Re(3): neue Fenster - besserer K-Wert - messen?
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Re(3): neue Fenster - besserer K-Wert - messen?
19.05.2009, 10:34:44
Hier noch allgemeines zu Schallschutz-Glas:

Schallschutzverglasung 2-fach
d.h. Floatglas plus Floatglas mit Wärmedämmschicht (Klebefolie dazwischen) und Edelgasfüllung.

Weiche Glassorten sind für Schallschutzverglasung günstiger, da sie weniger zum Mitschwingen neigen, wie besonders hartes Glas (das Eigenresonanz-Verhalten ist größer). Prinzipiell sind die Unterschiede minimal, aber messbar - ob man die Unterschiede jedoch wirklich subjektiv hört und auseinanderhalten kann, ist fraglich (nach der Deviese: mehr ist besser wird optimiert ...) Kunststoffscheiben werden nur für erhöhten Einbruchschutz verwendet.

Die optimale Wirksamkeit der Schalldämmung ist nur zu erreichen, duch das Zusammenspiel des Schallschutzglases, der Rahmenkonstruktion und einem fachgerechten Baukörperanschluss.
Da Schallschutzglas meisents ein hohes Flächengewicht aufweist, ist ganz besonders auf die Stabilität der Rahmen und Beschläge zu achten.

Die Schalldämmung hängt vom Aufbau des Isolierglases, von der Schallgeschwindigkeit der Füllgase und von deren Mischungsverhältnis ab (ist sehr schwierig von kleinen Glasbetriben in gleichmäßiger Qualität einzubringen - ohne eigene abgeschlossene Gaskammer-Anlage.

Zur Zeit wird zur Verbesserung der Schalldämmung überwiegend das Schwergas Schwefelhexafluorid (SF6) verwendet.

Schallschutzklassen 1-5:
[Schallschutzklassen bezeichnet die Schalldämmung von Fenstern nach VDI-Richtlinie 2719]
Sicherheitsverglasung 2-fach
d.h. Laminit-VSG plus Floatglas mit Wärmedämmschicht und Edelgasfüllung
25 - 29 dB ruhige Wohngegend
30 - 34 dB normale Wohnstraße
40 - 44 dB Hauptverkehrsstraße
45 - 49 dB Fluglärm-Zone

Zum Rahmenmaterial:
Wärmedämm-mäßig ist Holz schlichtweg ideal. Optimal ist "Nordische" Kiefer, da sie viel Harz enthält (ist sehr *TRÖT*sfähig der Witterung gegenüber und elstisch) und hat sehr enge Jahresringe (das Holz ist sehr dicht (gleichmäßig) und hat eine höhere Bruchsicherheit - nicht zuletzt gegen Frost-Sprengungen). Hohe Qualität wird erziehlt durch Fällen in der Winterfrostperiode. Spezialisten nehmen auch noch Rücksicht auf die Mondphase zum Tag des Umschneidens. Davon hängt ab, ob viel "Saft" in den Holzzellen vorhanden ist oder weniger. Wird im Sommer gefällt, ist in den äußeren Schichten viel "Saft" im Stamm der dann bald ausrinnt - der Holzkern ist dichter - es gibt große Spannungen im Holz und der Stamm zerspringt ...  Weiters ist optimal wenn der Stamm (und dann die geschnittenen Bohlen) sehr langsam austrocknet.
Sehr gute Fensterholzqualität ist deshalb ziemlich teuer !!!
Extrem beanspruchend ist in unseren Breitengraden der Temperaturwechsel um den Gefrierpunkt (Frostsprengungen - eingedrungene Feuchtigkeit friert - auch nur durch hohe Luftfeuchtigkeit). In Ländern wie Schweden wo die Außentemperatur tief fällt und monatelang so bleibt, halten sich Holzfenster unbehandelt über Jahrzehnte !!!
Da bei uns Fensterlackierarbeiten zu teuer geworden sind, ist optimal: Holzrahmen mit außen angefügten Metallprofilen (bieten UV-Schutz und halten den Schlagregen ab).

Kunststoff ist billig. Kunststoff-Fensterrahmen gehen dem allen aus dem Weg. Sie versuchen durch viele Kammern besseres Wärmedämm- und Schallschutz-Verhalten zu erzeugen, können dem Material Holz allerdings nicht das Wasser reichen. Fragwürdig ist auch die Haltbarkeit von Kunststoff-Rahmen über Jahrzehnte (Holz hält zumindest an der Wetterseite - alle 10 Jahre neu lackiert - um die 100 Jahre aus Erfahrung.)

Witterungsmäßig AM BESTEN (langlebigsten):
aber auch am teuersten sind Metallrahmen - Außenschale mit Kunststoff-Stegen getrennt vom statisch tragenden Innen-Rahmen (mitunter NIRO-Bolzen die die Außenhülle statisch mit innen verbinden).
Fabrikate aus Italien machen in den jetzten Jahren alteingesessenen Produzenten wie SCHÜKO (bei uns in Österreich vertreten durch Fa. Alu König-Stahl) große Kongurenz !!!

Vor einigen Jahren war es nicht möglich Förderungsgelder bei Verwendung von Kunststoff-Fensterrahmen zu erhalten. Textlich steht in den Rahmenbedingungen zumindest: " ... Material darf kein PVC enthalten ... "

Liebe Grüße
Atschy










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