Lohnt sich für euch Photovoltaik – Eure Erfahrungen?
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Re(2): Lohnt sich für euch Photovoltaik – Eure Erfahrungen?
26.08.2025, 00:10:01
Bezüglich Speicher und Amortisation:

bei einem angenommenen Delta von sicher 20 Cent zwischen Netzstrom und PV-Erzeugtem Batteriestrom (was fast allein die Netzentgelte sind, die lassen sich nicht wegdiskutieren) und einem aktuellen Endkundenpreis für die Speicher von 250,- je kWh kommt die Milchmädchenrechnung ich nur auf 1250 Vollzyklen. Nimm noch den geringeren Hub von 85-90%, Lade- und Entladeverluste von 15-20% dazu (die allerdings nur vom Überschuss abgehen, sprich nicht für fast lau eingespeist werden). Wird die Anlage nicht nachträglich erweitert, fällt die Installation kaum ins Gewicht.

Damit werden aus den 1250 Vollzyklen 4-5 Jahre wenn der Speicher eher klein ausgelegt ist (sprich an 300+ Tagen genutzt werden kann), oder entsprechend länger wenn man ihn großzügig auslegt, was dann aber wieder der Zellen-Lebensdauer zuträglich wäre.

Wer 10 Jahre braucht, um einen PV-Speicher IN KOMBI MIT EINER PV zu amortisieren hat entweder geförderte Einspeisevergütung oder schlecht eingekauft. Speicher zur Netzpufferung ohne PV mit Spotmarkt-Preisen ist wieder eine andere Sache.

Spotmarktpreise können aber zumindest auf kurze Sicht auch eine Hilfestellung sein, einen Speicher schneller zu amortisieren: eine intelligente Steuerung kann zusätzlich zur Differenz Einspeisung vs. Eigenverbrauch noch den Tageshub des Strompreises gut nutzen, da sind je nach eigener Verbraucherflexibilität und -Profil gleich nochmal 5+ Cent je kWh drin, die man ohne Speicher nur mit persönlichem Verhalten schaffen könnte. Meine letzten Stromrechnungen lagen bei 3-5 Cent effektiver Arbeitspreis je kWh, was ohne intelligente Steuerung des Speichers nicht möglich gewesen wäre.

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Re(3): Lohnt sich für euch Photovoltaik – Eure Erfahrungen?
27.08.2025, 10:09:36
Endkundenpreis für die Speicher von 250,- je kWh

Das geht sich nur bei extrem großen Speichern aus, widerspricht dann aber:
wenn der Speicher eher klein ausgelegt ist


Und dann fehlen noch die Installationskosten sowie der Batteriewechselrichter. (Habe keinen Hybrid-WR und abgesehen davon könnte der Speicher ohnehin nicht dort installiert werden, wo der WR ist, sondern müsste an eine andere Stelle. Der WR kann aber nicht dorthin verlegt werden, sodass nur ein getrenntes System möglich ist.)

Das günstigste unter 15kWh mit Hochspannung (die meisten Batterie-WR können nur Hochspannung, Niederspannungssystem sind unverhältnismäßig teuer), was ich auf den ersten Blick finden konnte, ist der Speicher: https://geizhals.at/axitec-axistorage-li-sv2-13-5-a2815845.html
Kostet 3850,-, wobei ich da skeptisch bin ob das wirklich schon inkl. Märchensteuer ist. Beim nächsten Anbieter kostet es schon 4750, die Differenz entspricht ziemlich genau der Märchensteuer.

Aber egal, mit den 3850,- gerechnet, kommt dann noch ein Batterie-WR dazu, angeblich 720,-, aber auch da das Thema mit der Märchensteuer. https://geizhals.at/goodwe-gw8k-bt-a2992100.html

Ergo: 4570,- OHNE Installationskosten für 13 kWh.

Bei den realistischen 20 Ct Differenz zwischen Netzstrom und PV-Strom muss ich also ca. 23.000 kWh aus dem Speicher "rausnehmen", um die Investitionskosten OHNE Installation wieder reingespielt zu haben.

Ich beziehe seit PV-Installation ca. 1500 kWh vom Netz, d.h. selbst wenn ich das komplett aus dem Speicher bedienen könnte (was allein wg. der Regelgeschwindigkeit sicher nicht möglich ist und ich zumindest im Dezember etwas mehr beziehe als ich einspeise), dauert es also 15 Jahre, bis die 23.000 kWh entnommen wurden.


Der günstigste Speicher unter 10 kWh wäre dieser hier, https://geizhals.at/growatt-ark-hv-7-6h-a2993864.html,  kostet 2533,-, zuzüglich WR in Summe 3250,- oder 16.250 kWh bzw. bei unrealistischer Rechnung 11 Jahre bis zur Amortisation. Die Lebensdauer gibt der Hersteller mit 10 Jahren an...


Wie gesagt, alles ohne Installationskosten. Realistisch sind daher mindestens 15-20 Jahre. Wer was anderes behauptet, belügt sich mit beschönigenden Milchmädchenrechnungen selbst.
(Und nein, der in meinem Fall zusätzlich nötige Batterie-WR ist nicht ausschlaggebend, weil der mit den oben angenommenen 720,- umgerechnet nur ca. 3600 kWh bzw. knapp 2,5 Jahre Amortisationsdauer beiträgt.)

