Re(3): Mysterium Heizung
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Mysterium Heizung
22.01.2020, 10:41:08
Hallo liebe Geizhals-Gemeinde, vielleicht hat jemand eine Idee zu folgendem Thema:

In unserem Wohnhaus (mit 12 Wohnungen) haben wir eine über 30 Jahre alte Ölheizung, die ihren Dienst aber noch voll erfüllt und eigentlich noch gut funktioniert.
Irgendwann wird die Heizung auf Fernwärme umgestellt werden, aber das soll jetzt nicht das Thema sein - das kann ich nicht beeinflussen.
An dieser Heizung hängen 3 Stränge mit jeweils 4 Wohnungen dran.

Ich wohne im Erdgeschoß und es arbeitet aber nur ein Heizkörper so, wie er eigentlich soll.
Anscheinend haben wir ein Einrohr-System, d.h. pro Heizkörper gibt es ein Rohr, wo das warme Wasser reinläuft, dann den Heizkörper durchfließt und durch ein weiteres Rohr weiterläuft zum nächsten Heizkörper. Zusätzlich haben wir im Badezimmer im Zuge einer Wohnungssanierung letztes Jahr (nachträglich) eine Bodenheizung installiert.

Folgendes Problem war meine Ausgangslage:
Ich habe alle Heizkörper auf höchste Stufe aufgedreht und drei Tage durchlaufen lassen.
Bodenheizung Bad: läuft gut
Heizkörper Wohnzimmer: auf höchster Stufe brennheiß (-würde ich als Referenzwert beschreiben)
2. Heizkörper Wohnzimmer: auf höchster Stufen gerade noch heiß
Heizkörper Schlafzimmer: nicht heiß, aber fürs Schlafzimmer leicht ausreichend (-aber definitiv vom Prinzip her zu kalt)
Heizkörper WC: handwarm
Heizkörper Vorraum: gerade noch merkbar warm
Heizkörper Büro: man muß wissen, dass er läuft
Heizkörper Esszimmer: tut der was?
Heizkörper Küche: tot.
Dasselbe gilt auch für die Rohre, die in die Heizkörper führen; die haben dieselbe Temperatur…

D.h. die Hälfte der Wohnung ist ohne Heizung und somit eiskalt. Man freut sich immer, wenn man morgens ins Esszimmer geht und die Temperatur 15 Grad beträgt! :-(
Wir heizen zwar ohnehin fast nie und sehr selten, dieses Jahr ist es aber ganz „schlimm“ da die Wohnungen ober und unter uns derzeit leerstehen und dort auch niemand heizt.
Und vom Keller kommt auch keine Wärme. Dazu noch zugige Fenster und es ist nicht wirklich kuschelig. Irgendwann sollte unser Haus zwar saniert werden, das steht aber noch in den Sternen.
Ich musste also rasch eine Lösung finden - jeder der eine „nörgelnde“ Frau daheim hat, wird das verstehen! :-)

Zuerst habe ich probiert, die Heizkörper zu entlüften - hat nichts gebracht.
Dann habe ich jeweils den Einstellgriff runtergeschraubt, um zu sehen, ob der „Einstell-Stipfel“ vielleicht verklemmt ist - das war es auch nicht.
Es kommt einfach keine richtige Wärme durch die Rohre.
Nun war meine Annahme, dass vielleicht durch die Bodenheizung zuviel Wärme/Leistung weggenommen wird.
Zusätzlich hatten wir ohnehin einige Heizkörper, die nie in Betrieb waren; ich dachte mir also - weg damit, dann bleibt mehr Wärme übrig, wo sie benötigt wird.

Folglich habe ich einige Heizkörper weggemacht; d.h. die Heizkörper einfach entfernt und die Rohre einfach rausstehen lassen bzw. habe ich mit Abdeckkappen die Öffnungen (am T-Stück(?), wo der Heizkörper montiert war) verschlossen, damit die Heizung keinen Druck verliert bzw. kein Wasser rausläuft. Schaut zwar nicht "schön" aus; ist aber einfach gemacht und wenn ich die Rohe weghaben wollte, müsste ich ja den Boden rausreißen. Also bleibt das einfach so. Damit kann ich leben. Der Durchfluß ist damit auch gewährleistet, weil ich ja "nichts" verändert habe.

Diese habe ich abmontiert:
Küche (- war ohnehin voll verbaut; man konnte ihn sowieso nicht einschalten, weil er „unter und hinter“ der Küchenzeile war)
Den zweiten Heizkörper im Wohnzimmer (-war nie in Betrieb, weil einer alleine ohnehin den Raum erwärmen kann und es viel zu heiß wäre)
Heizkörper WC (-war in den letzten 20 Jahren nie wirklich in Betrieb)
Heizkörper Vorraum (-ebenso nie wirklich in Betrieb in den letzten 20 Jahren)
Für unser Esszimmer habe ich einen Infrarot-Heizkörper besorgt, weil wir beide berufstätig sind und ohnehin nur kurz am Abend und morgens dort sitzen und auch nur in der wirklich kalten Jahreszeit (Mitte Dezember bis Mitte Februar) heizen. Da passt der eh ideal.

D.h. meine Heizungsanlage besteht nun nur mehr aus:
Heizkörper Wohnzimmer
Heizkörper Schlafzimmer
Heizkörper Büro
Bodenheizung

Und reicht das? Nein; es hat sich nichts(!) verändert.
Dann dachte ich, ich drehe die Bodenheizung einfach probehalber mal ab; vielleicht werden die Heizkörper dann wärmer.
Doch das Gegenteil ist der Fall - drehe ich dort ab, ist die komplette Heizung ausser Gefecht - alles tot, alle Rohre eiskalt. Anscheinend ist das die Nr. 1 in der Reihenfolge.

