Re(4): Lautsprechermembran hat Risse -> Reparatur?
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Re(4): Lautsprechermembran hat Risse -> Reparatur?
KJ
13.09.2009, 14:07:59
Du hast im Prinzip für dei ehutigen Analgen recht, ich hab' ein paar aber's
nachzureichen:

Der "Zahn der Zeit" wird durch einigermaßen heftige Bewegung des Sickengummis
unterstützt - ich möchte nochmals bekräftigen, dass zwar die Alterung einen
guten Anteil hat, dieser Lautsprecher sicher "gut" belastet wurde - er hat
sozusagen "seine Kilometer runter". Bei einem alten Herren, dessen Musik eher
im klassischen Bereich zu suchen ist, wird so ein Bruch auch nach Jahren kaum
zu finden sein - wie auch Autos bei alten Herren länger halten.


Ja, prinzipielle Zustimmung.
Dennoch, es gibt wie du weißt, verschiedene Materialien aus denen Sicken gefertigt werden/wurden. Und da wir gerade von eher ältern LS sprechen, waren die Eigenschaften die diese Sickenmaterialien hatten nicht immer bis ins Detail bekannt in Hinsicht auf Alterung. Konkreter Fall, da dieser bei mir selber eingetreten ist: Quadral verwendetete vor Jahren ein Sickenmaterial, das sich zwischen 15 u. 20 Jahren auflöst, zerbröselt. Und das ohne hohe Pegel oder Dauerbelastung. Damals wusste das halt keiner und ist heute bei dieser Serie ein alter Hut.
Das nur als Beispiel und hat auch nichts damit zu tun, daß es beim Erstposter so sein *muss*



Du hast zwar mit der Aussage dass clipping beim vorzeitigen Boxentot gerne
mitspielt recht, das betrifft aber die Box als gesamtes - im speziellen die
Hochtöner! Clipping ist eine elektrische Belastung,


siehe meine bisherigen Ausführungen respective Ausführungsversuche.

der Gummi des Mitteltieftöners ist aber durch Bewegung gerissen.


Woher weißt du das?
Da keiner von uns (vermutlich) diese Box in Augenschein genommen hat, oder beim Tod derselben dabei war, stützen sich unsere bisherigen Meinungen dieses konktreten Falles betreffend auf einen nicht unerheblichen %-anteil auf Vermutungen.

Clipping sind "Oberwellen", also eher nicht geeignet, denn Mitteltieftöner zu
bewegen. Daher der Schluss, dass die elektrisch in der nähe des
Resonanzbereiches des Boxensystems erzeugte und in mechanische Bewegung
umgesetzte Leistung auf Dauer für den Lautsprecher zu viel war.


Das ist nicht ganz richtig. Naja, Obertöne spielen schon eine gewisse Rolle...
Clipping ist, wie schon dem Namen zu entnehmen ist, ein Abschneiden.
D.h. es wird den pos. und neg. Halbwellen die Spitzen so weit abgeschnitten, daß daraus ein Gleichspannungsteil ensteht. Ist etwa die Höhe der Betriebsspannung für die Endtransistoren minus den anteiligen Kollektor-Emitterstrecken. Wie du sicher weißt, also bei bipolaren
Transistoren je 0,7 Volt. Aber egal, es genügt jedenfalls. Um es kurz auszudrücken ist Clipping ein Übersteuern des Signals, das zu Verzerrungen führt. Eine gewisse Verzerrung kann durchaus gewollt sein, aber nicht beim Musikhören zu Hause. Und wie gesagt, wenn diese Verzerrungen zu hoch werden.....
Das ist auch nicht auf einen bestimmten Freuenzbereich bezogen, hat nichts mit Mitteltöner bewegen oder nicht, oder dem Resonanzbereich einer Box zu tun.
Fakt ist: zum zerstören eines Lautsprechers braucht es keinen Hub. (bzw. nur einen, wenn das magnetische Feld aufgebaut wird, die Membran anzieht, egal in welche Richtung, und dort bleibt....)
Ich habe ja bereits wiederholt vom Gleichspannungsanteil geschrieben. Hänge mal eine Gleichspannung an einen LS und du kannst warten, bis es rausraucht.
Natürlich ist dies wieder abhängig von der Bauart/Belastbarkeit des LS und Spannungshöhe bzw. Strompotenz der Quelle. Bei einer PA Box wird sich's anders verhalten als bei einem Brüllwürfel. Dieses Szenario ist auch bei Endstufendefekt möglich.
Ich denke da im besonderen an Kurzschluß von Endtransistoren, Fet's oder Ausgangselko, falls vorhanden. Bei älteren Verstärkern gabs auch noch keine ausgefeilten Schutzschaltungen. Da ging schon mal ein LS in Rauch auf.
Aber das nur nebenbei, ich will damit nur das Prinzip aufzeigen.

Auch die berühmte Alterung der Sickengummis ist mir bekannt. Sorry, dass ich
den Abkürzer von "machbar" über "Preisfrage" und "zahlt sich nicht aus" auf
"ist nicht" verkürzt habe. Ich bin überzeugt: Wirtschaftlich bleibt der Gang
zum Hersteller in dem Fall die g'scheiteste Lösung.


Dann hast du dein "nicht" imho etwas zu übereilt ausgesprochen.
Ich meine, das muß man individuell abwägen und muß jeder für seinen Fall selbst entscheiden. Ich sprach ja bereits vom Preis/Leistungsverhältnis bzw. ideellem Wert.

Noch was: Ich komme aus der Zeit, in der Watt noch als Sinusdauerleistung mit
entsprechenden Messmitteln bestimmt wurden.


Na, rate mal, aus welcher Zeit ich komme? ;-)

Daher auch die Meinung, dass an einem Ausgang, der 100 Einheiten liefert etwas
zu stecken hat, was diese 100 Einheiten ohne nachzudenken auf Dauer
verkraftet.


Prinzipiell halte ich diese Aussage pysikalisch bzw. elektrotechnisch natürlich auch für richtig.
Aber das trifft halt nicht 1:1 in der "elektroakustischen Welt" zu. ;-)
Bitte dazu, bei Interesse, meine bisherigen Ausführungen nachlesen, oder noch besser: Recherchen im Netz und man wird fündig.

Nicht so wie heute, wenn 80 Watt PMPO (ich glaube, das heißt "PiMPerlOutput"
) aus


Auch nicht schlecht.
Eine andere Definition wäre:
PMPO ist die Angabe des Krach's, den eine Box erzeugt, wenn man sie gegen eine Betonwand wirft.>:-)

So, hab alles gesagt. ;-)
Und wie auch schon einmal erwähnt: Ihr könnts glauben oder nicht.
;-)

Beste Grüße
KJ

13.09.2009, 15:21 Uhr - Editiert von KJ, alte Version: hier
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