Fehlerkorrektur bei kleinen Objektiven - ein Interview
Geizhals » Forum » Foto & Video » Fehlerkorrektur bei kleinen Objektiven - ein Interview (23 Beiträge, 324 Mal gelesen) Top-100 | Fresh-100
Du bist nicht angemeldet. [ Login/Registrieren ]
Fehlerkorrektur bei kleinen Objektiven - ein Interview
17.06.2009, 08:40:59
Aus einem Interview, das Richard Butler vor kurzem mit Akira Watanabe von Olympus geführt hat, zum Thema Olympus E-P1:


Watanabe explained the extent to which the company has gone to minimize size, including automatic correction of distortion: "We are doing distortion corrections. Panasonic is doing this and likewise we're doing the same to allow us to make the lens smaller." Optical quality is still fundamental to the system, though he said: "When it comes to picture quality - it's not about the sensor - it's the optical performance of the lenses that is most important to us. We are serious about improving noise - with this model we brought in a new image processing engine that allows us to extend the sensitivity range to ISO 6400." And this isn't the only change it has brought: "The new engine is improved in terms of jaggy and false-color reduction, so we have been able to use a lighter anti-aliasing filter.


und ein Kommentar dazu:

Die Korrektur der Verzeichnung in der Kamera sagt aus wie nah man an der Robustheit der Sensoren bzgl. Telezentrie arbeitet. Man baut nahezu telezentrisch und verzichtet weitestgehend auf optische Korrektur die bei nahezu telezentrisch eben aufwendig ist und das Objektiv wachsen läßt.

Wer mit FT arbeitet wird va. im UWW- und WW-Bereich näher am Original arbeiten als mit Korrektur per Software, denn optische Korrektur wenn so aufwendig betrieben wie beim 7-14 oder 14-35 kann durch nichts ersetzt werden.

FT bleibt des Feinschmeckers Liebling. mFT wird des Liebhabers für etwas sehr Feines Kompaktes Liebling. Wer einfach nur fotografieren möchte wird zu dem greifen was besser in der Hand liegt und oder gefällt. FT bleibt und wächst und mFT wächst mit.


So, die Zeit der Mutmaßungen ist vorbei. ;) (Ein paar werden gerade noch wissen, wovon ich spreche.)
  
Euer CWsoft
persönlich erreichbar unter +43 676 587 8890
Antworten PM Übersicht Chronologisch
 
Melden nicht möglich
.
Re: Fehlerkorrektur bei kleinen Objektiven - ein Interview
17.06.2009, 09:30:00
habe ich auch gelesen.

Natürlich gibt es keine "Wunder", sprich winzig kleine, preisgünstige Objektive mit weitgehender Korrektur aller Abbildungsfehler. Und das extrem geringe Auflagemaß von 20mm bei mFT macht die noch etwas schwieriger.

Korrekturen, welche die engine in der Kamera auf die jpgs anwendet, die hinten herauspurzeln, "gehen ohnehin in Ordnung". Wer fertige jpgs will, nimmt eben das, was rauskommt und parametrisiert allenfalls an der Kamera, was sich leicht ändern lässt (z.B. Art Filter).

Anders sehe ich das aber bei den RAWs. Da gefällt mir die Lösung, dass ein RAW eben soweit wie möglich (!) auch "roh" ist und dann in der Software entsprechende Korrekturtools, die auch "standardmässig" bzw. "automatisch" anwendbar sind - und sofern der user will, auch in der Stärke dosierbar sind - am besten. Von Verzerrung bis Vignettierung bis Entrauschung etc. etc.

In diesem Fall ist auch ein Vergleich der Objektive selbst möglich. Bei Panasonic und jetzt auch bei Olympus mFT kann man aber seriöserweise eigentlich nur noch den jpg-Output vergleichen, die Objektive "für sich alleine" aber nicht mehr. Sprich, reine "Objektivtests" a la photozone oder dpreview werden dadurch praktisch unmöglich. Man kann nur noch das Gesamtpackage bestehend aus "Body X plus Objektiv Y" betrachten - und das ändert sich mit jedem neuen Firmware-Update.

