Paketabgabe
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Re: Paketabgabe
13.05.2026, 10:15:30
wird imho nicht halten, das wird Amazon erst mal wegklagen. Wo genau ist hier eine Begründung warum die Abgabe nur bei großen Plattformen zu bezahlen ist ? Warum sollen Händler (bzw deren Kunden) die Mehrwertsteuersenkung auf bestimmte Waren finanzieren ?

Als Konsument: die Mwst Senkung werde ich nicht bemerken, müsste ich als Kunde aber wirklich pro Sendung 2€ extra zahlen, das merke ich aber schon sehr. Am Beispiel von Amazon geht das Chaos schon los:
wenn man mehrere Artikel bestellt, heißt das noch lange nicht das die alle in einem Paket daherkommen. Auch nicht wenn die alle beschrieben sind mit sagen wir "Lieferung morgen", das kann es sein 5 Artikel in 1-5 Paketen daherkommen, darauf hab ich keinen Einfluss. Bei unterschiedlichen Lieferdaten kann man ja meist an einen Tag zusammenfassen, hat ebenfalls keinen direkten Einfluss auf die Anzahl der Pakete.
Was auch hinzukommt...wenn ich dann wieder in der Hoffnung das ein oder andere zu sparen, kleine Bestellungen auf später verschiebe und sammle...dann brauche ich kein Prime mehr, denn wenn ich das schon zahle, dann will ich auch schnellstmöglichen versand und auch kleine Bestellungen machen ohne nachzudenken. Wegen dem Streaming behalte ich das sicher nicht.

bei meinen restlichen Bestellungen spielt es keine Rolle, die Händler schaffen die 100Mio Grenze nicht in 10 oder 20 Jahren gemeinsam
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Re: Paketabgabe
14.05.2026, 11:34:11
Wie ist eure Meinung dazu?

Populistischer Schwachsinn, der jetzt nach hinten losgeht.  StaatsAUSGABEN reduzieren ist die einzige, nachhaltige Methode um das Budget nachhaltig in Ordnung zu bringen.

Ursprünglich wollte man ja "nur" die lästige, ausländische Konkurrenz behindern um unsere armen, stationären Händler zu schützen. Da hat auch noch der österreichische Handelsverband die Maßnahme super toll gefunden. Dann sind die Politker/Bürokraten drauf gekommen, dass die Maßnahme offenbar Zollcharakter hätte - und Österreich damit gegen EU-Recht und Regeln der WTO verstoßen würde.

Werdet ihr euer Kaufverhalten ändern?

Medienberichten zufolge soll die Gebühr ja nur für B2C, also Verkäufe an private Endkunden gelten.

Dann kauf ich halt B2B ein, ein Hoch auf den Gewerbeschein. Kein Gewerbeschein? Werde spontan Künstler, Freiberufler, etc. Seid kreativ! Oder formell an den Arbeitgeber liefern lassen (zahlen kann man's ja trotzdem selbst), oder an den RK-Stützpunkt, die Feuerwehr, den Sportverein, den Landwirt, etc.  Das wird noch lustig :)    

Freut euch auf schöne Gesetzestexte, 10 Seiten Verordnungen des Finanzministers und 50 Seiten Erläuterung der Finanzverwaltung dazu.  Ungefähr 2029/30 gibt es dann dein Urteil des VfGH und die Republik muss die 2 Euro für 500 Mio. Pakete zurück erstatten. Das Geld geht an Aliexpress, Temu, Amazon & Co, die aber aufgrund des bürokratischen Aufwands die Paketgebühr einfach behalten dürfen.



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Re(3): Paketabgabe
03.10.2026, 15:09:11
>Beschwerdemail an VKI ist raus. Die Steuer hat der Versender zu zahlen, nicht der Konsument.

Der Versender zahlt sie auch. Amazon schlägt 2 Euro auf den Nettopreis jeder Bestellung drauf, um die für Amazon höheren Kosten wieder zu kompensieren. Das ist nicht verboten, warum soll Amazon seine Preise nicht frei gestalten dürfen? Genausogut könnten sie den von dir bestellten Artikel einfach teurer machen anstatt es separat auszuweisen.

>Diese Zusatzkosten stehn nicht in meinem Vertrag und sind damit IMHO vertragswidrig.

