Hilfe gegen ein abnormes Familienmitglied?
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Hilfe gegen ein abnormes Familienmitglied?
06.09.2006, 13:27:23
Stellt euch mal folgendes Szenario vor:

Ihr (21) habt einen Brunder (23) und wohnt beide noch zu Hause.

Der Bruder ist ein gewalttätiger Sozialfall, d.h. er tickt manchmal bei irgendwelchen belanglosen Sachen einfach aus, wie gerade vor 15 minuten.

Anscheinend hat er bei der Geburt ein bischen zu wenig Luft bekommen ( haben mir jedenfalls meine Eltern erzählt... ob das stimmt weiß ich nicht wirklich..) Er hat seit 5 Jahren keine Arbeit, keine Freunde, war seit 2(!!) Jahren kein einziges mal mehr aus dem Haus oder hat mit anderen Menschen geredet, ist nachts wach und schläft tagsüber, sein Zimmer hat ständigen, ja fast schon Verwesungsgeruch, war sogar schon mal im Zentrum für seelische Gesundheit wo er 2 mal ausgebrochen ist bis sie ihn in die geschlossene steckten, das hat  meine Mutter nicht verkraftet und so lang rumgeheult bis er wieder zu Hause war.... hat tätliche Angriffe auf alle in der Familie ausgeübt,bzw. macht es immer wieder einmal,  z.T. auch schon mit dem Messer, tagsüber spielt er auf seinem pc spiele von vor 10 jahren, wie z.b. total annihilation, death rally, spiele aus der Steinzeit eben, verunstaltet das WC in dem er die Klobrille und nicht das Loch in der mitte trifft ( fragt mich nicht wie das geht ich weiß es nicht!!! anscheinend setzt er sich nicht...), pinkelt immer wieder in die Badewanne, läuft im Sommer tagsüber in der WOHNUNG mit sonnenbrille rum und schaltet tagsüber im Vorraum das Licht an... was jetzt auch der eigentliche Grund des Konfliktes war.

Ich wollte bei der Tür raus, seh das Licht ein is, schalts natürlich aus, kommt er raus wie immer mit seiner Sonnenbrille, schaltet es ein, ich schalts aus, er schaltets ein, ich schalts aus, er schaltets ein, danach fragt er ob ich mich denn mit ihm anlegen will und drückt mich gegen die Türe. Ich wehre mich nicht, er wird dadurch nur noch aggressiver und wirft mich zu boden. bin blöd am rücken gelandet und hab dadurch kurz keine Luft bekommen sonst hätte ich mich spätestens jetzt gewehrt ;)

Seit längerer Zeit war jetzt Ruhe was diese Angriffe angehn, doch bevor man jetzt wieder die gröbsten scherereien hat frage ich mich natürlich wie man so jemanden endgültig loswerden kann, das er gefährlich und nicht zu berechnen ist ist mir klar, doch wie kann ein Mensch so grundlos immer wieder Aggressionen aufbauen?

Meine Mutter scheint sich glaube ich schon fast damit abgefunden zu haben das er so ist und will vermute ich mal nicht wirklich was dagegen tun, wir leiden alle unter ihm, mein Vater ist auch jemand der sich nichts gefallen lässt, aber bevor er wieder irgendwas in der wohnung  zsammhaut wars halt die letzte zeit das beste ihn einfach in ruhe zu lassen...

also muss ich mich wohl oder übel mehr oder weniger allein darum kümmern, ich weiß das es mein Bruder ist, ich weiß aber auch das es nichts daran ändert das er ein gewalttätiger unbelehrbarer Sozialfall ist, klar könnt ich ihm einfach mal die Nase brechen damit er selbst sieht wie Gewalt auf einen selbst wirkt... doch Gewalt ist und darf keine Lösung sein.

Aber wer kann sich schon ewig zsammreissen.. würde mich nicht wundern wenn ich eines tages ausraste und ihn krankenhausreif prügle

die eltern sind wohl der vormund weswegen sie wohl auch nur ernsthaft etwas dagegen machen können vermute ich jetzt mal.

ich trau mir ja nicht mal zu eine Freundin anzuschaffen bei so einem Mitbewohner... Vorschläge, Kommentare?

