Energiegutschein - Einkommenslimit
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Re(4): Energiegutschein - Einkommenslimit
16.05.2022, 13:39:29
>Ich verstehe das als Netto-Betrag

Stimmt, ich hab mich geirrt, es ist zwar nicht 1:1 das netto das am Konto ankommt, aber es ist jedenfalls nicht brutto.

>wenn du von über 2,6k netto im Monat in einer WG nicht sorgenfrei leben kannst, dann solltest deinen Lebenswandel ganz einfach mal überdenken

Ich ging von brutto aus, aber generell musst schon bedenken, dass man in einer WG oft nur deshalb wohnt weil man Geld sparen muss. Eine WG ist nicht immer klassisch voll mit Studenten, es kann sich auch um ein Paar handeln, dass sich getrennt hat, aber einer der beiden kann sich den Auszug momentan nicht leisten oder findet nicht so schnell eine Wohnung...

>ganz besonders, wenn du in dieser Situation von einem 150 Euro Gutschein abhängig bist....

Darum geht es nicht, die 150 Euro sind natürlich nicht tauglich bei so einem Notfall einen Impact zu haben.

Ich nehme den Gutschein trotzdem in Anspruch, auch wenn es keinen bedeutenden Unterschied macht. Ich lehne auch nicht die Rückzahlung von der Krankenkasse für den Wahlarzt ab, auch wenns nur 25 Euro sind, und das Geld aus der Arbeitnehmerveranlagung macht auch nur wenige hundert Euro aus und trotzdem verzichte ich nicht einfach darauf, weil ich ja eh auch so genug am Konto hab.

Unsere Regierung schmeißt die Steuergelder hinten und vorne für Bullshit raus, da hab ich echt kein Gewissen die auch dank Untätigkeit von Gewessler und Co steigenden Energiepreise wenigstens um diese 150 Euro minimal abzufedern. Dass eine winzige Einmalzahlung wieder kompletter Schwachsinn der Regierung ist, da müssma natürlich ned diskutieren.

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Re(6): Energiegutschein - Einkommenslimit
16.05.2022, 17:14:30
>auf mehr als 600 im Monat pro Person für Miete und BK wirst in einer adäquaten Wohnung nicht kommen.

Stimmt, aber im nächsten Satz sagst du selbst dass für die Versorgung der Schwiegermutter Zusatzkosten entstehen. Was ist also wenn so eine Person in der WG genau solche Zusatzkosten hat, Pflegefall in der Familie, und finanziell nicht gut aufgestellt?

Gerade Pflege kann echt so sauteuer werden, ich hatte das in der Familie wo wir eine Betreuung rund um die Uhr gebraucht haben die wir privat zahlen mussten, das war schon genug Kohle und kam zu allen anderen Versorgungskosten für das Familienmitglied noch obendrauf.

Vielleicht brauchst auch ein Auto, ein Auto kostet dich inkl. Kaufpreis auf 10 Jahre gerechnet nochmal soviel wie eine kleine Wohnung zur Miete, sicher gut 600 Euro im Monat.

Ein Arbeitskollege hat das Erbe seines Vaters angenommen und damit Schulden (ich weiß nicht wieso, wir sind nicht so nahe dass er mir das genauer erklärt hätte), wodurch ihm sein Gehalt gepfändet wird. Er arbeitet absichtlich was ziemlich Simples, weil er meint dass es sich ned auszahlt sich groß abzuarbeiten, weil ihm das eh nur gepfändet wird und er keine Möglichkeit hat das je abzubezahlen. (Hätte jetzt Ende 40 auch keine tollen Chancen mehr was zu finden...)

2600 oder 2800 können da einfach hart sein, auch wenn man in der WG wohnt. Ich hab allein fast eineinhalbtausend Euro Fixkosten (auch aus gesundheitlichen Gründen), wenn man alle Versicherungen und alles Drum und Dran einbezieht, obwohl ich nicht einmal ein Auto besitze und die allermeisten Wege auch im Winter mit dem Rad erledige.

Wäre ich auf ein Auto angewiesen, ich könnte mir diese paarhundert Euro im Monat zusätzlich mit meinem Gehalt und meiner Ausbildung schlicht nicht leisten. Jetzt mit den erhöhten Kosten überall zahl ich bei identem Kaufverhalten plötzlich schon 300 Euro für Lebensmittel im Monat, und das ohne irgendein rotes Fleisch oder Fisch dabei. Das ist erst der Anfang, die Preise werden noch irre klettern und mein Gehalt ist seit Jahren unverändert.

