Re(2): F1-WM-Titel an Fahrer mit den meisten Siegen
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Re(2): F1-WM-Titel an Fahrer mit den meisten Siegen
19.03.2009, 12:46:05
Vielleicht beginnt man einmal mit einer Deckelung der Budgets, damit kleinere Teams mithalten können?

ich glaube da liegt der Kern des ganzen Problems begraben. Andere Serien sind deshalb so spannend, weil das Material durchwegs ident bzw. gleichwertig ist. Somit zählt der Fahrer und seine Qualitäten, aber auch die Strategie des Teams, weit mehr. Es haben auch "Underdogs" die Möglichkeit Rennen zu gewinnen, was zb. einem Lokalmatador der seine Rennstrecke wie seine Westentasche kennt, zu Gute kommt....und damit ein ganzes Land auf den Kopf stellt.

Das fehlt leider in der F1, es gibt 2 -3 Topteams mit maximal 6 Autos unter denen zu 90% der Sieg aufgeteilt wird. Ganz selten passieren solche "Hoppalas" wie zb. einem Sebastian Vettel der 2008 Monza gewonnen hat.

Betreffend deiner Meinung über die aktuellen Fahrer, da gehe ich nicht mit dir mit. Es gibt sehr wohl Lichtblicke in der Formel 1, das ist genau so wie früher. Konkret denke ich zum Beispiel an den vorhin schon erwähnten Sebastian Vettel, ein Bursche dir mir unheimlich gut gefällt und sehr viel Potential hat. Und nebenbei überhaupt nicht arrogant oder abgehoben ist. Den Lewis Hamilton beobachte ich schon seit seiner zeit in der Formel 3, für mich war es keine Überraschung dass er auch in der Formel 1 einen guten Job machen wird. Okay, er sitzt in einem Topauto, aber auch das muss man mal umsetzen können. Ich hätte mich wirklich gefreut wenn er schon in seiner ersten Saison 2007 Weltmeister geworden wäre, aber da stand ein gewisser Alonso dazwischen.

Du meinst es ist nichts los? Die Saison 2008 war kaum an Spannung zu überbieten, dicht gefolgt von 2007. Ich schaue schon seit ich denken kann F1 (hab das von meiner Oma geerbet, die war 1955 in Monaco beim Rennen und zeit ihres Lebens bis ins hohe Alter ein glühender Fan). Klar gibt es immer wieder langweilige Rennen, aber das war früher auch nicht anders.

Über Prüller gab es mal eine Umfrage: Rund 50% haben ihn vereehrt, die anderen 50% total abgelehnt. Ich möchte nicht wissen wieviele Fans er mit seinem oft belanglosen Geplapper tatsächlich vertrieben hat. Wenn man sich hier wieder mal die Statements der User so ansieht, sagen sehr viele "ich gucke nicht mehr weil es so langweilig ist!" Dem kann ich beipflichten, auch mir sind seine Storys zum x-ten Mal vorgetragen auf den Geist gegangen. Oft habe ich Wetten abgeschlossen, wenn diese Situation grad ist wird er von dem und dem aus der Vergangenheit erzählen. Speziell jedoch die jungen Seher haben keinen Bezug mehr mit Prüllers Vergangenheit und seinen "Gschichtln" und haben frustriert abgedreht. Ich sags noch einmal, ich bin heilfroh dass er endlich in Pension geschickt worden ist und freue mich schon auf den neuen Sprecher.

Bleibt noch das Reglement: In der Formel 1 gibt es eine absolute Besonderheit im Motorsport, nirgendwo sonst ist mir das bekannt: Das Concorde Abkommen, welches besagt dass technische Änderungen nur dann durchgeführt werden wenn alle Teamchefs damit auch einverstanden sind. Es wird faktisch versucht eine Art "Demokratie" zu spielen, die in Wahrheit aber nicht funktioniert. In anderen Serien wird hirachisch das Reglement bestimmt, wie es am besten funktioniert zeigen uns seit Jahren die Amerikaner. Da kostet ein NASCAR rund 1 Mio Dollar (=Pappenstiel) und nach diesen Regeln muss das Auto gebaut werden. Wem es nicht passt, fährt nicht mit. Deto in der ChampCar Serie. Die Kosten sind überschaubar, die Rennen bleiben spannend und so kommt es dass 500.000 Menschen alleine jedes Jahr nach Indianapolis pilgern.

Das fehlt eindeutig in der Formel 1, die sehen sich immer als die Technikschmiede Nummer 1 der Weltserien, übersehen aber dass kleine Temas niemals das Budget aufbringen können um mithalten zu können. Und sogar Teams bei denen zwar das Budget stimmt, aber das technische KnowHow fehlt fahren hoffnungslos hinterher und geben früher oder später frustriert auf (zb. Honda und Toyota, sehr krass!!). Das würde in den USA niemals passieren, dort hätten sie mit einem kalkulierbaren Budget auch einen kalkulierbaren Erfolg, gute Fahrer vorausgesetzt.

Vielleicht ist tatsächlich die Weltwirtschaftskrise genau der Dämpfer den die Formel 1 braucht um wieder auf den Boden zurückzukommen. Wobei ich persönlich den heurigen Einsatz von KERS schlichtweg für einen Irrsinn halte und leider genau das Gegenteil von sparen bewirkt hat. Allerdings wurde die Sache noch vor der Krise beschlossen, somit noch eher verständlich.

schön langsam komme ich auch zu der Überzeugung dass Bernie und Max ebenfalls in Pension gehen sollten. Ich finde die Karten gehören komplett neu gemischt und es soll mit aller Kraft daran gearbeitet werden dass die Kosten sinken, nur so kann man den Bestand retten. Dem Fan ist es herzlich egal ob die Motoren 20.0000 Umin, 19.0000 Umin oder so wie heuer nur 18.000 Umin laufen. Und wenn die nur 15.000 laufen ist es egal, so lange es alle machen würden. Denn von aussen sieht man das nicht! Wer einmal ein Rennen in Monaco live gesehen hat, weiß wovon ich spreche!

  
Grüsse,
Geri    
                                              


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