PC-Games Tristesse
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PC-Games Tristesse
01.04.2006, 23:18:49
Ungefähr 1 Monat ist es her, da ich mir eine aktuelle Grafikkarte gekauft habe, weil ich nach Jahren der PC-Spiel-Abstinenz (seit ca. 2002) wieder mal erleben wollte, wie sich Games über die Zeit so verändert und weiterentwickelt haben. Das kann man beim Studieren von PC-Games-Zeitschriften ja nicht vernünftig, drum auch die Anschaffung der Hardware. Gespielt habe ich zum Zwecke mir ein allumfassendes Bild zu machen, Spiele aus möglichst allen Genres welche diese Industrie für den geneigten Konsumenten bereit hält. Gespielt so lange, wie sich die Motivationskurve aufrecht erhalten ließ (und die war wegen des monetären Aufwandes eindeutig gross).

Jedoch nach der anfänglichen Euphorie über den Quantensprung, den die grafische Qualität aller PC-Spiele gemacht hat, ist relativ rasch Ernüchterung eingetreten. Denn leider war/ist diese Komponente so gut wie die Einzige, die sich merkbar verändert hat. Der Rest der Spiele hat sich jedoch so gut wie nicht weiterentwickelt, lediglich kleine Detail-Veränderungen. Am enttäuschendsten möchte ich besonders das Genre "Ego-Shooter" hervorheben, denn da hat sich bis auf jetzt gelegentlich erfoderliche Jump&Run-Einlagen ja absolut null getan. Nicht weniger Trist sind die Zustände bei den Autorenn-Spielen; auch hier hat es lediglich "Grafik-Tuning" gegeben, worüber die nun implementierten Möglichkeiten sein Fahrzeug innerhalb gewisser Grenzen nach seinen Vorstellungen zu verändern ebenso nicht hinwegtäuschen können. Einpacken darf man auch getrost wieder die zahlreichen Strategie-Spiele, die sich seit C&C oder gar Dune, ausser eines grafischen Aufmotzens und dem Einbau von ein wenig Handel und Logistik,  nicht wesentlich verändert haben.

Dass damit immer noch Millionen (Milliarden?) Gewinne eingefahren werden, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel; wer kauft das immer gleiche Spiel nur mit anderer Grafik? Zu meiner Kindheit/Jugend hatte man ein Mensch-Ärgere-Dich-Nicht für 4 Spieler auf der einen, und  für 6 Spieler auf der anderen Seite, und das war es dann. Kein Mensch mit mehr als 3 Hirnwindungen hätte sich alle 2-3 Monate im Jahr ein anderes Brett mit anderem Aufdruck und irgendwelchen "Bonus-Würfeln" als Extra-Beigabe aus seiner Brieftasche leiern lassen.

Wobei, vielleicht wäre das damals bereits DIE Marktlücke gewesen. |-D

Etwas besser kommen einzig die Online-RPGs, die dank heute vollständig umgesetzer, damals jedoch nur rudimentär vorhandenen, Möglichkeit, mit Spielern rund um den Globus "seine" Welten und Charaktere aufzubauen, schon deutlich an Spieltiefe gewonnen haben. Aber auch hier braucht sich keiner mit Ruhm bekleckern; nimmt man den Games diese Komponente, werden 1A-Fadisierungs-Maschinen daraus. So richtig innovatives Gameplay ist auch dort nicht zu finden, die Verbesserungen beschränken sich auf Details.

Das deutlichste Zeichen für den Stillstand ist eigentlich der Umstand, dass eine schier grosse Zahl an Spielen gleich heisst, wie schon vor Jahren, und lediglich ein I-II-III-IV-V oder irgend ein reisserischer Zusatz-Titel (Most-Wanted, Underground oder irgendsowas), auf eine defakto neue "Version" hinweist; aber nicht auf eine neue Software.

---

Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, der Softwareindustrie wird es weiterhin sehr gut gehen. Sie beherrschen die Kunst des Marketings perfekt und schaffen es wie kaum eine andere Branche, in den jungen Menschen die Gier ständig Neues zu verlangen in fast schon als brutal zu bezeichnenden Ausmaß zu wecken. Hier sind die echten Innovationen, die gesetzt werden.

Meine Grafikkarte findet nun in Bälde wieder den Weg nach eBay, dort ist sie wohl besser
aufgehoben als in meinem Rechner. Ich bin eine Erfahrung reicher; das war das Hauptziel.

Ich bin mir natürlich bewusst, mit dieser durchaus als "Abrechnung" zu bezeichnenden Niederschrift, mir einige Verbalattacken einzuhandeln, von Leuten, denen PC-Spiele viel bedeuten. Da ich darauf jedoch gefasst bin, werde ich, entgegen meiner sonstigen Art, mich dadurch nicht provoziert fühlen sondern mich bemühen, wenn erforderlich, sachliche Antworten zu produzieren. Optimalerweise, werde ich jedoch nicht mal das müssen.


