[Fotos] Nachtportraits
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Re(4): [Fotos] Nachtportraits
10.11.2009, 09:19:36
Ja sind sie. Techn. wären die Bilder durchaus verbesserungsfähig, aber von der Stimmung her passt es rundum für mich.

Er hat sich entschlossen gehabt die Sensorverstärkung eher niedrig zu halten (ISO 400) und hat dafür schon sehr lange Verschlußzeiten (1/6s) bei fast Offenblende (f/2 - für den Unschärfeverlauf) zu akzeptieren. Zumindest sind das die EXIF's fürs erste Bild.

Für scharfe Aufnahmen braucht man unstabilisiert (!) aber bei 50mm an einer 1,5er Crop Kamera (Sony) ca. 1/60 ... 1/80s, wenn man eine sehr ruhige Hand hat 1/40s. Berücksichtigt man jetzt noch den Stabi mit ca. 2-3 Blenden (1/80 -> 1/40 -> 1/20s -> 1/10s) war die Verschlußzeit schon hart an der Grenze. Wobei viel mehr als 2 Blendenstufen IMHO so offenblendig nicht drinnen sind.

ISO 800 oder vielleicht sogar ISO 1600 hätte der Bildschärfe sicher gut getan, da aufgrund der hochoffenen Blende jede Verwacklung (in der Tiefe) nochmals zu zusätzlichen Problemen mit dem AF führt.

Alternativ, wenn man die ISO nicht hochschrauben will, hätte man das vorhandene Licht dezent mit einem Blitz, der mit entsprechenden Farbfolien ausgerüstet ist, verstärken können und so auch die Lichtstimmung erhalten und trotzdem knack scharfe Bilder bekommen können.
So arbeitet z.b. Joe Mc Nally -> http://portfolio.joemcnally.com/

Trotzdem finde ich die Bilder gelungen und zeigt wieder sehr deutlich: Wenn die Stimmung passt, die transportiert wird, ist die Technik zweitrangig ;-)

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Re(6): [Fotos] Nachtportraits
10.11.2009, 09:52:38
mit af war da nicht viel  und der kleine viewfinder hat das nicht gerade erleichtert habe dann die entfernung geschätzt und versucht es irgendwie scharf zu bekommen

Ah ok, bleibt aber von der Sache gleich ob manuell fokussiert oder AF. Die Schärfentiefe ist bei f/2 und einer mittleren Telebrennweite einfach so gering, daß jeder Wackler von dir (Wackler in der Tiefe kann auch der Sensorstabi nicht kompensieren) oder dem Model (!) zu unschärfen führt.
1/6s ist für Personen die ruhig/still halten sollen, schon verdammt lang.

Meine Erfahrung ist da, alles über 1/20s führt zu Unschärfen, manchmal auch nur partiell im Bild erkennbar, weil irgend ein Körperteil bewegt wird. Kann aber auch gewollt sein, wie z.b. die Hand bei der Gitarre wäre sicher gut gekommen.

meine sony rauscht leider ziemlich hässlich auf iso 800 desswegen hab ich mich für die offenblende entschiedenda ich aber nachträglich bei manchen sogar noise hinzugefügt habe war das wohl auch nicht die beste wahl

Ach Sensorrauschen wird IMHO überbewertet. Solange es kein hässliches Farbrauschen ist (Farbfehler die sich oft in rot-grünen Muster bemerkbar machen), schadet ein wenig Korn der Stimmung nur selten und gibt dem ganzen eine zusätzliche Atmosphäre ;-)

die sache mit den blitz folien werde ich mir anschaun danke für den tipp

Gerne, benötigt aber ein bissl Experimentrieren um zum gewünschten Ziel zu kommen ;-)

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Re(12): [Fotos] Nachtportraits
10.11.2009, 11:59:57
Nun jeder hat andere Ansprüche und was für den einen schon unerträglich verrauscht ist, passt für den anderen noch.