Im Büro kann ich derzeit nur mit Jacke bzw. Heizstrahler sitzen, weil die Heizung keine Leistung hat.
Da sitze ich aber oft sehr lange, da wäre eine Infrarotheizung nicht rentabel.
Dort muss die Heizung einfach funktionieren - ich muss ohnehin einen Haufen dafür zahlen, auch wenn sie nicht funktioniert.

Ein Installateur, dem ich das Problem geschildert habe, hat „auf die Schnelle“ auch keinen Plan, warum das alles so ist.
Er wüsste nicht, was er probieren soll. Die restlichen Leute im Wohnhaus haben nämlich überhaupt keine Probleme mit der Heizung, das ist nur bei uns so.
Kann es sein, dass die Bodenheizung an allem schuld ist? Dass die fast alle Wärme absorbiert? Ist das möglich? Dann würde ja niemand sowas installieren können, oder?
Ich meine mich aber zu erinnern, dass die Heizung aber auch vor deren Einbau nicht gerade berauschend ging; nur fiel es nicht so auf, weil ober und neben unserer Wohnung auch geheizt wurde.
Und wenn es wirklich die Bodenheizung ist, warum wird dann der eine Heizkörper im Wohnzimmer brennheiß? Und der im Schlafzimmer bzw. Büro nicht mehr? Das stimmt doch was nicht, oder?

Hat jemand eine Idee, bzw. Lösungsvorschläge bzw. versteht, was da vor sich geht?

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.  Re: Mysterium Heizung
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...
Re(3): Mysterium Heizung
10.02.2020, 20:17:44
ANSPEISUNG jedes einzelnen Heizkörpers bei einem Einrohrsystem:
Es gibt vier Varianten:

A)
Vorlauf in den Heizkörper seitlich hinein mit Regulierventil (Spezial-Ventil für Einrohrsysteme mit Durchfluss-Justierung per spezieller Schraube); die Einspeisung in den Heizkörper kann ganz unten sein (und man muss sich zum Verstellen ganz hinunter bücken), oder die Anspeisung in den Heizkörper ist hoch geführt und man muss sich zum Einstellen nicht so weit hinunter bücken.
Der Rücklauf ist am anderen Ende am Heizkörper, seitlich unten und mit einem 90°-Bogen verläuft das Rohr senkrecht in den Boden (und weiter zum nächsten Heizkörper).

B)
Mit Spezial-Ventilkörper seitlich unten am Heizkörper für Einrohrsysteme: Die zwei Rohre aus dem Fußboden kommend verlaufen wenige Zentimeter parallel nebeneinander und führen in den Ventil-Körper. Der Heizkörper wird unten seitlich angespeist und das Ventil zum Einjustieren vom Heizkörper sitzt unten auch seitlich wegstehend.

C)
Ein Spezialventilkörper ähnlich wie unter "B", das Ventil zum Regulieren des Heizkörpers wird jedoch hoch gezogen und ein Rohr mündet dann in Höhe des Ventiles oben seitlich in den Heizkörper hinein.

D)
Der Heizkörper wird von unten mittig mit einem Spezial-Ventilkörper angespeist. Die zwei Rohre aus dem Fußboden kommend verlaufen wenige Zentimeter parallel nebeneinander und führen in den Ventil-Körper. Ein Regulierungs-Ventil ragt aus dem Ventilkörper zum Zurückregeln der Heizleistung des Heizkörpers. Dies Variante ist für Eirohrsysteme am häufigsten zu finden!


FRAGE zum Heiz-Rohrmaterial in der Wohnung?

a) geschweißte Stahlrohre -> am Rohr, das senkrecht aus dem Boden kommt ist ein Gewinde darauf geschnitten und Rohrfitting auf das Gewinde geschraubt und dieser ist unten an der Heizkörper-Armatur mit einer Überwurf-Verschraubung wie bei einem angeschraubten Gartenschlauch angeschraubt.

b) verlötete KUPFERROHRE -> auf das letzte Kupferrohr-Stück  wird ein Fitting darüber geschoben und verlötet, der am anderen Ende ein Gewinde hat, an das der Spezial-Ventilkörper per Überwurfmutter-Verschraubung befestigt wird, wie bei einem angeschraubten Gartenschlauch.

c) Weichstahl-Rohre -> werden mit aufgeschobenen Überwurf-Verschraubungen verbunden. Innen  ist die Überwurf-Verschraubung konisch und ein loser Zwischenring mit ebenfalls einer konusförmigen Fläche wird beim Festschrauben in das Weichstahlrohr hinein gedrückt und damit wird die Eindichtung erzeugt.
Da jetzt nach Jahrzehnten zu bemerken ist, dass die Weichstahlrohre doch von innen her korrodieren, werden anstelle dieser seit einigen Jahren nur mehr weiche Niro-Rohre verwendet. Die Farbe der Rohre ist fast die selbe. An diesen schafft man Rundungen nur mehr mit einem Rohr-Rundungs-Biegegerät.

d) Kunststoff-Rohre -> die Verbindungen erfolgen wie bei den Weichstahl- oder Niro-Rohren mit aufgeschobenen Überwurf-Verschraubungen, wobei vorher in das Innere der Kunststoff-Rohre eine Niro-Stützhülse eingeschoben wird!
Zumeist gibt es im Bereich wo Kunststoff-Heizrohre aus dem Boden führen, Überschub-Schutzrohre, die aber wenige Millimeter vor den Überschub-Verschraubungen enden !!! Und infolge unserer schlechten Arbeitsweise in unterschiedlichen Maßen an Millimetern ...
(Es gab Kunststoff-Heizrohre am Markt, deren Verbindungen geklebt wurden. Diese sind aber ziemlich verschwunden.)

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