Lochkamera PinHole-Abdeckung
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Re(5): Wieso?
20.02.2010, 00:42:38
um Autofahren zu können, muss man  von der Technik nichts wissen, ausser dass es ein lenkrad, ein Gaspedal ein Bremspedal und einen Schaltmechanismus gibt .. plus ein paar weitere Schalter ... und was passiert, wenn man die bedient. Das Wesentliche ist dann die Anwendung im Strassenverkehr. Dass es eine Nockenwelle gibt und was die macht ... irrelevant. Die geschichte des AUtomobils ... absolut irrelevant. Ob man Benzin oder Diesel in den tank schütten muss ... höchst rlevant. Was der Unterschied zwischen einem Dieselmotor und einem Ottomotor ... blunzn ... und so weiter und so fort. Beim fotografieren ist es ganz genauso.

Es gibt ja nur 3 wesentliche Elemente:
* Blende (Loch weiter auf oder weiter zu, mehr/weniger Licht, mehr oder weniger große Schärfentiefe)
* Belichtungszeit (mehr/weniger hell, Bewegungsunschärfe, Verwacklungsrisiko)
* Sensorempfindlichkeit (ISO, mehr/weniger hell, mehr weniger Rauschen).

Es ist absolut UNNÖTIG, das Wort "Silberhalogenid" jemals gehört zu haben. Oder sonst etwas chemisches. Oder "Camera Obscura". Absolut unnötiger Ballast.

Viel wichtiger ist es, "fotografisch sehen zu lernen", Umgang mit Licht - vorhandenem oder selbst gesetztem, Umgang mit verschiedensten Motivszenen,  Übungen, die die kreativität fördern ... das macht einen guten Fotografen.

Der alte Technikdreck dagegen macht ... Innungsmeister.  
!:-) >:-D



... wenn ich eine Botschaft hätte, würde ich ein Foto schicken! ;-)
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Re(9): Wieso?
20.02.2010, 01:03:15
Oder sollen Kinder heutzutage im Zeichenunterricht nur mehr mit airbrush und
Photoshop werken, weil der Pinsel in deinen Augen "veraltet" ist?

in der Volksschule nicht.

Die sinnliche Erfahrung, wenn man Pigment (in diversen Formen) direkt auf Bildträger verschiedenster Materialität aufbringt und daraus ein Bild gestaltet ... das hat was.

Davon völlig unterschieden die Fotografie, die eben immer eine Kamera benötigt, ein technisches Hilfmittel. Warum sollte man da Technik aus dem Museum verwenden, statt unvergleichlich bessere und universellere moderne Technik?

Die Kinder schreiben ja heute auch nicht mehr mit dem Griffel auf der Schiefertafel! Und nicht mit dem Gänsekiel oder Redding-Federn [EDIT: korrekt: Redis-Feder! Danke für den Hin weis, Oliver!] und schwarzer Tusche! Sondern - wenigstens - mit fast ebenso veralteten Schreibgeräten auf Papier. Wäre viel vernünftiger, sie auf iPADs handschreiben zu lassen, statt sie anno 2010 noch immer mit Füllfedern herumschmieren zu lassen!


Ich sehe es vom Ansatz genau anders herum wie Du:

Bei mir wird zuerst das gelernt, was unmittelbar pragmatisch wichtig und notwendig ist. Also beim Schreiben z.B. das Buchstaben malen und dann den Weg zu einer Handschrift. Das könnte auf dem iPAD sein - mit Lernsoftware, Schrifterkennung, instant Feedback = Turbo-Lerneffekt.

Wer sich dann weiter vertiefen will, kann sich von mir aus in ägyptische Keilschrift, chinesische oder arabische Kalligraphie stürzen und die ganze Kulturgeschichte dazu ... aber eben viel später. Und nur wenn Interesse und Lust vorhanden ist.

