Antibiotika ohne Rezept
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Re(8): Antibiotika ohne Rezept
SIM
11.07.2005, 09:28:36
Man sollte dich lieber sperren.

Fakt ist, dass das unkritische Glauben an das Wissen eines Arztes lebensgefährlich sein kann.

Fakt ist, dass man nicht davon ausgehen kann, dass ein Arzt den Unterschied zwischen einer Halsentzündung und einem seit 2 Tagen im Mutterleib verstorbenen Kind in der 38. Schwangerschaftswoche erkennt.

Fakt ist, dass in der Linzer Frauenklinik ein Plakat hängt (bzw. vor ein paar Jahren hing), das darauf hinweist, dass man sofort ins Krankenhaus soll, wenn man sein Kind im Bauch nicht mehr spürt. Leider gibt es Frauenärztinnen, die sich nicht daran halten, sondern sich über ihre besorgte Patientin lustig machen.
Kein Fakt, sondern nur die Meinung eines anderen Arztes ist, dass meine Frau jetzt sicher tot wäre, wenn damals die Fruchtblase geplatzt wäre.

Fakt ist, dass Ärzte ihr Honorar bekommen, egal ob sie den Patienten geheilt haben oder nicht. Von Qualitätssicherungssystemen habe ich bis heute noch nichts gesehen.

Fakt ist, dass viele Ärzte Antibiotika verschreiben, ohne sich den Patienten auch nur einigermassen gründlich angesehen zu haben.

Bei ernsthaften Erkrankungen sollte man immer einen 2. bzw. 3. Arzt konsultieren und SELBSTVERSTÄNDLICH sich auch selbst so gut wie möglich informieren.
Meine persönliche Erfahrung ist, dass die ärztliche Trefferquote bei etwa 30% liegt.
Diverse Fehldiagnosen hätten u.a. eine unnötige schwere Operation für ein Baby bedeutet.

Das wichtigste heute ist, sich selbst zu informieren, ein Verständnis für seinen Körper zu entwickeln und sich immer kritisch mehrere Meinungen anzuhören.

Die Errungenschaften der modernen TECHNIK sind zwar toll, solange es aber kein  mathematisches Fundament der Medizin gibt, ist grösste Vorsicht geboten.

@RealBorg: Lass dich nicht unterkriegen

SIM







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Re(10): Antibiotika ohne Rezept
SIM
11.07.2005, 11:18:59
Du hast gesagt: "2/3 aller Ärzte sind unfähig und gefährden aus Willkür die Menschheit.
"

Ich halte das für eine Falschaussage.

Ich habe lediglich gesagt, dass bei allen ärztlichen Kosultationen der letzten Jahre meiner gesamten Familie der Prozentsatz richtiger Diagnosen bei etwa 30% lag.
Wenn du immer zu 3 Ärzten gehst und nie die gleiche Diagnose bekommst, kann die Trefferquote maximal bei 1/3 liegen, wenn alle irren, ist sie noch niedriger (kurze mathematische Erklärung).
Wobei ich sogar Verständnis dafür habe, dass die Quote so niedrig ist. Es ist eine komplexe Materie, und viele Dinge versteht man auch noch nicht. Aber dann sollte man aufhören, dieses "Götter in Weiß" Image aufrechtzuerhalten und die Patienten auch über die Wahrscheinlichkeiten aufklären.

Du hast gesagt: "Und es ist eine Schande, dass Ärzte Honorar bekommen und nicht zum Wohle der Menschheit für lau arbeiten."

Das halte ich ebenfalls für falsch.

Wenn Ärzte ihre Arbeit gut machen, sollen sie (gut!) bezahlt werden. Wenn nicht, dann nicht. So wie in den meisten marktwirtschaftlichen Berufen auch. Oder bezahlst du einen Mechaniker, wenn er dein Auto nicht reparieren kann? Leider wird ja nicht einmal erfasst, ob eine Therapie erfolgreich war oder nicht.

Das schlimmste aber ist, dass man gezwungen wird, für die Ärzte zu bezahlen (Krankenpflichtversicherung), egal ob man sie in Anspruch nehmen will oder nicht.




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Re(12): Antibiotika ohne Rezept
SIM
11.07.2005, 12:25:17
Dann verklag mich doch.


:-) Bin kein Anwalt ;-)

Vielleicht liegts an der Compliance.


Was meinst du damit?

Der Mechaniker wird wahrscheinlich auch seinen Arbeitsaufwand bezahlt wissen.


Im Erfolgsfall und nach Abgabe eines Kostenvoranschlages.

