Jörg Haider - Unfallort und Kärntner Landesregierung - Fotos
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Re(2): ganz im Gegnteil: fürs Land kein Verlust!
12.10.2008, 01:46:49
Nach Kurt Waldheim ist innerhalb eines guten Jahres auch der zweite jener Politiker tot, die dem Staat Österreich seit 1945 am meisten Schaden zugefügt haben. Haider noch mehr als Waldheim. Ersterer hat "nur" unseren Ruf im Ausland zerstört, der zweite hat dazu auch noch das Leben in unserem Land nachhaltig zum Schlechteren beeinflusst. Dass offener Fremdenhass, rechte Demagogie am Rande der Wiederbetätigung und Populismus übelster Sorte in unserem Land wieder salonfähig wurden, ist maßgeblich Jörg Haider anzulasten und bleibt auch das einzige Erbe seiner politischen Tätigkeit.

Ein Mensch, der seine Intelligenz, seine Verführungskunst, seine großen Talente stets in den Dienst der falschen Sache stellte. Der stets an die billigsten Instinkte im Menschen appellierte, den Neid schürte, Benachteiligte gegen noch Benachteiligtere ausspielte, manipulierte, polarisierte und verführte. Einer, der bei jeder Gelegenheit wehleidig über die "schlimme Ausgrenzung" klagte, die ihm "völlig zu Unrecht" widerfuhr, der seinerseits aber Minderheiten sogar so etwas "Billiges" wie zweisprachige Ortstafeln verwehrt. Einer, der auch dann, wenn er tatsächliche Missstände im Land anprangerte - vom ständestaatlichen Relikt der Zwangskammern bis zur überflüssigen Nationalbank - dies ausschließlich zur Gewinnung politischen Kleingelds tat. Der sich aber - kaum an der Macht - genau die gleichen Umfärbungen und politischen Postenschachereien betrieb wie die von ihm deswegen völlig zu Recht gegeißelten Altparteien.

Der übelste Demagoge deutscher Sprache seit Joseph Göbbels und dessen Chef ist tot. Ein brauner Verhetzer, ein politischer Brunnenvergifter ist tot. Ein Landeshauptmann, der sein Bundesland bis zum Letzten ausverkauft, überschuldet und abgewirtschaftet hat, ist tot. Ein Amtsträger, der nicht davor zurückscheute, die Verfassung nach Gutdünken zu beugen, auf die er den Amtseid abgelegt hat.

So tragisch sein Unfalltod auch erscheinen mag, so geradezu perfekt passend zum Politiker Haider ist er. Hämisch grinsend über alles drüberfahren, was sich in den Weg stellt. Vollgas-Lifestyle in jeder Dimension leben und sich gleichzeitig als "Anwalt des kleinen Mannes" ausgeben. Einzig, dass er nicht in seinem Porsche dahingeschieden ist, sondern in einem überfetteten VW steht jetzt noch der posthumen Glorifizierung als "rechter" österreichicher Märtyrer durch seine verblendeten Anhänger im Weg.

Ich weine ihm keine Träne nach. Und ich zünde auch keine Kerze auf dem Ulrichsberg an. Und nur aus Respekt vor dem Tod eines Menschen und aus Mitgefühl mit seiner Familie und den Angehörigen spucke ich ihm nicht nach.

Er wird nie mehr politisch "schon wieder da" sein. Und das ist gut so!
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Re(4): ganz im Gegnteil: fürs Land kein Verlust!
12.10.2008, 14:23:28
ich habe etliche liebe Freunde in Kärnten, die ich gerade in den letzten Jahren öfters besuichen durfte. Es gibt sehr viel was ich an dem Bundesland besonders schätze, nicht nur die besondere landschaftliche Schönheit.

