[Wichtig] jemanden der morgen nach Brasilien fliegt....
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[Wichtig] jemanden der morgen nach Brasilien fliegt....
03.07.2005, 19:34:41
Hallo!

Ein Aufruf an Alle!

Es geht hier um einen medizinischen Notfall: Ich muss eine spezielle Tracheostomie-Kanüle so schnell wie möglich nach Brasilien (Brasilia) transportieren. Der Patient liegt im Sterben, eine passende Kanüle gibt es in Brasilien nicht und war auch in Österreich nur schwer aufzutreiben. UPS und andere Versender sind zu langsam (brauchen bis Freitag 08.07). Bis dann ist der Patient schon erstickt.
Die einzige Möglichkeit ist, dass es jemand nach Brasilien mitnimmt. Ich habe die letzten 2 Tage in Schwechat verbracht und Passagiere gesucht, die nach Brasilien fliegen. Da es aber keine Direktflüge von Schwechat nach Brasilien gibt, die Airlines die Passagierdaten natürlich nicht rausrücken und auch wenig kooperativ sind, war ich erfolglos. Ebensowenig konnte das Int. Rote Kreuz, die Flugambulanz, Internationale Flugärzte und die Caritas helfen, Ö3 darf keinen Rundruf machen.

Also, fliegt jemand von euch morgen (Mo.) nach Brasilien oder kennt wer wen, der von Schwechat nach Br. fliegt?
Ansonsten muss ich selbst fliegen, denn aufgeben tue ich nicht. Das Leben eines mir sehr wichtigen Menschen hängt davon ab.

btw.: Die Kanüle ist klein, wiegt ca. 50g, ist aus Plastik, vollkommen ungefährlich und Probleme beim Zoll sind daher nicht zu erwarten.
Egal wohin ihr nach Brasilien fliegt, ich würde organisieren dass wer am Zielflughafen mit einem Schild mit eurem Namen wartet, dem die Kanüle übergeben werden kann.
Natürlich gibts auch eine Entlohnung. Ich bitte um eure Hilfe!


lg
Rainer
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Fazit
04.07.2005, 12:29:54
Hallo an alle Mitlesenden!

Das Packerl ist jetzt einfach per FedEx rausgegangen, da ich keine Zeit mehr verlieren wollte. Es ist mit Garantie am Donnerstag dort.
Ich kann nur hoffen, dass der Patient bis dahin noch lebt.

Ich danke euch allen für eure Tips und Anteilnahme. Falls ihr sowas mal braucht: TNT bietet ein Kurierservice an, d.h. da kommt wer zu euch nach Hause, holt das Packerl, rennt damit (und nur damit) zum Flughafen, setzt sich in den nächsten Flieger, lässt das Teil nicht aus den Augen und liefert es persönlich ab und bringt dann die Bestätigung wieder persönlich vorbei. Kostenpunkt: ab 3000€. Das war mir dann doch zu viel.

Noch einige Erfahrungen mit Airlines: Das AUA-Bodenpersonal war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, auch wenn ein Transport schlussendlich nicht möglich war, weil die AUA eben keine Flüge nach Brasilien hat. Aber versucht haben Sie's wenigstens.
Lufthansa hat zwar Flüge, aber das Personal von denen ist derart wenig hilfsbereit, dass ich sie fast angeschrien habe.

Wenn man die um etwas bittet, überlegen sie nicht, wie sie helfen können sondern wie sie dich möglichst schnell wieder loswerden!
Diese "Geht-mich-nichts-an"-Mentalität finde ich wirklich traurig. Sie werden's wohl erst bemerken, wenn sie in einer wirklichen Notlage sind und ihnen niemand hilft.
Das klingt jetzt sicher etwas pathetisch, aber ich rufe alle mitlesenden hiermit zu Zivilcourage und Hilfsbereitschaft auf. Irgendwann kommt das wieder auf euch zurück.


Ähnliche Erfahrungen hatte ich übrigens mit anderen deutschen Airlines in anderen Fällen.
Mir ist klar, dass es sich dabei um Erfahrungen mit Einzelpersonen handelt und man nicht auf alle schliessen kann. Aber mit der Hilfs- und Kooperationsbereitschaft deutscher Unternehmen aller Sparten und deren Angestellten habe ich bisher im Schnitt schlechtere Erfahrungen gemacht als mit österreichischen Unternehmen.
Fazit dieser Erfahrungen: Ich werde mich daher in Zukunft hüten, mit deutschen Airlines zu fliegen bzw. Geschäfte mit deutschen Unternehmen zu tätigen.


lg
Rainer
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Re: Fazit
05.07.2005, 10:31:03
Das Packerl ist jetzt einfach per FedEx rausgegangen, da ich keine Zeit mehr verlieren wollte.


Das ist gut - ich wünsch Dir und vor allem dem Patienten jedenfalls, daß es noch rechtzeitig ankommt.

Nur - warum hast das Packerl nicht schon vorgestern so weggeschickt; dann wärs ja heut schon dort.  ?-)

Die Suche nach einem schnelleren Weg hättest ja sogar trotzdem parallel weiterführen können, oder?


TNT bietet ein Kurierservice an, d.h. da kommt wer zu euch nach Hause, holt das Packerl, ... liefert es persönlich ab ... Kostenpunkt: ab 3000€.