Nach Aufwand nur bei entsprechender Vorwarnung und Zustimmung meinerseits.

Das ist sehr engstirnig und kurzsichtig gedacht. So ist eben das Prinzip des
Sozialwesens. Stell dir vor dir passiert etwas unvorhergesehenes Gröberes und
du mußt die Kosten selber tragen.


Das ist ja der Punkt. Das Geld, das mir abgeknöpft wird, könnte ich eigentlich brauchen für wirksame Behandlungen meiner Familie (Stichwort Neurodermitis...).
Nichts gegen das Versicherungsprinzip, aber es sollte die eigene Entscheidungsmöglichkeit geben bzw. mehr Gestaltungsmöglichkeiten (nebenbei eine uralte Forderung von Dr. Margreiter). Wer nicht mit dem Fallschirm springt, braucht keine Versicherung gegen Fallschirmabstürze.
Hast du dir schon mal überlegt, wieviele Jahre deines Lebens du verlierst durch Arbeit, um diese Beiträge überhaupt zahlen zu können? Und wieviele Krankheiten du dir gerade dadurch erst holst? Ist letztlich eine Amortisationsrechnung. Wieviel Arbeitszeit musst du investieren, um dir eine bestimmte Menge an zusätzlicher Lebenserwartung leisten zu können? Die Parameter dieser Gleichung kennt man leider nicht im vorhinein.
Darum sollte jeder einzelne hier mehr Wahlmöglichkeit haben.




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Re(13): Antibiotika ohne Rezept
11.07.2005, 15:48:05
Was meinst du damit?

Compliance

Im Erfolgsfall und nach Abgabe eines Kostenvoranschlages.

Nach Aufwand nur bei entsprechender Vorwarnung und Zustimmung meinerseits.

Dann würdest du z.B. bei komplizierten risikoreichen OPs wahrscheinlich niemanden finden, der sich bereit erklärt, diese durchzuführen. Oder bei chronischen Erkrankungen, die nicht geheilt werden können wären dann Erfolgshonorare obsolet.
Wenn du so rechnest wären sicher zahlreiche Berufszweige von ihrer Existenz bedroht, nimm zB die Lehrer.

Das ist ja der Punkt. Das Geld, das mir abgeknöpft wird, könnte ich eigentlich
brauchen für wirksame Behandlungen meiner Familie (Stichwort
Neurodermitis...).
Nichts gegen das Versicherungsprinzip, aber es sollte die eigene
Entscheidungsmöglichkeit geben bzw. mehr Gestaltungsmöglichkeiten (nebenbei
eine uralte Forderung von Dr. Margreiter). Wer nicht mit dem Fallschirm
springt, braucht keine Versicherung gegen Fallschirmabstürze.
Hast du dir schon mal überlegt, wieviele Jahre deines Lebens du verlierst
durch Arbeit, um diese Beiträge überhaupt zahlen zu können? Und wieviele
Krankheiten du dir gerade dadurch erst holst? Ist letztlich eine
Amortisationsrechnung. Wieviel Arbeitszeit musst du investieren, um dir eine
bestimmte Menge an zusätzlicher Lebenserwartung leisten zu können? Die
Parameter dieser Gleichung kennt man leider nicht im vorhinein.
Darum sollte jeder einzelne hier mehr Wahlmöglichkeit haben.

Wieviele Jahre du dadurch verlierst weiß ich nicht, aber ich weiß, dass in Österreich im Fall des Falles deine medizinische Versorgung gewährleistet ist, möge die Behandlung noch so teuer und die Krankheit noch so selten sein.

^.^


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Re(9): Antibiotika ohne Rezept
11.07.2005, 14:02:34
Hallo SIM,

zuerstmal möchte ich dir mein Beileid aussprechen, dass du so schlimme Erfahrungen mit Ärzten gemacht hast, das gebührt niemandem, es tut mir wirklich leid!
Auch möchte ich mich dafür entschuldigen, dass meine Posts dich so angegriffen haben, denn es ist nicht meine Absicht, jemanden, dem es so ergangen ist, noch einen oben drauf ins Gesicht zu setzen oder gar belehren zu wollen, nimm dies bitte zu Kenntnis.

Fakt ist, dass man nicht davon ausgehen kann, dass ein Arzt den Unterschied
zwischen einer Halsentzündung und einem seit 2 Tagen im Mutterleib
verstorbenen Kind in der 38. Schwangerschaftswoche erkennt.


