Re: gehts den Autoherstellern noch zu gut?
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.  Re: gehts den Autoherstellern noch zu gut?  (adhoc am 05.03.2009, 14:00:45)
........  Re(8): gehts den Autoherstellern noch zu gut?  (Flo am 06.03.2009, 19:24:52)
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Re: gehts den Autoherstellern noch zu gut?
05.03.2009, 14:25:19
Auch wenn die Entwicklungszyklen immer kürzer werden, sind diese noch nicht so kurz, um in dem von Dir geforderten Zeitrahmen reagieren zu können.

Abgesehen zeigt die Politik Hand in Hand mit den Medien eine wahnsinnig starke Ignoranz gegenüber der Entwicklungen der letzten Jahre:
Die Abgasvorschriften haben sich in den letzten 20 Jahren extrem entwickelt. Natürlich kommt das uns allen zu Gute, aber das Einhalten der Vorschriften ist nicht mehr allein durch innermotorische Massnahmen möglich. Angefangen hat's mit Oxidationskatalysatoren für die Ottos, momentan steckt im Diesel deutlich mehr Aufwand bzgl. Abgasnachbehandlung, Tendenz weiter steigend. Die Ottos werden in den nächsten Jahren aber wieder aufholen, wegen Aufladung und Direkteinspritzung. Trotzdem ist der Verbrauch in demselben Zeitraum sehr stark zurückgegangen. Und das, obwohl heutige Motoren einen nicht zu unterschätzenden Anteil Treibstoff nur verbrennen, um so sauber zu sein wie's der Gesetzgeber vorschreibt.
Klar kommt dann als Gegenargument, man solle doch endlich leichtere Autos bauen. Auch hier gibt's ein ganz einfaches Argument dagegen: Sicherheit. Seit sich Crashtests im Westen durchgesetzt haben, versucht jeder Hersteller möglichst gut dabei abzuschneiden, was uns wiederum allen zu gute kommt. Nachdem Werkstoffe wie hochfeste Kohlefaser ein Vermögen kosten, muss eben Stahl für die sicherheitsrelevanten Verstärkungen herhalten. Es mag schon sein, dass ein Golf 6 fast doppelt so schwer ist wie ein Golf 1, aber ich möcht' trotzdem im 6er sitzen, wenn die zwei aufeinanderprallen.
Gut, Zeit für Dein nächstes Argument: Kleinere Autos. Im Endeffekt gibt's genug kleine Autos, nur kauft sie keiner. Warum? Herr und Frau Österreicher wollen nunmal 1-2x im Jahr mit Kind und Kegel in den Urlaub fahren. Im Kleinwagen ist das einfach nicht möglich, und Geld für 2 Autos (Kleinwagen plus "Urlaubsauto") haben die Wenigstens Jungfamilien. Entsprechend wird eher ein grösseres Auto gekauft. In Familien, die sich zwei Autos leisten, gab's ja schon seit eh und je ein "kleineres" und ein "grösseres" Auto, daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern.
Was kommt als Nächstes? Immer stärkere Fahrzeuge? Das ist schlichtweg eine Folge der Gewichtszunahme. Natürlich stimmt es, dass ein Teil dieser durch Komfort-Funktionen verursacht sind. Aber hier muss schon auch klar sein, dass die Hersteller nur das verbauen, was die Leute kaufen. War eine Klimaanlage vor 15 Jahren noch Sonderausstattung, ist sie heutzutage praktisch Standard. Das kommt aber nur daher, weil in den letzten Jahren der Grossteil der Leute eine Klimaanlage bestellt haben. Dasselbe gilt für Radio, Nebelscheinwerfer, höhenverstellbaren Fahrersitz usw.
Okay, nächster Punkt, alternative Antriebe: Es gab Konzepte (und auch am "freien Markt käufliche) diesbezüglich auch schon in weiterer Vergangenheit. Hätte sie der Markt damals akzeptiert, dann wären wir heute diesbezüglich sicher schon weiter. Stattdessen wird jetzt versucht über fragliche gesetzliche Regelungen (verpflichtende Biosprit-Beimengung z.B.) eine in Wahrheit langwierige (Neu-) Weiterentwicklung innerhalb utopisch kürzester Zeit zu erreichen.

Trotz alledem haben wir heute Fahrzeuge, die viel sauberer, sicherer, komfortabler, schneller, vielseitiger und was-weiss-ich-was-noch sind, und das bei deutlich geringerem Verbrauch als vor 20 Jahren.

Diese Tatsachen erwähnt aber kaum ein Politiker oder Schmierautor.

BMW 320d E90: Spritmonitor.de
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...  Re(3): gehts den Autoherstellern noch zu gut?  (Flo am 06.03.2009, 19:28:17)
.  Re: gehts den Autoherstellern noch zu gut?  (Babe am 05.03.2009, 14:31:37)
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