Und genau so sehe ich das beim Fotografaieren. Bei mir bekam meine Tochter ab 5 eine digiknipse in die Hand und mit 8 ein Handy samt Kamera. Seit sie 4 war, darf sie am PC werken ... u.a. an allen möglichen "Zeichen-/Grafikprogrammen". Mit pinhole-kamera basteln wurde sie dagegen immer nur dann gequält, wenn sie in einen schlechten "Foto workshop für kids" ging. Dort aber regelmässig. Das hat ihr jedes Mal mega gestunken! :-)



... wenn ich eine Botschaft hätte, würde ich ein Foto schicken! ;-)
20.02.2010, 11:27 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re(10): Wieso?
20.02.2010, 01:20:07
Die Kinder schreiben ja heute auch nicht mehr mit dem Griffel auf der
Schiefertafel! Und nicht mit dem Gänsekiel oder Redding-Federn und schwarzer
Tusche!

das hat rein praktische und kostenmässige Gründe.


Wäre viel vernünftiger, sie auf iPADs handschreiben zu lassen, statt sie anno
2010 noch immer mit Füllfedern herumschmieren zu lassen!

Einspruch: die Oberfläche von Touchgeräten taugt !noch! nicht so wirklich, ein schöne, leserliche Handschrift zu trainieren (was ja wohl der Sinn des Schreibens von Hand ist!)

btw - mancherorts wird schon diskutiert, Kinder überhaupt nur mehr Tippen lernen zu lassen. Als nächste lässt man wohl das Kopfrechnen weg (Handy hat einen Taschenrechner "eingebaut", und irgendwann die Fähigkeit, Fakten zu memorisieren (weil, "steht eh im Google")
Jeden Didaktiker stellt es die Zehennägel auf, denn das Schreiben lernen an sich ist ein wesentliches Training der Gehirn-Hand-Auge-Koordination.


Und immer noch wird im Zeichenunterricht auch Tuschezeichnen etc. vermittelt. Auch in Zeiten von CAD muß jeder HTLer in der Lage sein, eine Reinzeichnung von Hand zu erstellen. Auch das sind Grundlagen.
Jedes höhere Werkzeug macht für seinen Anwender erst dann Sinn, wenn er die Vorgänge dahinter verstanden macht.

Hast du dich jemals gefragt, warum man im Zeitalter von 32bit Prozessoren noch Bruchrechnung, Gleichungen umformen und Überschlagsrechnung lernt?
(wenn du jetzt antwortest, diese Fertigkeiten wären ohnehin sinnlos, dann schliesse ich die Diskussion ab.)

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Re(11): Wieso?
20.02.2010, 01:45:48
Hast du dich jemals gefragt, warum man im Zeitalter von 32bit Prozessoren noch
Bruchrechnung, Gleichungen umformen und Überschlagsrechnung lernt?
(wenn du jetzt antwortest, diese Fertigkeiten wären ohnehin sinnlos, dann
schliesse ich die Diskussion ab.)


ja. Ausser einfache Kopfrechnungen und Überschlagsrechnung. Die ist eminent wichtig und nützlich. ;-) Und Prozentrechnen im Kopf. :-) Und (Druck-) Schrift überkopf lesen können. Das ist wahrhaft nützlich im Leben!  

Das meiste andere Genannte halte ich aber tatsächlich für mittlerweile völlig verzichtbar. Schöne Handschrift? Nudlwurscht. Nicht einmal ein lebenslauf muiss heute mehr handschriftlich sein. Wer keine schöne Handschrift hat, schreibt eben SMS und mails. Und wer sich auch mit der Rehctschreibung nicht so gut auskennt, lässt den spellchecker drüber laufen. :-)

Jedes beliebige Computer-/Nintendo/Gameboy-Spiel ist um den Faktor 1000 bessere Hirn-Hand-Auge Koordination als schönschreiben.