Wenn du eine Bestellung mit 2,40 Euro höheren Kosten aufgibst, dann möchtest du offensichtlich einen Kaufvertrag zu dem Preis abschließen und dann stehen diese Zusatzkosten auch im Kaufvertrag drin. Vertragswidrig wäre es die Ware zu Preis X zu bestellen und dann plötzlich X+2,40 Euro verrechnet zu bekommen.

>auf meinem Business-account scheinen die 2,40 nicht auf.

Weil für Geschäftskunden auch keine 2 Euro Paketsteuer vom Versender abzuführen sind.

>Wenn du zurückschickst, bekommst die Steuer auch zurück
>wohl eher nicht

Du bekommst keine Steuer zurück weil du keine Steuer gezahlt hast. Amazon bekommt die Steuer nicht zurück, aber sie erstatten dir die 2,40 Euro, weil sie dir bei der Rückabwicklung des Kaufvertrags eine Erstattung in voller Höhe schuldig sind. Die 2,40 Euro die du zahlst sind eben keine Steuer, sondern separate von Amazon ausgedachte Zusatzkosten, und auch ausgedachte Zusatzkosten müssen zurückgezahlt werden, wenn du vom Kauf zurücktrittst.

Vergleiche es mit der Urheberrechtsabgabe auf Speichermedien, die ist genauso vom Versender zu zahlen. Trotzdem erhöhen die Versender ihren Preis entsprechend, manche weisen es separat aus, manche nicht, und weil die den Preis erhöhen kommt darauf dann natürlich noch die Umsatzsteuer drauf.

Amazon weist die Urheberrechtsabgabe gar nicht mehr separat aus und trotzdem schlagen sie was auf den Preis drauf, um diese Abgabe zu kompensieren. Warum ist das für dich in Ordnung und nicht "vertragswidrig", aber die 2,40 Euro sollen "vertragswidrig" sein?

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Re(5): Paketabgabe
05.10.2026, 12:27:00
>ABER ich habe einen aufrechten Vertrag mit denen, wo KOSTENLOSE Lieferung drinnen steht. Den brechen sie damit.

Ok jetzt verstehe ich deine Logik. Es läuft in der Praxis schon auf Versandkosten raus, da hast Recht. Da Amazon das aber mit der Paketsteuer begründet, wird das eher als separate Gebühr zu betrachten sein, zB wie Konzertticketanbieter eine Servicegebühr verrechnen, egal ob Tickets verschickt oder als PDF bereitgestellt werden. Und der OGH hat das leider als zulässig betrachtet, obwohl die genauen Kosten erst später im Bestellvorgang überhaupt sichtbar sind: https://verbraucherrecht.at/oeticket-ogh

Wenn die Amazon-Sache vor Gericht landet, könnte durchaus entschieden werden, dass das nicht gegen Prime mit kostenlosem Versand verstößt und als separate Gebühr zulässig ist...

...oder du behältst Recht, aber das müssen Gerichte erstmal feststellen. Bis und falls das überhaupt festgestellt wird, würde ich davon ausgehen dass Amazon nicht vertragsbrüchig ist. Das würden dir auch deren gut bezahlte Anwälte bestätigen. Du weißt selbst genau, Recht haben und Recht bekommen sind 2 Paar Schuhe.

Ganz nebenbei, ich find es eigentlich gut dass Amazon das so pro Bestellung verrechnet, auch wenn ich ansonsten von Amazon wenig halte. Die Händler schreiben überall hin "kostenlos" ob Versand oder Retoure oder zur WM 1 Monat den Fernseher "ausprobieren". Mir wäre es lieber die echten Kosten werden transparenter gestaltet und die Leute die das System ausnutzen wollen, zahlen ihren Anteil dann - statt allen Kunden die Preise zu erhöhen und gleichzeitig das Service immer weiter zu verschlechtern ("race to the bottom").

Leider ist Amazon beim transparenten Ausweisen der Gebühren nur so konsequent wenn es um die neue Ösi-Steuer geht. Hab selber gestern was mit "Primeversand" bestellt und die 2,40 gezahlt, nur um "Zustellung: Donnerstag" zu sehen. Vor Jahren hat Amazon noch von "garantierte Zustellung am..." gesprochen und in den Bestellmails "Versandart: Premiumversand" notiert. Bei meiner Prime-Bestellung von gestern gibt es keinen Eintrag mit Versandart mehr und Premiumversand sind 4 Tage ab Bestellung für mich auch ned.