Im vergleich zu anderen Gebieten Kärntens halte ich das Herzogfeld für eine recht schöne, aber keineswegs spektakuläre Gegend. Und ja, ich war da durchaus auch schon unterwegs, auf den Ulrichsberg bin ich bis dato aber noch nicht gekommen. Ist vielleicht auch besser so, weil ich dort vielleicht Handlungen setzen würde, die denkmalpflegerischen und "Pietäts"-Grundsätzen möglicherweise nicht entsprechen ...  

Neben den unglaublich gastfreundlichen Menschen und der fantastischen Landschaft samt Freizeitmöglichkeiten schätze ich an Kärnten die Überschneidungen, Grenzlinien und das kulturelle Erbe eines früheren, grösseren Österreichs, das bis an die Adria reichte.

Wegen dieser kulturellen Vielfalt war (und ist) Kärnten - abgesehen vom "Künstlermagnet" Wien - das Bundesland mit der österreichweit bei weitem höchsten Künstlerdichte. Dazu gehören viele bildende Künstler, die ich sehr schätze wie z.B. Valentin Oman [wenn ich in der Gegend des Herzogfelds bin, schaue ich mir am liebsten seine Gestaltung der Kirche im Stift Tanzenberg an! - das ist für mich die zeitgemässe Fortsetzung des Saal - auch nicht weit weg ;-) ], Hans Staudacher, Kiki Kogelnik, Arno Popotnig und viele andere. Dasselbe Bild in der darstellenden Kuinst - alleine wenn ich an großartige Regisseure wie Martin Kusej denke ...

und genau diese Künstler die ich am meisten schätze, fühlten sich im verhaiderten Kärnten der letzten Jahre mit Fug und Recht unwohl. Leider waren die politischen Alternativen im Land immer geradezu grenzdebil [ich hätte einen Ambrozi oder Zernatto jedenfalls auch NIE gewählt!], wodurch sich der blau-orange Oberösterreich-Import Haider dort auf dem vorhandenen braunen Bodensatz so gut festsetzen und ausbreiten konnte.

Tja, und jetzt werden die Leute die Suppe dann irgendwann auslöffeln dürfen, und das Perverse ist: sie werden wehmutsvoll zurückblicken und seufzen, "unter dem Jörgl war alles viel besser", statt zu erkennen, das es genau ihr hochverehrter, abgöttisch geliebter Verblichener und dessen Buberlpartien waren, welche die Misere angerichtet haben. :-)
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Re(5): ganz im Gegnteil: fürs Land kein Verlust!
12.10.2008, 14:35:55
ich respektiere deine Meinung durchaus, und gebe dir auch sicher in einigen Punkten recht. Auch was du mit der Kultur angesprochen hast kann ich absolut nachempfinden, da es hier nun mal sehr um Förderungen und Co. geht.
Vor allem zweisprachige Künstler, hatten es schwer.
Selbst hatte ich mit der Politik auch einige unterschiedliche Ansichten, bei der Ortstafel DiskussionzB wär ich sofort für eine Umsetzung und Aufstellung aller 2sprachigen Ortstafeln gewesen, wenn es die zweisparachige Bevölkerung in dem Dorf auch gewollt hätte.
Jedoch trauere ich nicht seiner Politik nach, sondern seiner Person, und das ist für mich zumindest etwas anderes. Ich denke auch dass er wegen seiner Person soviel Zustimmung erfahren durfte, und nicht nur wegen seiner Politik.

Herzogfeld
Du meinst das Zollfeld, welches sich von Klagenfurt über die Gemeinde Maria Saal bis nach St. Veit zieht. da daruf steht wiederum der herzogstuhl
Selbst wohne ich 15 min mit dem Rad von Maria Saal entfernt, auf den Ulrichsberg brauch ich mit dem Rad gut zwei Stunden. Ich kann dir einen Bescuh nur empfehlen, und du wirst verstehen warum mir der Hass gegen diese Gedenkstätte so sauer aufstößt
Weils einfach nichts mit dem zu tun hat was davon in den Medien steht...