Visuelle Erfassung ist wichtig, sprachliche Ausdrucksfähigkeit in mehreren lebenden Sprachen ist eminent wichtig, Latein und Altgriechich sind reiner Ballast ausser für Historiker und Archäologen, und soziale Fähigkeiten sind wichtig ... da wäre viel mehr zu üben und trainieren.

Jedes höhere Werkzeug macht für seinen Anwender erst dann Sinn, wenn er die
Vorgänge dahinter verstanden macht.


Das sehe ich genau anders. Ein Werkzeug macht für den Benutzer NUR dann Sinn, wenn er damit umgehen kann.

Wer z.B. mit einer Axt gut Holz spalten kann, ohne sich selbst die Hand abzuschlagen dabei, der braucht von theoretischer Physik, von Kraft, Arbeit, Impuls, aber auch von der Kulturgeschichte der Wikinger-Streitaxt, von Chrom-Vanadium-Molybdän, Eisenverhüttung und Erzberg und von Eschenholz genau NULL zu wissen. Es schadet nichts. Es mag auch individuell befriedigend sein. Aber NOTWENDIG ist es in keiner Weise. Es wäre etwas anderes, wenn man selbst eine Axt designen oder produzieren soll. Für den reinen Werkzeug-Benutzer dagegen nicht. Wichtig wäre aber, dass der Axtbesitzer verstanden hat, dass man damit seinem Nächsten tunlichst nicht den Schädel einschlagen sollte. DAS gehört vermittelt - mitsamt guter Begründung zum WARUM? ... weil es nicht notwendigerweise selbsterklärend oder selbst-erfahrbar ist. :-)



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20.02.2010, 01:56 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re(10): Wieso?
20.02.2010, 01:37:54
Bei mir wird zuerst das gelernt, was unmittelbar pragmatisch wichtig und
notwendig ist.

ich hab vorhin schon geschrieben: in welche Richtung man ein Hobby entwickelt, ist individuell. Du kanzelst hingegen alles "alte" als total unnütz ab.

iPAD sein - mit Lernsoftware, Schrifterkennung, instant Feedback =
Turbo-Lerneffekt.

mit Verlaub: du hast offenbar keine (null) Ahnung von Lehre, Didaktik, Lernverhalten und kindlicher Auffassungsgabe.
Man hat jahrzehntelang geglaubt, Kinder mit solchen Maßnahmen extrem schnell lernen lassen zu können. Aber die meisten Ansätze in Volksschule und Unterstufe auf Basis von technischen Spielereien in Fächern die damit nichts zu tun hatte, scheiterten. Selbst in Oberstufe und Uni sind "eLearning" usw. noch weit davon entfernt, perfekt und universell zu funktionieren. Man kann Inhalte sehr schnell und sehr billig reproduzieren und verbreiten, keine Frage. Aber den Inhalt im Gehirn zu verankern, das ist damit nicht automatisch getan.

ad Tochter - was hast du dir erhofft, was sie in einem Fotokurs lernt? Ist dir die Sichtweise eines Klein-/Volksschulkindes überhaupt bewusst? (beantworte diese Frage nur dir selber) Ein Kind will eine Erinnerung, einen Moment behalten und anderen zeigen. In dem Alter ist man von aktiver Bildgestaltung normal weit entfernt, es passiert intuitiv (oder geht daneben). Das hat aber IMHO mit "Fotographieren" wie du es offenbar im kreativen, modernen Sinn propagierst, wenig zu tun.

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ist sowieso müssig, sich über "pinhole" so aufzuschaukeln - es gibt noch viel mehr Verfahren, wie "Auraphotographie" (mit Hochspannung), Emulsionen auf beliebigen Oberflächen, chemische Solarisation, Umkehrentwicklungen und Cross-Processing, Blueboxing, Mehrfachbelichtungen und 2nd Curtain, Falschfarbenfotographie, "Lichtmalerei" mit Laserpointer, Experimente mit allerlei Speziallampen, Tilt-Shift und Fachcameras (Fuji GX680 *habenwill*)....