BMW 320d E90: Spritmonitor.de
Yamaha FZ6-S Fazer: Spritmonitor.de
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Re: Lohnt sich für euch Photovoltaik – Eure Erfahrungen?
26.07.2025, 15:41:40
Ohne Angaben zum aktuellen und absehbaren Stromverbrauch kann man dir nicht sinnvoll helfen. Angaben zu den mögl. PV-Aufstellorten wäre auch hilfreich.
Wenn du tagsüber selten daheim bist bzw. auch kein E-Auto daheim rumsteht was laden kann, macht evtl. nur ein Balkonkraftwerk mit kleinem Speicher Sinn. Aber auch hier muss man ggf. eine neue Stromleitung durch einen Elektriker einplanen. Weil "Gerät zieht länger mehr als 16A, aber der LS kriegt wg. dem Balkonkraftwerk nur einen Teil davon mit" insb. bei alter Elektro-Installation übel enden kann.

Ich kriege hier in D kommendes Jahr PV. Auch aus gesetzlichem Zwang (brauche neues Dach -> Mindestfläche die genutzt werden muss). Hast du dir schon z. B. https://www.finanztip.de/photovoltaik/  angeschaut?
Ein paar Panels mehr kostet nicht viel mehr, das Gerüst usw. ist teuer. Und der eigene Stromverbrauch wird IMHO tendenziell steigen: E-Autos, Wäpu/Klimaanlage, ...
Meine PV wird wohl >12MWh/Jahr erzeugen. Dazu wird ein kleiner Akku mit etwas mehr als 8kWh installiert (die sind auch deutl. billiger geworden), dass man in der Nacht was davon hat. Ich leiste mir auch die autom. Notstrom-Umschaltung (nur sehr kurze Unterbrechung). Während die beteiligten Stromzähler die dann mit dranhängen werden (ohne E-Autos und Wäpu/Klima) bislang im Jahr in der Summe vllt. 5MWh angezeigt haben. Allerdings will ich mir sehr absehbar ein E-Auto zulegen.
Förderung in dem Sinne gibt's nicht, man muss nur aufpassen, die Bedingungen für 0% MwSt. zu erfüllen, was aber meistens klappt. Und die Einspeisevergütung nimmt man nur nebenbei mit. Nur deswegen würde ich keine langfristig zu große Anlage kaufen.

Du hast hier an anderer Stelle geschrieben, du willst beim E-Auto echte 500km Reichweite und schneller laden? Nun nach 2-3h sollte man eigentlich eh eine Pause machen und überlege mal, was das für eine Durchschnittsgeschwindigkeit wäre. Schau dir z. B. https://insideevs.de/features/753091/elektroautos-mit-der-gr%C3%B6%C3%9Ften-reichweite/  an. Der CLA EQ mit großem Akku ist IMHO für seine techn. Daten überraschend günstig z. B. im Vergleich zu Volvo EX40 oder Ford Explorer. Allerdings ist der Preis für den 400V-DC-Konverter noch nicht bekannt. Aktuell kannst du also bei 400V nur mit max. 11kW laden und sonst musst du 800V-Säulen suchen, die noch nicht so sehr verbreitet sind wie 400V-Säulen z. B. mit 150kW (wo z. B. VWs auf MEB-Plattform 10-80% in ca. 30min laden).
Aber ja, was Gebrauchte angeht, hat man heute eher 500km WLTP und 30min für 10->80%.

notting

26.07.2025, 15:42 Uhr - Editiert von notting, alte Version: hier
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Re: Lohnt sich für euch Photovoltaik – Eure Erfahrungen?
03.08.2025, 09:06:20
Gleich vorweg: Der Grund für unsere PV war/ist nicht die finanzielle Rentabilität (dazu müsste man die Energiekosten der Zukunft kennen), sondern technische Neugier :-) Die Erlaubnis meiner Frau erwirkte ich mit dem Argument, dass, egal wieviel Pension wir einmal bekommen werden, das Leben im Haus leichter finanzierbar ist, wenn die Energiekosten signifikant reduziert sind :-)

Zur Zeit haben wir eine Testanlage auf dem Carport (10kWp), da dass Dach noch zu sanieren ist und erst danach die grosse Anlage rauf kommt. Die Anlage kostetet uns mit 60kWh-Speicher und dem ganzen Kleinzeug ca. 13kEUR. Wir heizen mit Wärmepumpe, es besteht also im Winter ein erhöhter Energiebedarf, Dank des Akkus kaufen wir die elektr. Energie, wenn der Preis niedrig ist. Desweiteren ist unsere Anlage als unterbrechungsfreie Stromversorgung ausgeführt, d.h. bei einem Stromausfall läuft alles weiter (ich kenne Anlagen, selbst solche mit Akku, wo das Haus bei Netzausfall spannungslos ist).
Empfehlung, falls Du noch eine Verbrennerheizung hast: einen Heizstab einbauen! Ich kenne Anlagen, wo im Sommer die Verbrennerheizung gestartet wird, obwohl die PV genug Energie für Warmwasser und Heizung liefern würde.

Achte beim Kauf des Wechselrichters, wieviele BMS es unterstützt. Es gibt WR, welche nur 1 bis 2 BMS unterstützen (d.h. man ist bei der Auswahl des Akkuherstellers ziemlich fixiert), andere unterstützen mehr als ein Dutzend BMS. Gut ist, wenn man davon unabhängig rein spannungs- und stromgeregelt den Akku ansprechen kann. Dies eröffnet die Option, später den Akku mit einem anderen Typ/Hersteller zu erweitern, welcher die gleiche Nennspannung hat.


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