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Re(6): Paketabgabe
05.10.2026, 15:50:41
da ist man wie man sagt, in Gottes Hand. Die Richter könnten feststellen:
Lest doch beim bestellen genau nach, da steht nicht Versandkosten, da steht Paketsteuer. Alles klar, ihr idioten ?

Oder:
das ist so nicht zulässig, man kann nicht eine Steuer unter dem begriff Steuer weitergeben wenn diese sich an den versender richtet, das müsst ihr umbenennen, ihr Amazonen. Aber alles was bisher eingenommen wurde: rückerstatten

oder:

Der Kunde ist generell ein Idiot, er muss als solcher behandelt werden. Wenn ihr sagt, gratis Versand, dann kann man sich nicht einfach durch die Erfindung irgendwelcher Zusatzgebühren reinholen. Sonst kommt dann noch der Bezos Euro, die Amazon logistics Solidarabgabe, die unfreiwillige Spende in Höhe von 1€ usw dazu, das geht nicht. Weg damit, Geld zurück binnen 30 Tagen, viel Spaß Amazon.

wann welcher artikel daher kommt, sollte mand irekt beim bestellen sehen, nicht alles ist binnen 1 tages da, wird auch schwer wenn es zb aus Spanien kommt. Das kann prinzipiell bei allen Kategorien passieren, halt irgendein Restbestand der halt zufällig nur in Spanien oder Italien noch rumliegt zb


unterm Strich ist jede Lösung doof, Amazon hätte auch auf alle Artikel paar Cent anheben können, dann wäre auch da der Aufschrei groß gewesen, denn sowas fällt auf, zumindest wenn man es direkt für alle oder einen Großteil der Artikel macht.

Intelligent wäre natürlich die Lösung gewesen: Nehmt Amazon Prime, da ist die Paketsteuer mit abgedeckt. Die Paketgebühr gibts nur bei nicht Prime Mitgliedern. Hätte sicher einige Abos mehr gebracht, ob die Leute es dann nutzen oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Aktuell hat man alle verärgert, Prime und Nichtprime Kunden.
das Amazon nicht einfach mal eben auf ~100 Mio Abgaben selbst sitzen bleibt, war aber klar
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Re(10): Paketabgabe
17.10.2026, 11:03:34
in der Tat, denn nun kam noch die 2. Antwort auf meine ganz konkrete Frage:

Mir geht es aber darum: Ich habe einen gültigen und aufrechten Jahresvertrag mit Amazon über Amazon-Prime. Das mir kostenlosen Versand garantiert. Jetzt werden mir aber 2,40 verrechnet. Davon war bei meinem Vertragsabschluss keine Rede und diese Zusatzkosten sind daher auch nicht Vertragsbestandteil: kostenloser Versand heißt kostenloser Versand. Ohne Wenn und Aber. Jedenfalls bis mein Jahresabo ausläuft. Denn bei Verlängerung/Neuabschluss können sich die Vertragsbedingungen natürlich ändern. Aber nicht mitten in einem laufenden Vertrag. Nicht ohne mich vorher über geplante Vertragsänderungen zu informieren. Nicht ohne Sonderkündigungsrecht meinerseits.

Wie ist hier die Sicht des VKI und gedenkt der VKI hier irgendwelche Schritte zu unternehmen (Verbandsklage?)

nein, es handelt sich bei der Paketsteuer um eine gesetzliche Abgabe.
Da sich Ihre Beschwerde im Kern gegen die gesetzlich vorgesehene österreichische Sonderabgabe („Paketsteuer“) bzw. deren Einhebung und Auswirkungen auf Verbraucher richtet, empfehlen wir Ihnen, sich mit Ihrem Anliegen unmittelbar an den Steuerombudsmann des Bundesministeriums für Finanzen zu wenden:
Steuerombudsmann
Mag. Alfred Faller
E-Mail: steuerombudsdienst@bmf.gv.at
Herr Mag. Faller ist für die Belastung grenzüberschreitender Bestellungen und der von Ihnen angesprochenen unionsrechtlichen Aspekte zuständig.
Bitte antworten Sie nur direkt auf diese E-Mail, um eine rasche Zuordnung zu ermöglichen.

klingt nach Textbaustein. Ohne meine Frage auch nur gelesen zu haben. Weil DASS es eine Steuer ist, ist schon klar. Aber derSteuerschuldner ist der Händler, nicht ich. DARUM gehts ja.
Weitere Kommunikation dürfte da sinnlos sein.


