Wieviel WoW ist schädlich?
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Re: Wieviel WoW ist schädlich?
Fly
12.04.2007, 09:09:02
Ich hab inzwischen auch 2 Kumpels an WoW verloren.

Die Faszination des Spiels ist relativ leicht erklärt, es bedient einige der ursprünglichsten Verlangen des Menschen.

Zuallererst mal ist da das Gefühl der Belohnung. Ich weiß jetzt nimmer genau welches Zentrum im Hirn da was damit zu tun hat, aber da gibt's angeblich sowas wie ein "Belohnungszentrum". Du tust etwas und bekommst sofort Feedback vom Game, indem es Dir Geld oder Gegenstände dafür gibt, daß Du da irgendwas umknüppelst. Du siehst einen Erfolg. Du hast etwas geschafft. Diesen Effekt hast Du im realen Leben eher selten.

Zweitens kommt dazu die soziale Komponente. Zum einen kannst Du anderen zeigen, daß Du etwas leistest, weil Dein Charakter Stufen gewinnt. Dazu kommt, und das ist nicht unwesentlich, daß Du wirklich das Gefühl hast "gebraucht" zu werden. Eine Gruppe sucht händeringend einen Heiler, Tank oder was auch immer, und Du bist da, und sie sind froh drüber, daß Du da bist. Dieses Gefühl ist für die meisten heutzutage noch viel seltener.

Daraus erwächst eine Art Verpflichtungsgefühl. Eine Gruppe Personen verläßt sich auf Dich. Erstens mal darauf, daß Du das was Du tun sollst kannst, und wenn Du's gut kannst dann steigt Dein Ansehen bei diesen Leuten. Und zweitens in Folge, daß Du zu bestimmten Zeiten da bist, weil sie darauf bauen Dich dann wieder mitnehmen zu können.

Insgesamt bedient das Game einige sehr wesentliche Bedürfnisse des Menschen. Das Bedürfnis nach Belohnung, nach Anerkennung und nach dem Gefühl, gebraucht zu werden.

Scho' traurig, daß es dafür 'n Spiel braucht.

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There's a typo in the Bible.
It should read "The geek shall inherit the earth".
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Re(3): Wieviel WoW ist schädlich?
27.04.2007, 08:56:59
-->Ich weiß warum ich noch nie damit angefangen habe... <--


Ich auch.

Ich wäre potentiell Suchtgefährdet, habe das an anderen Games schon erlebt, die gingen aber irgendwann mal zu Ende oder es waren halt Online Games wo man sich dachte "nur noch die Map" ^^ und 5 Stunden später dachte ich mir oh verloren jetzt noch eine für das Erfolgserlebnis |-D  In der Zeit in der ich am Rechner saß, kümmerte ich mich um die wichtigen Dinge des Lebens nicht und wenn der Tag rum war hatte ich ein schlechtes Gewissen weil ich nichts erreicht hatte. Das änderte aber nichts daran, daß ich am nächsten Tag wieder vor der Kiste saß.
Ich habe mich dann gezwungen (oder mit mir selber vereinbart) daß der Rechner für mindestens 2 Wochen komplett aus bleibt. War zwar erst mal langweilig aber schon nach dem ersten Tag nicht zocken kamen dann alternative Ideen, man tat Sinnvolleres und fühlte sich abends besser. Man darf sich auber aus keinem Grund hinreissen lassen die Kiste einzuschalten nicht wegen nem Kumpel, weil man mal die unwichtigen Mails checken will usw. sonst geht das gezocke ungebremst weiter. Blöd ist es wenn man den Rechner auch beruflich nutzt so wie ich seit einigen Jahren.


Ich weiß, daß das Jederzeit wieder passieren kann und manchmal ist es auch so, daß ich am Rechner hocke, die Zeit vergeht und huch schon um 3 und morgen um 6:00 wieder raus...
Allerdings kann ich mir Zocken das heute in dem Ausmaß gar nicht mehr leisten, weil man muß ja auch arbeiten und hat Familie. Wenn man sich darüber im klaren ist, daß das eine echte Sucht ist und daß man ein Problem hat, fallen die Gegenmaßnamen mit etwas Vernunft leichter. Ich spiele heute noch und genehmige mir das auch aber ich versuche ein Limit zu finden, was zwar nicht immer leicht ist, aber dann klappt das.
Hätte ich WOW angefangen, wäre ich warscheinlich auch am PC verhungert

:-/

mfg

Ramses
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PLUG & PLAY Schraubenzieher erkannt, legen Sie den Datenträger mit der Aufschrift Driver Disk ein und drücken Sie die Anykey Taste.
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27.04.2007, 08:58 Uhr - Editiert von Ramses, alte Version: hier
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Re(7): Wieviel WoW ist schädlich?
28.04.2007, 02:32:13
Bei WoW ist der Faktor Zeit mit großen Abstand das wichtigste.