Ich erkenne in dem Beispiel-Post wenig Farbrauschen (aber denoch vorhanden) und sollte es sich um einen Auschnitt auf Pixelebene handeln (100% Ansicht) hätte ich da gar kein Problem bis ISO 1600 hoch zu gehen und abhängig vom Motiv/Kontrast/Dynamikumfang auch bis ISO 3200.

Bein Einsatz von höheren ISO's ist eine korrekte Belichtung wesentlich wichtiger, als der gewählte ISO Wert. Ein korrekt belichtetes ISO 1600 Bild rauscht weniger, als ein unterbelichtetes ISO 800 Bild, welches nachträglich im RAW-Konverter hochgezogen wird! Detto spielt der korrekte Weißabgleich eine tragende Rolle - Kunstlicht ist immer schwieriger zu handeln als Sonnenlicht!

Die Frage ist halt auch auf welches Medium hin du deine Aufnahmen optimierst? Lässt du nämlich so ein ISO 1600 Bild völlig ohne weitere Bearbeitung ausarbeiten z.b. bis DIN A3, wirst du nämlich auf Papier nichts mehr von dem Rauschen erkennen können und somit ist die ganze Diskussion von rein akademischer Natur.

Die Bewegungsunschärfe kann man hingegen auch auf einem relativ kleinem Format, wie den hier präsentierten erkennen. Alles eine Frage des persönlichen Stils und der Wünsche ... ;-);-)

und die glättung ist immer mit qualitäts und schärfe verlust verbunden

Grundsätzlich richtig. Wie stark ist aber sehr stark vom Entrauschungs-Algorithmus, dem Workflow (wann kommt er zum Einsatz) und der Nachschärfung abhängig. Gute Entrauschungsprogramme sind bei geschickter Anwendung praktisch nicht mehr als solche erkennbar, wobei aus einem ISO 3200 auch nie ein ISO 100 Bild werden kann - soviel ist auch klar ;-)

Schau Mal - ISO 3200 aus einer Nikon D300 bei Kunstlicht !

Ich war einfach zu faul das Stativ nochmals aufzubauen und hab aus der Hand geschossen ...

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Re(14): [Fotos] Nachtportraits
10.11.2009, 12:30:05
bei meinem beispielbild finde ich iso 800 absolut wiederlich vorallem da es in grün und rot rauscht da kann man nix mehr schönreden

Kann durchaus sein. Wie gesagt hat der Weißabgleich gesessen, hast dir das Histogramm bei der Aufnahme angesehen (Unterbelichtung) etc.? Kann alles zu verstärktem Rauschen führen.

bei deinem bild ist das entrauschen sicher nicht allzuschwer gewesen da man sehr glatte texturen hat und nicht viele farben vorkommen, hier kann man sicher himmel und gebäude gut vom rauschen befreien, erkenne bei deinem foto gar kein rauschen, bei gesichtern ist das aber was ganz anderes

Yep, deshalb ist es auch immer sehr abhängig von dem der die Rauschunterdrückung durchführt (deswegen sind auch die meisten Incamera Rauschunterdrückungen auf JPEG-Ebene nicht sehr beliebt bzw. meist abschaltbar). Da ist dann von völlig übertriebenen superglatt Comic-Stil bis fast nix erkennbar alles möglich, dafür kann man dann auch nicht eben aus ISO 3200 -> ISO 100 machen.

Gesichter lassen sich IMHO auch ganz gut entrauschen, solange man die Augen- und Haarenpartie (Augenbrauen und Wimpern nicht vergessen!) gesondert behandelt. Bei Modellen mit Bart (bei Männern generell) wirds aber schwieriger, stimmt.

deine nikon ist hald auch was anderes als eine einsteiger sony

Ja, wobei es da weniger um die Marke, als um die Technologie geht. Die a200 hat noch einen CCD Sensor, dessen Rauschen in den nierigen ISO Bereichen und bei homogenen Farbbereichen (z.b. blau des Himmels) besser ist, als die eines CMOS-Sensors wie z.b in einer Nikon D90, D300 etc.
Bei höheren ISO's ist aber der CMOS-Sensor dem CCD überlegen, da hast schon Recht  ;-)

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Re(6): [Fotos] Nachtportraits
10.11.2009, 10:18:29
naja er ist ja kein hardrocker der auf der bühne rumhampelt

Verstanden hast du mich aber gar nicht, gell?
wenn man mit gefühl spielt kann das eben so aussehen finde ich

Ja, ja, es kann. Ich orientiere mich aber selten nach unten.

