Wie man ETFs ausnimmt
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Wie man ETFs ausnimmt
22.05.2026, 08:26:51
Ein Interessanter Artikel in der Financial Times erklärt, dass es für die großen IPOs neue Regeln zur Aufnahme in Indizes gibt. Statt bisher 12 Monate sinds nur mehr 15 Tage bevor ein Titel in den Nasdaq aufgenommen werden darf.

Sobald er drin ist, müssen die ETFs kaufen. Das, kombiniert mit einer hohen Bewertung von 1,7 Billionen (englisch: Trillion) für SpaceX allein und der Tatsache, dass nur ca 5% der Aktien für die Allgemeinheit verfügbar sein werden, führt dazu, dass die ETFs die Aktien zu viel zu hohen Preisen kaufen werden.

Gleichzeitig müssen die ETFs andere Aktien verkaufen, um die Indizes richtig abzubilden. Es werden bei den 8 größten Unternehmen Aktienverkäufe von $ 95 Milliarden erwartet. Und da reden wir noch gar nicht von Anthropic und OpenAI.

Nach einer Lockup Periode von 6-12 Monaten können Altaktionäre ihre Aktien verkaufen und das Geld einsammeln.

https://www.ft.com/content/970b1bab-ca00-4ea1-8964-a59ea431de6e

Als passiver Investor zahlt man vielleicht keine Managergebühren, aber dafür zahlt man bei den Aktienpreisen drauf.

Edit: Diese strukturellen Käufe und Verkäufe haben nichts mehr mit einer Preisfindung nach nachvollziehbaren Kriterien in einem funktionierenden Markt zutun. In den FT Kommentaren wird es  als ultimatives Pump and Dump bezeichnet. Und der kleine Retailinvestor mit ETF im Portfolio wird am Ende die Rechnung zahlen.

22.05.2026, 09:15 Uhr - Editiert von kaufinator1, alte Version: hier
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Re: Wie man ETFs ausnimmt
24.05.2026, 10:06:02
https://www.cnbc.com/2026/05/21/spacex-insiders-will-get-to-sell-shares-earlier-than-usual-after-the-ipo.html

Mal sehen, wie der MSCI World reagieren wird. Der wird übrigens quartalsmäßig rebalanced. Und erst da wird Space-X oder wer auch immer aufgenommen.

Und hier zum mitlachen!
https://www.reddit.com/r/stocks/comments/1tll029/how_should_retail_investors_protect_ourselves_for/

Was natürlich wichtig ist: durch die 3 IPOs wird sich die Tech- und AI Lastigkeit des MSCI World verstärken. Wer das nicht will, MUSS reagieren und sein Portfolio rebalancen.

Und generell wird es spannend, wie die 3 IPOs vom Markt aufgenommen werden. Nicht alles, was angeboten wird, wird auch gekauft!

Hier der Rat von einem, der was versteht:
ThetaEdgeHQ

vor 9 Std.
The practical answer underneath the noise here is that the exposure problem and the volatility problem are two different things and need different tools.

The exposure problem: if you hold QQQ specifically, the NASDAQ one hundred small float multiplier rule means SpaceX inclusion gets weighted at three to five times its actual free float percentage. The practical fix some commenters pointed at is correct, swap QQQ for an equal weight version like QQEW or for a broader vehicle like VOO or VT where the inclusion math is much smaller. That is an allocation move, not a hedge.

The volatility problem is different. Retail can not actually hedge an index IPO inclusion event with stock allocation alone. The cleanest expression is a long dated put spread on QQQ dated around the inclusion window, typically thirty to ninety days after the IPO date, because that is when forced index buying compresses then mean reverts. The IV term structure already prices some of this, the front month is cheap relative to the three to four month dated options where the inclusion driven flow concentrates. Put spreads also limit the bleed if the event passes uneventfully.

Panic selling everything today or sitting in cash for two months is the option that combines highest cost with worst outcome distribution. Picking either the allocation move or the targeted hedge is the practical answer. Doing both is overkill but defensible if the position size warrants it.


Und die Kurzfassung
Dear lord, stop getting your entire worldview from Reddit comments. Many index funds have always had fast entry, including VT / VTI.
SpaceX will be less than 1% of these kinds of funds. It's still float weighted.
If you're so sure, the obvious answer is short it.

