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22.11.2025, 17:55:10
https://www.zeit.de/mobilitaet/2024-04/verkehrspolitik-stefan-bratzel-bahnnetz-strassenbau-stau-verkehrsforschung

Zitat: ZEIT ONLINE: Aber Los Angeles hat seit 1990 auch 15 Milliarden Dollar in den Bau eines ausgedehnten U- und Straßenbahn-Netzes investiert, schreiben Sie in Ihrem Buch. Trotzdem liegt die Stadt mit durchschnittlich 95 in Staus verlorenen Stunden pro Jahr weit vor deutschen Städten.

Bratzel: Wenn ich erst einmal entfernungsintensive Strukturen wie in Los Angeles habe, kann ich die selbst mit einem fein verästelten ÖPNV nicht mehr erschließen. Ein Bus, der zwischen Wohngebiet und S-Bahn-Station pendelt, lockt niemanden in den ÖPNV. Denn mit Fußweg und Umstieg dauert die Fahrt länger als mit dem Auto – trotz Stau. Und dann kommen noch soziale Themen dazu. Wer sitzt in Bus und Bahn? Die, die sich kein Auto leisten können. Manche schreckt das ab. Im Auto habe ich meinen eigenen Raum und muss nicht umsteigen.

Übersetzt: Dadurch, dass Niederösterreich es ermöglicht hat, dass überall rund um Wien Siedlungen hingesch-issen werden, wird es auch bei riesigen Investitionen kaum möglich sein, den Wahnsinn wieder einzufangen.

Stefan Bratzel: Wir sehen dort einen sich selbst verstärkenden Teufelskreis, der schon einige Umdrehungen weiter ist als in Deutschland. Wenn eine neue Kapazität geschaffen wird – zum Beispiel eine neue Straße oder eine neue Spur auf der Autobahn –, gibt es aus drei Gründen mehr Verkehr.
- Der erste: Die Leute, die vorher andere Routen benutzt haben, nutzen jetzt diese neue oder breitere Straße, weil ihre Fahrzeit da geringer ist.
- Der zweite Effekt entsteht durch Fahrten, die vorher gar nicht gemacht wurden, weil es zu lange gedauert hätte.
- Und der dritte Effekt ist langfristig und strukturell. Weil ich neue Verkehrsadern geschaffen habe, wird es attraktiver, weiter weg zu wohnen. Die Wege zur Arbeit und zu Freizeitaktivitäten werden länger. Und schon ist die neue Straße wieder voll. Dann versucht man, auch diesen Stau wieder durch Straßenausbau zu beheben.

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