Mit Frau und Kind muss ich dir eh nix sagen, bei dir wirds vermutlich ähnlich sein.

Und wie gesagt, in der WG lebt man meistens aus Kostengründen, mit 2600 brutto wirds schon knapp allein zu leben, wenn man ein bissl Ansprüche hat (leise Lage zum Innenhof oder sowas). Unter 700-800 Euro wirst in Wien nix mehr finden.

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Re(7): Energiegutschein - Einkommenslimit
16.05.2022, 18:01:05
Es ist leider immer so, dass manche bezüglich Beihilfen durch den Rost fallen, bzw. ein Mehrverdienst von € 50 im Monat bedeuten kann, dass man keinen Anspruch auf Wohnbeihilfe, GIS- bzw. Rezeptgebührenbefreiung, Heizkostenzuschuss, (Liste lässt sich fast beliebig weiterführen) hat und einem somit trotz höherem Verdienst am Ende des Monats sogar weniger im Geldtascherl bleibt....

Ich halte auch absolut nix von den Richtlinien des Energiekosten-Bonus, da es eben hier zur Förderung von "Reichen" kommt und in manchen (wenn auch glaub ich seltenen Konstellationen) "Arme" gibt, die durch die Finger schauen.

Anfangs dachte ich ja, dass es so gemacht wird, um den Verwaltungsaufwand möglichst gering und somit die "Auszahlung" möglichst schnell durchführen zu können, aber ich kenn zB bisher aus meinem privaten Umfeld niemanden, der diesen Brief schon bekommen hat.
Aber warum bin ich so überrascht von unserer ineffizienten Bürokratie? - die Grundsicherung für meine Schwiegermutter haben wir auch schon Mitte März beantragt und jetzt, Mitte Mai, durfte sie sich den ersten Barscheck von der Caritas holen, den man natürlich nur bei deren Hausbank in bar beheben kann, um ihn dann bei der eigenen Hausbank wieder einzahlen zu können (für Personen mit reinen Online-Konten dann ja doppelt spannend).

Ich bin halt auch in der glücklichen Lage, dass ich zwar relativ wenig bis kein freies Einkommen habe, aber vor Familiengründung ordentlich gespart habe und jetzt bzw. die nächsten Jahre, davon "zehren" kann - ohne Ersparnisse könnte ich zwar "überleben" aber Sonderanschaffungen bzw. Urlaube/Ausflüge wären nicht wirklich drin.

Hoffentlich ist es nicht naiv zu glauben, dass wir derzeit allgemein in einer schwierigen Lage sind und alles (bald?) wieder besser wird (kräftige Lohnerhöhung nächstes Jahr und gleichzeitig Normalisierung der Inflation und Energiekosten)........


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Re: Energiegutschein - Einkommenslimit
13.05.2022, 19:26:44
Zusammen zu wohnen bedeutet noch nicht direkt, dass es einen gemeinsamen Haushalt gibt. Man muss dazu auch gemeinsam wirtschaften. Und die notwendige Wirtschaftsgemeinschaft gibt es zB bei einer WG gar nicht zwingend:

https://360.lexisnexis.at/d/entscheidungen-ris/1ob910_54/d_OGH_1954_JJR_19541215_OGH0002_0010OB0_747ab2dcc4

Zitat: "Unter gemeinsamen Haushalt ist nicht nur gemeinsames Wohnen, sondern gemeinsame Wohnung und Wirtschaften zu verstehen. Gemeinsames Wirtschaften bedeutet zwar nicht, daß der Mieter die gesamten Kosten des gemeinsamen Haushaltes bestreiten müsse, wohl aber, daß der Haushalt auf gemeinsame Rechnung erfolge, das heißt also, daß von den Mitbewohnern die Mittel zur Bestreitung des Haushaltes gemeinsam aufgebracht und nicht gesondert verwendet, sondern vereinigt werden und daß daraus die nötigen Anschaffungen gemacht und ohne weitere Unterscheidung verbraucht werden. Die räumliche Gemeinschaft ist eine der beiden genannten Voraussetzungen des gemeinsamen Haushaltes, die aber allein nicht ausreicht, um ihn zu begründen."

