Re(14): Wir leben um zu leben oder doch nicht?
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Wir leben um zu leben oder doch nicht?
26.12.2011, 12:01:20
;-)

Das Problem ist: Es gibt Menschen, die leben überhaupt nicht mehr richtig, die leben nur noch vorbeugend und sterben dann dafür gesund.

Denn auch wer gesund stirbt, ist leider definitiv tot.

Und dann überlegt sich vielleicht manch einer doch, ob er nicht zum Beispiel mehr Gespräche mit seinen Kindern oder seinem Partner hätte führen oder öfter etwas wirklich genießen sollen,

Ein wenig Sport, Fitness, gesunde Ernährung, Prophylaxe – dagegen bin ich ja nicht. Aber wenn man es übertreibt, investiert man ständig nur in die Rahmenbedingungen des Lebens, nicht in das Leben selbst.

Ich plädiere für mehr Gelassenheit. Man muss aufpassen, dass man sich nicht den ganzen Tag nur noch mit Gesundheitsfragen beschäftigt. Denn das bedeutet, dass man sein Leben verpasst, weil man dauernd versucht, den Tod zu vermeiden.

Aus Angst vor dem Tod machen viele Menschen alles. Ein Beispiel: Nehmen wir an, ich schreibe im KURIER am 1. April einen Artikel zu folgendem Thema: US-Studien hätten ergeben, wer täglich eine Stunde um eine Eiche läuft lebt drei Monate länger als wenn man das nicht tut – Sie werden bald keine deutsche Eiche mehr in Wien finden, um die nicht irgendein beunruhigter Österreicher rennt.  

Dabei könnten diese drei Monate theoretisch auch drei Monate mehr Aufenthalt im Pflegeheim mit Demenz bedeuten.

Ja, es gibt eine Methode, die absolut sicher ist und für deren Wirksamkeit es sehr gute Studien gibt: Sie müssen sich einfach nur sehr alte Eltern aussuchen. Wenn beide Eltern über 90 Jahre alt werden, dann können Sie ruhig mehr trinken und rauchen, und werden trotzdem vergleichsweise alt. Wenn hingegen beide Eltern bereits mit 50 an Herzerkrankungen gestorben sind, dann sterben Sie – im statistischen Mittel – auch früher, egal, welche gesundheitsgefälligen Werke Sie tun.


Der Mann ist mir sympathisch und spricht so ziemlich meine Meinung aus 8-O ;-) Vor allem dieser Satz gefällt mir

Denn das bedeutet, dass man sein Leben verpasst, weil man dauernd versucht, den Tod zu vermeiden

http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/4478862-wer-gesund-stirbt-ist-auch-tot.php

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.  Re: Wir leben um zu leben oder doch nicht?  (hariw am 27.12.2011, 08:50:31)
..............
Re(14): Wir leben um zu leben oder doch nicht?
29.12.2011, 14:25:58
Kann ich nicht nachvollziehen, wenn du dafür Vergleichsexemplare mit selber Lebensdauer heranziehst

die Spreizung geht natürlich zu Lasten der "beeinträchtigten" Phase (oweia - Eupemismus pur) am Ende, insofern war ein früherer "Pensionist" 10 Jahre vor Ableben wahrscheinlich tatsächlich im Schnitt fitter.
Mit all der Extremmedizin wird der Mensch immer später (asymptotisch zu angeblich 120) an immer schlimmeren körperlichen Effekten sterben.
(Was nicht heißt, daß ich diese Vorstellung reizvoll finde)

Insoferne + über die zugehörigen Behandlungskosten wird die Gesellschaft beizeiten ein Übereinkommen finden müssen, wann Ärzte ihre Bemühungen - entgegen dem hypokratischen Eide - einstellen sollen. Diese Diskussion zwangsläufig  eine Zerreißprobe der Ansichten von Kirche, Ärzten, Versicherungen und (betroffenen) Individuen auslösen.

Es dürfte eher das Gegenteil der Fall sein, früher war man schnell weg, wenn man nicht mehr vital genug war

ich hab so den Eindruck, daß es teils auch der Zerfall der Familienverbände ist, der alte Menschen gegen Ende schneller aufgeben läßt = man wird aussen vor gelassen, in ein Heim abgeschoben, keiner hat Zeit, kaum wer will den Niedergang miterleben - die Anwesenheit von jungen Menschen und Kindern fördert IMHO die Lebensfreude und damit die inneren "Abwehrkräfte".

ad Pensionsantrittsalter:
Der frühere Antritt ist in diesen Zahlen im Mittel (2-3 Jahre) ein kleinere Anteil, als die Restlebenserwartung (6-7 Jahre).
(wenn man (als junger Mensch / Kind) einen älteren^h^h^h^h^h Menschen im "besten Alter" (hahaha) auf der Straße sieht, weiß man ja nicht automatisch, ob der in Pension ist, oder nicht - soviel zur Wahrnehmung der Generationen. Somit bin ich in der Diskussion auch nie von der Pensionierung als Kriterium ausgegangen.)

Interessant in diesem Zusammenhang wäre, wie sich die Agilität mit der Pensionierung ändert = ob jahrzehntelange Schreibtischtäter dann sportliche, reisefreudige Paare werden, Couchpotatoes im Schrebergarten, aktive Großeltern für ihre Enkel oder pfeifchenrauchende Genußmenschen (um ein paar Klischees herauszugreifen).

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