dirty rotten London Part 2 [Fotos]
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Re(9): dirty rotten London Part 2 [Fotos]
26.05.2010, 13:15:57
ich glaube es war übrigens Henri Cartier Bresson der ein sehr berühmtes Bild
(Kußszene) auch gestellt hat, weil er zu schüchtern war...

ob & wieweit HCB für "Pseudo-Street Szenen" auch mit Models geabreitet hat, weiß ich nicht. Hier meinst Du aber vermutlich Robert Doisneau ... http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Doisneau  
und insbesondere sein berühmtestes Foto:

"Baiser de l'Hôtel de Ville"
Sein berühmtestes Foto nahm er 1950 auf: Ein sich vor dem Pariser Rathaus küssendes Paar (Baiser de l'Hôtel de Ville). Die Illustrierte Life hatte damals eine Reportage unter dem Titel „Verliebte in Paris“ bestellt.

Das Foto wurde erst 1986 wieder veröffentlicht, wurde dann aber zum romantischen Bestseller. Mehrere Personen glaubten sich auf dem vermeintlichen Schnappschuss wieder zu erkennen und verklagten Doisneau auf Beteiligung an den Einnahmen. Doisneau konnte jedoch nachweisen, dass er die Fotoserie mit zwei Schauspielstudenten inszeniert hatte: Françoise Bornet und ihr damaliger Freund Jacques Carteaud hatten für das mit einer Rolleiflex gemachte Foto ein Honorar erhalten.

Am 25. April 2005 wurde das Foto mit der Archivnummer 21.039 und Doisneaus Werkstempel im Pariser Auktionshaus Artcurial für 155.000 Euro von einem anonymen Bieter aus der Schweiz ersteigert - bei einem Startpreis von 10.000 Euro und einem Schätzpreis von 15.000 bis 20.000 Euro. Das Bild war zuvor im Besitz der abgelichteten Françoise Bornet.



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Re(13): dirty rotten London Part 2 [Fotos]
31.05.2010, 15:03:40
lies die Geschichte, darin steht ganz genau wie es gelaufen ist.
http://www.ap.org/pages/about/pulitzer/rosenthal.html

und dann mussten sie nochmal die fahne setzten für das foto


so ist es 100% falsch. Joe Rosenthal hat zwar in der Tat die zweite Flaggenhissung an dem Tag fotografiert. Die Fahne wurde aber nicht "fürs Foto" nochmals aufgezogen, sondern auf Befehl der Marines-Kommandanten, die einen grösseren Fetzen (als den ersten) am Mount Suribashi wehen haben wollten, damit man es weiter sieht. Als Joe Rosenthal auf den Gipfel kam, wurde kurze Zeit später der Austausch gegen die grössere Flagge vorgenommen. Aber eben nicht "inszeniert" fürs Foto oder den Film [2 Meter neben ihm filmte auch ein ebenfalls anwesender Kameramann].

Und beide Flaggenhissungen fanden nicht im unmittelbaren Zuge heftiger Kampfhandlungen zur Eroberung des Berggipfels statt, sondern im unter "relativ" ruhigen Bedingungen am Tag nach der Einnahme des Berges.  Es waren aber am 23. Februar (= Tag 4 der US-Invasion auf Iwo Jima) noch viele der 21.000 japanischen Soldaten auf der Insel kampffähig und -willig. Die Kämpfe dauerten in Summe ja auch 31 Tage. Wie gefährlich es dort war, beweist auch der Umstand, dass 5 der insgesamt 11 bei den beiden Flaggenhissungen direkt beteiligten Soldaten in den nächsten Tagen auf Iwo Jima gefallen sind.

Das Foto "impliziert" aber natürlich beim Betrachter, dass die abgebildeten Soldaten jetzt soeben in heftigem Gefecht den Berggipfel eingenommen haben und jetzt als Allererstes ihre Flagge hissen, während ihnen links und rechts noch die Geschosse um die Helme pfeifen".

Andrerseits ist der Ruhm total verdient, weil er eben von insgesamt 3 Fotografen (Lou Lowery, Bob Campbell, Joe Rosenthal) und einem  Film-Kameramann (Bill Genaust), die entweder die erste oder die 2. Flaggenhissung aufnahmen, das mit Abstand beste Foto zusammenbrachte.

Und zwar nicht zufällig, sondern total VERDIENT!

Weil er
a) das Geschehen prä-visualisierte ... "aha, da drüben werden die Burschen den Mast mit dem Fetzen dran wieder aufstellen ... von wo krieg ich das denn am besten"?
b) für die beste Perspektive und den besten Bildaufbau [ausgehend von a)-> in der Situation sicher rein "instinktiv"!] Aufwand investierte: er ging "the extra mile" ... oder in seinem Fall 10 Meter weiter nach hinten.  Weil dort aber das Gelände abfiel und er sowieso schon klein war, schlichtete er ein paar Steine und einen japanischen Sandsack auf und stellte sich darauf, um das Geschehen so abbilden zu können, wie er es für am besten fand
c) foto-handwerklich hochkompetent war ... und die Aufnahmeparameter goldrichtig erwischt hat ... 1/400s und irgendwas zwischen f/8 und f/11
d) und dann vor allem exakt den richtigen Moment erwischt hat. Obwohl ihm zunächst Leute störend durch das Blickfeld latschten.

Lustigerweise war ihm zunächst selbst überhaupt nicht klar, was für ein "ikonografisches" Bild ihm da gelungen war. :-)



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31.05.2010, 15:04 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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