Erste Portraitversuche
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Re: Erste Portraitversuche
06.04.2010, 22:54:42
mein Rat: lass Bild #1 in Farbe und es passt fürs Familienalbum.

und beim nächsten Mal:
* bei Portraits muss der/die Portraitierte mitspielen. Lass doch Deinen Sohn nächstes Mal zuerst von Dir ein Portrait aufnehmen. Dann erst Du ... wirst sehen, es ist viel lustiger für alle Beteiligten und die Stimmung ist dementsprechend sehr viel entspannter. :-)
Ansonsten wirklich den passenden Moment abwarten ... "auf Druck geht da gar nix". Oft geht es eh ganz einfach: warten, bis der Portraitierte etwas macht, was ihm gut gefällt! :-)

* fototechnisch:
1. für den Anfang, schau darauf, dass das Gesicht KEINE direkte Sonne bekommt. Tagsüber bei hartem Sonnenlicht: ab in den Schatten (aber nicht ins Dunkel!) mit dem Gesicht! Mit direktem Licht kann man dann später noch genug experimentieren.

2. Das Objektiv geht bis Blende 1.8 ... Av passt, aber nicht f/6.3 sondern f/2.8 ... dann  löst sich der unruhige Hintergrund viel mehr auf und das Gesicht ist noch von der Nase bis zu den Ohren scharf .. .wenn Du auf die Augen fokussierst und das 35mm Objektiv nimmst. Und bei soviel Licht: ISO bitte auf 100

3. Trotzdem extrem auf den Hintergrund achten ... je weniger, desto besser. Dem Portraitierten darf jedenfalls nichts "aus dem Kopf wachsen". Ist wirklich wichtig. :-)

4. Positionierung: entweder wirklich voll mittig oder deutlich aus der Mitte gerückt. Links/oben im Bild funktioniert sehtechnisch beim Betrachter besser als rechts/unten.

Übung machts ... und wenn Du Portraits siehst, die Dir gefallen, schau sie bewusst an und überleg Dir ganz bewusst durch, was der Fotograf alles gemacht hat.

Und jetzt: weiter dran bleiben und üben, üben, üben.



I'm sorry to hear that the truth insults you! :-)
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Re(2): Erste Portraitversuche
08.04.2010, 18:20:25
Hallo!

So - jetzt hatte ich Zeit, die Punkte mal alle genauer durchzugehen :)

lass Bild #1 in Farbe und es passt fürs Familienalbum.


Wie der Post-Titel schon mitteilen wollte, waren ja bloß Versuche.
Ich lösch die meisten Fotos ohnehin wieder, bis ich eben mal ein Level erreicht hab, wo es sich lohnt, manche zu konservieren :)

1. für den Anfang, schau darauf, dass das Gesicht KEINE direkte Sonne bekommt. Tagsüber bei hartem Sonnenlicht: ab in den Schatten (aber nicht ins Dunkel!) mit dem Gesicht! Mit direktem Licht kann man dann später noch genug
experimentieren.


Verstanden! Ich hab bewusst versucht, das Gesicht in einen Halbschatten zu bringen - mir gefiel diese Vorstellung, dass dadurch das Gesicht mehr .... "Leben" bekommt.
Aber war wohl nur so ein Wunschgedanke :)

2. Das Objektiv geht bis Blende 1.8 ... Av passt, aber nicht f/6.3 sondern f/2.8 ... dann  löst sich der unruhige Hintergrund viel mehr auf und das Gesicht ist noch von der Nase bis zu den Ohren scharf .. .wenn Du auf die
Augen fokussierst und das 35mm Objektiv nimmst. Und bei soviel Licht: ISO
bitte auf 100


Alles klar! Mit völlig offener Blende hatte ich Angst, dass ich die Nasenspitze nicht mehr scharf bekomme, oder die Ohren. Eine Abblendtaste hat meine Kamera leider nicht, aber bei dem kleinen Sucher wäre das eh sinnlos.
Ich hab nach den Aufnahmen immer am Display versucht, zu erkennen, ob ich mit der Blende zu weit gegangen bin. War aber nicht einfach.
Die Kamera bzw. der Sensor ist auf ISO 200 abgestimmt, d.h. ich kann gar nicht kleiner stellen.

3. Trotzdem extrem auf den Hintergrund achten ... je weniger, desto besser.
Dem Portraitierten darf jedenfalls nichts "aus dem Kopf wachsen". Ist wirklich
wichtig.


Jaaaa - ist wirklich witzig, was man alles NICHT sieht, wenn man durch den Sucher schaut :)

4. Positionierung: entweder wirklich voll mittig oder deutlich aus der Mitte gerückt. Links/oben im Bild funktioniert sehtechnisch beim Betrachter besser als rechts/unten.