wie dur richtig erwähnst ist Haider einfach ein Nachfolger von Zernatto und Ambrozy, ähnlich wie das Ergebnis der letzten Nationalratswahl, bei denen die Fpö und das Bzö auch einen großen Stimmenzuwachs nur dadurch bekommen haben, das etliche Wähler mit der vorangegenagen regierung unzufrieden waren
Haider hat das sehr genützt, da hast du vollkommen recht.
Ich selbst bin in ein Gymnasium gegangen, das mit der Hilfe von Zernatto seinerzeoit groß geworden ist. wenn ich an den typen nur denke, kommt mir recht viel hoch, tut mir leid...

an Kärnten die Überschneidungen, Grenzlinien und das kulturelle Erbe eines
früheren, grösseren Österreichs, das bis an die Adria reichte.
das ist genau das was ich hier in wien so sehr vermisse
die nähe zu slowenien, zu italien, zur adria, die berge, die natur und die landschaft.
in drei jahren sollt ich hier fertig sein, und dann gehts ab in die große welt, bis zur pension, dann wieder nach kärnten |-D




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Re(3): ganz im Gegnteil: fürs Land kein Verlust!
HKI
12.10.2008, 11:29:17
Naja, genau den selben Gatsch kann man über jeden anderen großen Politiker auch schreiben. Da braucht man genau nix dran ändern. Eventuell die Richtung von rechts auf links oder irgendwas gen Mitte, aber das wär´s auch schon.
Das Gesülze nach Verschuldung des Bundeslandes is gaga, da strukturschwache Bundesländer alle die gleichen PRobleme haben. Verfassungsbruch? Haddu auch nur ansatzweise eine Ahnung von dieser Rechtsmaterie? Vermutlich nicht.

Nach Kurt Waldheim ist innerhalb eines guten Jahres auch der zweite jener
Politiker tot, die dem Staat Österreich seit 1945 am meisten Schaden zugefügt
haben. Haider noch mehr als Waldheim. Ersterer hat "nur" unseren Ruf im
Ausland zerstört, der zweite hat dazu auch noch das Leben in unserem Land
nachhaltig zum Schlechteren beeinflusst. Dass offener Fremdenhass, rechte
Demagogie am Rande der Wiederbetätigung und Populismus übelster Sorte in
unserem Land wieder salonfähig wurden, ist maßgeblich Jörg Haider anzulasten
und bleibt auch das einzige Erbe seiner politischen Tätigkeit.


Nur weil sich einige in diesem Land viele Jahrzehnte nach den stets aufgekauten geschichtlichen Fakten noch immer die Schuld an den Vorgängen in die Schuhe schieben lassen, braucht man sich wirklich nicht dafür schämen, wenn´s ein paar wenige gibt, die das ankotzt. Was da international an Bockmist geschrieben wird, ist ja nur mehr lächerlich. Damals wie heute. Und gerade jene Länder, die den meisten Dreck im eigenen Land sitzen haben, gackern am meisten. (Belgien, Deutschland, Italien, Spanien, Israel (kein Kommentar), etc usw)

Und diese immer wieder hochmotivierten Vergleiche mit Beteiligten von "damals" sind ja auch an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Aber mi Ö kann man´s ja machen, weil jeder kuscht, wenn man mit dem Finger aufs Geschichtsbuch zeigt. %-)

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Re(3): ganz im Gegnteil: fürs Land kein Verlust!
12.10.2008, 12:49:47
In einem sind sich Anhänger und Gegner Haiders wohl immer einig: Er war eines der größten politischen Talente in der Zweiten Republik. Hätten die anderen Parteien auch nur ansatzweise über dieses Talent und Gespür verfügt, wäre Haider nie so groß geworden, wie er 1999 war.

Ich war nie der Meinung, daß Haider die extremen Rechten aus ihren Kellerlöchern geholt hat oder -zig Tausende SPÖ-Wähler zu Rechten umgepolt hat, die ihn und seine FPÖ über Jahre hinweg wählten.

