neuer Notebiook Akku lädt nicht
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Re: neuer Notebiook Akku lädt nicht
03.02.2010, 18:26:52
Gibt es eine Site, die Steckerbelegung von Akkus angibt? (Google hat meine
Stichworte mit Werbung belohnt - ich will aber den neu gekauften Akku zuerst
überprüfen. Messgerät und knoff hoff ist voranden)


Kaum - schon alleine angesichts der Vielfalt.
Wenn, dann nur, weil jemand zufällig einen baugleichen zerlegt hat.
Sollte aber nicht notwendig sein: Im einfachsten Fall, muß ein Akku zumindest 3 Anschlüsse haben:

*) GND + Plus, die durchaus mehrfach belegt sein können (sind doch Ströme bis zu 6A)

*) Temp-Sensor ... einfacher PTC oder NTC, der irgendwo per Heißkleber an einer Zelle pickt.

*) je nachdem Zwischenspannungen (falls der Hersteller so dämlich ist, und diese durch Anzapfen eines Teils der Zellen erzeugt, statt über DC-Wandler)

Sowas wie ein Balancer (wie im Modellbau üblich) wird meines Wissens auch kaum eingesetzt (wurde vor einem Jahr von AFAIR Sony einmal als tolle Neuigkeit angekündigt und auf breiter Basis ignoriert, obwohl es der Schlüssel zu gleichmässiger Alterung der Zellen etc ist - speziell bei den beliebten 6-Zellen-Akkus = "3s2p" = also je 2 parallel, die sich dan sauber gegenseitig ruinieren, wenn schlecht selektiert.....)

Von der Basis-Spannung (11.x - 24V je nach Modell/Hersteller) kann man sich ausrechnen, wieviele Zellen es sind (zw. 3-7 (x2))

*) einzelne Hersteller haben etwas Elektronik im Akku selbst - was die alles tut ist schwer zu sagen. Bei Apple ist da die 5-LED-Ladeanzeige (per Taster) drauf, Leistungselektronik hab ich aber keine gesehen (eben Balancer). Offenbar werden da auch die Zyklen mitgeloggt.
1-2 Leitungen für eine I2C-Verbindung o.ä. halte ich für wahrscheinlich.

*) ob der Ladestrom durch die Plus-Leitung oder aber ein eigenes Pin geht, vermag ich nicht zu sagen - sollte sich aber durch Messung zur Ladebuchse herausfinden lassen, aber wahrscheinlich nur während des Ladebetriebs (Litzen reinpfriemeln?), weil die geräteseitige Elektronik ja die Ladekurve steuern muß (abhängig von Temperatur und gemessenem Ladezustand).


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Re(2): neuer Notebook Akku lädt nicht - Meswssbericht Teil 3
13.02.2010, 17:27:19
Hi all
Nach langer gründlicher Suche: Es gibt keinen Originalakku mehr, nur mehr Nachbauten. Habe mir zum Erfahrung sammeln eine defekten Akku vom Mistplatz geholt. Mechanisch anderer Aufbau aber zufälligerweise sind ebenfalls jeweils 2 Akkus parallel 4 davon in Reihe. Weiters ein Temperaturfühler und ebenfalls 7 poligen Stecker. Nach jeder Zelle wird die Spannung abgegriffen. Da für eine Balancer kein Platz ist wird vermutlich nur überwacht, dass die Ladeschlussspannung nicht überschritten wird. LiIo sind da ja recht heikel und, siehe die letzten Sommer explodierenden Laptops, "Brandgefährlich". mindestens ein Stromfühler überwacht, wieviel rein und/oder rausgeht. Unklar ist mir noch, wie die Ladeschaltung davon überzeugt wird, keinen Strom mehr zu liefern. Beim messen auffällig ist, dass die Spannung aller vier Zellen sehr ähnlich sind. Sowohl beim Laden als auch beim Belasten haben alle vier Akkus gleiche Spannung. Das weicht von den bisherigen Erfahrungen mit Nickelzellen erheblich ab.
Bin daraufhin in auch das Gehäuse meines Akkus "eingebrochen" anderer mechanischer Aufbau aber gleiches Prinzip. Jede Parallelschaltung getrennt abgegriffen, Stromfühler, ...
Leider macht mir die Zeit eine Strich durch die Rechnung. Bei nächste Gelegenheit werde ich die Einzelzellen meines Akkus belasten und so versuchen, die schlechte herauszufinden.
Bericht folgt..... es sei denn, jemand protestiert ;-)
Gruß und *zirp*
GriLLe
--
Für den einen ist's Internet für den anderen die längste Leitung der Welt.