Ich bedaure, dass du eher Zustimmung suchst, als zu versuchen, Kritik sachlich zu hinterfragen und sie als Basis für künftige, bessere Arbeiten zu verwenden. Ich bedaure auch, deinem Aufruf nach Kritik zu ernsthaft gefolgt zu sein.

schade dass dir das bokeh nicht gefällt
mein ziel vor dem shooting war so ein bokeh hinzubekommen

Leider das nächste Beispiel. Das Bokeh von Bild 2 ist OBJEKTIV, MESSBAR schlecht, ganz schlecht*). Und dass jemand versucht, ernsthaft ein derartig schlechtes Bokeh hinzukriegen, habe ich in all den Jahrzehnten Beschäftigung mit Fotografie noch nie erlebt.

*) Vielleicht ist dir auch nur nicht klar, was Bokeh bedeutet (das ist keine Schnade -> Wikipedia) oder kannst nicht erkennen, dass die unscharfen Lichtpunkte als Vielecken rüberkomme - was sie niemals dürfen, um von einem annehmbaren Bokeh sprechen zu können. Und ein "eckiger" Lichtpunkt deutet eher auf die Verwendung eines Objektivs mit viel zu wenigen Blendenlamellen als auf Können oder Unvermögen eines Fotografen.

ich weiß aber auch das ich noch ganz am anfang steh und einstweilen eigentlich nur versuche und wenig schaffe

Dann sehe, höre und lerne. Das ist nicht unehrenhaft. Und eines noch: Noch keiner, weder Eisenstein, Leibovitz noch Newton, hat als Meister begonnen. Und interessant sind deine Bilder auch heute bereits allemal.
  
Euer CWsoft
persönlich erreichbar unter +43 676 587 8890
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Re(10): [Fotos] Nachtportraits
10.11.2009, 12:14:39
puh, Dein edit hat jetzt (zur Abwechslung einmal!) meine lange wohl begründete Antwort gefressen. :-)

Also nochmal: ich sehe die meisten Punkte hier auch so wie CWSoft. m.E. liegt auch kein Grund vor, klein-beleidigt zu reagieren. Vom optisch faktischen her hat er sowieso Recht und wo er seine subjektive Meinung zu Bildern kundtut, deklariert und begründet er sie. Damit solte man schon damit umgehen können. Auch wenn man selbst eine andere Meinung hat bzw. die Dinge "anders sieht". :-)

Zu den Bildern nochmals: Bild #2 leidet auch für mich tatsächlich stark an den harten, ungeschlacht-eckigen Spitzlichtern. Das liegt primär am Consumer-Objektiv, das selbst vor 40 jahren als es gerechnet wurde, kein Spitzenobjektiv war. Was aber nicht heisst, dass man damit keine guten und exzellenten Fotos machen kann. :-)

Meine - natürlich ebenfalls sehr subjektive - Meinung: WENN diese Spitzlichter (wenigstens) so wären wie in Bild 1, UND das Gesicht perfekt belichtet (also ca. 1-1.5 EV heller), DANN wäre Bild #2 ein Super-Portrait. !:-)

Begründung
a) Gesicht
* Gesicht wesentlich grösser im Bild,
* mehr der Kamera zugewandt
* Blickrichtiung passt (nicht so abgewandt nach unten wie in #1)
* ausreichend scharf
* gut im Bild positioniert - von links her kommt der Blick des Betrachters
* Gesicht = klarer Brennpunkt des Bildes
ABER: zu dunkel, um als solcher seine Wirkung entfalten zu können!