Ich weiß, dass alle deine Tatsachen bittere Erfahrungen sind und deswegen deine Emotionalität daher rührt, aber es ist kein Fakt dass ein Arzt nicht den Unterschied erkennt! Diesen einen Arzt, den du meinst, ok, kann ich nicht beurteilen und glaube daran, dass du nicht lügst, aber deswegen ein ganzes System zu verteufel, dass dürfte auch deiner Intelligenz fern liegen, oder?

Fakt ist, dass Ärzte ihr Honorar bekommen, egal ob sie den Patienten geheilt
haben oder nicht. Von Qualitätssicherungssystemen habe ich bis heute noch
nichts gesehen.


Geh mal auf ne Klinik und zu der Ärztekammer und den Krankenhausbetreibergesellschaften, dort wirst du unendlich viele Informationen über QS finden.

Fakt ist, dass viele Ärzte Antibiotika verschreiben, ohne sich den Patienten
auch nur einigermassen gründlich angesehen zu haben.


Dass müsste ich leider so unterschreiben, das hat viele Gründe. Ich weiß nur, dass man deswegen nicht alle Ärzte verteufeln soll.

Bei ernsthaften Erkrankungen sollte man immer einen 2. bzw. 3. Arzt
konsultieren


Jeder gute Arzt, egal ob niedergelassen, privat oder auf der Klinik rät dir dazu und du hast die Freiheit das zu tun.

Das wichtigste heute ist, sich selbst zu informieren, ein Verständnis für
seinen Körper zu entwickeln und sich immer kritisch mehrere Meinungen
anzuhören.


Ja, informieren ja, und Meinungen anhören auch. Aber glaubst du denn, dass das Medizinstudium plus ellenlange Ausblidung danach nur just for fun angeboten wird, bzw. Pflicht ist? Glaubst du, nur weil du im Pubmed oder auf Wikipedia einen (oder von mir aus auch 120) Artikel gelesen hast, dich gut genug auskennst, um dich oder gar andere zu behandeln? Das wäre ein großer Irrglaube! Das ist Fakt!

solange es aber kein  mathematisches Fundament der Medizin gibt, ist grösste
Vorsicht geboten


Vorsicht ist immer geboten, gang besonders in der Medizin. Ein mathematisches Fundament wird es nie geben, dafür sind die Variablen viel zu groß. Es gibt 3 wichtige Punkte:

-Wissen
-Wissen anwenden wissen
-Einfühlungsvermögen des Arztes und damit gute Bindung zum Patienten.

Nochmal, es tut mir leid für deine schlimmen Erfahrungen, aber bitte versuch dennoch, über den Tellerrand rauszuschauen. Welch großartige Errungenschaften haben wir der Pharmazie, Biologie, Medizin, Physik etc. zu verdanken? Mach nicht alles von vornherein zu nichte!

Grüße,

Sebastian.

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Re(3): Antibiotika ohne Rezept
10.07.2005, 12:44:32
1. Brauche ich keinen Arzt um zu wissen wenn ich Antibiotika brauche.


Woher weisst du es denn dann?

2. Sollte eine SCHNELLE Behandlung heute selbstverständlich sein, ohne auf ein
Rezept vom Arzt und die Öffnungszeiten der Apotheke warten zu müssen.


Ambulanz hat immer offen, Apotheken habe Nachtdienste, Ärztenotdienst gibts auch und im schlimmsten Fall 144

3. Werden die Erreger meist resistent wenn Antibiotika vorzeitig abgesetzt
werden, dagegen kann auch der Arzt nichts machen wenn er das Rezept einmal
ausgestellt hat.


Dann nimmt man eben ein anderes Antibiotikum, was wiederum auf die Antwort von Punkt 1 warten lässt

4. Kommen resistente Keime und gerade die richtige Dosis zur Resistenzbildung
oft aus der Tierzucht und dem produzierten Fleisch. Menschen dürfen also
leiden, während Kapitalinteressen geschützt werden.


Zieh nach Alpha Centauri oder sonstwohin, wenn du auf der Erde unzufrieden bist, denn solang Kinderschänder und Vergewaltiger mit 3-6 Monaten bedingt auskommen und Raubkopierer mit 2-3 Jahren und zig tausend € bestraft werden, wird sich dies auch nicht ändern

5. Gehören Antibiotika in jede Notfallapotheke, eine lebensrettende Maßnahme
falls es zu einer Epidemie (beispielsweise Milzbrand) und Versorgungsengpässen
kommt.


Dort wo Milzbrand vorkommt, ist dies auch so, aber wir leben hier in Europa und ob du es glaubst oder nicht, dieser Kontinent ist - bis auf Brüssel und div. politische Bauten - kein einziger Abort mehr

pong


EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden.
Kommt Mist rein, kommt Mist raus


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