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Abschlussbericht: neuer Notebiook Akku lädt nicht
01.05.2010, 23:56:13
Hi all

Nach einigen Messübungen, Schlussfolgerungen, weiteren Messungen mit Entladewiderständen und Ladeelektroniken, zerlegen diverser Akkus,..... Möchte ich Euch die jeweiligen genauen Messergebnisse ersparen, aber die Schlussfolgerungen nicht vorenthalten:

Frage 1, Steckerbelegung: Die Steckerbelegung dürfte quer über einige Firmen und Modellreihen relativ einheitlich so gelöst sein, dass jeweils zwei ganz außen liegende Kontakte die Masse führen und zwei an anderen Ende liegenden Kontakten die Akkuspannung führen. Dazwischen sind Kontakte für die Kommunikation zwischen Akku und dem Betriebssystem. Mir kommt vor, dass die Minuskontakte meistens über längere Schlitze geführt sind.
Zum kontaktieren kann man relativ gut die Klingenreste eines Stanley Messers verwenden.

Frage 2, weitere Erfahrungen (und die Schlussfolgerungen):

Es sind Schutzthermoelemente verbaut, die bei Überhitzung den Stromkreis unterbrechen.

Die Akkupakete haben eine Elektronik, die eine zuverässige Messung des Voll- und Leerzustandes durch die Zellenspannung macht. Diese Elektronik steuert zwei FETs, die die Zellen von der Ladung oder Entladung trennen, soblad Gefahr droht. So wird die Überladung (wir kennen die Bilder von expldierenden Akkus) und die Tiefentladung (stark Kapazitätsveringernd) zuverlässig verhindert. Dabei wird jede Zelle für sich überwacht, nicht nur das ganze Paket. Jetzt verstehe ich warum der Tesla Roadster mit Laptop Batterien läuft. Das ist eine für ein solches Pilotprojekt ohne Zusatzentwichklung zu verwendende einigermaßen sichere und nicht zu teure Enegiequelle.

Es gibt zwei Methoden die Schutz-FETs wieder zum leiten zu bringen:
Methode 1: Einmal muss eine Entladung nach außen stattfinden, bevor wieder eine Ladung zugelassen wird - bzw. eine Ladung, bevor wieder eine Entladung zugelassen wird. Diese Methode birgt die Gefahr, dass ein Akku voll geladen entnommen wird, länger liegenbleibt und durch Selbstentladung leer wird. Ist der Akku leer, kann keine Entladung eingeleitet werden, um ihn wieder aufladen zu können. So ist eine Tiefentladung möglich, die nie wieder aufgeladen werden kann.
Methode 2: Bei der andern Methode reicht ein trennen und neuerlich anschließen der Versorgung, um Ladung zuzulassen, bzw. kann sofort wieder Strom entnommen werden, wenn die Leerlaufspannung genügend ansteigt. Mit dieser Methode ist es möglich, den Akku durch mehrfaches einschalten tiefzuenladen, wegen der Schutzschaltung jedoch kaum zu überladen.

Davon unabhängig wird die Akkuladung im Akkupack mitgeschrieben. Dabei wird von den hiniein- und herausfließenden Strömen ausgegangen - um eine Erkennung von defekten Zellen zu erleichtern. Die Werte dieser Messung werden vom Betriebssystem übernommen, angezeigt und ausgewertet.

Im letzten Punkt lag ein Teil des Problems. Denn Windows hat die Funktionalität, bei bestimmten (Ent-)ladezuständen abzuschalten. Wenn man den Akku die ganze Zeit nicht entlädt, sondern dauernd im Gerät belässt, das am Stromnetz hängt, stellt die Elektronik fest "da rinnt kein Strom rein, der Akku ist nicht mehr aufladbar" und meldet z.B. 15% auch wenn der Akku zu 100% voll ist. Beim entladen schaltet Win ab, wenn die Ladelektronik vermeint, es seien nur noch z.B. 3% im Akku - trotzdem noch viel mehr Ladung vorhanden ist. So kann der Akku wieder nur bruchstückhaft aufgeladen werden - ein Kreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Die Lösungsmöglichkeit (wenn man keine externe Messelektronik anschließen kann): am einfachsten die Win-Endabschaltung abschalten (irgendwo in den Eigenschaften - Energieverwaltung) und drei bis fünf mal den Akku bis zum selbstabschalten der Akkuinternen Elektronik leerfahren. Wenn das Ende naht, nichts mehr arbeiten, damit keine Dateien verloren gehen. I did it und es funktioniert. Ich habe jetzt wieder reale Werte.