mfg
AVS



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17.10.2026, 11:03 Uhr - Editiert von AVS_reloaded, alte Version: hier
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Re(8): Paketabgabe
02.10.2026, 08:48:16

Führt dazu, dass die Politik immer mehr durch die Oligarchen bestimmt wird.
Die kaufen sich dann alle Parteien. Siehe USA


Es sagt niemand, Politker sollen gratis arbeiten. Aber wozu man da so viel in Parteien, ihre vorgelagerten Institutionen etc pumpt ist ziemlich jedem, außer den Parteibonzen schleierhaft


Passt, spart eventuell ein paar Milliarden. Verbrechensrate wird halt massiv
steigen. Derzeit sinkt sie seit Jahrzehnten.


lol, verdrehte Logik. Angenommen, man weist viel schneller aus, räumt die Gefängnisse mal von den 50% Ausländeranteil, dann steigt die Kriminalität ? Den Zusammenhang kannst mir aber erst nach dem Genuss von 1l Lack erklären. Man kann da durchaus das Geld nehmen das man hier spart und in dei Exekutive stecken. Hat aber wenig Sinn wenn man da massiv aufbaut, aber bei der Kuscheljustiz bleibt.


Passt, kann man machen! Sind 2,1 Mrd. Wenn du es massiv reduzierst, wird der
Fremdenverkehr leiden.


2,1 Milliarden ist nicht gerade wenig, aber wie immer bei dir: Hände in Schoß. Die Touris wollen was schauen ? Die Opernfans wollen wen trällern sehen ? Dann sollen sie ZAHLEN und net wir alle. Was sich nicht selbst erhalten kann, ist es meist nicht wert erhalten zu werden.


Ja, ist möglich. Führt zum Aussterben von Kleinparteien und wird den Einfluss
gewisser Gesellschaftsschichten reduzieren. Ob man das politisch will -
spannende Frage. Die Parlamentarier "repräsentieren" ja die gesamte
Gesellschaft. Die Ersparnis ist "überschaubar". ca 400.000 pro Parlamentarier
& Stab.


da kreun so viel unnedige Leut rum, spielt ka Rolle ob die da sind. Also weg. Und nicht nur im Parlament, wir haben Versorgungsposten ohne Ende, weg damit. Sollen die Leute halt mal was arbeiten


Und was du nicht siehst & nicht weißt ist, dass die "Arbeit" der
Parlamentarier ja nicht im Plenum erfolgt. Verwandte & Freunde von mir sind &
waren im Parlament.


das erklärt es natürlich


Aber natürlich kann & sollte man das diskutieren. Voll bei dir.


labern, aber nix tun. Außer abzocken wie mit der Paketabgabe, das geht immer. Nur Einnahmen steigern, bloß nicht bei den Ausgaben streichen.

Also meine Vorschläge sind ja immer nur Quatsch, was konkret kommt von dir, außer Gelaber was alles nicht geht ?
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Re(2): Paketabgabe
10.10.2026, 09:42:58
das ist nicht komisch, das ist logisch!

Die 3€ sind ein Pauschalzoll auf DRITTLANDpakete. Das ist lästig, aber fair, denn wir alle wissen: Ali, Temu uns Shein kümmern sich einen Dreck um Zoll oder EUSt und erzielen damit einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Das abzustellen, indem man einen Pauschalzoll einhebt, ist fair.

Die 2€ Paketabgabe hingegen sind sachlich absolut NICHT zu begründen. Das ist eine Erfindung des Genossen Bablowitsch, um abzucashen. Eben das, was der g'stande und im Marxismus gefestigte Sozi am besten kann: neue Steuern erfinden um anderen in den Sack zu greifen.
Und sie regt so sehr auf, weil sie (mehr oder minder) absolut JEDEN trifft, der online bestellt. Eben auch, wenn man bei lokalen Händlern bestellt. Was total am angeblichen Zweck der Steuer vorbei geht.

Dazu kommt: die kostet den Konsumenten mehr, als sie bringt. Denn die lächerliche UST-Senkung im 1stelligen Centbereich auf völlig willkürlich ausgewählte Lebensmittel merkt kein Konsument am Kassenzettel. Die bringt auch, wie Untersuchungen zeigen, nicht mal die ohnehin lächerlichen 7€/Monat sondern eher nur so um die 50€/Jahr. Also ~4€/M. Oder anders gesagt: 2 Pakete im Monat und ich bin als Konsument im Minus!
Danke Genosse Blablabablowitsch für gar nix!