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Re: PC-Games Tristesse
02.04.2006, 11:50:49
du begehst einenn großen fehler.
du glaubst, dass du das verinnen der zeit automatisch neue kreative ideen entstehen...
geh mal ins kino ... ein blockbuster läuft noch immer nach dem schema f ab wie vor 10 jahren nur 1000explosionenn mehr und bissi computer-graphik.

und es ist auch nicht unlogisch. was sich weiterentwickelt hat, ist die hardware und wie du selber sagst hat das eh die auswirkung auf die graphik :-)

und das ist es auch was der grosteil will. wenn ich einen shooter kauf, will ich einen shooter und ich bin zufrieden, wenn ich mich dann auch noch in den blutlachen spiegel kann bin ich überglücklich und die sache hat sich :-)

bei autorennen so ähnlich: graphik ist super, du kannst tunen und merkst veränderungen was willst du mehr??

du solltest dich abseits des mainstreams nach inovativen spielideen umschaun, und nicht den mainstream dafür kritisieren, dass er genau das hält was er verpricht und alle erwarten.

ich will bei einem ego-shooter keinen "sims-features" das mein charakter müde oder hungrig wird bzw. sich verliebt |-D noch interessiert es mich, dass in wirklichkeit bei tempo 300 alles nur mehr rattert, nullsicht hat  und man solche kurven unmöglich fahren kann |-D oder was hättest du als weiterentwicklung verstanden ;-)

28.04.2004  Deutschland - Romania  1:5
06.06.2004  Deutschland – Magyarország  0:2
19.06.2004  Latvija - Deutschland  0:0
19.12.2004  Südkorea - Deutschland  3:1
01.03.2006  Italia - Deutschland 4:1

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Re: PC-Games Tristesse
02.04.2006, 14:22:37
Der Herr Grinch wieder mal, und diesmal versucht er sich im Schwanengesang gegen die Spieleindustrie, naja warum nicht, auch er ist ein Konsument. :-)

Kurz mal die Fakten für dich und alle anderen "Nörgler", oder Schwarzseher, bzw. desillusionierten Zocker.

KEINER von den Entwicklern kann das Rad neu erfinden, es war eigentlich alles schon mal da.

Und der nächste Fakt betrifft uns alle, also die Käufer.

Warum gibt es so viele Fortsetzungen, warum erscheint seit 1996 jedes Jahr ein neues FIFA Fussballgame....hmm....ganz einfach...weil der Markt dafür da ist.

Neue Konzepte kosten viel Geld und Zeit, beides Faktoren die heute nicht mehr gefragt sind, oder anders ausgedrückt, nicht mehr von der Mehrheit der großen Spielesoftware Firmen wie z.b. EA Games oder UBISoft getragen werden.

Heute benötig ein neues Spiel, im Schnitt, gerne mal 2-4 Jahre bis es auf den Markt kommt, und eben diese Zeitspanne können sich vor allen die kleineren Softwareschmieden nicht mit einen FLOP leisten.

Daher wird das althergebrachte immer wieder neu aufgelegt, und wenn man sich die reinen Verkaufszahlen ansieht, kann man es den Entwicklern nicht mal verübeln.

Reine Fortsetzungen ziehen am meisten, logisch, schon der Vorgänger verkaufte sich gut, also wird kein übermässiges Risiko eingegangen, kann man durchaus nachvollziehen, keiner hat Kohle zu verschenken.

Nun Mister Grinch, deine Sichtweise ist sehr subjektiv, und mag sein das sein Alter auch eine Rolle spielt, kann ich natürlich von hier nicht beurteilen, möchte ich auch gar nicht. :-)

Ich bin heuer 37 Jahre alt geworden, und erfreue mich gerade wie ein Teenager an den genialen Rollenspiel "Oblivion", und voriges Jahr kippte ich total auf WoW rein, und das ist auch gut so, möchte mir meine Kindheit so lange wie möglich erhalten, und solange ich Spaß am Spielen habe werde ich nicht alt und grau. :-)

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Re: PC-Games Tristesse
04.04.2006, 15:08:00
Nun ja - das darf man nicht unwidersprochen so stehen lassen.

IMHO gibt es Meilensteine/Wendepunkte bei den Spielen, die auch früher selten waren...

In meiner Computer-Spielevergangenheit waren das
M.U.L.E.
Bruce-Lee
Summer Games
Impossible Mission
Kaiser
Hamurabbi
Warcraft 1&2
Tetris
Ultima's (3-8)
Mortal Combat
Elite
Infocomm-Adventures
wie-auch-immer-das-PS1-Spiel-mit-den-runterfallenden-würfeln-benannt-war
Wolfenstein3D/Doom's
Gothic

Alle dieser Spiele stellten mir neue Spielkonzepte vor - und ich spielte sie extremst.

Ein "Neueinsteiger" in die PC-Spielewelt wird heute halt neuere Spiele mit besseren Grahpiken/Sound kennenlernen - aber trotzdem von jedem der bekannten Genres mal welche anspielen...

Nur für uns sieht es so aus, als ob sich nichts getan hätte - aber nur, weil wir uns in denselben Genres bewegen... Tatsächlich tat sich IMHO aber viel. Wenn auch die Genres dieselben blieben (und die Spiele dadurch naturgemäß ähnlich) - so wurde doch die Immersion extrem stärker... Doom3 finde ich wegen dem atmosphärischen Sound phantastisch, die realistischeren Graphiken helfen auch zu einem besseren eintauchen...

Das Phänomen, daß du beschreibst (daß eben alles mehr oder minder dasselbe bleibe) sehe ich bei anderer Unterhaltung (Filmen/Bücher/Theater/...) weit stärker ausgeprägt als bei Computerspielen, wo sich nicht nur die Präsentation sondern auch das "dahinter", sei es die AI, sei es der Umfang der Szenerie stark verbesserte... Und neue Konzepte (siehe Tetris, M.U.L.E., ... ) gab es IMHO auch weit mehr in demselben Zeitraum

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