Wenn die mFT EVILS um den Preis heutiger Einsteiger-DSLRs, Bridgecams bzw. gehobener Kompaktkameras verfügbar sind - also 299,- bis 399,- ist das weniger Thema, weil dann das Gros der Kunden "Kompaktknipser" sein werden, die mit RAW unter Garantie nicht einmal anstreifen wollen. Die wollen den Auslöser drücken ... "und die Kamera macht den Rest" ... hinten soll ein gefällig scharfes, vernünftig belichtetes und intensiv färbiges Bild herauskommen. Für die geht jede in-camera-Korrektur in Ordnung.

Solange die Teile aber um die 1000 Euro kosten, werden sie eben genau nicht von der "Mitzitant" gekauft ("weil viel zu teuer"!), sondern primär von uns "Enthusiasten", die eine  "kleine Zweitkamera" als "immerdabei" haben möchten, ohne aber große Abstriche an der "gewohnten DSLR-Bildqualität" und -funktionalität machen zu wollen. Leute wie wir sehen nicht ein, warum wir bei einem kleineren Kameragehäuse einen Teil der vollen und uneingeschränkten Kontrolle über das endgültige Bild aufgeben sollen, nur weil der Hersteller schon die RAWs "schönrechnen" will. Und noch weniger wollen "wir", dass diese schöngerechneten Ergebnisse eines Herstellers mit "ungeschönten, ehrlich/optischen" Daten der Objektive anderer Hersteller "verglichen" werden. m.E. kam daher das Unbehagen bei der letzten Diskussion zu dem Thema. Ich lasse mich aber gerne korrigieren, wenn es der Alpenländer anders sieht.

Der Markt ist absolut REIF für die kompakten EVILs. Ich selbst gehe davon aus, dass >50% aller weltweit vorhandenen "Mittel- und Oberklasse" DSLR-Besitzer sich eine "Kompakte" kaufen würden und auch werden - wenn sie "gut" genug ist. Preis bis ca. 999,- inkl. Optik ist m.E. da nicht das Riesen-Thema.

Und die meisten dieser potentiellen Käufer (=inkl. fast alle der foto freaks hier im gh-forum) werden am liebsten den gewohnten workflow auch mit einer "Kleinen" beibehalten wollen. Wer derzeit (vorwiegend) RAW schiesst und mit sagen wir Lightroom konvertiert und mit PS weiterbearbeitet, wird auch die Pics aus einer E-P1 als RAWs durch den gleichen Konverter & workflow jagen wollen, auch wenn sie in manchen Fällen direkt die jpgs aus der Cam nehmen.

Die EVILs sind für Olympus und (m)FT mittelfristig die Rettung. Ebenso für die APS-C Sensoren und "Crop"-Objektive der anderen Hersteller. In den nächsten paar Jahren wird das DSLR-ANgebot auf FF umgestellt werden (annähernd gleich teuer wie heute), Crop-Einsteiger DSLRs und Bridgekameras werden durch ein breites Angebot an kompakteren mFT und APS-C EVILs ersetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Canon, Nikon, Sony diesen Riesen-Markt (!) den "FT-lern" kampflos überlassen wollen. :-)

Gelichzeitig werden aber im untersten Preissegment die "Winz-Sensor-Kompakten" noch geschätzte 30 Jahre lang beim Hofer, beim Conrad und im Kaufhaus-Prospekt erhältlich sein. Um 19,99,- bis 79,- Euro das Stück. Genau so, wie eben noch bis Ende der 90er Jahre Autoradios mit Kassettenteil in Neuwagen verbaut wurden (nicht nur bei Fiat, sondern auch bei BMW und Audi & Co) - weil die Teile billigst in China aus der Fabrik gepurzelt sind.  >:-D


Yesterday’s heresy is tomorrow’s truth.
17.06.2009, 09:39 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
Antworten PM Übersicht Chronologisch Zum Vorgänger
 
Melden nicht möglich
 

Dieses Forum ist eine frei zugängliche Diskussionsplattform.
Der Betreiber übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich das Recht vor, Beiträge mit rechtswidrigem oder anstößigem Inhalt zu löschen.
Datenschutzerklärung