24.05.2026, 10:42 Uhr - Editiert von Paulas_Papa, alte Version: hier
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Re(10): Wie man ETFs ausnimmt
27.05.2026, 12:12:45
Alleine in den Banken, die ich kenne, ist AI seit mehr als 10 Jahren produktiv
und gewinnbringend. Und LLM seit ca 3 Jahren. Siehst du tausende obdachlose
Ex-Banker mit Transparenten auf der Straße marschieren?

Mit „Gefahr“ meine ich Sicherheits-Gefahr. Die EZB hat Mythos als Risiko für das europäische Finanzsystem bezeichnet und die Banken aufgerufen die Sicherheitslücken zu schließen und die Gefahr ernst zu nehmen:
https://www.ft.com/content/482c56aa-6d2b-4456-9d33-b42dc30788bd

(Kann natürlich sein dass du es besser weißt)

Worauf ich hinaus will: Die Sicherheit von Bitcoin basiert auf Mathematik. Auch Mythos kann die blockchain nicht umbauen, ohne teure Rechenaufgaben zu lösen. Bitcoin ist daher sicher vor KI - egal wie schlau die wird.

Bei Banken sind die Kontoguthaben nur Zahlen in einer Datenbank. Wenn jemand in einen bank-computer einbricht und ein paar Nullen dem Kontostand hinzufügt oder weg löscht,  dann ist das der neue Kontostand. Es gibt bei Fiat keine mathematische Absicherung oder Begrenzung der Geldmenge.

Und ich bin mir sicher, du wirst jetzt auf die vielen Sicherheitsvorkehrungen verweisen, aber genau die kann mythos ja vielleicht umgehen und genau davor hat die EZB Angst!

Das Fiat System ist halt am Ende einfach nur ein Fantasiegebilde von Politikern und Bankern, das fast ausschließlich im Computer existiert und für Veränderungen zugänglich ist. Das wird durch die Gefahr die von KI ausgeht besonders deutlich.

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Re(10): Wie man ETFs ausnimmt
28.05.2026, 11:31:34
Der Fonds schüttet die optionsprämien aus, die ihm von Marktteilnehmern
gezahlt werden.


Verstehe. Die halten die Aktien und geben zusätzlich Covered Calls raus, in der Hoffnung, dass die Kurse nicht so stark steigen, dass jemand die tatsächlich ausübt. Passiert das trotzdem, gehts an die Suibstanz.

Das ist steuerlich offenbar kein gewinn, weshalb das in der jahresabrechnung
als verlust angegeben wird.


Die Ausschüttungen der Optionsprämien (und Dividenden, aber der Nasdaq ist traditionell eher kein dividendenstarker Index) sind natürlich Gewinne. Aber weil der Fonds die Aktien immer zum aktuellen Buchwert drin hat, bei Ausübung einer Kaufoption aber zu einem niedrigeren Preis ausbuchen muss, ist das dann ein Verlust.

Hab mir das mal bei Justetf angesehen (Extraetf scheint gerade down zu sein). Wenn ich das richtig interpretiere, haben sie sich mit der Strategie in 2025 ziemlich verzockt. Die Ausschüttungen sind schon vorher ab und zu mal ausgefallen, aber für das Jahr dürften sie Substanz verloren haben.

Ich checke nicht ganz, an welchen Anlegertyp man sich mit der Strategie richtet. Die produziert zwar normalerweise regelmäßige Ausschüttungen die deutlich über dem liegen, was der Nasdaq an Dividende liefern würde, aber dafür läßt man massiv Gewinne liegen, wenn die Kurse stärker steigen als vermutet und ist trotzdem in keinster Weise gegen fallende Kurse abgesichert.

(edit: ich sehe gerade, die machen das gar nicht selbst, sondern über einen unfunded swap. Da liefert ein Partner nur die theoretische Performance dieser Strategie, ohne sie notwendigerweise selbst zu verfolgen. _Das_ ist natürlich clever (für den Partner, nicht für den Anleger)

Für Dich sollte das aber bedeuten, dass Du nur die Ausschüttungen normal als Erträge versteuerst, aber gerade keine Substanzwertberichtigungen haben solltest. Da würde ich mal mit dem ETF-Anbieter sprechen, wo die herkommen. Die Bank bzw. der Broker kann da nichts machen. Die bekommen die Abrechnungsdaten vom Anbieter und müssen die steuerlich umsetzen.)

28.05.2026, 11:40 Uhr - Editiert von someonelikeme, alte Version: hier
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