Jene, die Haider wirklich erst groß gemacht haben bzw. ihn groß werden ließen, sind für mich die wirklich Verantwortlichen für das, was das Ausland fälschlicherweise in die Wahltriumpfe Haiders hineininterpretierte. Es ist ja auch eine interessante Mär, wenn das österreichische Wahlvolk als Hort der Rechten dargestellt wurde/wird - quer durch Europa gab es einen Siegeszug der mehr oder weniger gemäßigten Rechten. Die Rechtsparteien in Belgien, Dänemark, Niederlande, Italien, Polen usw. konnten ihren Stimmenanteil vervielfachen.

Soll mir also bitte niemand erzählen, es wäre ein rein österreichisches Phänomen, das nur aufgrund unserer Vergangenheit zustande kommen konnte!

Die Rahmenbedingungen für die Erfolge rechtspopulistischer Parteien schaffen andere. Gerade eine SPÖ der 80er und 90er Jahre hat in fast schon perfektionistisch anmutendem Eifer alles dazu unternommen, um Haiders Wahlerfolge zu garantieren.

Haider und jetzt auch Strache als die bösen Buben der heimischen Politik darzustellen, greift weit daneben und ist bestenfalls ein Garant dafür, das vielzitierte "dritte Lager" in Österreich erneut zu erstarken.


(sigkilled v1.9 (Tue Aug 16 01:53:26 2011): Unerwünschte Werbung)

12.10.2008, 12:50 Uhr - Editiert von FoTU, alte Version: hier
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Re(3): ganz im Gegnteil: fürs Land kein Verlust!
14.10.2008, 00:11:21
Ich respektiere einmal deine Meinung, teile sie aber nicht völlig!
Ich habe Haider immer kritisch gesehen, er hat "Brot und Spiele" auf niederem Niveau und mit großem Erfolg in Kärnten wieder eingeführt. Er hat Kärnten nicht voran gebracht und hat das Land an den Rand des wirtschaftlichen Ruins geführt. Haider hat die parteipolitische Postenverteilung der Sozialisten unter Wagner noch getopt. Heute sind alle Schlüsselpositionen im Land orange besetzt.
Politisch einordnen muss man ihn natürlich rechts, aber rechtsextrem war er sicher nicht! Gewaltbereitschaft war nie sein Thema, mit Hitler ist er nicht im entferntesten vergleichbar.
Haider war ein schamloser Populist. Er war hochintelligent und hatte ein feines Sensorium für die Anliegen der Menschen. Er ging auf sie zu und gab ihnen das Selbstwertgefühl, das die herkömmlichen Politiker nie vermitteln konnten. Er holte sich in Kärnten zig-tausende Wählerstimmen von den Sozialisten, die mit Wagner eine Leitfigur verloren hatten.
Dass Haider in Kärnten so groß werden konnte, liegt in der Geschichte des Landes begründet. Schwarz und besonders Rot hatten es verabsäumt das Klima des Misstrauens zwischen den Volksguppen zu beseitigen. Kärnten hat wie kein anderes Bundesland nach beiden Weltkriegen unter Partisanenübergriffen gelitten. (Davon betroffen waren auch slowenischstämmige Familien und sogar Slowenen im heutigen Slowenien.)
Haiders unglückliche SS- Sager sind natürlich auch in diesem Zusammenhang zu sehen.
Die anderen Politiker konnten mit dem Phänomen Haider nicht umgehen und trugen so zu seinem Erfolg bei.
Letzten Endes war er selbst sein größter Feind.
"Im Tod eines Menschen spiegelt sich sein Leben" stand irgendwo im Standard.
Er war ein Getriebener und hat andere vor sich her getrieben. Vollgas - bis in den Tod.

