semmerinbahn...
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Re: semmerinbahn...
RF
01.04.2002, 10:37:49
Hi!

Wie gefällt Dir das zB.?

Der Erbauer
Carl Ritter von Ghega


geboren am 10. 1.1802 in Venedig als Sohn eines österreichischen Marinebeamten

1819: Doktor der Mathematik,

31.1.1844: Abschluß der Planungsarbeiten für die Semmering-Bahn

1848 bis 1854 Oberaufsicht beim Bau der Semmering-Bahn

1851 Erhebung in den Ritterstand

14.03.1860 Tod (Lungenschwindsucht) in Wien

Geschichte der Semmeringbahn
Am 5.5.1842 wurde die Eisenbahn von Wien nach Gloggnitz eröffnet. Bereits am 3.8.1842 wurde mit "Kaiserlicher Verfügung" der Weiterbau der Bahn über den Semmering verordnet. Am 3 1.1.1844 waren die Planungsarbeiten abgeschlossen, und Ghega legte das "Allgemeine Bauprojekt" den Generaldirektor der Staatseisenbahnen FRANCESCONI vor. Am 21.10.1844 wurde die Strecke Graz - Mürzzuschlag eröffnet. Aufgrund politischer Umstände und den Zweifeln an der Machbarkeit (es waren z.B. für den Bau des 1430m langen Haupttunnels keinerlei Vorbilder oder Erfahrungen vorhanden) lagen die Pläne vier Jahre lang in der Schublade, und erst die Revolution 1848 in Wien brachte den Baubeginn.

Daten über die Strecke
27.7.1848 Baubeginn

27.10.1850 größter Unfall (durch Felssturz 14 Tote)
1850 bis 1852 mehr als 750 Tote durch Cholera und Typhus
20.8. bis 16.9.1851 Semmering-Wettbewerb mit vier Dampflokomotiven (Wr. Neustadt, Vindobona, Seraing, Bavaria); jede Lok erfüllte die Forderung "auf der größten Steigung 140 Tonnen mit 11,38 km/h zu ziehen."
23. und 24.10.1853 erste Probefahrten über die gesamte Strecke
17.7.1854 erster planmäßiger Personenzug über den Semmering.
Die Strecke
41.825 m Länge
457 m Höhenunterschied zwischen Gloggnitz und Semmering
216 m Höhenunterschied zwischen Semmering und Mürzzuschlag
898 m höchster Punkt in der Tunnelmitte des Haupttunnels
16 Viadukte mit insgesamt 1.502 m Länge
15 Tunnel mit insgesamt 5.420 m Länge
Ghega lehnte die Verwendung von Eisen und Stahl grundsätzlich ab, daher die "gemauerte Bahn" aus 65 Millionen Ziegel und 80.000 Steinquadern. Am Beginn der Bauarbeiten wurden täglich ca. 5000 Arbeiter von Wien an die Baustellen und zurück transportiert. Am Höhepunkt der Bauarbeiten waren rund 20.000 Menschen beschäftigt. In den Jahren nach der Eröffnung waren "Besichtigungsfahrten" groß in Mode. So wurden z.B. zu Pfingsten 1857 55.000 Menschen an zwei Tagen von Wien nach Mürzzuschlag und zurück gebracht.

Die Elektrifizierung
Am 29.9.1956 wurde der elektrische Betrieb von Wien bis Gloggnitz aufgenommen, und unmittelbar daran anschließend mit den Elektrifizierungsarbeiten an der Semmeringstrecke begonnen. Es wurde ein Vierjahresprogramm erstellt. Dabei wurden außer den Tunnelverkleidungen auch alle anderen Kunstbauten grundlegend saniert. 1500 Fahrleitungsmaste wurden errichtet. Vom Oberbau der 42 km langen Semmeringstrecke wurden auf beiden Gleisen rund 60 km ausgewechselt. Die Höchstgeschwindigkeit mit 60 km/h auf der Nordrampe und mit 70 km/h auf der Südrampe festgelegt. Bei fünf Bahnhöfen wurden die Gleisanlagen verlängert.

Die Kosten der Elektrifizierung und die Streckenerneuerung betrugen damals rund 125 Millionen Schilling.

Am 29.5.1959 fuhr der Eröffnungszug über den Semmering. Somit war nach fast 105 Jahren der Dampfbetrieb am Semmering zu Ende.

Züge, damals und heute
Die Semmeringbahn war für einen Achsdruck von 6 t ausgelegt, heute beträgt er 22,5 t. Damals wurde mit einer Geschwindigkeit von 6 km/h gefahren, heute mit 60 km/h. Die Bavaria als stärkste Lok des Wettbewerbes von 1851 zog 132 t, die stärkste Dampflok (BR 659 oder Württembergische K) zog 500 t, die heutigen Elektrolokomotiven 1042 und 1044 befördern 500/600 t jedoch mit einer weit höheren Geschwindigkeit), und die damals stärkste Diesellok der Welt (Krauss-Maffei M 4000) zog 1961 bei einer Probefahrt 972 Tonnen alleine über den Berg.

