Elektroauto und Kälte
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Re(6): Elektroauto und Kälte
26.02.2012, 12:08:16
Elektroautos sind im Vergleich zu herkömmlichen Autos doch wesentlich teurer, der Nissan Leaf (wohl Golfklasse) kostet knapp 38.000,- Euro.
Der Kosten-Nutzen Faktor ist trotz der hohen Benzinpreise schlechter als bei Verbrennungsmotoren, noch ...
Ein wichtiger Punkt ist allerdings, dass wir uns an die "Freiheit" gewöhnt haben, ins Auto zu steigen und einfach drauflos fahren können, das einzige was man dann eigentlich braucht ist ein voller Tank, wenn dieser droht leer zu werden, finden wir in der Regel immer eine Tankstelle bei der wir diesen innerhalb weniger Minuten wieder füllen können, allein dieser Möglichkeit beraubt zu wissen, dass wollen die meisten Leute nicht.
Das wäre fast wie das Handy abzugeben und sich wieder auf das Festnetz und  Anrufbeantworter zu verlassen. Diesen Komfort abzugeben sind die Leute nicht bereit.
Also sieht es eher so aus, als wäre das E-Auto ein passables Zweitauto, aber es gibt eine Masse an Leuten, die nur ein Auto haben, können oder wollen sich kein Zweitauto leisten.
Weiters, nehmen wir die Menschen, die in Städten wohnen, die haben nicht einfach die Möglichkeit, das Auto über Nacht zu laden, die Meisten leben in Mietwohnungen ohne Garage. Da wären dann noch die Landbevölkerung, ob die dann aufgrund der eingeschränkten Reichweite auf das E-Auto greifen würde, wage ich zu bezweifeln.
Und dann der Reichweitenverlust, der im Winter zu verzeichnen ist, gerade wie in einem Winter wie diesen (haben wir nicht immer) zeigt sich, dass sich Batterie/Akku und Kälte nicht wirklich "verstehen".
Ich glaube, E-Autos sind zu diesem Zeitpunkt noch keine wirkliche Konkurrenz für den Verbrennungsmotor. Vielleicht ja in "naher" Zukunft.

Cheers Ray  


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Re(8): Elektroauto und Kälte
26.02.2012, 14:48:27
Es gibt ja noch die Batteriemiete, die liegt beim Renault zwischen 82,- und 168,- Euro, je nach Vertragsdauer 12-36 Monate und Jahres-Reichweite 10-30.000 km.
Eine Tankfüllung kostet beim Renault ungefähr 5,- Euro (Deutschland)
Österreich vielleicht 4,50 Euro, schätz ich mal.
http://www.renault-ze.com/blog/de/?p=1710  

4,5 Euro für 175km sind 2,57 Euro auf 100km.
beim Golf Diesel ca. 7,7 Euro auf 100km, wären knapp 5,10 Euro Unterschied.

Ich nehme mal die höchste Reichweite (30.000) und die längste Vertragsdauer (36 Monate).

Jährliche Batteriemiete 1776 Euro ... mit den 5,10 Euro Unterschied ergäbe das eine "Gleich-Auf" bei 34.845 km jährlicher Fahrleistung ... die jährliche Batteriereichweite bei Renault ist aber mit 30.000 km angegeben ...
Vor allem aber die Batteriemiete fällt auf jeden Fall an, ob ich 1 km oder das Maximum von 30.000 km fahre.

Noch "katastrophaler" sieht das bei einer Vertragsdauer von 12 Monaten und Reichweite von 10.000 km aus, da ist ein "Gleich-Auf" erst bei 24.000 km gegeben.
10.000 km kosten beim Golf ca. 770,- Euro, die Batteriemiete allein 1224 Euro, da ist man aber noch nicht mal 1 km gefahren!

Was ich allerdings hinsichtlich allfälliger Kosten bezüglich eines Verbrennungsmotors im Gegensatz zum E-Auto einspare, das weiß ich leider nicht, sowas wie Motoröl, diverse Filter usw.

Allerdings hinsichtlich Sparen bei der Tankfüllung und Batteriemiete überzeugt mich das E-Auto leider nicht ...

Cheers Ray

PS: Hab nen Golf Diesel und 5,5 L ist mein durchschnittlicher Verbrauch. ;-)


26.02.2012, 15:14 Uhr - Editiert von ray81, alte Version: hier
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Re(2): Elektroauto und Kälte
27.02.2012, 10:47:37
So ähnlich würde ich es auch sehen, Fakt scheint zu diesem Zeitpunkt jedenfalls zu sein, dass E-Auto Fahren im Gegensatz zum Verbrennungsmotor viel teurer ist, zumindest für den "Normalbürger", der weder eine eigene Solaranlage, noch die Möglichkeit zum "Auftanken" hat, hier vor allem in der Stadt.
Meine Fallberechung mit dem Renault ZE hat in diesem Beispiel aufgezeigt, dass durch die Batteriemiete bereits Kosten anfallen ohne dass man überhaupt einen Kilometer gefahren ist. Und ganz egal, bei welcher Batteriemietvariante war das E-Auto "teurer" als der Vergleichs-Golf. Gut die Berechnungen fanden in keinem anerkannten Institut statt. ;-)
Und ich denke, erst wenn ein E-Auto in den Kosten "gleich" ist wie ein Verbrennungsmotor kann man anfangen, es als fahrbaren Untersatz in Erwägung zu ziehen, da wäre dann aber noch das Problem der Reichweite, das Tanken (nicht in wenigen Minuten), die Winterproblematik.
Denn primär schauen die Leute auf den Geldbeutel, den grünen Gedanken können/wollen Sie sich nicht leisten, wobei der grüne Gedanke ja hier davon abhängt, woher der Strom kommt.
In meinen Augen ist die Autoindustrie puncto E-Auto für die breite Masse noch "Lichtjahre" entfernt. Schauen wir mal, ob wir das noch erleben werden. ;-)

