Dslr mit vorhanden Objektive von der alten Analogen
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Re(3): Dslr mit vorhanden Objektive von der alten Analogen
17.03.2009, 10:45:52
andere Frage: bekommt man im Fotobereich um den doppelten/dreifachen Preis
wirklich doppelte/dreifache Leistung?) also an irgendeinem halbwegs objektiven
Wert festgemacht?


gute Frage! Die kurze Antwort lautet für mich: NEIN! :-)

Im Detail ist es aber etwas komplexer. :-)

Es gibt bei allen Herstellern von DSLRs sogenannte "Kit"-Objektive, die bei Kauf im Bundle mit einer DSLR meist unter 100 Euro Aufpreis kostet:
z.B. Canon EOS 1000D nur Kamera: ab 339,- lagernd in Ö
mit Objektiv 18-55 IS ab derzeit ab € 429,- lagernd in Ö
http://geizhals.at/a342753.html

Manchmal bekommt man (das gleiche!) Kit-Objektiv aber auch um läppische 30 Euro Aufpreis, z.B. bei der EOS 450 D: € 529 mit 18-55 IS http://geizhals.at/a309641.html,  450D ohne Objektiv: ab 499,- http://geizhals.at/a309635.html

Schon diese günstigen "Kit"-Objektive bieten mittlerweile absolut ansprechende Abbildungsleistungen an.

Die nächst-bessere Liga an Objektiven im gleichen Brennweitenbereich kostet dann ca. 300 Euro - also das 3-fache (Kit um 30,-) bis 10-fache (Kit um 100,-). In diese Klasse fällt z.B. das sehr gute Tamron 17-50 / 2.8.
http://geizhals.at/a197864.html

Was kann es besser als das Kit-Objektiv? Ganz einfach, es hat eine "objektiv" ETWAS bessere Abbildungsleistung - Auflösung, Verzeichnung, Kontrast, Farbwiedergabe, bessere Korrektur von Abbildungsfehlern ... aber es ist sicher niemals um das 3-fache "besser" ... sondern allenfalls 10-20%. Das sieht man auf einem 10x15 Bild unter Garantie nicht und stellt in der Digitalfotografie mit umfangreichen Möglichkeiten zur nachträglichen Korrektur von Abbildungsfehlern per Bildbearbeitungssoftware keinen riesen-Vorteil dar.

Das ist aber nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte lautet: das Tamron [nur um jetzt bei dem beispiel zu bleiben - es gilt ganz ähnlich für viele andere Objektive in der Preisklasse von 300 bis 600 Euro) bietet im Vergleich zu den Kitobjektiven eine wesentlich höhere Lichtstärke - Blende 2.8 und das durchgängig über den gesamten brennweitenbereich. Es lässt also - physikalisches Faktum, objektiv mess- und beweisbar ;-) - zwischen 4 und 8 mal mehr Licht zum Sensor durch als die Kitobjektive. In der Praxis bedeutet das, dass man mehr fotografische Möglichkeiten damit hat: a) man kannn auch bei in Situationen mit wenig Licht besser damit arbeiten und b) man kann - wenn man will - Bilder mit geringerer Schärfentiefe gestalten.

Wenn man das nicht will oder "braucht", bleibt als Vorteil noch die bessere mechanische Verarbeitung, die man ebenfalls entbehren kann ... oder nicht. je nach eigenen Vorstellungen und Anforderungen im Einsatz.

Tja, und dann gibt es den nächsten Preislevel für ein Objektiv mit demselben brennweitenumfang wie das Kitobjektiv um 30 Euro Aufpreis kann man auch ab € 889,- ausgeben ... soviel kostet aktuell das Canon EF-S 17-55/2.8 IS. Bei Nikon kostet das 17-55 / 2.8 übrigens derzeit ab 1255,- Euro.

Was bekommt man dafür? Im Idealfall nochmals um ca. 10%-20% bessere Abbildungsleistung. Es kann aber optisch auch schwächer sein ... und im Vergleich zum Tamron bietet das Canon 17-55 auch einen Bildstabilisator und einen besonders schnellen und lautlosen Ultraschall-Autofocus, optisch ist es nur einen kjleinen Tick besser. Macht man damit bessere Bilder? Nicht notwendigerweise. Ist es "angenehmer" damit zu fotografieren? Für mich (habe alle 3 nacheinander bessesen) - ja! Wenn man aber vor allem ein möglichst leichtes und kompaktes Objektiv haben will ... ist man mit dem Kitobjektiv um 30 Euro deutlich besser bedient.

Generell gilt - wie generell in der Wirtschaft - das Gestz vom abnehmenden Grenznutzen: für mehr Geld erhält man *tendenziell* mehr Leistung, aber immer deutlich unterproportional. 10% mehr leistung kosten ohne Weiteres das Doppelte, Dreifache oder  - ganz weit "oben" - auch das 10 bis 100 fache.

Fazit: Man kann auch mit bescheidenem Budget um 400-500 Euro eine der aktuzellen "Einsteiger"-DSLR samt Kit-Objektiv kaufen und erhält damit ein fotografisches Gerät, das *technisch* zu exzellenten Fotos fähig ist. Ob solche tatsächlich zustande kommen, hängt dann nur vom Fotografen ab. :-)

Und, man kann (und wird) später immer noch "Besseres und Teurereres" kaufen. Mit einem Kitobjektiv um 30 bis 100 Euro ist am Start aber jedenfalls sicher nichts verhackt. :-)


EDIT: weil ich gerade sehe, dass Du an Sony denkst: das 18-70 Kitobjektiv der Sony ist leider das derzeit schlechteste Kit-Objektiv aller Hersteller. Das ist objektiv getestet - z.B. hier: http://www.dpreview.com/lensreviews/sony_18-70_3p5-5p6_m15/page4.asp  und hier http://www.photozone.de/sony-alpha-aps-c-lens-tests/140-sony-18-70mm-f35-56-dt-review--lab-test-report?start=1    

Diesbezüglich bekommt man bei anderen Herstellern derzeit wesentlich mehr fürs gleiche Geld, z.B. eben bei Canon 18-55 IS http://www.dpreview.com/lensreviews/canon_18-55_3p5-5p6_is_c16/page5.asp  und bei Nikon das 18-55 VR http://www.dpreview.com/lensreviews/nikon_18-55_3p5-5p6_vr_n15/page4.asp   oder das - teurere aber gute - und mit grösserem brennweitenbereich ausgestattete 18-105 VR :  

Aber auch mit dem Sony 18-70 kann man fotografieren. :-)
  


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17.03.2009, 10:53 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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