Warum zahlen wir in Europa so viel für Kameras?
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Re: Warum zahlen wir in Europa so viel für Kameras?
13.03.2008, 18:55:21
oder die Hersteller geben den Vorteil einfach nicht an die Kunden weiter


stimmt (teilweise)!

Zusätzlich ist eben Europa noch immer kein wirklich einheitlicher, homogener Markt - und im Gewährleistungsrecht, bei den Lohnkosten (für die Mitarbeiter in den Landesgesellschaften), und den Verbrauchssteuern  (Stichwort: 20% USt!) oder bei den Sprachen oder Vertriebsstruktur (Europa-Znetrale + viele Landesgesellschaften + Distris + Händler) direkt mit den USA vergleichbar.

Aus Endkundensicht ist deshalb der Direktimport, insbesondere in Verbindung mit einer "Abgabenverkürzung bei der Einreise" (Schmuggel ;-)) natürlich echt attraktiv.

1x billig rüberfliegen, 1 Notebook, 1 iphone, 1 Kamera, 2 Objektive, Blitz + Zubehör einkaufen rentiert sich - sofern man nicht erwischt wird.

Und selbst wenn man alles deklariert und auf manche Dinge ein paar % Zoll und auf alles brav seine 20% Einfuhrumsatzsteuer abdrückt, dürfte es sich noch locker ausgehen. Wenn eines der Teile allerdings noch während der Garantiezeit oder in den ersten 6 Monaten der ansonsten in Ö geltenden Gewährleistung mit Beweislastumkehr (nachher ist es eh für die Würscht) die Patschn streckt, könnte der Vorteil wider dahin sein ... muß man selbst einschätzen, ob & wieviel Risiko man nehmen möchte & kann!
|-D


PS: es gibt einen Dienstleister in den USA (gegründet von einem in texas lebenden Österreicher), der anbietet, Waren aus (Online) Bestellungen von verschiedenen Händlern entgegenzunehmen (mit niedrigen Binnen-Versandkosten!) und dann alles gemeinsam zu verpacken und als eine Sendung mit einem Logistikdienst nach Wahl um $ 19,90 nach Europa zu schicken. Verzollung wird dabei natürlich ordungsgemäss durchgeführt.

http://www.bonvu.com/

Ich weiß nicht, ob das seriös ist, und habe auch noch keine Erfahrungsberichte dazu gelesen. Es würde mich aber sehr freuen, wenn ein paar Wagemutige das ausprobieren und dann Feedback posten! ;-) |-D

14.03.2008, 17:47 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re: Warum zahlen wir in Europa so viel für Kameras?
15.03.2008, 18:44:58
Man braucht nur die Verdienste der amerikanischen Verkäufer in den Läden und der ganzen Logistikkette (40 Stunden mindestens Arbeitswoche, maximal 2 Wochen Urlaub, natürlich nur 12 Monatsgehälter, bei Krankenstand schnell draußen und nix Gehaltsfortzahlung für 6 Monate, 6 und nicht 12 bzw. 13 bezahlte Feiertage im Jahr) mit denen in Deutschland und Österreich vergleichen! Da hat man schon den ersten Teil der Differenz.

Dass in den USA dazu für das (vor allem Klein- und Mittel) Unternehmen nicht der ganze Lohnzusatzkosten-Schnickschnack wie in Österreich kommt (von Arbeitgeberanteilen an der für US-Verhältnisse "Luxus"-Sozialversicherung wie in Östereich angefangen über FLAG bis zur U-Bahnsteuer usw.) versteht sich von selbst.

Wie sich das ausgeht? Ganz einfach: Lebensmittel sind in den USA ungleich billiger als bei uns womit diese Leutchen - von denen man in den Hollywood-Filmen und Ami-Fernsehschinken so wenig sieht wie von der durch Junk-food Fraß  verfetteten "Normalbevölkerung" - noch immer und mit viel Schulden leben können.

OT-Anmerkung zu aktuellen Situation: Ein früherer Kollege in den USA, der in einer großen Wirtschaftsprüfer-Firma arbeitet, unkte jüngst bei seinem Besuch herüben, dass die jetzige Bankenkrise wegen der geplatzten Subprime-Immobilien-Hype (Null Anzahlung und 3 Jahre tilgungsfreie Hypotheken beim Hauskauf so gut wie an Jedermann) erst ein Vorspiel wäre. Der wahre Brummer käme mit der Kreditkarten-Krise, wenn bei einer Rezession Millionen von Beschäftigten, die bei den Kreditkarten-Gesellschaften hoch und oft um ein halbes Jahreseinkommen verschuldet sind, arbeitslos würden. Dann krachten mehr Banken als schon jetzt mit den uneinbringlichen Hypothekarkrediten...

Der amerikanische Konsumboom ist durch die enorme Verschuldung der Bevölkerung finanziert, auf der gesamtstaatlichen Ebene durch Papierdollars, mit denen die Konsumgüter- und sonstigen Importe aus Lateinamerika, Ostasien wie aus Europa den Lieferländern "bezahlt" werden.  Schon heute sitzen die Notenbanken, in EU-rope die EZB und ihre Mitgliedsbanken bis zur OeNB,  auf Hunderten Milliarden Dollar-Beständen, deren Wertverlust sie nun tagtäglich registrieren müssen.  




15.03.2008, 19:10 Uhr - Editiert von corporate, alte Version: hier
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