Am Beginn durfte ein Zug nur maximal 140 Tonnen haben und es standen 26 "Berglokomotiven" zur Verfügung. Heute fahren fast alle Güterzüge mit 1000 t und sind mit zwei E-Loks bespannt. Derzeit werden rund 180 Zugfahrten in 24 Stunden am Semmering gezählt.

Fahrzeiten: 1860 - 2h 4min, 1938 - 1 Stunde, 1990 - 42 min; Personen- und Güterzüge haben heute fast gleiche Fahrzeiten.



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Re(2): semmerinbahn...
RF
01.04.2002, 10:38:58

Betriebsabwicklung
Seit 1. 10. 1977 gibt es die letzte grundlegende Neuerung: Seit diesem Tag wird die gesamte Strecke zwischen den Bahnhöfen Payerbach-Reichenau und Mürzzuschlag vom Bahnhof Semmering aus ferngesteuert. Zwei Fahrdienstleiter wechseln sich bei einem jeweils 12 stündlichen Dienst ab.

Abschließend kann gesagt werden, daß die Semmeringbahn deren Errichtung vor über 150 Jahren (3.8.1842) durch "Kaiserliche Verfügung verordnet" wurde, auch heute den Anforderungen entspricht. Es wurde nur ein Bauwerk gänzlich neu errichtet, - der zweite Semmering Tunnel. Durch die enorme Belastung der Strecke ist es aber notwendig geworden, ständig Reparatur- und Erhaltungsarbeiten durchzuführen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo gearbeitet wird.

Größere Renovierungsarbeiten werden wieder unumgänglich werden, u.U. auch der Bau eines Basistunnels.

Man sollte aber jedenfalls die Strecke erhalten und den Regionalverkehr "über den Berg" führen, sowie mit Nostalgiezügen die Semmeringbahn wieder zu einer Attraktion für den Semmering und seine Umgebung werden lassen.

Nach dem zweiten Weltkrieg
Während der ersten Jahrzehnte wurde an den Bauten und an der Strecke nicht viel verändert und instandgesetzt. Die Belastung der Strecke wurde aber immer größer; so fuhren z.B. in den Kriegsjahren Kohlenzüge mit drei Lokomotiven

und 900t über den Berg. Zur Zeit des Jugoslawienfeldzuges wurden täglich mehr als 75.000 Tonnen Fracht über den Semmering befördert. Darunter litt jedoch die Strecke extrem und eines der größten Probleme war der Semmering-Haupttunnel mit einer Länge von 1430 Metern. Bereits um dieJahrhundertwende wurde der Tunnel zwischen den Zügen mit Toren verschlossen und es wurde versucht, ihn mit Gasbrennern zu beheizen. Es kam durch ungünstige

geologische Verhältnisse zu Wassereinbrüclien und im Winter 1946/47 wurden 440 Waggonladungen Eis aus dem Tunnel entfernt. Daher wurde ein Neubau eines Tunnels neben dem alten Semmering-Tunnel beschlossen. Zu dem Zeitpunkt waren ca. 28% der Tunnelausmauerung absturzgefährdet, 67% dringend erneuerungsbedürftig und nur 5% noch in Ordnung.

Der Spatenstich erfolgte am 8.9.1949.

Der neue Tunnel führt in bis zu 100 in Entfernung am alten Tunnel vorbei und mündet erst unmittelbar bei den Tunneleingängen wieder zusammen. Dies deshalb, da der alte Tunnel durch die Bauarbeiten und Erschütterungen nicht gefährdet werden durfte. Der neue Tunnel ist 151,1 m lang.

Noch eine Gegenüberstellung
Ghega benötigte für seinen Tunnel ohne Maschinen 4000 Menschen und 4,000.000 Tagwerke; am neuen Tunnel arbeiteten 600 Arbeiter mit 282.000 Tagwerken.

Die Eröffnung den neuen Tunnels erfolgte am 1. März 1952.

Besondere Ereignisse
In der Chronik des Gendarmeriepostens Semmering sind zwei Zugzusammenstöße vermerkt: Am 9.8.1967 fuhr eine vom Semmering Richtung Gloggnitz fahrende E-Lok gegen einen Kleinwagen (Draisine) eines Arbeitszuges. Einige Arbeiter konnten rechtzeitig abspringen, der Kleinwagenführer und ein Arbeiter wurden schwer verletzt, der Arbeiter verstarb im Krankenhaus. Am 28.7.1976 stieß eine Hilfslok gegen einen liegengebliebenen Schnellzug. Es wurden 8 Reisende verletzt und es entstand schwerer Sachschaden.

In beiden Fällen lag das Verschulden beim Fahrdienstleiter.

Von größeren "Eisenbahnkatastrophen" blieb die Semmeringbahn jedoch bis zum heutigen Tage verschont.


MFG

RomanF

PS: gefunden bei google.de, mit den stichworten semmering bahn ;-)

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