Re(2): Gewerbeordnung Photographie in Oesterreich - ein Anachronismus?
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Re(2): Gewerbeordnung Photographie in Oesterreich - ein Anachronismus?
15.08.2009, 12:56:49
wer für ein foto 5,-- oder mehr euro zahlt ist meiner ansicht nach sowieso ein
trottel, in zeiten der digitalen fotografie hat diese szene sowieso den
stellenwert von kunst und damit schutzstatus verloren.


ich kann mir vorstellen, für ein Foto auch sehr viel mehr Geld auszugeben - *wenn* es mir entsprechend gut gefällt (und vermutlich auch Kunst ist). ;-)

Den zweiten Halbsatz verstehe ich so nicht ganz. Die in der Wirtschaftskammer ZWANGSvertretenen (!) Profi-Fotografen sehen sich keineswegs als "Künstler" sondern als "Bild-Handwerker" und wollen nur mit allen (rechtlichen) Mitteln Konkurrenz möglichst minimieren. So wie es eben im mittelalterlichen Zunftwesen für alle Handwerke "der Brauch" war und mittlerweile, schon wenige Jahrhunderte später im fortschrittlichen und liberalen Österreich nur noch in ganz wenigen Teilbereichen gilt.

Natürlich gibt es keinerlei für Nicht-Innungsmitglieder auch nur ansatzweise nachvollziehbare Argumente, warum ein Gewerbe, das
a) nicht lebensnotwendige Luxus-Dienstleistungen produziert (im Gegensatz zu sagen wir einem Bäcker) und
b) die in keiner Weise eine Gefahr für Leib und Leben der Kunden oder die allgemeine Öffentlichkeit herbeiführen kann (im Gegensatz zu sagen wir einem Baumeister)

"geschützt" und nicht "frei" ausübbar sein sein soll.  Ein alter Zopf, der natürlich endlich abgeschnitten gehört! Da bin ich voll bei Dir!

Das hat aber mit einem allfälligen künstlerischem Anspruch der Gewerbetreibenden oder einem eventuellen künstlerischen Wert der geschaffenen Werke bzw. erbrachten Dienstleistung nichts zu tun. Aus diesem Grund ist das Gewerbe nicht geschützt.

Ich selbst bin fest davon überzeugt, dass die digitale Fotografie einfach eine neue Möglichkeit zur Erstellung von Lichbildern bietet, die künstlerisch mindestens genau so viel verlangen (konzeptionell, gestalterisch, technisch) und bieten wie die analoge Fotografie auf chemischer Basis. Neben der "Demokratisierung" der (Alltags-) Fotografie ohne explizite künstlerische Absicht stellt die digitale Fotografie m.E. auch einen zusätzlichen Weg bereit, visuelle Kunst zu schaffen. Mit neuen und teilweise revolutionären Möglichkeiten, die mittels analoger Fotografie teilweise überhaupt nicht und teilweise nur mit unvergleichlich höherem Aufwand realisierbar gewesen wären. :-)  


das objekt am foto - vor allem personen - mag noch einen gewissen schutzstatus
haben, die aufnahme selbst muss - so verfügbar - jedermann kostenlos zur
verfügung gestellt werden. eine rechtliche grundlage in diese richtung ist
längst überfällig!


das sehe ich allerdings exakt anders herum. :-)


Wen ich ein Foto mache, ist das enstandene Bild ganz allein mein uneingeschränktes Eigentum. Genauso, wie wenn ich ein Bild mit Bleistift, Tusche, Aquarell-, Öl, Acrylfarben gezeichnet/gemalt hätte.

Insbesondere dann, wenn ich rechtmässiger Eigentümer bzw. Inhaber aller benutzten Produktionsmittel und Bildträger bin, und meine visuelle Kunst nicht als Grafitti an einer fremden Hausmauer realisiere. ;-)
>:-D

Und/oder mit meinem Werk und/oder dessen Erstellungsprozess kein öffentliches Ärgernis errege. ;-)
>:-D


Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
15.08.2009, 13:00 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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