Re(2): Lobauautobahn oder Alternativen (P&R Anlagen, Öffi-Ausbau)
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.  Ich bin für die Lobauautobahn  (Die Chefarzt am 30.11.2011, 09:06:58)
..  Re: Ich bin für die Lobauautobahn  (bart99 am 30.11.2011, 13:36:18)
..  Re: Ich bin für die Lobauautobahn  (Geri_65 am 30.11.2011, 15:18:20)
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Re(2): Lobauautobahn oder Alternativen (P&R Anlagen, Öffi-Ausbau)
01.12.2011, 08:45:04
die grünen wollen einen möglichst weitgehenden umstieg der menschen auf den öffentlichen verkehr. der aber nicht binnen 2 jahren realisierbar ist, weil in den vergangenen jahrzehnten primär ins hochrangige straßennetz investiert wurde, und nicht in den öffentlichen verkehr. dazu kommt, dass die autofahrer und lkws die infrastruktur vom staat gratis zur verfügung gestellt bekommen (lkw-maut und v.a. vignette haben eher symbolischen charakter...), während die bahn das selbst finanzieren muss - zwar auch mit staatlichen zuschüssen, aber dennoch.

wenn, dann müsste ein wirklich konsequentes umdenken stattfinden. die pendlerstrecken auf der bahn müssten massiv verbessert werden, auch und gerade nebenbahnen, dort allfällige lücken geschlossen, und daneben ein dichtes busnetz zur ergänzung eingerichtet werden. einschließlich vernünftigen stadtbussen in den kleinstädten am land, auch dafür gibts sehr gut funktionierende beispiele. all das allerdings nicht mit dem ziel, gewinne zu erwirtschaften, sondern um bestmögliche versorgung sicherzustellen. und natürlich müssen an den bahnhöfen und haltestellen ausreichend parkplätze zur verfügung stehen für die, die nicht direkt angebunden sind an diese linien.

das sind natülich massive investitionen, die zig milliarden erfodern werden, daher wird das nicht von heute auf morgen gehen. finanzierungen wären möglich über verkehrsabgaben (die dann argumentierbar sind, wenn sie zweckgebunden in den öffentlichen verkehr fließen!) - siehe citymaut in london, dort wurde die busflotte über diese einnahmen modernisiert und ausgebaut. die uralt doppeldecker fahren jetzt nur mehr auf museumsstrecken, und nicht im linienverkehr, wie das vor etlichen jahren noch der fall war.

nein, das ist alles nicht einfach, und ein projekt über zehn oder zwanzig jahre, wo sehr viel geld vorab investiert werden muss. den "märkten" gefällt sowas tendenziell nicht. aber es wäre eine extrem wichtige investition in die zukunft. erstens, weil viele leute (besonders pendler) sehr gern öffentlich fahren würden, wenn das angebot entsprechend wäre. und zweitens, weil das auto aufgrund steigender treibstoffkosten und aus umweltgründen für den massenverkehr sowieso ein auslaufmodell ist. als ergänzung zu öffis ja, aber als alleiniges transportmittel - das wird irgendwann nur mehr für die oberen 10k leistbar sein.

es geht also nicht um ein primitives "autos sind bäh". sondern darum, ein verkehrssystem zu entwickeln, das langfristig funktionieren kann. und dazu muss der autoverkehr zwingend weniger werden. was aber, wie gesagt, nur gehen kann, wenn gleichzeitig die öffis entsprechend besser werden. und genau letzteres ist die herausforderung, wo noch sehr, sehr viel zu tun ist.


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.  Keine Autobahn, keine Alternativen  (User71571 am 01.12.2011, 17:58:52)
..  Re: Keine Autobahn, keine Alternativen  (thE am 02.12.2011, 13:15:25)
 

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