Der ist so unfähig, der kann ned mal zurücktreten. Aber das ist ein anderes Thema.

mfg
AVS



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Re(3): Paketabgabe
10.10.2026, 12:12:03
Ali, Temu uns Shein kümmern sich einen Dreck um Zoll oder EUSt und erzielen
damit einen unfairen Wettbewerbsvorteil.


Um den Zoll mussten sie sich bisher auch nicht kümmern, denn der wurde erst bei Einfuhren ab 150 Euro fällig.
Das EUSt-Problem war seit IOSS de fakto keins mehr. Sendungen ohne IOSS sind so selten geworden, das die kaum noch durchrutschen dürften. Der unfaire Wettbewerbsvorteil ist allenfalls, dass China beim Weltpostvertrag immer noch als Schwellenland gilt und die chinesischen Transporteure für die Zustellung im Zielland damit fast nix zahlen, und unsere Logistiker das dann zustellen müssen, obwohl es für sie nicht kostendeckend ist. Aber _da_ kann oder will man wohl nicht ran.

Das abzustellen, indem man einen Pauschalzoll einhebt, ist fair.


Du nennst es fair, ich nenne es lupenreinen Protektionismus. Zoll fiel bisher für viele Warenkategorien und Herkunftsländer überhaupt nicht an, und wenn doch, dann üblicherweise nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Jetzt gibts die Pauschale, und die nicht mal nur pro Sendung, sondern pro Warenkategorie darin. Und jetzt verkauft man uns noch eine "Bearbeitungsgebühr" für den Aufwand, den man damit hat. Die Freigrenzen gabs ja früher nicht grundlos (ja, sogar für die EUSt gabs mal eine).

Die kleinen Lieferanten aus China schließt man also de fakto aus. Die großen können sich europäische Auslieferungslager leisten. Werden aber genauso wie die hiesigen Anbieter (die ja auch reichlich Ware aus Fernost anbieten, in einigen Warengruppen gibts ja kaum noch was anderes) in Zukunft in ihren Preisen den Wettbewerbsnachteil einkalkulieren, den die Ameisenhandel-Konkurrenz jetzt hat.

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Re(4): Paketabgabe
10.10.2026, 12:39:04
denn der wurde erst bei Einfuhren ab 150 Euro fällig.
Das EUSt-Problem war seit IOSS de fakto keins mehr. Sendungen ohne IOSS sind
so selten geworden, das die kaum noch durchrutschen dürften.
alle wissen, daß beides nicht funktioniert. Sendungen wurden in betrügerischer Absicht mit falschen Papieren drastisch im Wert gedrückt, um unter den Grenzen zu bleiben.
Ja, davon haben Konsumenten profitiert, ich auch, aber das ist eben kein fairer Wettbewerb.
Du nennst es fair, ich nenne es lupenreinen Protektionismus.
es schafft Chancengleichheit, indem es unfaire Wettbewerbsvorteile beseitigt. Das ist kein Protektionismus, das ist einfach gleiche Bedingungen für alle.
Jetzt gibts die Pauschale, und die nicht mal nur pro Sendung, sondern pro
Warenkategorie darin.
find ich logisch. Zoll fällt ja auch pro Warengruppe an. Hab mal LED-Bänder aus China bestellt. Die Bänder hatten einen anderen Zolltarif als die Befestigungsklammern aus Plastik. Das ist eben so. Und pro Zollklasse gibts nun einen Pauschaltarif. Na was denn auch sonst?
Die großen können sich europäische Auslieferungslager leisten. Werden aber
genauso wie die hiesigen Anbieter (die ja auch reichlich Ware aus Fernost
anbieten, in einigen Warengruppen gibts ja kaum noch was anderes) in Zukunft
in ihren Preisen den Wettbewerbsnachteil einkalkulieren
sehr gut. Genau DAS ist ja auch der Sinn! Bring dein Graffel per Container hierher, verzolle ordnungsgeemäß und DANN liefere aus. Genau so solls ja sein!

mfg
AVS



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Re(5): Paketabgabe
10.10.2026, 17:14:55
Sendungen wurden in betrügerischer Absicht mit falschen Papieren drastisch im
Wert gedrückt, um unter den Grenzen zu bleiben.


