Re(3): Lohnzettel als "freier Dienstnehmer"?
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Lohnzettel als "freier Dienstnehmer"?
07.02.2006, 13:27:08
Die Situation ist folgende:
Ich arbeite bei einer Firma als "freier Dienstnehmer" und bezahle ganz normal meine Sozialversicherung. Die einzige Ausnahme bei einem freien Dienstvertrag: man ist nicht arbeitslosenversichert.
Nun bekam ich per Post von meinem Arbeitgeber einen "Lohnzettel Finanz / SV" (steht genau so drauf) für das Jahr 2005, was eigentlich nicht sein dürfte, denn ich zahle keine Lohnsteuer sondern Einkommensteuer. Unter "soziale Stellung" bin ich als "Angestellter" angeführt, bei "Beschäftigung" ist "Teilzeit" angekreuzt (ich arbeite aber 40 Stunden/Woche).

Vor ein paar Monaten bekam ich von meinem Arbeitgeber einen Brief, den ich unterschrieben zurückschicken und bestätigen sollte, dass mir bewusst ist, dass es sich bei unserem Dienstverhältnis um einen Vertrag als "freier Dienstnehmer" handelt. Die GKK hatte nämlich versucht, das Dienstverhältnis als "Angestelltenverhältnis" zu interpretieren um angeblich "mehr Geld zu kassieren", so mein Arbeitgeber. Ich habe diesen Brief nie retourniert - ich habe ja zu Beginn der Tätigkeit explizit einen "freien Dienstvertrag" unterschrieben, obwohl man meine Art der Tätigkeit und die Rahmenbedingungen durchaus als "angestellt" interpretieren kann...

Kann es sein, dass es der GKK tatsächlich gelungen ist, das Dienstverhältnis als "angestellt" zu interpretieren, und dass mir das von meinem Arbeitgeber verschwiegen wurde?
Ich möchte jedoch meinen Arbeitgeber nicht darauf ansprechen, denn im Falle, dass ich an Finanzamt und Sozialversicherung tatsächlich als "Angestellter" gemeldet bin, hätte ich ja auch Anspruch auf Arbeitslosengeld...

Kennt sich jemand in diesem Bereich gut aus?

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Re(3): Lohnzettel als "freier Dienstnehmer"?
07.02.2006, 23:13:38
wenn sich das wirklich so abgespielt hat wie du es schreibst, dann hat der arbeitgeber diesen freien dienstvertrag nicht eingehalten, du haettest also vermutlich sehr gute chancen nachtraeglich auf anstellung zu klagen, was ziemlich sicher nur zu deinem vorteil sein wird.

auf jeden fall: bevor du irgendwas unterschreibst oder unternimmst, geh zu GKK und auch AK und evtl. zur gewerkschaft und lass dich AUSFUEHRLICH beraten. unterschreibst du den zettel dann ist der AG relativ fein raus.

wenn der dienstgeber nun deswegen den freien dienstvertrag beendet, dann ist das noch nicht das ende der fahnenstange, denn wenn sich (nach prozess beim arbeitsgericht) herausstellt, dass du eigentlich angestellter warst, dann ist diese kuendigung vermutlich rechtswidrig, und der AG muss dir unter umstaenden lohn mindestens bis zum zeitpunkt des prozessendes nachzahlen und dich danach moeglicherweise weiterbeschaeftigen (aber den spass nach sowas bei dem unternehmen noch weiter zu "arbeiten" werden sich vermutlich wenige "goennen").

bevor nun die helle freude darueber ausbricht, dass du eventuell geld dafuer bekommst, dass du auf das ende eines prozesses gewartet hast: waehrend der prozesszeit stehst du, d.h. du kannst kein anderes arbeitsverhaeltnis annehmen, da du ja im prinzip noch immer dort angestellt bist. das braucht u.u. einen relativ langen finanziellen atem deinerseits, auch wenn die sache von AK o.ae. als "sicher" eingeschaetzt wird und du irgendwann halt einen grossen batzen geld bekommst. die betonung liegt hier halt auf "irgendwann".

persoenlich wuerde ich es vermutlich so machen (bis auf die tatsache, dass ich einen freien dienstvertrag ausser aus einer eventuellen notlage heraus erst gar nicht angenommen haette): sofort anfangen einen neuen job zu suchen. den arbeitgeber darauf hinweisen, dass du nicht deinem dienstvertrag entsprechend arbeiten darfst / musst und entweder auf vertragserfuellung oder anstellung bestehen. wenn der AG den vertrag daraufhin aufloest, nachtraeglich auf anstellung klagen (AK sollte rechtshilfe geben), und sobald ich einen gscheiten job finde den nehmen. immer vorausgesetzt AK etc. haetten keine einwaende gegen eine solche vorgangsweise.







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