Definitiv aber er wird immer mehr und mehr abgeschwächt und wird mit dem folgenden Patch nochmal massiv abgeschwächt.

Wie schafft man bitte AQ40-BWL-Naxx in 3 Stunden, das ist unmöglich, vor allen
am Anfang.


BWL lag mein Rekord in 80 min.
AQ komplett in 4h.
Naxx in ungefähr 9h.

Unter 5-8 Stunden jeden Tag spielen kannst WoW kicken, das geht einfach nicht.


Doch geht absolut.

Ich selber kannte 3 Leute, die jeden TAG 16 STUNDEN !! WoW gespielt haben,
über einen Zeitraum von 8 MONATEN, der Lohn dieser "Leistung" war der
Großmarshall und 1. Platz auf unseren Server.

Aber, die waren alle arbeitslos, und hatten NULL soziale Kontakte ins
sogenannte RL, besonders schlimm war sogar der Umstand, das ein Pärchen KINDER
hatte, und die mussten mitansehen, wie ihre "Eltern" stundenlang jeden Tag WoW
gezockt hatten.


Bin selber ein Vielspieler und ein extrem Spieler, daher spiele ich auch in der atm besten Deutschen Gilde, aber ich habe sehr wohl noch soziale Kontakte und ich habe MIThilfe von WoW einige mehr gefunden. Ein Beispiel dazu sind meine Deutschen Freunde die ich mittlerweile 2 mal besucht habe und welche mich selber im Juli in Wien besuchen werden. Und genau der grösste Kritikpunkt der meisten Leute ist der Zerfall der Sozialfähigkeit, doch genau das Gegenteil ist eigentlich der Fall. In WoW kannst du eigentlich nichts ohne fremder Hilfe machen und dafür musst du mit Leuten reden bzw. chatten. In Gilden läuft das ganze ja sowieso über Voice Tools ab und das ist nichts anderes als telefonieren nur billiger.

Und das geht NICHT mit 2-3 Stunden jeden 3-4 Tag, nein dafür musst du JEDEN
Tag farmen, oder du kaufst dir das Gold für die Pots über Ebay und Co, was
verboten ist, aber anscheinend viele Gilden so praktizieren, um überhaupt
Raiden zu können.


Kommt stark drauf an was man selber in WoW erreichen will bzw. wie schnell. Je mehr du investierst desto weiter kommst du schneller, aber das geht natürlich auch in beide richtungen und es gibt auch massig Gelegenheitsspieler.


Greeki 60 N811 Priesterin Azshara PvP
Thegreek 60 Gnome Warrior Azshara PvP
Kreki 70 Tauren Warrior Frostwolf PvP
Thegreek 60 Orc Warlock Frostwolf PvP
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Re(4): Wieviel WoW ist schädlich?
27.04.2007, 21:56:22
sorry aber bei allem respekt das glaub ich NIEMALS!

eine 40er instanz dauert bei den besten gilden stunden!

ich weiss nicht was du unter erfolgreichsten gilde verstehst, aber die endgame instanzen schafft keine gilde in 2 stunden :)

aber damit ist nicht alles getan, man muss sich das zeug für die instanzen zusammenfarmen was auch viel zeit in anspruch nimmt!

und mit den DKP system (so wars damals) versucht man immer überall dabei zu sein damit man chancen hat auf items UND WICHTIGER IN DIE 40er raid einzukommen!!


entweder du bist der beste freund vom gildenchef oder du bist nicht in einer der besten gilden !


PS: freunde von mir haben damals auf Mugthol bei ASHUR DEI (Mug'Thol) gespielt (NICHT DIE BESTE GILDE, aber damals auf mugthol die beste gilde des servers) und da war schon stressig in ne 40er raid reinzukommen bei +100 mitglieder!

wie es bei den wirklich top gilden ist, wieviel zeit man da investieren muss weiss jeder der einmal WOW gespielt hat!


PS2: ich hab auch WOW gespiel, und sogar meine char auf Rang 14 gebracht ... und viel kostbare zeit verlohren hab ...