b) jetzt kommen die Spitzlichter
* die 2 konvergierenden Linien sind sehr gut im Bild positioniert  
* könnten zusätzliche Aufmerksamkeit aufs Gesicht lenken - 1x zu den Augen, 1x zum Mund
* perspektivische Wirkung der Linien gibt dem Bild Tiefe
* vermitteln den nächtlich urbanen Kontext
ABER: weil sie so "ungeschlacht, eckig" sind, wirken sie zu dominant und lenken ab. In Verbindung mit dem zu dunklen Gesicht nehmen sie diesem geschätzte 80% der möglichen Wirkung!

Fazit: #2 hätte für mich das Potential für ein "echtes Portrait", also die Darstellung einer individiduellen Person/Persönlichkeit, stimmig eingebettet in einen Kontext/Bezugsrahmen (nächtlich-urbanes Umfeld).

Bild # 1 zeigt dagegen ein nächtliches city-scape mit (irgendeinen, beliebigen!) jungen Mann, der ein ästhetisch attraktiv ins Bild gesetztes Glasobjekt (was ist das eigentlich wirklich?) betrachtet. Auch gut, aber kein "echtes Portrait".

Ich hoffe, meine subjektive Wahrnehmung ist für Dich nachvollziehbar. Jedenfalls kannst Du sie jetzt gegen DEINE Bild-Intentionen in Relation setzen. :-)



Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
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Re(2): [Fotos] Nachtportraits
11.11.2009, 12:44:56
Ich müsste lügen, wenn ich behaupten wollte, dass mich eines der Bilder wirklich begeistern hätte können. Am ehesten Bild 6, wobei auch jene mit dem flächig gelebn Hintergrund poteial gehabt hätten.

Das kann aber sehr wohl zu einem guten Teil daran liegen, dass ich gerade vor einem Monitor sitze, der eine ausgesprochen armselige Qualität hat; ein ganz simpler, billiger Business-Monitor ohne jegliche Grafik-Allüren. Da sind weder Farben noch Kontrast sonderlich toll.

Und mir ist klar, dass du dir mit diesen Aufnahmen zusätzlich zu den bei jedem Bild zu lösenden Problemen einige technische Komplikationen aufgehalst hast, die in Summe einfach zu viel geworden sind. Alleine der Stress mit den gewiss sehr langen Belichtungszeiten...am Ende gar aus der Hand?

Dafür sind die Bilder auch wieder nicht schlecht. Sie zeigen Wille und Fähigkeit zur Gestaltung. Über Details wie das "Trumm" in Bild 1 rechts unten (Ist das das obere Ende eines Instrumentenkastens?) oder die Komposition von Bild 3 mit der praktisch 50% der Bildfläche einnehmenden, den Blick sehr verwirrenden Tür könnte man diskutieren. Das ist zu einem großen Teil eine Geschmacksfrage. (Und dass keine Camera außer einer -etwas modifizierten- Nikon mit Multi-CAM Modul ab dem 1000er (mit den Korrekturwerten aus der RGB-Belichtungsmessung auf "falsch"farbiges Licht wirklich richtig scharfstellen kann, ist ein Problem, mit dem man eben leben muss (aber kann).

Was du aber jedenfalls tun kannst, wenn du extreme Lichtsituationen bestmöglich umzusetzen lernen willst, wäre, dass du dich mit dem "Zonensystem" auseinandersetzt. Bilder können, auch wenn sie bei sehr viel oder sehr wenig Licht, oder bei sehr steilem oder sehr flachem Kontrast aufgenommen werden müssen, dennoch im Endresultat einen lebendigen Kontrastumfang haben, ohne dass der spezifische Eindruck von "High-Key"- oder "Low-Key"-Aufnahmen verloren gehen muss. Das ist aber zugegebenermaßen schon ein bisschen die Hohe Schule.

11.11.2009, 13:04 Uhr - Editiert von Oliver_nur echt mit 2 Kastratern und Daisy!, alte Version: hier
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