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Re: Jörg Haider - Unfallort und Kärntner Landesregierung - Fotos
12.10.2008, 13:12:00
Danke Marax für diese Bilder.

Meine Frau ist Ausländerin, obwohl wir seit über 10 Jahren verheiratet sind hat sie ihre Staatsbürgerschaft noch immer. Mit dem Stück Papier in der Hand ist sie noch lange keine "Oesterreicherin" sagt sie immer wieder - obwohl sie perfekt unsere Sprache (im Gegensatz zu Anna Netrebko, welche eine Staatsbürgerschaft besitzt, ohne unserer Sprache mächtig zu sein) spricht, dem Staat seit über 10 Jahren ihre Steuern entrichtet. Sie steht zu ihrem Heimatland...Nationalstolz, der bei uns ja verpönt ist.
Sie hatte nie Angst vor Dr.Jörg Haider, im Gegenteil sie schätzte seine aufrichtige, gerade Art.....bei ihm wusste sie woran sie ist. Unglaublich wenn man sieht wie sehr ihr sein Ableben zu Herzen geht....
Als ich sie vor über 10 Jahren kennenlernte war es im roten Wien nicht möglich offiziell mit ihr zusammenzuleben. Wir haben geheiratet und denoch hatte sie nur eine Arbeitserlaubnis für 5 Jahre, aber keine Aufenthaltsbewilligung. Sie musste in einem Drittland gemeldet sein um ein Ansuchen für diese zu beantragen. Nach Oesterreich durfte sie nur kurzfristig als Tourist einreisen.

Wie gesagt, im roten Wien...diese Heuchler haben nach außen hin den "Guten" raushängen lassen und waren in Wirklichkeit schlimmer als die damalige FPÖ.

Hätte ich damals vorab gewußt was mich erwartet, wäre für mich ein Auswandern in Frage gekommen..und heute überlege ich mir das wieder...da der Gegenpol, der Mensch welcher einem die Kraft gab, zu seinem Land und zu dessen Vergangenheit zu stehen, plötzlich nicht mehr unter uns ist....

Beispielhaft das er kein extremer rechter war, dieses Interview:

Die Welt: Sind nun ehemalige Angehörige der Waffen-SS anständige Menschen?
Haider: Ich glaube, dass es keine pauschale Befreiung von Schuld und Mitschuld gibt und keine pauschale Verurteilung geben kann. Gott sei Dank leben wir in einem Rechtsstaat, wo die individuelle Schuld das entscheidende ist. Daher kann es nie die Waffen-SS als solche sein, sondern es können nur Einzelne sein, die verfehlt haben und verantwortlich sind. Mein Interesse war es immer, der älteren Generation, die auch im Krieg Fürchterliches mitgemacht hat, eine pauschale Verunglimpfung zu ersparen. Und dazu stehe ich."
(Interview, Die Welt, online-Ausgabe, 8. 2. 2000)

Nochmals, Schade um diesen Menschen, der so viel bewegt hat...sei es für den Bürger oder für das Land.







mugello



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12.10.2008, 13:49 Uhr - Editiert von mugello, alte Version: hier
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Re(5): Jörg Haider - Unfallort und Kärntner Landesregierung - Fotos
12.10.2008, 14:18:13
Muss schon schön sein in einer links linken Traumwelt zu leben.

@ Waldheim

Es ist eine Schande mit welchen Schmutzkübeln auf einen großen Österreicher losgegangen wird und wurde. Es ist eine Schande, dass Österreich sich nicht viel stärker dagegen gewehrt hat, dass er ewig auf der Watchlist der USA stand, eingetragen von einem Regime, das selbst kaum besser im "eigenen" Land agiert, als es ihm bedauerlicher Weise widerfahren ist.

Und warum? Weil er zu einer Zeit als Österreich nicht existierte, und vom Deutschen Reich annektiert worden war (sorry dass wir uns nicht abschlachten haben lassen), so wie so ziemlich jeder fähige Mann in der deutschen Wehrmacht diente? Gratuliere, dann bekennen wir uns bitte alle schuldig und sind böse Nazis.