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"I had the torch held high and all the others continued to crawl backwards away from the light into the darkness." (Mike Mentzer)

"In der Hand des Idioten wird das Medikament zum Gift, in der Hand des Genies wird das Gift zum Medikament."     Giacomo Casanova 1725 - 1798
27.04.2007, 21:59 Uhr - Editiert von knuffl, alte Version: hier
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Re(4): Wieviel WoW ist schädlich?
28.04.2007, 01:32:54
um der diskussion die wissenschaftliche note zu geben hier ein link zu einer diplomarbeit die sich nur mit den mechanismen und der methodik des suchtpotentials von mmorpgs beschäftigt, allen voran WoW....

sind sehr interessante Ergebnisse´....

http://www.staff.uni-mainz.de/cyprao/diplom-arbeit.pdf

ich denke, wer sich das einmal durchgelesen hat, und das habe ich z.B, der sieht einiges klarer in punkto suchterzeugende mechanismen. z.B entsteht die sucht nicht durch das spiel selbstwie z.B bei Drogensüchtigen durch die Droge, sondern dadurch man herrschaftssucht usw. dort ausleben kann und diese mechanismen explizit vom spiel selbst gefördert werden...

Um seinen Avatar in eine hohe Position im virtuellen sozialen Gefüge zu bringen,
bedarf es wie bereits erwähnt viel Zeit. Möglicherweise wird der Antrieb, die
eigene Spielfigur auf die höchste Erfahrungsstufe zu „leveln“, für einige Benutzer
dermaßen extrem, dass sie nicht einfach aufhören können zu spielen. Grund dafür
ist nicht das Spiel an sich, sondern der Drang nach Herrschaft und Meisterschaft
des Spielgeschehens. Nach Interpretation Bruckmans von Sherry Turkles Studien
sind der Wille zur Herrschaft und Meisterschaft des Spielgeschehens Indikatoren
für Sucht: Besonders Menschen, die Kontrolle über die Spielwelt ausüben und
Meisterschaft des Spiels erringen wollen, sind von Abhängigkeit nach Online-
Spielwelten betroffen (siehe Kapitel 3.3.2).

„Während Arbeit und Kampf ‚erledigt’ sein wollen, während jedes triebhafte
Bedürfnis seinen eigenen ‚Tod’ will, will das Spiel ‚Ewigkeit’. Seine
Bewegungen streben nach möglichster Ausdehnung in der Zeit,
gegebenenfalls um dieser Ausdehnung willen auch nach ständiger
Selbstwiederholung“ (Scheuerl 1990, 72, Hervorh. d. Autor)

Ein Spiel zeichnet sich dadurch aus, dass es eine angenehme Tätigkeit ist, von
welcher man sich solange nicht abwendet, bis äußere Einwirkungen am
Weiterspielen hindern. Gemeint sind einerseits Lebensnotwendigkeiten wie Essen
und Schlafen, aber auch alle Tätigkeiten, die aus subjektiver Sicht in das Reich
des „Ernst“ gehören. Dies muss nicht unbedingt etwas Unangenehmes sein,
möglicherweise „mit dem Hund rausgehen“ oder „die Pflanzen gießen“. Jedoch
muss man von diesen Pflichten zumindest für den Augenblick befreit sein, um
spielen zu können. Gäbe es diese Pflichten nicht, wäre der Mensch geneigt, ewig
zu spielen. Der Grund hierfür ist die Triebstruktur des Spiels, aufgrund derer
keine dauerhafte Befriedigung, sondern höchstens vorübergehende Sättigung aus
jedem spielerischen Handeln gezogen werden kann (Scheuerl 1990, 73f).

28.04.2007, 01:46 Uhr - Editiert von Sick_Boy, alte Version: hier
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Re(9): Wieviel WoW ist schädlich?
02.05.2007, 12:01:48
Ich wage zu bezweifeln, dass es bei CS genauso viele Süchtige gibt, wie bei WoW. Hätte es diese gegeben, dann kannst Du Dir sicher sein, dass die Presse sich voller Freude über dieses Thema ausgelassen hätte. Vllt. sind die Leute aus Deinem Bekanntenkreis einfach nur seltene Ausnahmen. Und auch jetzt hört von weder von BF- noch von CS-Süchtigen - zumindest nicht in meinem Dunstkreis. Natürlich kann ich das nicht belegen, sondern nur aus meinen ganz persönlichen Erfahrungen herleiten und aus Gesprächen, die ich auf den vielen LANs die ich im Jahr besuche.
Noch eine Sache, die WoW in meinen Augen disqualifiziert und die für sozialen Verfall bei WoW-Spielern spricht: Wir kennen viele Leute, die nicht mehr auf LANs gehen, da sie da nicht WoW spielen können. Ich kenne sogar schon eine LAN, die deshalb nicht statt gefunden hat. Und wenn man teilweise WoW-Spieler auf LANs sieht, dann spielen diese Leute doch tatsächlich WoW...
Naja, ich habe mir meine Meinung zu WoW-Spielern (zu Leuten, die mehrere Stunden pro Tag WoW spielen) bereits gebildet und habe die mit eignenen Erlebnissen untermauert, von daher muss ich hier eh nichts mehr sagen. Alkoholsüchtige würden ihre Sucht ja auch nie zugeben   :~(
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