Balkonkraftwerk
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Re: Balkonkraftwerk
08.08.2026, 11:00:04
Kenne mich mit der rechtl. Situation in .at nicht aus und habe hier in D "nur" eine richtige PV, aber ich denke ich kann dich ein bisschen in eine bessere Richtung leiten.
AC-gekoppelter Akku heißt zusätzl. Verluste und macht die Einrichtung komplizierter. Würde ich nicht machen.
Wenn du tatsächlich ein Handy für die Einrichtung brauchst, ist es i.d.R. komplett egal wie dieses ins Internet kommt, sprich WLAN geht auch. Z. B. bei meinem Shelly-Zeug kann man wenn man ganz tief auf der Hersteller-Seite gräbt herausfinden, wie man über den dort integrierten WLAN-AP (deinem Handy sagen, dass es die Verbindung nutzen soll obwohl es darüber kein Internet gibt) und manuell im Browser aufgerufener IP reinkommt.
Wenn du einen SMS-Code/E-Mail-Link empfangen musst, musst du halt schauen, wie du den auf das Zielgerät bekommst bzw. ob du das dort ggf. auch manuell eingeben kannst bzw. wie du den Link in der richtigen Browser-Sitzung öffnest. Möglicherweise kann man den Account auch auf dem PC anlegen und muss in der App nur noch Benutzername und Passwort angeben. Wobei auch hier immer öfters bei jedem Login bzw. der Einrichtung der App 2FA gefordert wird, also z. B. SMS-Code oder E-Mail-Link.

Würde das so machen:
Kauf dir einen Akku mit integriertem Hybridwechselrichter. Sprich ein dickerer Kasten, wo der Akku drin ist (bzw. den man um weitere Akkumodule erweitern kann wenn nötig, damit aber max. 1 Jahr Zeit lassen, zu unterschiedl. Akkus wg. Abnutzung/Charge machen Probleme, z. B. weniger Netto-Kapazität nutzbar, weil der schwächste alles runterzieht) und du nur einerseits die PV-Module anschließen musst und noch mit dem Stromnetz verbindest.

Wenn der Akku draußen steht gibt's 2 Möglichkeiten:
- Hat Temperierung = im Winter wird einiges an Strom benötigt (ggf. aus dem Stromnetz), damit der Akku nicht so schnell kaputtgeht.
- Hat keine Temperierung = Akku geht schneller kaputt.

Deswegen ist der Akku in der Wohnung besser. Dann ist aber die Frage, wie du die Kabel von den PV-Module (was eben Gleichstrom ist und nicht haushaltsübl. Wechselstrom-Zeug) zum Wechselrichter bekommst.

Ein guter Hybrid-Wechselrichter mit Akku hat mind. eine Schuko-Steckdose, wo man durchaus auch Verbraucher mit 2-3,6kW anschließen kann. Wenn die PV-Erzeugung und der Akku nicht reichen, wird der restl. nötige Strom aus dem Stromnetz geholt.
Nachteil: Kein normaler Schuko-Stecker mag langfristig (über die Jahre) immer wieder im Jahr über viele Stunden durchgehend mit 2kW oder gar deutl. mehr belastet werden. Im dümmsten Fall fängt da was an zu brennen oder zumindest ist die Stelle nicht mehr berührungssicher -> Stromschlag-Gefahr!
Also Wasch-/Geschirrspülmaschine/etc. eher kein Problem. E-Auto laden, Heizgeräte die über Stunden durchgängig laufen eher schon. Bei Klimaanlagen musst du schauen, wie die Stromaufnahme ist. Die kann wenn sie ein paar h nicht lief am Anfang hoch sein. Wenn du aber die Klimaanlage eher durchlaufen lässt und nicht mit stundenlang offenen Fenstern quälst, konnte Schuko reichen.

Im Idealfall hast du noch einen (W)LAN-Energiemesser, der zu seinem Hybrid-Wechselrichter kompatibel ist, der die Summe der Leistung aller deiner Verbraucher messen kann, damit nie mehr Strom als gerade nötig in deine Wohnung bzw. das Stromnetz eingespeist wird (in D gibt's schon lange keine Einspeise-Vergütung für so kleine Anlagen mit vereinfachter Anmeldung). Wenn alle deine Strom-Verbraucher nur an einem Stromzähler hängen, kann man das direkt hinter dem Stromzähler installieren. Würde ich aber einen Elektriker machen lassen. Für die Strommessung gibt's so Teile die man auf alle (meist 3) Phasen einzeln auf das isolierte Kabel draufclipsen muss. Für die Stromversorgung und die Spannungsmessung um genauere kW-Werte zu bekommen, muss man aber an 230V-Leitungen schrauben und das auch korrekt absichern usw.
Deswegen brauchst du hier einen Elektriker, weil Strom und tödlich umbringen usw.