In Zukunft den Akku nach der Vollentladung entnehmen. Wenn benötigt, dann einigermaßen leerfahren und möglichst bald wieder laden.
Vermutlich war auch der alte Akku nicht defekt, sondern nur nicht benutzt.
Gruß und *zirp*
GriLLe
--
SEAT steht für Sicherheit. Auf jedem Flugzeugsitz steht "LIFE VEST UNDER YOUR SEAT"
Edit(h): Formatierung

01.05.2010, 23:59 Uhr - Editiert von GriLLe, alte Version: hier
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Re: Abschlussbericht: neuer Notebiook Akku lädt nicht
02.05.2010, 03:36:21
  Methode 1: Einmal muss eine Entladung nach außen stattfinden, bevor
wieder eine Ladung zugelassen wird - bzw. eine Ladung, bevor wieder eine
Entladung zugelassen wird. Diese Methode birgt die Gefahr, dass ein Akku voll
geladen entnommen wird, länger liegenbleibt und durch Selbstentladung leer
wird. Ist der Akku leer, kann keine Entladung eingeleitet werden, um ihn
wieder aufladen zu können. So ist eine Tiefentladung möglich, die nie wieder
aufgeladen werden kann.


da ein lithium-akku ohnehin ab einem ladezustand unterhalb von 40% auskristallisiert und dieser vorgang bei nahezu vollständiger entladung vollendet ist, ist der akku ohnehin im eimer .. unabhängig davon ob sich das von wegen dieser schutzschaltungen tatsächlich so verhält, wie du es sagst, oder nicht!

einen lithium-akku entnimmt man bei zirka 60 bis 80% ladezustand .. und lädt ihn - wenn man ihn garnicht braucht - alle halbe jahr wieder auf diesen wert auf...
das ist am empfehlenswertesten - auch nach elektrochemie-fachliteratur!

lg


                                                                                          
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Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
aber sie haben keinerlei Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun!
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Re(4): Abschlussbericht: neuer Notebiook Akku lädt nicht
03.05.2010, 20:32:01
Hi
Was Laptop Akkus angeht, nehme ich an, dass die Hersteller eine sehr ähnliche herangehensweise gewählt haben. Sie erscheint mir durch zwei voneinander unabhängig arbeitende Systeme relativ sicher. Untersucht wurden:
ein Lenovo Akku P/N 93P5030
ein HP-Akku SPS:452195-001 Fertigungsdatum 2008/08/26
ein IBM Thinkpad Akku hier ist das Pinning anders - nicht näher angesehen
P/N 92P1011
der Nachbauakku meines Lappis
ein Akku eines Uralt Laptops  BJ 2001 von Gericom - Ein Hofer-PC der trotz aller Unkenrufe zum Erstaunen des pt. Publikums noch arbeitet. Typenbezeichnung des Akkus: UN341 C2-S1
Ein Rückschluss auf andere Fabrikate als Ausgangsbasis zum herausfinden des Pinnings dürfte zulässig sein, allerdings kann ich für nichts garantieren.
Mir ist gerade aufgefdallen, dass einige Akkus mit 2 Kontakten für die Kommunikation auskommen, einige aber drei Kontakte zur Verfügung stellen.

Andere Anwendungen? Wenn du z.B. Telefonakkus meinst, dann kann ich Dir versichern, dass die Ladeschutzelektronik im Telefon ist, nicht im Akku. Hier ist im Akku nur ein Temperaturfühler, der aber nicht abschaltet sondern messtechnisch überwacht wird. Damit wird auch verhindert, dass das Telefon, das im Winter im Auto liegenblieb (also ungesunde Minusgrade hat) aufgeladen wird.

Gruß und *zirp*
GriLLe
--
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