In meiner letzten WG war mein Mitbewohner zu 90% der Zeit auf der Uni, die restliche hat er geschlafen. Zuhause hat er nicht einmal gefrühstückt. 100% der Lebensmittel im Kühlschrank waren von mir eingekauft und wurden auch von mir verspeist. Wir hatten nur gemeinsam, dass unsere Wohnungsschlüssel die gleiche Tür sperren.

Das kann also beim besten Willen kein gemeinsames Wirtschaften sein kann und somit besteht auch kein gemeinsamer Haushalt. In einer anderen WG war das Mädl ständig beim Freund und hat somit gar nicht erst in der WG Tag/Nacht verbracht und war selten da. Dass ihr Hauptwohnsitz die Adresse der WG war, ändert nix daran dass es hier keinen gemeinsamen Haushalt geben konnte.

So unglaublich es also auch klingen mag, selbst das eigene Kind muss also nicht pauschal zum eigenen Haushalt gehören: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=106050

Vater, Mutter, Kind, da wurde die Rückforderung der Familienbeihilfe aufgehoben, zu der es kam, weil die Finanzen des im gleichen Haus lebenden Vaters miteinbezogen wurde und somit kein Anspruch bestünde. Es konnte aber offensichtlich nachgewiesen werden, dass der Vater dem Kind lediglich gestattete das Haus zu verwenden und sich ansonsten nicht beteiligt, und die Mutter für alles aufkam.

Somit war der Vater nicht am Mutter-Kind-Haushalt beteiligt, und innerhalb des Mutter-Kind-Haushalts bestand doch Anspruch auf Familienbeihilfe.

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Re(5): Energiegutschein - Einkommenslimit
16.05.2022, 11:28:25
>Wenn mehrere Personen in einer Wohnung mit einem Energieliefervertrag leben- egal wie man es nennt-

Das ist ganz und gar nicht egal und nennt sich Rechtssicherheit. Wir Bürger haben einen Anspruch darauf, dass die Voraussetzungen für den Energiekostengutschein klar definiert sind. Das sind sie auch, und diese Definitionen sagen eben:

https://www.oesterreich.gv.at/themen/steuern_und_finanzen/sonstige_beihilfen_und_foerderungen/energiekostenausgleich/faq/voraussetzungen.html

Zitat: "Sie leben am Hauptwohnsitz mit einer Person/mehreren Personen, die dort ebenfalls ihren Hauptwohnsitz hat/haben, in einem Haushalt zusammen."

Zitat: "Bei einem Mehrpersonenhaushalt ermitteln Sie die Einkünfte der haushaltszugehörigen Personen"

Spielte der Haushalt keine Rolle, würde er nicht ständig erwähnt. Die Definition von Haushalt hab ich dir bereits geliefert, aber du glaubst es anscheinend nicht, auch wenn sie vom OGH kommt.

>Ob die Personen sich privat etwas anderes ausgemacht haben interessiert in dem Fall niemand.

Was heißt privat ausgemacht? Wie sonst macht man sich sowas aus? Öffentlich via Zeitungsannonce? Wenn wir zwei in einer Wohnung leben und du zahlst meine Miete mit, dann vermischen sich unsere Finanzen, dann wirtschaften wir gemeinsam. Das ist Voraussetzung um einen Haushalt nach OGH-Definition zu haben.

Nur eine Wohnung gemeinsam zu bewohnen und sich die Energiekosten zu teilen ergibt noch KEINEN Haushalt.

Du kannst glauben was du willst, aber nochmal abschließend:

>Wenn mehrere Personen in einer Wohnung mit einem Energieliefervertrag leben

Wäre das wirklich so, dann wäre es auch auf der verlinkten Webseite so angegeben. Ist es aber nicht. Du hast dir das also schlicht ausgedacht.

Das ist nicht so trivial und unwichtig, weil von der korrekten Definition nicht nur diese lächerlichen 150 Euro abhängen, das ist genauso relevant für viele Sachen wie zB Familienbeihilfe, auf die nicht so gut verdienende Menschen tatsächlich angewiesen sind. Aber auch diese lächerlichen 150 Euro hier, wenn sie mir zustehen dann schau ich auch dass ich sie bekomme. Ich reiche auch Wahlarzt-Rechnungen an die Krankenkasse ein wo mir ein minimaler Anteil erstattet wird, anstatt zu sagen das Geld brauch ich eh ned. Das ist jetzt nicht spezifisch an dich gerichtet, es gab im Thread irgendwo Kommentare dazu.

