Re(4): Frage zur Qualität von Lautsprecherkabeln
Geizhals » Forum » Heimkino & DVD » Frage zur Qualität von Lautsprecherkabeln (110 Beiträge, 2040 Mal gelesen) Top-100 | Fresh-100
Du bist nicht angemeldet. [ Login/Registrieren ]
..... Vom Autor zurückgezogen oder Autor hat seine Registrierung nicht bestätigt  (BKing am 28.10.2005, 17:59:04)
....... Vom Autor zurückgezogen oder Autor hat seine Registrierung nicht bestätigt  (BKing am 29.10.2005, 17:38:39)
....... Vom Autor zurückgezogen oder Autor hat seine Registrierung nicht bestätigt  (BKing am 31.10.2005, 13:29:42)
...... Vom Autor zurückgezogen oder Autor hat seine Registrierung nicht bestätigt  (LrAk.T am 29.10.2005, 01:17:00)
....
Re(4): Frage zur Qualität von Lautsprecherkabeln
02.11.2005, 09:18:07
Hi
Wovon hängt was ab? Bei gestreckten Kabeln:
Der induktive Anteil hängt praktisch nur von der Länge, ein wenig vom Durchmesser und Aufbau ab.
Der kapazitive Anteil hängt ab von länge, Aufbau (Abstand, verdrillen) der beiden Leitungen zueinender und vom Isoliermaterial ab.
Der ohmsche Anteil hängt vom Durchmesser, vom spezifischen Widerstand des Materials und von der Länge ab - und ist in diesem System am leichtesten zu beeinflussen.
Zu den Zahlen: Da stimmt einiges nicht. Erst einmal das Vorzeichen. 30 dB sind eine Verstärkung, - 30 dB eine Abschwächung. Dann der Betrag: - 20 dB wären ein Abschwächung auf ein hundertstel... Was ist denn mit diesen "Dämfpungsverläufen" überhaupt gemeint? Vielleicht der Einfluss des Kables auf die Gesammtdämpfung? Das halte ich aber für ein ziemliches Märchen, denn da wäre ein schlechtes Kabel besser. Auch fehlen da Angaben über die Anteile der restlichen Komponenten. Irgendwie geht mir die dB-pieperei der Fachzeitschriften ganz schön auf den Keks.
Dämpfungsverlauf ist ein Ausdruck aus der HF-Technik und eine stark frequenzabhängige Sache - in Frequenzbereichen nur mit Kurven darstellbar und im Zusammenhang mit Kabel nur im HF-Bereich von Interesse. "Niedrige" HF beginnt irgendwo im 1 MHZ Bereich, und die Impedanzen werden irgendwo ab 100 MHz erst so richtig interessant und schön. In diesem Frequenzbereich ist dann der kapazitive Einfluss der größte und am leichtesten zu beeinflussende, der induktive der zweitgrößte und der ohmsche fast uninteressant. Antennenkabel haben je nach Qualität und betrachteter Frequenz -5 bis -30 db pro hundert Meter. Es kommt also bei -20 dB ein hundertstel dessen heraus, was vorne hineingeschickt wird. Da ist dann die "Leitungsimpedanz", die sich aus den dreien zusammensetzt, ebenfalls zu betrachten, weil die treibende Stufe die Impedanz der Last nicht sieht sondern die Impedanz der Leitung erkennt. Die Leitungsimpedanz kann praktisch nur durch den kapazitiven Anteil (Dielektrikum) beeinflusst werden.
Zurück zu NF: Induktiver und kapazitiver Anteil sind wegen ihrer geringen Größe mit so niedrigen Frequenzen nicht so aus dem Hemdsärmel zu beuteln, Messgeräte arbeiten für so kleine Werte entweder mit deutlich höheren Frequenzen oder es werden, weil sich beachbarte Leitungen auf einer Trommel auch beeinflussen würden, "brutale" Kabellängen ausgerollt und auf einmal vermessen. Schon deshalb kann der Einfluss nur marginal sein. Reale Größenordnungen pro Meter sind C in Pikofarad und L im Nanohenry Bereich - daraus resultieren Resonanzfrequenzen im Rundfunk bis Fernseh-Bereich. Aufgrund der zu übertragenden Energie wird dieser Schwingkreis von der treibenden Impedanz und der Last obendrein enorm bedämpft.
Zurück zur Verwendung als LS-Kabel: Aufgrund der niedrigen Frequenz und des niedrigen Anteils am Gesamtsystem ist von einem Dämpfungseinfluss der Kabel bei Zimmerverdrahtung kaum zu sprechen. Der Anteil  ist so schwerwiegend wie das Gewicht des Fahrers für den achtundressigtonner-LKW. Natürlich benötigt der Fahrer zusätzlichen Treibstoff und ich trau' mich zu wetten, den hat schon jemand berechnet. Na versuchen wir's mal: 38 Tonnen benötigen 25 Liter auf 100 km - 80 Kilo davon also 52 ml das sind also -53dB :-) ziemlich sinnvolle Rechnung? Verringert sofort das Gewicht der Fahrer! Wer zu schwer ist, fliegt raus!
Jeder Stecker, jeder Materialwechsel macht mehr aus. Obendrein wird ein gewisser frequenzqabhängiger Dämpfungsverlauf für jeden Lautsprecherteil in der Frequenzweiche erzeugt - der natürlich so ausgelegt wird, dass er auch bestimmend für die Komponenten wirkt. Der muss, weil erwünscht, natürlich viel größer sein als der des Kabels.....
Das ganze ist ein so gut verkomplizierbares System, dass man damit schön abzocken kann.
Gruß und *zirp*
GriLLe
--
Betriebssystemempfehlungen:
Linux = wenn man wissen will warum etwas funktioniert
Mac = wenn man nicht wissen will warum etwas funktioniert
Windows = wenn man nicht wissen will warum etwas nicht funktioniert

Antworten PM Alle Chronologisch Zum Vorgänger
 
Melden nicht möglich
 

Dieses Forum ist eine frei zugängliche Diskussionsplattform.
Der Betreiber übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich das Recht vor, Beiträge mit rechtswidrigem oder anstößigem Inhalt zu löschen.
Datenschutzerklärung