First Try - Produktfotografie
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Re: First Try - Produktfotografie
19.11.2007, 10:54:05
Hi !

Mit der Produktfotografie hast du dir ein ungemein spannendes, aber auch ungemein schwieriges Aufgabengebiet gesucht. Schwierig deswegen, weil wir in unserem täglichem Umfeld mit 1000nden professionellen Fotos aus dem Segment konfrontiert werden und somit jeder, mehr oder weniger, sehr konkrete Vorstellungen davon hat, wie solche Bilder auszusehen haben.
Ein weiterer Punkt der Produktfotografie für Amateure so schwierig macht, ist die Tatsache das hier, neben der Portrait- und Modelfotografie, am meisten am Rechner nachträglich korrigiert und verfälscht wird. Fotomontage sind hier im professionellen Umfeld an der Tagesordnung !

So aber nun zu deinen Bildern:
Was mir sofort auffällt sind die starken JPG-Kompressionsartefakte bei den ersten beiden Bildern. Hast du die Bilder stark verkleinert (von der Dateigröße her)?
Außerdem sind alle vier Bilder zu stark geschärft und zeigen an schrägen Verlaufslinien schon deutliche Treppeneffekte. Entweder ist die Überschärfung durch die extreme Verkleinerung entstanden oder durch den Einsatz von zu aggressiven Parametern bei der Bildschärfung (eventuell schon in der Kamera).

Beim ersten Bild ist auch die Beleuchtung bzw. die Nachbearbeitung in der EBV ein wenig verbesserungswürdig, da sich der wahrscheinlich gewünschte Effekt des "Glühens" rund um die Dose nicht gleichmäßig verteilt. Der "Ghosteffekt" bei der Schrifft ist eine nette Idee. Insgesamt würde ich noch ein wenig an der Bildkomposition bzw. am Bildschnitt arbeiten, nach dem Motto: Was will ich den Betrachter vermitteln?

Beim zweiten Bild zerstören die oben erwähnten JPG-Kompressionsartefakte jeden Effekt - leider. Aber die Beleuchtung finde ich hier schon deutlich besser, homogener.

Auch beim dritten Bild ist die Beleuchtung deutlich besser, als beim ersten, aber auch hier sticht in erster Linie die Überschärfung und die Artefakte heraus. Gut gefällt mir das fehlen jedlichen Schlagschattens durch die Beleuchtung. Gut gemacht.

Beim letzten Bild stört ganz deutlich die Folie, auch hätte ich den Bildschnitt anders gewählt. Vielleicht mit der Fernbedienung/Halterung in der Diagonale?

Sers
Alpenländer

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Re: First Try - Produktfotografie
19.11.2007, 12:54:52
Nur als Ergänzung zu dem, was Alpenländer schon sagte:

Stelle die Kamera weiter vom Objekt aus, lange Brennweite ist günstiger als kurze - es sei denn, du willst spezielle Effekte erzielen. Tust du das nicht, werden die Produkte immer verzerren, das erbigt manchmal deutlich sichtbaren Mist, manchmal nur Produkte, die "irgendwie komisch" aussehen.

Blende etwa 5,6 bis 11 (je nach Sensor-Chip und Brennweite. Scharfstellen am Ende des ersten Drittels (des Produktes) von vorne gesehen. Exaktes Scharfstellen ist angesagt: bei Produktaufnahmen zählt die Schärfe der bildwichtigen Teile immens!

Stelle das Produkt weit vor den Hintergrund, kleb es niemals so dran, wie bei den Coladosen zu sehen. Senkrechte Schlagschatten an der Wand (Hintergrund) zeugen von Anfängerhänden, egal, ob es sich um Blitzschatten oder Lampenschatten handelt. Außerdem kannst Du so die sichtbaren Hintergrundunebenheiten in sanfter Unschärfe hinter den Produkt verschwimmen lassen.

Stelle ein Produkt - je nach Weiterverwendung - vor einen dunklen Kintergrund oder einen hellen, ABER pass dann bitte bei der Beleuchtung auf:

Vor hellem Hintergrund bringen Spitzlichter von hinten nichts, sie grenzen das Produkt niemals vom Hintergrund ab!

Vor dunklem Hintergrund brauchst Du Streiflichter von stark hinter/seitlich dem Objekt zur Abgrenzung vom Hintergrund, ABER bitte immer nur von einer Seite! Alles andere sieht *PIEP* aus.

Die Alternative zu Streiflichtern ist es, einen Spot auf den dunklen Hintergrund zu richten und das Produkt davor zu setzen. Auch Kombinnationen (eine Seite Hintergrund beleuchtet, eine andere mit Streiflich versehen) kann nett wirken.

Dunkle Objekte (LG Handy) dürfen ebensowenig absaufen wie helle ausreissen! Das Produkt ist der Star, nicht der Hintergrund. Auflichtmessung wäre in solchen Fällen kein Fehler. Ansonsten solltest Du mit der Kamera (spotlike) auf das Produkt, niemals aber auf das gesamte Bild (mittenbetont oder nicht) messen. Einen Hintergrund kannst allemal später noch einziehen, ein Produkt niemals.

Verkleinere JPEGs NIEMALS mit Irfanview. Dieses Tool hat viele Stärken und EINE massive Schwäche: das Verkleinern von JPEGs. Das können Photoshop & Co. weit besser. Beim ersten Probieren ist das aber alles noch recht egal...
  
Euer CWsoft
+43 676 587 8890
(persönlich zu finden in Perchtoldsdorf bei i-design)
19.11.2007, 12:59 Uhr - Editiert von CWsoft, alte Version: hier
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