Re(12): Die Krise und die Rechnung danach
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..  Re(2): Die Krise und die Rechnung danach
 (hhetl am 16.11.2020 22:21:40)
.  Re: Die Krise und die Rechnung danach  (hhetl am 16.11.2020 22:55:19)
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Re(12): Die Krise und die Rechnung danach
18.11.2020 23:05:10
  Und es zeigt, dass die M1 Entwicklung 1980-2000 = vor dem Euro vergleichbar
war. Und ist da die Welt untergegangen?


Von 1980 bis 1990 hatten wir (ich rede jetzt von D) im Schnitt auch noch über 5% Wachstum beim BIP. Von 1991 bis 2001 immer noch gut 3%. Von 2001 bis 2019 aber nur noch 2,6%. (wenn du dich fragst, wieso ich 1990 auf 1991 weggelassen habe - da hatte sich das zugrundeliegende Wirtschaftsgebiet geringfügig vergrößert, das würde unfair verzerren)

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4878/umfrage/bruttoinlandsprodukt-von-deutschland-seit-dem-jahr-1950/  - bisschen rechnen musst Du damit allerdings noch.

Die Inflationsrate lag in diesen beiden Jahrzehnten ebenfalls höher als heute, zeitweise sehr deutlich. Real war das also nicht ganz so viel, wie es nominal aussieht.

Blöd wird es, wenn die Außenhandelsbilanz der Eurozone negativ wird. Dann
bekommen wir ein Problem.


OK, das hält immerhin den Euro oben. Sonst würde er abschmieren.

Aber ich verstehe immer noch nicht, warum du auf der M1 rumreitest.


Weil es in meinen Augen die fassbarere Größe ist und näher an der Realwirtschaft dran. Aber wenns nur das ist, was Dich so stört - für M3 gilt im wesentlichen das gleiche. Wobei es ja eben nicht vorwiegend langfristige Verbindlichkeiten sind, die sie immer weiter aufgebläht haben, sondern die unglaublich stark angewachsene M1, die da nun mal mit drinsteckt. Nun kann man Gelder aus der M1 so umlenken, dass sie nur noch in der M3 aufscheinen (z.B. durch Zinspolitik) aber erstens ist das zur Zeit nicht so einfach möglich und zweitens hättest Du die M3, die Dir soviel wichtiger ist, damit ja noch gar nicht gesenkt.

Und jetzt gibts halt zwei Möglichkeiten: Die Zentralbank findet einen Weg, die Geldmenge wieder zurückzufahren (oder auch nur einzufrieren), ohne die Zinsen massiv zu erhöhen (was man noch für lange Zeit um jeden Preis zu vermeiden suchen wird, weil man allenthalben davon ausgeht, dass es der Wirtschaft den Rest geben würde). Dann bleibt uns die Inflation vielleicht doch noch erspart und auch die bereits inflationierten Assetpreise gehen wieder zurück.

Oder die Inflation ist eigentlich schon längst da, wird auch nicht gestoppt, sondern so lange es noch irgendwie geht weiter mit  niedrigeren "Verbraucherpreisindizes" verschleiert, die Assetpreise sind gar keine so große Blase, sondern nehmen diese nur vorweg, und wer aus Angst vor einer Krise auf "Cash und Staatsanleihen" switcht, könnte damit real eine noch viel negativere Rendite ernten als er von der Krise befürchtet.

Denn das ist ja kein isoliertes Problem der Eurozone. Auch anderswo wachsen die Geldmengen schneller als die Realwirtschaft.

PS: Nur einen Klick weiter von Deinem Link findet sich übrigens auch eine hübsche Tabelle mit den "echten" Inflationsraten nach Friedman (jetzt bitte nicht auch noch eine Diskussion über die Chicagoer Schule, ich teile seine Ansichten mehrheitlich eher nicht, aber diese Definition hat schon was für sich).

Da haben wir in den letzten 20 Jahren schon ganz gut was aufgebaut, das wir vor uns herschieben:
https://www.tagesgeldvergleich.net/statistiken/inflationsraten.html#echte-inflation

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...  Re(3): Die Krise und die Rechnung danach  (hhetl am 17.11.2020 12:37:53)
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