Witzig - ich hätte eher das Gegenteil vermutet.  Also, dass rechts positioniert angenehmer zu betrachten wäre. Quasi mehr Feng-Shui-mässig, oder so ^^

Und jetzt: weiter dran bleiben und üben, üben, üben


Klar, macht ja auch Spaß!
Ich mach ja aus der Sache kein bierernstes Thema :)

Danke nochmals für deine Zusammenfassung!

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Re: Erste Portraitversuche
07.04.2010, 09:45:24
Alles Wesentliche wurde ohnehin schon gesagt. Zwei Ergänzungen noch:

Wenn du Kritik möchtest, an der du wachsen kannst, dann hüte dich vor Antworten wie "Das wollte ich aber genau so haben." o.ä. Solche Antworten passen eventuell für subhektive Meinungsdifferenzen, keinesfalls aber für objektiv sichtbare Bildfehler. Ja, es gibt auch sachliche & formale Kriterien, nach denen ein Bild beurteilt werden kann. ;)

Mittig oder nicht mittig: iraki hat es schon fast auf den Punkt gebracht: "Ganz oder gar nicht." Ich möchte diese Aussage mit einer für dich nachvollziehbaren Regel versehen, die da "Goldener Schnitt" (siehe Wikipedia) heißt, und dien ich zwecks leichterer Anwendung auf die "Drittel-Regel" (mathematisch nicht ganz korrekt ;))runterbreche:

Teile dein Sucherbild horizontal mit jeweils zwei Linien in annhähernd gleiche Teile: Jetzt hast du einen Raster mit neun Feldern. Und nun achte auf die Schnittpunkte, die die Linien ergeben. Genau dort, an diesen Schnittzpunkten, setzt du den bildwirksamsten Teil deines Motivs. Dann liegst dieser Bildteil dort, wo er von menschlichen Augen angenehm und wichtig empfunden wird. Verständlich?

Zum Hintergrund noch eine Bemerkung: Hintergrund kann eine Bild beleben, darf es aber niemals stören. Hintergrund darf sich nicht in erkennbare Details verlieren. Hintergrund sollte aber - und das ist bei deinen Fotos nicht der Fall - zur Bestimmung des Motivs beitragen. Stahlkocher vor Hochofen, Gourmet vor einem Herd etc.

Was aber niemals passieren darf: Zweige, die aus den Ohren wachsen oder Personen(teile) im Hintergrund, die die Silhouette des Motivs verändern, wie im zweiten Bild.

Über Lichtführung wurde schon viel gesagt, das kannst du erlernen. Zuerst aber schärfe deinen Blick! Und auch ich würde zu Beginn mal mit Farbe beginnen.... ;)

Viel Spaß noch!
  
Euer CWsoft
persönlich erreichbar unter +43 676 587 8890
Galerien auf http://weinzettl.info
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Re(2): Erste Portraitversuche
07.04.2010, 22:57:26
Zunächst - vielen Dank für deine Ausführungen!

Ja, es gibt auch sachliche & formale Kriterien, nach denen ein Bild beurteilt werden kann


Ja selbstverständlich, ansonsten würde ich hier ja gar nicht um Kritik ersuchen :)

Teile dein Sucherbild horizontal mit jeweils zwei Linien in annhähernd gleiche
Teile: Jetzt hast du einen Raster mit neun Feldern. Und nun achte auf die
Schnittpunkte, die die Linien ergeben. Genau dort, an diesen Schnittzpunkten,
setzt du den bildwirksamsten Teil deines Motivs. Dann liegst dieser Bildteil
dort, wo er von menschlichen Augen angenehm und wichtig empfunden wird.
Verständlich?


Ich kenne die Grundsätze des "Goldenen Schnittes".
Ich hab diese aber erst jetzt als passenden Grundsatz für die Portrait-Fotografie verinnerlicht - danke dafür :)

Zum Hintergrund noch eine Bemerkung: Hintergrund kann eine Bild beleben, darf es aber niemals stören. Hintergrund darf sich nicht in erkennbare Details verlieren. Hintergrund sollte aber - und das ist bei deinen Fotos nicht der
Fall - zur Bestimmung des Motivs beitragen. Stahlkocher vor Hochofen, Gourmet
vor einem Herd etc.


Ich verstehe wohl, was du meinst. Aber gerade hier möchte ich mich ganz entspannt von Berufsfotografen unterscheiden und einfach Situationen festhalten, die keinerlei treffenden Zusammenhang haben (außer für mich, weil ich dabei war) :)
Daher interessiert mich auch die Portrait-Fotografie in Studio-Umgebungen so gar nicht.

Was aber niemals passieren darf: Zweige, die aus den Ohren wachsen oder Personen(teile) im Hintergrund, die die Silhouette des Motivs verändern, wie im zweiten Bild.


Ja - diese Augen wurden mir in diesem Thread wahrlich geöffnet :)

Zuerst aber schärfe deinen Blick!


Ja - darin liegt ja auch der Spaß dieses Hobbys :)

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