Alternative: Die wichtigen größeren Stromverbraucher mit so Schuko-WLAN-Energiemesser-Dingern ausstatten, die zum Hybrid-Wechselrichter kompatibel sind. Ist mehr Konfigurationsaufwand und erfasst viel Kleinkram nicht, auf den man auch optimieren könnte.

Hier z. B. ein Test von der Stiftung Warentest: https://www.test.de/speicher-fuer-balkonkraftwerke-test-6278221-0/
Versuche einen derartigen Test zu finden, die die Situation in deinem Land berücksichtigt.

HTH

notting

08.08.2026, 11:03 Uhr - Editiert von notting, alte Version: hier
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Re(3): Balkonkraftwerk
08.08.2026, 13:57:46
Normalerweise sollte das BMS (battery management system) den Akku zur Not mit Hilfe von Netzbezug pflegen.

Der Akku sollte so groß sein, dass du in der Übergangszeit (Frühling und Herbst) mit dem Akku gut die Tageszeit mit zu wenig PV-Ertrag überbrücken kannst.
Wobei es passieren kann, dass in dieser Zeit der Strom/Tag mit dem du den Akku sinnvoll laden könntest (also PV-Ertrag minus das was direkt über die Einspeisung im Haushalt (in D bei der vereinfachten Anmeldung begrenzt auf 800VA) bzw. über die Schuko-Buchse verbraucht wird) so gering ist, dass der Akku doch zu groß ist.
Vielleicht kannst du dir im Internet eine Abschätzung heraussuchen/berechnen lassen, wieviel kWh am Tag pro kWp bei deiner Position/Ausrichtung/Verschattung in der Übergangszeit bei dir realistisch sind. Das gleichst du bei dir ab mit in der Übergangszeit an mehreren Tagen (sowohl Arbeitstag als auch Wochenende/Feiertag) notierten Stromzähler-Werte, also z. B. bei Sonnenauf- und -untergang.

Dabei beachten:
- bei allem Strom der nicht direkt verbraucht wird, sondern durch den Akku geht, kannst du wenn die Akku-Heizung nicht an ist von grob 10% Verlusten ausgehen. In Zeiten mit aktiver Akku-Heizung entspr. mehr (siehe Handbuch?).
- hier und da könnte es Grenzen geben, durch die du einen Teil der PV-Leistung überhaupt nicht oder nur über den Akku (s.o., wobei dessen max. Ent-/Ladeleistung auch mal überschritten werden kann, siehe Handbuch) nutzen kannst.

Beispiel von meiner großen PV-Anlage bei optimalsten Verhältnissen, konkretere Werte für deinen Fall müsstest du halt bei deiner Harwdare heraussuchen:
1. Hab 12kWp auf dem Dach, aber nur 10kW Wechselrichter -> der Wechselrichter wirft gnadenlos allen Strom weg, der über seine  max. Leistung von 10kW hinausgeht, Akku hin oder her. Hintergrund ist, dass ein paar Panels mehr kaum mehr kosten und sie die wenigsten Stunden im Jahr (auch wg. Verschattung etc. und Nacht sowieso) tatsächlich soviel produzieren, dass der "Begrenzer" des Wechselrichters aktiv wird.
2. Das bedeutet auch, dass wenn ich max. PV-Erzeugung habe und z. B. wirklich nur mit 11kW ein E-Auto laden würde und gerade sonst wirklich keine Verbraucher habe, müssten 11 - 10 = 1kW aus dem Akku oder dem Stromnetz kommen.
Bzw. mein Akku kann wohl auch unter optimalsten Bedingungen für ihn (nicht zu leer und nicht zu voll) nur mit ca. 5-6kW ent-/laden (aktuell ist er sogar deutl. überdimensioniert um durch die Nacht zu kommen bzw. größerer Akku heißt tendenziell auch meht Ent-/Ladeleistung).
D.h. wenn gerade z. B. gerade mehrere Heizgeräte wie mehrere Herdplatten und der Backofen zusammen z. B. auf 9kW kommen, aber die PV gerade nichts produziert (z. B. in der Nacht), muss der Rest aus dem Stromnetz kommen, auch wenn der Akku gerade an sich noch zieml. voll ist.

notting

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