aber bleib nur bei deiner modernen Ausrüstung und diskutiere mit deinesgleichen über die Vorzüge der neuesten AF-Firmware +*)

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Re(8): Wieso?
20.02.2010, 11:41:46
Du hast Recht, die Schärfenebene fehlt ... spielt aber für die Mehrzahl der Fotoamateure keine praktische Rolle. Im Kleinbild-Bereich sind Tilt-Shift Objektive preislich doch etwas weit oben angesiedelt. Und alle mechano-optischen Apparaturen größer KB sind zu zu groß, schwer, sperrig und/oder ebenfalls viel zu teuer.

Abgesehen davon glaube ich, dass EBV mittlerweile das bessere Werkzeug ist, um die gewünschten Effekte nicht-rechter Winkel zwischen Sensorebene und Objektivachse zu Wege zu bringen. :-)

Wenn ich z.B. lese, was das allergeilste aller geilen neuen Tilt Shifts, das Canon  TS-E 17/4 L kann ... das kreibl musss man auf f/8 abblenden ... da wäre es m.E. wesentlich billiger und gescheiter, ein universell verwendbares Nikon 14-24 Zoom oder auch das Canon 24/1.4 II auf f/4 abgeblendet zu nehmen, und in den entstandenen Bilder dann am PC nach Herzenslust digital die Schärfenebene zu tilten shiften und scheimpflugen, dass sich die Balken und Wände biegen. Da bleibt am Ende trotzdem mehr Auflösung übrig, wenn zu beginn  ausreichend Megapixel zur Verfügung gestanden sind. Sagen wir: 21-32 MP an KB. !:-) |-D

Wer es dagegen partout "mechano-optisch" [das klingt schon so nach "Austro-Mechana" >:-D ] will, soll sich eben ein lensbaby kaufen. Das ist optisch um einen wesentlich kleineren Faktor schlechter als es dem preisunterschied zu einem Tilt-Shift entspricht. Von einer optischen bank gar nicht zu reden. |-D



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Re(7): Wieso?
20.02.2010, 15:22:40
dass man mittels Zündschlüssel auch einen Mortor erwürgen könnte

was für ein Zündschlüssel? Gibts nur noch bei Autos aus dem Automuseum. :-)

Alles was aktuell und gut ist, hat einen Startknopf. da kannst mit dem Schlüssel gar nix mehr erwürgen. B-)


Darum ging es mir in der Diskussion aber gar nicht.

Ich möchte einfach radikal ein paar der weitverbreiteten verzopften, falschen Uralt-Meinungen abschneiden mit denen mich meine Mitmenschen fortwährend quälen. Der Schas wird nämlich auch durch 1000-fache Wiederholung weder richtiger noch erträglicher:

z.B.  eine willkürliche Sammlung solcher "zöpfe":

* Zopf #1: "Richtig Fotografieren lernt man nur mit einer voll manuellen Kamera"

* Zopf #2: "Geschwindigkeiten über 40km/h zerreissen jedem Menschen unweigerlich die Lungen"

* Zopf #3: "Zuerst Latein lernen ist der beste Weg, um anschliessend locker flocker in 5 romanischen Sprachen zu parlieren"

* Zopf #4: "Früher war alles besser"

* Zopf #5: "wer nie eine Lochkamera gebastelt hat, aus dem wird nie ein guter Fotograf"

* Zopf #6 "eine Lehre muss mindestens 3 Jahre dauern, und wenn ein jahr davon nur Leberkässemmel holen ist"

* Zopf #7 "Alles über Sxhrittempo ist Raserei"

* Zopf #8 "um Neues zu lernen muss man vorher den ganzen alten Schas im Detail studiert haben!"

...

Ich könnte wie Martin Luther durchaus auch 95 Zöpfe an die Forumstür hier nageln. Ich erspar es mir und Euch aber ... es soll ja keiner dersticken dran. |-D >:-D



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20.02.2010, 15:23 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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