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Re(7): Energiegutschein - Einkommenslimit
14.06.2022, 11:22:38
Na eh, wir brachten die letzten 2,5 Jahre meine Familie mit 2000 Einkommen und
400 Kinderbetreuungsgeld durch, aber ICH hab keinen Tau


Das Thema ist ein anderes.

Jeder hat einen gewissen Lebensstandard - einkommensabhängig, Lebensstil - bevor die Kinder kommen.

Und dann kommen die Kinder und bedeuten zusätzliche Kosten. Und je nach vorherigem Lebensstandard decken die diversen staatlichen Zuwendungen diese Zusatzkosten mehr oder weniger ab.

Und bei Einkommen über der Mitte ist die Abdeckung (leider oder gottseidank) nur teilweise gegeben.

Und das führt dazu, dass die Mittelklasse immer weniger Kinder hat. Eben weil die Kinder bei ihnen einen gravierenden Rückschritt in der MONETÄREN Lebensqualität haben.

Für die Gstopften (Enzo, ich...) ist das wiederum egal, weil sich bei denen vielleicht die Sparrate reduziert, aber sie müssen sich aufgrund der Kinder-Kosten nicht signifikant einschränken.

Einen (vorher bekannten) Einnahmenausfall als Kosten zu deklarieren ist ja
sehr kreativ - bist du zufällig Steuerberater für Oligarchen und Stiftungen?


Das ist die Realität. Das ist einerseits Kultur und andererseits ein Problem der mangelnden Kinderbetreuung in Österreich. Womit das Familieneinkommen drastisch nach unten geht - besonders auf Gesamtlebenszeit betrachtet.

Wusste nicht, dass der Kindergarten in Wien kostenpflichtig ist - in OÖ zahl
ich da zum Glück nichts.

Kindergarten ist frei, Ernährung dort aber nicht. Aber Tagesmutter ist NICHT frei.

Enzo hat ein riesengroßes Haus, ein weiteres "Argument" das nicht zählt, der
hat wahrscheinlich jetzt noch 2-3 freie Zimmer.

Ohne Kinder hätte ich definitiv ein kleineres Haus. Wird bei Enzo auch nicht anders sein. Und daher kannst du diese Kosten klar den Kindern zuordnen.

A4 Limousine


Bei 3 Kindern wie in meinem Fall ein lustiger Gedanke. Bei Bedarf kann ich dir Bilder schicken, wie mein Alhambra im Fall eines gemeinsamen Urlaubs aussieht.


14.06.2022, 15:15 Uhr - Editiert von Paulas_Papa, alte Version: hier
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Re(8): Energiegutschein - Einkommenslimit
14.06.2022, 15:45:53
Ohne Kinder hätte ich ein kleineres Haus von der Seite 1/3 weniger kosten.


Ohne Kinder hättest du wirklich ein 80-100m² Haus? Ich kenn ja einige kinderlose Paare (auch solche wo es so bleiben soll), aber jene, die sich einen Hausbau leisten können, haben trotzdem mindestens 130m²...

Mein Toyota Kombi was sicher billiger als dein A4


Nur wenn dein Toyota nicht neu war - meiner war nämlich auch vor 15 Jahren (eigentlich erst 14) schon gebraucht und verhältnismäßig günstig ;-)

Ich versteh jetzt nicht ganz, wofür man eine Ganztagesbetreuung für sein Kind braucht, wenn man ja eh nur Halbtags arbeitet - also ich würde mal sagen entweder/oder ?-)

Was hat jetzt Dein Einkommen damit zu tun was Kinder im Allgemeinen kosten?


Das ein Kind sicher nicht so existenzbedrohend teuer ist wie hier manche darstellen - sonst könnte ich mir das nämlich sicher nicht leisten.

Das kommt mir jetzt irgendwie vor wie bei einem FPÖ Stammtischbeitrag - einerseits gibt's von der Regierung viel zu wenig Geld für Familien, andererseits leben die bösen Migranten mit 6 Kindern nur vom Staat..... - bitte nicht falsch verstehen, das ist jetzt absolut nicht auf dich, Papa oder Enzo bezogen, sondern mir nur grad so in den Sinn gekommen.

Edit:
Eigentlich ist die ganze Diskussion bzw. mein Standpunkt eh für die Würscht - Kinder "leistet" man sich, so man will, oder eben nicht - an den finanziellen Aspekt habe ich bei der Familienplanung ehrlich gesagt überhaupt nicht gedacht.


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14.06.2022, 15:48 Uhr - Editiert von Barney, alte Version: hier
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