Zusatz: da hier der Vorschlag gemacht wurde ich solle doch einfach ausziehen, die Aggressionen gehen nicht nur gegen mich, sondern auch gegen meine/seine Eltern

06.09.2006, 14:22 Uhr - Editiert von Earthquake, alte Version: hier
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Re: Hilfe gegen ein abnormes Familienmitglied?
06.09.2006, 15:24:46
Auch wenn du es nicht hoeren willst, aber ausziehen waere wirklich die beste Loesung.
Du hast geschrieben deine Eltern moechten nicht wirklich taetig werden, also musst du dafuer sorgen, dass sie es sich endlich anders ueberlegen. Das folgende klingt jetzt hart, aber lies bitte weiter: Der Mensch lernt nur durch Fehler, das ist so. In diesem Sinne bedeutet das, wenn du ausgezogen bist, hat dein Bruder "nur" mehr deine Eltern als Ziel seiner Aggressionen und wie das Amen im Gebet wird es geschehen, dass er eines Tages die Eltern wirklich ernsthaft verletzt - und spaetestens dann wird auch deine Mutter die nicht und nicht loslassen moechte, den richtigen Schritt setzen.
Du kannst dir den Mund fusselig reden, es wird nichts nuetzen, die Eltern muessen es selbst erkennen und den Schritt von sich aus setzen!!!

Warum schreib ich das so als ob ich wuesste wovon ich rede, ich weiss es natuerlich nicht wirklich da ich nicht in deiner Lage bin, allerdings gab es in der entfernteren Bekanntschaft meiner Mutter einen aehnlichen Fall und von daher ziehe ich meine Infos.
Es war kein gewalttaetiger Sohn einer Mutter gegenueber sondern ein Stalker-Fall, wo der Freund der Frau, sie waren zum Glueck unverheiratet, die Frau fast schon regelmaessig geschlagen hat, aber ordentlich. Eine Trennung half nix, da er staendig zurueckgekrochen kam und sie ihm so "zugetan" war (hoerig, daemlich, ...) dass SIE die Beziehung staendig wieder herstellte. Das ging ueber JAHRE. Nach wieder einer Trennung fing er dann mit dem Stalken an, auch wieder recht heftig, zwar ohne Gewalt aber Psychoterror pur. Die Frau verfiel immer mehr. Dass die oftmals gerufene Polizei keine Hilfe war, muss ich wohl nicht sagen, dort hiess es immer, erst muessen wir sie mit dem Messer im Bauch finden wo idealerweise er noch mit der Hand das Messer festhaelt ... ich denke solche staatlichen Aussagen kommen euch bekannt vor.
Eines Tages reichte es der Frau, sie nahm sich zusammen, zog aus der alten Wohnung aus, von der er ja wusste wo sie lag, und zog wo anders hin. Nachdem er zumindest eine Zeit lang nicht wusste wo ihr neuer Aufenthalt war, beruhigte er sich scheinbar und jetzt, nach einigen Jahren, leben beide in neuen Partnerschaften und koennen hie und da sogar wieder miteinander reden.
Das hoert sich jetzt so an wie eine Schnulzen-Geschichte, Ende gut - alles gut, aber sie spielt in der Realitaet. Erst nachdem die Frau selber den richtigen Schritt gesetzt hat, d.h. sie selber davon ueberzeugt war dass es der richtige Schritt ist, hats eine Wendung gegeben. Vorher haben ihr zig Leute zig Sachen geraten, doch sie war SELBER nicht bereit dazu, deinen Eltern bzw besonders deiner Mutter geht es vermutlich aehnlich.
Mach DU den ersten Schritt zu ihrem, letztendlich erfolgreichen, Lernprozess und nimm dich aus der Schussbahn. Wenn alles gut geht, bringt das allen beteiligten etwas, der erwaehnte Mann hat sich einigermassen unter Kontrolle gebracht, deinem Bruder wuerde es sicher auch gut tun, wenn er wohin kommt, wo sie ihn mit haerterer Hand anpacken, jetzt wird ihm noch ALLES was er tut durchgelassen und er ortet (unbewusst) seine Grenzen immer weiter aus.
Den Amis wirft man zurecht vieles vor, aber die Einrichtung der Bootcamps ist nicht nur nonsens, und die einfache Erziehungsmethode der Amis fuer schwer erziehbare Kinder, nach dem Motto "du kommst zum Militaer, dort werden sie dir die Wadln schon vieri richten" fuehrt doch scheinbar oefters zum Erfolg als vermutet.
Wie macht es die Natur? Wenn der kleine Loewe Bloedsinn macht, erhaelt er einen Prankenschlag von der Mutter, sie heult ihm sicher nicht die Ohren voll und laesst ihn gewaehren. Die westliche Wohlstandsgesellschaft versucht es ZURECHT mit dem Vollsuelzen des Betroffenen durch Berufs-Suelzer (Psychologen usw) und das ist GUT - wenn sich der Betroffene darauf einlaesst. Doch was wenn nicht? Ich glaub kaum dass es in den nicht wirklich reichen Laendern wo sich jeder sein Essen erkaempfen muss, nicht auch die liebensden Eltern dem missratensten Spross alles durchgehen lassen.

So, das waers dann. Ich hoffe mich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt zu haben, aber du wolltest Meinungen und Vorschlaege hoeren und ich hoffe dir vielleicht mit dieser Sichtweise geholfen zu haben.

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