ADSL: Strahlung aus der Buchse ?
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Re: ADSL: Strahlung aus der Buchse ?
20.03.2006, 08:20:10
Hi Zaphod1
Schon aufgrund der Aussage "...über das bestehende Telefonleitungsnetz FUNKT..." würde ich die fachliche Kompetenz des Bekannten in erhebliche Zweifel stellen. Nicht jeder Kabelzieher muss sich mit HF auskennen und die Chefs schon gar nicht! Möglicherweise ist das auch nur eine Aussage von jemandem, der gehört hat, dass jemand etwas gehört hat, der etwas gesagt hat von Internet oder so ....... Oder verdient da jemand am Verlegen von Glasfaserleitungen?
Wenn wir bei ADSL im technischen Sinn der Konstrukteure von ADSL bleiben, wird der Frequenzbereich von irgendwo bei 100 KHz bis ca 1 MHz verwendet. Das entspricht umgesetzt in den Radiobereich Längstwellen bis Mittelwellenbereich. Diese Signale bearbeitet man, solange man im Kleinsignalbereich bleibt, mit NF-Transistoren(!). Antenenlängen für Abstrahlung und "brauchbare" Aufnahme von Leistung müssten im Bereich von 4200 bis 300 Metern sein - gestreckte Länge wohlgemerkt. Jede verdrillte Leitung verhindert Abstrahlung sofort. Die Sendeleistungen innerhalb von ADSL liegen bei 0,1 bis maximal 10 Watt, diese Leistung ist nicht gebündelt sondern breitbandig aufgeteilt. Alles Gründe dafür, das Signal nur dann nachweisen zu können, wenn man sich dessen Vorhandensein sicher ist.
Das "herkömmliche" Telefonnetz wird seit der Mitte des vorigen Jahrtausends ;-) für digitale und auf HF aufmodulierte Übertragungen verwendet. Früher waren eben einige hundert Telefongespräche auf einer Leitung, heute sind es ISDN, Internetzugänge und Datenverkehr.
Gruß und *zirp*
GriLLe
--
"Viel zu lernen Du noch hast, junger Padawan. Möge der Quelltext mit dir sein - Immer!"

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Re: ADSL: Strahlung aus der Buchse ?
20.03.2006, 14:22:43
Kurz zur Aufklärung der "Wissenden"
1) Jede stromdurchflossene Leitung erzeugt ein Magnetfeld
2) Bei Wechselstrom ist es klarerweise ein Wechselfeld
3) 2 parallel verlegte Leitungen wo der Strom "hin und zurück" läuft, haben somit gegenläufige Magnetfelder, die sich weitestgehend aufheben (kompensieren) => übrig bleibt nur ein wirklich sehr geringes Magnetfeld
4) Telefonleitungen sind mit verdrillten Zwillingsleitungen versehen, außen ist noch eine Abschirmung angebracht => diese Leitungen sind so gut wie feldfrei (daher auch kaum abhörbar, soferne die Abschirmung nicht beschädigt wird, weil das Signal vom Telefonapparat bis zum nächsten Wählamt noch immer analog läuft, ausgenommen ist Glasfaseranbindung - derzeit noch selten, wo direkt digitalisiert wird)
5) ADLS, XDSL ist ein Breitbandsignal, daß über diese Telefonleitung übertragen wird. Da die Kabel geschirmt sind, ist trotz der ursprünglich niederfrequenten Verwendung (die Kabel sind für Tonfrequenzen dimensioniert - auch die Abschirmung), auch im Hochfrequenzbereich nur ein geringes Feld außen meßbar. Die Feldstärken sind i.a. geringfügig höher, als bei Koaxialkabeln, die soferne richtig abgeschlossen, keine Abstrahlung zeigen.
6) Alle geschirmten Leitungen, die hochfrequente Signale beinhalten und nicht richtig abgeschlossen sind (richtige Impedanz) "strahlen" in Abhängigkeit der Spannung (Leistung) über die sog. Mantelwellen. Diese Strahlung wird mit zunehmender Entfernung vom Leitungsende immer schwächer.

Fazit: Messbare "Strahlung" gibt es bei der Telefonleitung, bei DSL etwas mehr, als bei reiner Telefonie. Diese ist aber im Gegensatz zum "Internet aus der Steckdose" sehr, sehr gering. Beim Internet aus der Steckdose aber auch anderen Übertragungen (dazu gehören auch Heimanwendungen von Datenübertragung über das Stromnetz) über das herkömmliche Stromnetz kommt es zu relativ starker Abstrahlung, weil die Netzleitungen
1) für 50Hz (Telefon bis weit in den kHz Bereich) gemacht ist
2) nicht verdrillt ist
3) keinerlei Abschirmung vorhanden ist
4) sehr hohe Signalpegel für die sichere Übertragung notwendig sind (Telefon bewegt sich im µV bis mV Bereich, auf der Netzleitung sind bei der Einspeisung etliche Volt notwendig)

Also wird da wesentlich mehr in die Luft "geschleudert", als bei Telefonleitungen, die mit Hochfrequenz vergewaltigt werden.

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Re(5): ADSL: Strahlung aus der Buchse ?
21.03.2006, 00:18:14
liegt wohl daran, daß ich von der materie ein bisschen ahnung habe, wogegen viele kommentare nur so von teilwissen strotzen. ein paar leute haben sehr wohl gute beiträge gebracht. aber leider ist es so wie mit vielen anderen sachen, es wird polarisiert, verunsichert etc ....
es stimmt zwar: elektromagnetische strahlung kann uns schaden. nur die aussage "todesstrahlen" aus der telefonleitung ... da geht mir doch ein wenig die galle hoch. deshalb möchte ich darauf hinweisen, wie es wirklich ist. wenn dann ein kommentar darauf kommt "blödsinn", dann paßt mir das halt nicht. ich habe versucht, den kommentar verständlich zu halten. eine herleitung der strahlungsmenge an hand des impedanzsprunges am leitungsende bei gegebenem signalpegel ... würde möglicherweise fehl am platz sein. eine aussage, daß wir es hier um "kleinsignale" geht - das ist vielleicht einleuchtender.

wenn die leute wüßten, welche feldstärken und vor allem welche "dosen" sie sich mit stundenlangem telefonieren mit dem handy verpassen ... letztendlich hat man da einen starken sender in sehr hochfrequenter und somit energiereicher strahlung direkt am kopf ... aber die feldstärke nimmt bekanntlich mit dem quadrat der entfernung ab ... also freisprecheinrichtung verwenden 1m abstand anstatt 1cm - 1/10000 der feldstärke ....
und bei telefonleitungen: im grunde genommen vernachlässigbar. man wickelt sich bekanntlich nicht zum schlafen in das telefonkabel .... und für ganz ängstliche: dafür sorgen, daß die leitung mit einem passenden endgerät abgeschlossen ist, obwohl eine verdrillte leitung, noch dazu geschirmt neigt nicht zur strahlen

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