Das hat in Deutschland noch nie funktioniert. Sobald auch nur der geringste Grund zur Annahme bestand, dass der Preis nicht stimmt, ging das aufs Zollamt und die wollten von Dir Zahlungsnachweise sehen, wieviel Du tatsächlich bezahlt hast. Been there, done that.

es schafft Chancengleichheit, indem es unfaire Wettbewerbsvorteile beseitigt.


Nein, in erster Linie _schafft_ das unfaire Wettbewerbsvorteile. Für die großen Player, die sich nun den finanziellen Gegenwert dieses neuen Wettbewerbsnachteils der Kleinanbieter-Konkurrenz in die eigene Tasche stecken können.

Zoll fällt ja auch pro Warengruppe an


Aber jeweils nur prozentual auf den Wert dieser Warengruppe. Da wird der Zoll auf die Sendung nicht plötzlich höher, weil mehrere Warengruppen in einer sind. Jetzt mit der "Pauschale" sinds 3 Euro pro enthaltene Warengruppe in der Sendung. Pauschal geht anders.

Hab mal LED-Bänder aus China bestellt. Die Bänder hatten einen anderen
Zolltarif als die Befestigungsklammern aus Plastik.


Wenn Du mit LED-Krams über 150 Euro gekommen bist, waren das aber ziemlich viele auf einmal. Ich kenne die genauen Tarife für diese Warengruppen nicht, aber Du dürftest wesentlich mehr EUSt als Zoll bezahlt haben, richtig?

sehr gut. Genau DAS ist ja auch der Sinn! Bring dein Graffel per Container
hierher, verzolle ordnungsgeemäß und DANN liefere aus. Genau so solls ja sein!


Und kalkuliere die drei (bzw. demnächst sogar fünf) Euro mehr in Deinen Endpreis (zumindest bei Artikeln, die typischerweise nur als Einzelstück erworben werden), während Du nur den tatsächlichen Zoll gezahlt hast. Wenns ihn überhaupt gibt. (OK, bei hohen Sätzen und/oder höherpreisigen Artikeln können das auch mehr als drei Euro werden. Dann greift aber auch die Pauschale nicht mehr, dann fällt auch beim Ameisenimport der tatsächliche Satz an.)

Das echte Problem hatte ich eingangs schon erwähnt (und Du hast es bequemerweise komplett ignoriert): Dass der Chinese überhaupt so günstig nach Europa liefern kann, weil er einen kompletten Container voller Sendungen hier ablädt, der lokal zuständigen Post einen Nasenrammel pro Sendung bezahlt und die kostenintensive "letzte Meile" so extrem günstig outsourced. Da müsste man ran. Stattdessen Zollpauschale und demnächst auch noch Bearbeitungsgebühr. Den hiesigen Platzhirschen gefällt das. Sie kaufen weiter den gleichen Kram zu den gleichen Zollsätzen wie immer, können ihn nun aber teurer anbieten.

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Re(6): Paketabgabe
11.10.2026, 11:00:19
Sobald auch nur der geringste Grund zur Annahme bestand, dass der Preis nicht
stimmt, ging das aufs Zollamt
kenn ich. War ich 1x.
299 andere Pakete sind unkontrolliert durchgegangen.
schafft_ das unfaire Wettbewerbsvorteile. Für die großen Player,
die Wettbewerbsbedingungen in Chima sind mir herzlich egal.
Da wird der Zoll auf die Sendung nicht plötzlich höher, weil mehrere
Warengruppen in einer sind. Jetzt mit der "Pauschale" sinds 3 Euro pro
enthaltene Warengruppe in der Sendung. Pauschal geht anders.
Häää??? Da wird nix höher. Es sind einfach pauschal 3€/Zollgruppe. Ich glaube, du verstehst die Bedeutung von "pauschal" nicht ;-)
Wenn Du mit LED-Krams über 150 Euro gekommen bist, waren das aber ziemlich
viele auf einmal. Ich kenne die genauen Tarife für diese Warengruppen nicht,
aber Du dürftest wesentlich mehr EUSt als Zoll bezahlt haben, richtig?
das war 4stellig, denn ja, es war sehr viel. Und natürlich waren die 20% Ust deutlich höher als das bissi Zoll. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Außer nichts.
Das echte Problem hatte ich eingangs schon erwähnt (und Du hast es
bequemerweise komplett ignoriert): Dass der Chinese überhaupt so günstig nach
Europa liefern kann,
Ja, das Zustellabkommen IST ein Problem. Wie kann Ali mit Luftfracht für 79c (oder ganz gratis) nach Ö liefern? Einen 99c-Artikel? Ja, das rennt absolut falsch. Aber diese internationalen Verträge lassen sich nicht einfach so ändern.
Aber mit 3+2€ zusätzlich zu den 99c Warenwert ist das sofort Geschichte. Elegant gelöst!