Ich persönlich bin froh, dass es auch in der SPÖ oder SDAP rechte Elemente gab, sonst wären wir heute nicht neutral oder westlich sondern einer der Ex-Warschauerpakt-Staaten.

@Haider

Schaut euch mal an was JH vor dem Beitritt zur EU gesagt hat, ist zwar lang her und viele werden sich nicht mehr dran erinnern, aber er hatte damals recht und er hatte sehr oft in sehr vielen Dingen recht, die ihm keiner geglaubt hat oder die als "Rechtspopulismus" abgetan wurden.

In Zeiten wo Nestbeschmutzen zu einem österreichischen Way of Life geworden ist, wo man dafür Nobelpreise bekommt und man bei jeder Entscheidung die einem nicht passt zur EU rennt und Sanktionen erwirkt, war ein JH, egal wie man zu ihm stehen mag, ein Österreicher.

In Zeiten wo unsere Jugend herumlauft und auf unsere Fahne schei*t, in denen Patriotismus als mentale Krankheit tituliert wird, und in der man für ein solches Verhalten auch noch belohnt wird, war JH ein Patriot der dagegen gehalten hat.

Bei der Vorstellung, wie Österreich ohne JH aussehen würde, graut mir, egal wie man zu ihm steht, und egal ob man es als politisch korrekt ansieht Missstände populistisch überspitzt aufzuzeigen, um dann eine gemäßigte Reaktion zu bewirken.

Jörg Haider war Österreichs Hoffnung das dritte Lager zu bändigen und von rechten Chaoten wie HC Strache, in eine verantwortungsbewusste politische Integration zu führen. Ein Lager, dem ein Drittel der Österreischer angehört, von denen sicher nicht alle Nazis sind genausowenig wie alle SPÖler nach Moskau fahren und den Boden küssen. Ein Lager dem auch viele Migranten angehören, die sich angepasst haben.

Diese Hoffnung stirbt mit ihm, was bleibt ist eine Leere in die erst jemand hineinwachsen muss.

Flame on!
P.S: Nein ich bin nicht beim BZÖ oder der FPÖ, aber ich habe Respekt vor den Leistungen des JH
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Re(6): Jörg Haider - Unfallort und Kärntner Landesregierung - Fotos
12.10.2008, 18:22:36
Und warum? Weil er zu einer Zeit als Österreich nicht existierte, und vom
Deutschen Reich annektiert worden war (sorry dass wir uns nicht abschlachten
haben lassen), so wie so ziemlich jeder fähige Mann in der deutschen Wehrmacht
diente? Gratuliere, dann bekennen wir uns bitte alle schuldig und sind böse
Nazis.


Ja nur nicht jeder hat das freiwillig, gern und ÜBERZEUGT gemacht. Abgesehen davon gab es Leute die gegen den NS angekämpft haben (und sich ham abschlachten lassen) und weiters wurdest du "vernichtet" wenn du dich nicht hast rekrutieren lassen. Also mit einer Kanone am Hirn überlegt es man sich dann doch.


Schaut euch mal an was JH vor dem Beitritt zur EU gesagt hat, ist zwar lang
her und viele werden sich nicht mehr dran erinnern, aber er hatte damals recht
und er hatte sehr oft in sehr vielen Dingen recht, die ihm keiner geglaubt hat
oder die als "Rechtspopulismus" abgetan wurden.


Bin ich mal gespannt was du meinst...

In Zeiten wo unsere Jugend herumlauft und auf unsere Fahne schei*t, in denen
Patriotismus als mentale Krankheit tituliert wird, und in der man für ein
solches Verhalten auch noch belohnt wird, war JH ein Patriot der dagegen
gehalten hat.


