Das Fett muß weg...:-)
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Re: Das Fett muß weg...:-)
11.07.2003, 15:39:02
Ich bin jetzt kein Sportmediziner, aber das zu hoher Puls kein Fett verbrennt ist einfach nicht richtig.
Bei geringerer, gleichbleibender Anstrenung holt sich der Körper die Energiereserven aus den Fettdepots. Je höher die Anstrengung wird und je mehr Muskelkraft benötigt wird, holt sich der Körper die wirklich guten Reserven, nämlich die Kohlehydrate die in den Muskeln selber gespeichert sind. Das heisst aber nicht, daß er nicht auch Fett verbrennt. Nur der Anteil Kohlehydrat/Fettverbrennung ändert sich.

Genauso ist es eine Unwahrheit, daß man erst nach einer halben Stunde Sport Fett verbrennt. Außerdem verbrennt der Körper für eine gewisse Zeit nach dem Sport immer noch Fett.

Lauftempo: am Anfang übertreibt man gerne und läuft zu schnell. Einen Pulsmesser finde ich nicht so schlecht, besonders am Anfang, um sich besser einschätzen zu lernen. Aber die genauen Werte wo dein optimaler Fettverbrennungsbereich oder Konditionssteigerungsbereich liegt, können dir Statistiken und Formeln nicht sagen. Dazu ist eine Untersuchung bei einem Sportarzt oder auch gewissen Krankenhäusern die das anbieten (Laktatanalyse), nötig. Das ist nichts kompliziertes. Es wird vom Ohrläppchen ein kleiner Bluttropfen genommen und der Laktatanteil gemessen. Danach kommst auf ein Laufband oder Hometrainer und es werden je nach Anstrengung Laktatwerte ermittelt. Danach bekommst du deine optimalen Herzfrequenzen gestellt.

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Re: Das Fett muß weg...:-)
11.07.2003, 19:00:51

Da ich beim Durchlesen diverser Postings doch so manche Ungereimtheit bzw. Unrichtigkeit gelesen habe, hol ich etwas weiter aus. Falls Dir das zu langweilig ist, kannst ja gleich zu meinem Fazit übergehen.

Gleich zu Beginn: Die Anschaffung eines Pulsmessers ist eine sehr gute Idee, gleich welchen Sport man nun ausübt. Ohne hier Werbung machen zu wollen, kann man die Gerät der Firma Polar nur wärmstens empfehlen. Ich habe punkto Pulsmessgeräte schon einige Modelle getestet bzw. Bekannte haben dies getan und mit Polar fährst Du sicherlich am besten. Muss es kein High-End Modell sein, so bist um die 60,- € schon dabei. Kann man direkt bei http://www.polar.at  bestellen oder in jedem Sportgeschäft kaufen. Bei Modellwechseln kann man oft ein Schnäppchen machen.

Das mit dem sporteln in einem bestimmten Pulsbereich hat schon seine Bewanntnis. Dieser Bereich wird auch als aerobe Zone bezeichnet, da in diesem Bereich genügend Sauerstoff zur Verfügung steht um die Energiemenge, welcher der Köper benötigt zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist dieser Bereich auch alaktazid, was besagt, dass die auftretende Milchsäure ( Abfallprodukt des Energiestoffwechsels ) gleich wieder abgebaut wird. Zu theoretisch möchte ich aber nicht werden.

Einer der Paradefehler sind folgende Behauptungen:

Der Fettstoffwechsel setzt erst nach einer halben Stunde ein. Ab einer gewissen Pulshöhe verbrennt man kein Fett mehr.

Diese Aussagen sind unkorrekt bis gänzlich falsch. Der Fettstoffwechsel findet ständig statt, am ausgeprägtesten sogar beim schlafen. Dabei werden fast nur Fette zur Energiegewinnung herangezogen, das Problem ist nur, das man beim schlafen sehr energiesparend unterwegs ist und eben nicht sehr viel Fett verbraucht wird. Dafür gibts sogar an exakten Wert, aber den spar ich mir.
Selbstverständlich wird immer Fett verbrannt nur bei einem Sprint oder Kurzzeitausdauerleistungen eben vorwiegend ein Stoff der ATP heißt bzw. Kohlenhydrate ( ~ Glycogenreserven ).

Diese Glycogenreserven sind in Blut, Muskel und Leber. Die Anteile in Blut und Muskel können recht flott zur Energiegewinnung herangezogen werden und werden bei gesteigerter Leistung zuerst verbraucht. Bei gemütlichen anaeroben Leistungen sind die nach etwas einer halben Stunde verbraucht ( deswegen die falschen Behauptungen - siehe oben ). Legt man aber gleich zu Beginn des Trainings
( Aufwärmen natürlich vorausgesetzt) einen ordentlichen 400 Meter-Sprint hin, sind die Glycogenreserven fast futsch und ich kann bei einem leichten, aeroben Training dann gleich auf die Fettspeicher zugreifen. Auch bei höherer Trainingsintensität geschieht dies dann, die Frage ist nur wielange man das durchhält.

Fazit: Pulsmesser ist sehr zu empfehlen; bitte nicht ein paar Euro sparen, sondern gleich was gscheites kaufen, dass sollte die Gesundheit wert sein. Ist man gänzlich untrainiert, bitte mit langsamen aeroben Training ( bis ca. 140 Puls ) beginnen. Um diese aerobe Schwelle zu ermitteln gibts Tests ( Conconi-Test ) die man auch zu Hause ( Laufstrecke )durchführen kann. Wesentlicher genauer ist aber ein sportwissenschaftlicher Test ( ca. 100,- € ). Kommt halt drauf an wie intensiv und wissenschaftlich Du das betreiben möchtest. Dieses aerobe Grundlagenausdauertraining ist in jedem Fall sehr wichtig, egal was du sonst für Sport machst. Es sollte so mind. 45 min dauern und keine allzugroßen Schwankungen der Herzfrequenz mit sich bringen. Eine Berg- und Talbahn als Strecke scheidet dadurch eher aus. Fahrradergometer und Schwimmen wäre ideal.

Ein Training am Abend, wo danach nichts mehr gegessen wird ist auch super. Da verbrennt dann die Leber noch ordentlich nach.

Einer der größten Fehler, die man machen könnte wäre die Devise "selten, aber dafür intensiv". Da könnt ma gegebenenfalls den Herzkasperl schon mit einplanen.

Genesis1

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