Wenn das Zeug containerweise kommt, hier verzollt und verUStet wurde und dann von lokalen Zustellern verteilt wird, dann hat die hiesige Post auch nicht mehr das Nachsehen mit irgendwelchen Abkommen. Weil dann gelten die hiesigen Preise. Also auch das elegant gelöst.

mfg
AVS



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Re(7): Paketabgabe
11.10.2026, 13:03:12
  die Wettbewerbsbedingungen in Chima sind mir herzlich egal.


Es betrifft auch nicht den innerchinesischen Wettbewerb der Produzenten, sondern die Distribution: multinationale Unternehmen vs. Großimporteure vs. Kleinhändlet.

Häää??? Da wird nix höher.


Die Warengruppen sind derart kleinteilig, dass es für Laien im Zollrecht kaum möglich ist, das zu durchschauen.

Aber ich versuch mal ein Beispiel, wo ich mir zumindest einigermaßen sicher bin, dass das trotz im Grundsatz relativ ähnlicher (und auch ähnlich teurer) Artikel unterschiedliche Gruppen sind. Du bestellst 3 HDMI-Kabel. 3 Euro Zollpauschale. Du bestellst 2 HDMI-Kabel und ein USB-Kabel. 6 Euro Zollpauschale. Du bestellst 1 HDMI-Kabel, ein USB-Kabel und ein LAN-Kabel. 9 Euro Zollpauschale. Spätestens die übersteigt nicht nur den tatsächlichen Zoll (der sich im ein- bis zweistelligen Centbereich bewegen dürfte) bei weitem, sondern sogar den Warenwert.

Jetzt kann man sich natürlich darauf verlassen, dass zumindest der Händler die richtige Warengruppe ins System eingetragen hat und die Zollpauschale schon korrekt sein wird, damit Du wenigstens vor der Bestellung gewarnt wirst.

Aber de fakto ist das keine Pauschale pro Sendung, als die sie verkauft wird, sondern pro Artikel. Außer Du bestellst 5 T-Shirts und 3 Paar Schuhe (wobei Du bei denen schon aufpassen musst, ob sie mit oder ohne Leder sind, soweit ich mich erinnere), dann kommst Du ziemlich sicher mit zweimal Pauschale davon. Im Ergebnis dürfte bei Shein, Temu und Co. also nicht unbedingt weniger Ware bestellt werden, sondern nur in weniger Sendungen (ich rede hier wie ein Blinder von der Farbe, ich habe da noch nie bestellt, aber von meinem Sohn weiß ich, dass das in der Gen Z ein ganz großes Thema ist.)

Und natürlich waren die 20% Ust deutlich höher als das bissi Zoll. Aber was
hat das eine mit dem anderen zu tun? Außer nichts.


Ich wollte noch mal deutlich machen, dass die eigentlich wesentliche Wettbewerbsverzerrung schon mit der Abschaffung der UST-Freigrenze beseitigt wurde. Die Zollpauschale kam jetzt obendrauf, weil das den hiesigen Handelsverbänden noch nicht gereicht hat. Und denen reichts ja auch jetzt noch nicht:

"Fünf Euro, mein Gott – da hätten wir uns deutlich mehr vorgestellt"
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/temu-shein-billigpakete-aus-china-lassen-sich-durch-aktuelle-zoelle-nicht-stoppen-a-5f59766d-1413-4191-89fd-c27eeb8f7ab2

Denen schmeckt einfach nicht, dass das Geschäftsmodell, ranzbillig zu importieren und zu hiesigen Preisen zu verkaufen, zunehmend durch chinesische Direktversender bedroht wurde. Und es geht dabei bestenfalls am Rande um die Ware an sich (EU-Produktrichtlinien mal aussen vor, aber die berücksichtigt inzwischen auch der Chinese im Regelfall, weil er sonst riskiert, dass die Ware den Kunden nicht erreicht) - es geht darum, wer wieviel damit verdienen darf.

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