Ich weiß nicht wo du herumwanderst aber ich hab noch keinen Ösi gesehn der seine Fahne verbrannt oder darauf *PIEP*t. Patriotismus wie Haider ihn propagiert hat war Ausländerfeindlich und keineswegs patriotisch oder hat uns ein anderes Land (vma Volksgruppe) den Krieg erklärt? Aja und so nebenbei: Ich bin wegen Personen wie Strache und Haider NICHT stolz auf Österreich, denn 28% der Österreicher unterstützen solche Menschen.

Jörg Haider war Österreichs Hoffnung das dritte Lager zu bändigen


Geil den tag hät ich echt gern erlebt wo er sich selbst bändigt.

Ein Lager dem auch viele Migranten angehören, die sich angepasst haben.


Jo diese wollen auch "Ausländer raus". Kein Scherz ich kenn hier in Wien genug und da frag ich mich dann schon wie dumm die wirklich sind...

Diese Hoffnung stirbt mit ihm, was bleibt ist eine Leere in die erst jemand
hineinwachsen muss.


Der Pezi Bärli is ja eh da!

(sigkilled v1.9 (Tue Oct 28 10:43:54 2008): gesperrte externe URL gefunden)

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Re: Jörg Haider - Unfallort und Kärntner Landesregierung - Fotos
13.10.2008, 11:25:24
Also wenn ich diese Posts durchlese, kommt mir der Mageninhalt wieder hervor!

So viel Extremismus wie in so manchem Kommentar, hat nicht einmal in den angesprochenen Parteien jemals Platz gefunden.

Jörg Haider ist einen Unfalltod gestorben, den er selbst mit der Raserei verursacht hat.

Jörg Haider war Landeshauptmann von Kärnten, und wenn man die Meinung im Kärntner Volk anhört, dürfte er seine Sache als LH ganz gut gemacht haben.
Wahrscheinlich lag das an seiner Art, direkt auf die Menschen zuzugehen, ob das nun seine Landsleute waren, oder auch andere aus anderen Nationen. Er selbst hat fremden Menschen vielleicht mehr Respekt gezollt, als viele es jemals glauben werden. Einen Menschen Respekt zu zeigen bedeutet aber nicht unbedingt, daß man ihn "lieb haben muß"

Was mich hier stört ist die Tatsache, daß noch immer viel zu viele Leute ein Problem mit unserer Vergangenheit haben. Und zwar ein ganz gewaltiges. Österreich wurde 1938 annektiert, aber unter welchen Bedingungen? Arbeitslosigkeit war unvorstellbar hoch, ein recht hoher Prozentsatz der Bevölkerung konnte sich das tägliche Essen nicht leisten .... und der Blick zu den deutschen Nachbarn zeigte: Dort geht es besser, seit der Herr Hitler (der britische Premierminister nannte ihn immer Herr Hitler) an der Macht war. Zu der Zeit ging es teilweise ums nackte Überleben.
Durch die dann doch gewaltigen Änderungen, sahen sich viele Leute gemüssigt, dem Regime zu folgen, sie hatten ihm ja beinahe das Leben zu verdanken (opferten es aber vielfach im Krieg).
Was parallel dazu erfolgte, mit der Judenverfolgung, der Vernichtung nicht nur der Juden sondern etlicher Millionen an Regimegegnern, Kriesgefangenen etc in den Konzentrationslagern (diese waren übrigens eine englische Erfindung), war ein Teil der Geschichte. Leider wurde und wird aus der Geschichte nicht gelernt. Denn warum ist es dazu gekommen?

Nun sollten alle einmal darüber nachdenken, wieso es überhaupt zum Aufstieg von Hitler gekommen ist und warum es auch zum Aufstieg der eher rechts gerichteten Parteien nun gekommen ist.

Richtig: Es war das Versagen der anderen Politiker. Ihre Fehler waren die Ursache, da liegt die eigentliche Schuld für Millionen von Toten, geschändeten und wahrlich zertretenen Menschen.

