man kann sich nicht erklären, wie das geht.

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Re(8): Freude auf Windows Longhorn
UMC
18.11.2003, 20:49:13
Also ich habe jetzt Win9x im Griff und XP unter Kontrolle. Aber ich stimme keinesfalls zu, dass Windows leicht zu administrieren ist. Ein durchschnittlicher Bürger kann zwar Windows aufsetzten, aber er tanzt am Vulkan. Mein Engagement hier im Forum lässt mich auf folgende Hauptprobleme blicken:

* Defaulteinstellungen sind in Windows ausschliesslich auf Bequemlichkeit ausgerichtet und (daher) an vielen Stellen sicherheitstechnisch haarsträubend

* Das IRQ-Handling von Windows ist genial, solange Windows ohne Hilfe klarkommt. Wehe man steckt diese eine Karte zuviel hinein....

* Windows tut so, als könnte es Mehrbenutzerfunktionen (wichtig bei Familien PCs) anbieten - letztlich ist das unter 9x nur heisse Luft und unter XP nicht konsequent umgesetzt.

* Viele der "ganz einfachen" Einstellungen verstecken sich in halboffiziellen Tools wie TweakUI & Co, oder halt in der Registry. Und dann kommen selbst ernannte Gurus im Stil eines Nickles und bilden Heerscharen von Halbwissenden heran.

* Die Install-/Uninstallmechanismen von Windows sind ein unerschöpflicher Quell ewiger Probleme. Warum zum Henker muss ein Programm aus hunderten Files an dutzenden Stellen gepaart mit System DLLs und Registryeinträgen bestehen?

UNIX ist hingegen a priori kompliziert. Drum gehen auch nur Leute dran, die was davon verstehen. Und die wissen dann auch meistens was sie tun. Und wenn mans mal durchschaut hat, ist es vielleicht tatsächlich nicht schwieriger zu handhaben als Windows.

mfg

UMC
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Re(16): Freude auf Windows Longhorn
19.11.2003, 07:03:41
So einfach ist das leider nicht. Denn wenn der eine interessierte pro Abteilung keine Zeit mehr für seine eigentliche Arbeit hat weil er seinen Kollegen/innen alle paar Minuten zu Hilfe eilen muss dann hast du hier nicht nur die Kosten für eine Schulung zu bezahlen sondern den Verlust der Arbeitsleistung einer kompletten Arbeitskraft. Probier mal den Personalchef oder Chef zu überzeugen dafür jemanden extra einzustellen (gerade in diesen Zeiten der "Personalreduktionitis").

Und dann hast du ein Problem noch gar nicht angesprochen, nämlich in jeder Abteilung einen zu finden welcher wirklich daran interessiert ist. Wir die wir uns ja meistens recht gut auskennen und in der Lage sind sämtliche OS-Hürden über kurz oder lang selber zu lösen bzw. wissen wer rasch helfen kann (z.B. FAQs und Internet-Foren) gehen leider zu leichtfertig davon aus dass es bei anderen genauso ist. Doch das ist ein grosser Trugschluss, denn der Grossteil der Bevölkerung und somit der Arbeitskräfte hat, wenn, nur äusserst marginale Kentnisse und Fähigkeiten mit den Widrigkeiten, die selbst ein OS dessen Gundlagen bekannt sind, so mit sich bringt umzugehen. Sobald mal was nicht so läuft "wie es immer war" stehen die Leute vor einer schwarzen Wand die sie total blockiert. Jetzt stell dir mal vor was los wäre wenn man diese Leute versuchen wollte auf Linux umzugewöhnen. Ein Albtraum...

Gruss, Bucho

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