Klingt zwar echt nach einem tollen Service, aber für € 3000,- würd ich mir das auch wirklich erwarten. - Da frag ich mich momentan grad, ob die nicht vielleicht noch Kuriere brauchen?  :-)


Das war mir dann doch zu viel.


Das kann ich sogar irgendwie verstehen; vor allem um das Geld hättest ja wirklich auch gleich selbst runter fliegen können.  


Das AUA-Bodenpersonal war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, auch wenn ein Transport schlussendlich nicht möglich war, weil die AUA eben keine Flüge nach Brasilien hat. Aber versucht haben Sie's wenigstens.
Lufthansa hat zwar Flüge, aber das Personal von denen ist derart wenig hilfsbereit, dass ich sie fast angeschrien habe.


Ich würde vermuten, Du hättest in Frankfurt mit dem LH Bodenpersonal ähnlich positive Erfahrungen gemacht, wie mit dem von der AUA in Wien; dafür aber mit ungleich höheren Erfolgschancen. Von dort fliegen schließlich täglich hunderte Leute Richtung Brasillien, die Du sogar vorm jeweiligen Gate praktischerweise versammelt antreffen hättest können.

Nachdem Du sogar schon in Erwägung gezogen hattest, selbst nach Brasillien zu fliegen, warum hast dann nicht einfach versucht mal selbst nach Frankfurt zu kommen?  ?-)


Was hätte denn das LH-Personal in Wien für Dich tun können? Auch die LH fliegt ja nicht ab Wien nach Südamerika; selbst wenn jemand von der Crew Dir das Ding nach Frankfurt mitgenommen hätte, gibts ja keine Garantie, daß dann auch der Weitertransport von Frankfurt klappt.
So leicht sich wahrscheinlich (so man dem Teil die Harmlosigkeit tatsächlich ansieht) von der Crew jemand gefunden hätte, der es Dir mitnimmt, diesen jemand wirst eben nicht in Wien antreffen.
Vermutlich wär die Crew für einen Brasillien-Flug zu dem Zeitpunkt noch gar nicht in Frankfurt am Airport anwesend, zu dem Dein Päckchen bereits Wien Richtung Frankfurt verlassen müßte - also hängt der Weitertransport völlig in der Luft.


Was ich damit sagen will ist: Selbst wenn ich Dir als LH Mitarbeiter in Frankfurt wahrscheinlich eine Transportmöglichkeit finden hätte können, wäre ich Wien Deinen Bitte absolut hilflos gegenübergestanden; ich hätt Dir maximal ein Ticket nach Frankfurt anbieten können, mehr höchstwahrscheinlich aber nicht.

lg
 mIstA
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Re(2): Fazit
05.07.2005, 17:49:04
Hi!

Danke! Nachdem ich schon von einigen hier als potentieller Drogenschmuggler (von Österreich nach Südamerika %-)) oder Terrorist, unglaubwürdiger Lügner und Geizhals (weil nicht 3000€-Kurier genommen)  hingestellt wurde, tut das doch gut dass einige Leute hier einem doch noch glauben und es doch für möglich halten, dass man einfach nur helfen will.

Hintergrund der ganzen Sache:
Der Patient ist der Vater meiner brasilianischen Freundin, ich kenne ihn zwar nicht gut, aber da sich der Einsatz brasilianischer Spitalesärzte auch in Grenzen haltet war sie als Biologie-Doktorandin dort praktisch für ihn verantwortlich und Anlaufstelle für alles. Momentan ist sie in Wien, da sie an einem Kongress teilnimmt, und da es besagte Kanüle in Brasilien nicht gibt bzw. niemand dort kompetent genug ist, das richtige (aus dem Ausland) zu besorgen, musste sie eben wieder einspringen. Da sie aber nicht gut genug Deutsch kann war sie natürlich auf meine Hilfe angewiesen.
Klar, dass ich dann alles Versuche. Mir ist es sogar gelungen, am Samstag Abend, nach geschätzten 150 Telefonaten, eine passende Kanüle aufzutreiben (Die in Österreich schon seit längerem kaum mehr verwendet wird und daher nichtmal im AKH vorhanden war. Es ist nämlich eine Dpezialkanüle aus Silikon mit Innenkanüle notwendig, da wegen des Luftröhrenkrebses des Patienten die normalerweise verwendeten Metallkanüle oder Wegwerf-plastikkanülen nicht verwendet werden können).

Da die ganzen Express-Packerlversender, die Botschaft etc. am Wochenende nicht arbeiten haben wir's am Sonntag eben am Flughafen versucht (und nebenbei noch ca. 20 andere Institutionen angerufen).


Also, jetzt kannst du dir Vorstellen dass es nach all dem nicht so toll kommt, wenn man dann im Forum diffamiert wird (wobei sich sstephan besonders hervorgetan hat und sich sogar die mühe gemacht haben, alte postings von mir zu durchforsten um mich zu als unglaubwürdig darzustellen).

Deswegen nochmals Danke an dich (ebenso an andvol, nero16, mastakilla...) für die moralische Unterstützung.
Habe gerade einen Anruf bekommen: So wie's ausschaut überlebt der Patient bis Donnerstag. Ich geb dann noch bescheid, ob die ganze Aktion ein Happy-End hatte.



lg
Rainer
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