Re(3): Wird aus allem jetzt Treibstoff gemacht ?
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..  Soylent Benzin statt Soylent Green  (to_markus am 13.02.2012, 17:28:36)
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Re(3): Wird aus allem jetzt Treibstoff gemacht ?
14.02.2012, 12:18:35
Ich wußte, irgendwer wird das schreiben, denn die Analogie ist naheliegend aber nicht schlüssig.

Es gibt dabei einen ganz wichtigen Unterschied: die Juden ließen sich nicht freiwillig vernichten, sie wurden also ermordet. In meinem Beitrag ging es aber um gestorbene Menschen.

Wenn jemand gestorben ist, so mag man meinetwegen darüber diskutieren ob an dieser toten Person andere Menschen (Verwandte, etc) noch weitergehende Rechte haben, die einer Verwertung entgegenstünden. Auch stand die körperliche Verwertung in der Judenverfolgung nicht zentral sondern war lediglich nachgelagerte ökonomische Überlegung. Zentral stand die Vernichtung der Juden als Selbstzweck.

Wenn ich die Vorstellung einer ökonomischen Verwertung von gestorbenen fetten Menschen hier darlege, dann musst du mir im Kontext dieser Differenzen mal erklären, was daran geschmacklos ist. Ich finde es bspw. auch nicht geschmacklos/pietätslos wie jemand vom Simmeringer Friedhof, wenn die Abwärme der Kremation in das Fernwärmenetz rückgespeist werden würde.

Wenn du meinen ganzen Beitrag gelesen hast, dann sollte auch klar werden, dass es darin um Kritik an der menschlichen Ressourcenverschwendung ging: wenn man schon so ressourcengierig ist und Wale zu Treibstoff verwerten möchte (dem steht ja ansich nichts entgegen, kommt halt immer drauf an welches Konsumverhalten damit legitimiert wird) so könnte man auch gleich die Verursacher der Ressourcengier als Rohstoffquelle heranziehen: den Menschen. Die Vorstellung uns selbst als Rohstoff zu benutzen macht offensichtlich - wie dein Posting zeigt - betroffen. Und das kratzt auch an der Legitimität der immer durchdringenderen ökonomischen Verwertung aller möglicher Ressourcen (Umwelt, Tier oder eben Mensch) - weil es dann plötzlich uns selbst (unseren Körper) betrifft.
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»Das Fleisch, das wir essen, ist ein mindestens zwei bis fünf Tage alter Leichnam.«
Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller
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