Cheers Ray

PS: Und gerade für "Wenig-Fahrer" lohnt das E-Auto, den finanziellen Aspekt betreffend, überhaupt nicht, siehe Rechenbeispiel: https://forum.geizhals.at/t786298,6737198.html#6737198


27.02.2012, 10:53 Uhr - Editiert von ray81, alte Version: hier
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Re(4): Elektroauto und Kälte
27.02.2012, 11:44:57
Ja, stell dir mal vor, es würden nur mehr E-Autos rumfahren, bei dem Strombedarf müßte man in Österreich wahrscheinlich darüber nachdenken, ob man "Zwentendorf nicht doch in Betrieb" nehmen sollte ...

Den momantanen Strombedarf von Atomenergie und fossilen Brennstoffen auf regenerative Energie umzustellen ist ja bereits ein "Problem", nicht allein, ob auch genug regenerative Energie erzeugt werden könnte - es wären z.B. weitere Windräder, Wasserkraftwerke als auch Solarparks notwendig, dagegen gibt es allerdings auch Proteste, vielmehr ist aber ein Problem, das "Handling" des Stroms, neue Trassen braucht es, um den Strom mit so wenig Verlust als möglich transportieren zu können, außerdem läßt sich solch Strombedarf für Spitzenzeiten schlecht speichern. Käme jetzt das E-Auto in Massen hinzu, könnte man diesen Bedarf wahrscheinlich erst einmal gar nicht decken, man würde überlegen, ob man z.B. in Deutschland nicht doch A-Kraftwerke wieder in Betrieb nimmt oder halt die Laufzeit der noch in Betrieb Befindlichen verlängert.
Im Moment ist man vor allem in Deutschland damit beschäftigt, den Ist-Zustand zu verbessern, da wären E-Autos in Massen wohl eher ein "Schlag in die Magengrube".

Und wie schlecht sich Strom speichern läßt, kann man anhand der Pumpspeicherkraftwerke sehen, Strom wird zum Pumpen "vernichtet" und dann durch herabströmendes Wasser wieder erzeugt, das ist natürlich nur möglich, indem man zum Pumpen den Strom in Zeiten nutzt, zu denen man ihn günstiger beziehen kann. Letztenendes "fressen" aber Pumpspeicherkraftwerke mehr Strom, als sie wieder abliefern. Wenn man überlegt, dass das eine gängige Methode ist, um Strom zu "speichern", dann wir sind in puncto Strom noch überhaupt nicht weit genug für noch mehr Strombedarf. Daran muss auf jeden Fall noch weitergearbeitet werden.

Cheers Ray




27.02.2012, 11:46 Uhr - Editiert von ray81, alte Version: hier
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Re(5): Elektroauto und Kälte
27.02.2012, 12:44:20
Danke Ray, genau meine Worte, mein Zugang, meine Befürchtungen. Ergänzen darf ich noch, dass Pumpspeicherkraftwerke eine Verlustleistung von rund 25% der einspeisten Energie aufweisen. Allerdings einen Gewinn von 100% produzieren. Sprich, der Spitzenstrom kann so viel mehr teuer verkauft werden dass sich dieser Gewinn trotz schlechtem Wirkungsgrad ausgeht.

Eine Wortmeldung noch zur gesicherten Stromversorgung: Der letzte Winter hat es wieder einmal deutlich gezeigt wie sehr die Stromanbieter in Europa am Limit (und teilweise schon über dem Limit) agieren. Es reicht eine längere Kälteperiode, womöglich Windstill und schon sind erstens Flüsse/Seen eingefroren und die Windräder drehen sich auch nicht. Wenn dann noch am Abend um 19.00 Hausnummer 500.000 Elektroautos ans Netz gesteckt werden, gleichzeitig Mami das Essen kocht und Vati die Nachrichten sehen will, wird es zu Ausfällen kommen, weil das Netz das nicht mehr hergibt und die Reserven (Pumpspeicher) aufgebraucht oder eingefroren sind.

Spätestens dann wird man realisieren dass E-Autos der falsche Weg waren. Blöd nur, dass wir dann nicht nur im finsteren hocken, sondern auch frieren müssen, denn kaum eine Heizung funktioniert ohne Steuerung.

Ich bin der Meinung, ein Land kann nur dann großflächig E-Autos einführen, wenn es auch dauerhaft gesehen über alle Engpässe hinweg schon jetzt einen Überschuß an elektrischer Energie hat. Wir haben in Österreich ein Minus von rund 10%, und das ist hausgemacht durch die Weigerung der Österreicher zu weiteren Kraftwerken.



Grüße,
Geri

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