Man sollte immer die Ursache mit einfließen lassen, bevor man ein Urteil stellt.

Tatsache ist nun einmal, ein nicht unbeträchtlicher Teil der Österreicher fühlt sich durch die Politiker nicht richtig vertreten, ja finden sogar einen Ausverkauf von Österreich.

Wenn man als Österreicher einmal an Österreich zuerst denken will, hat man sofort das Problem, als Nazi abgestempelt zu werden.
Seien wir doch einmal ehrlich und überdenken folgende Tatsache:
Wenn ein Österreicher "schei* Ami" sagt, wird ihm recht gegeben. Wenn ein Ö sagt "schei* Piefke" nicken viele wohlwollend mit dem Kopf, wenn jemand "Schei* Italiener" sagt, wird kaum etwas passieren, wenn aber wer sagt "schei* Israelis", dann wird sein Kopf rollen. Wo bleibt da die Gleichberechtigung?


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Re(2): Jörg Haider - Unfallort und Kärntner Landesregierung - Fotos
13.10.2008, 11:25:44
TEIL 2:

Man muß aufpassen, gerade wenn zu viel auf eine Sache eingestochen wird, erstarkt diese besonders. Der Rechtsradikalismus wird nur durch die verfehlte Politik der Ausgrenzung erst groß werden. Ja er wird noch größer  werden, das getraue ich mir zu prophezeien. Politische Ausgrenzung ist genau das Gleiche, wie die Ausgrenzung eines Volksstammes. Und das ist gefährlich. Durch ein Verbot kann ein Problem nicht beseitigt werden. Man muß an die Wurzel gehen, nur dann besteht die Möglichkeit eine Lösung zu finden.

Ich habe LH Haider immer als Karawankengadaffi bezeichnet. Mir passen ein paar Wortmeldungen nicht so ganz. Aber wenn ich auf der anderen Seite an ein paar Wortmeldungen von Herren (und auch Damen) der anderen Parteien denke, dann frage ich mich schon, wer hat noch ein Recht auf die österreichische Staatsbürgerschaft. Da wird aber nichts getan, ist ja von einer "anerkannten" Partei. Dennoch habe ich vor dem ehemaligen LH Jörg Haider Respekt als Mensch, denn er konnte es zum Unterschied von den meisten anderen Politikern, ein wenig auf die Probleme der Bevölkerung eingehen und zuhören. Und das haben ALLE anderen Politiker längst verlernt.
Das ist auch der Grund, warum ich dem "Karawankengadaffi" als LH Jörg Haider absolut Respekt zolle und es bedaure, daß auch er der Raserei zum Opfer wurde. Aber er hat es auch selbst verursacht, daher ist vielleicht das "Opfer" zu streichen. Sollte vielleicht ein Denkanstoß für andere sein ...
Niemand ist resistent, da nützt es auch nicht LH zu sein, in einem großen Wagen zu sitzen, Raserei ist gefährlich und über 140 auf der Landesstraße ist für mich rücksichtslose Raserei.

Wenn Jörg Haider in den USA oder auch anderen Ländern zur Welt gekommen wäre und dort so "Heimatbezogen" agiert hätte wie in Österreich, wäre er Präsident/Premierminister o.ä. geworden. Gleiches in vielen anderen Ländern .... er wäre immer nur als "Herzeigepatriot" gewertet worden. Ich denke das läßt sich schwer verleugnen.
Leider fehlt es den anderen Politikern an Patriotismus. Und da liegt vielleicht ein ganz großer Teil des Erfolgs der "braunen" Parteien (blau und orange zusammen ergeben braun)

Also bitte ein wenig nachdenken, die Geschichte des 20. Jahrhunderts einmal genau zu studieren und dann erst ein Urteil über Waldheim, Haider, oder auch vielen anderen abzugeben.

Mich belasten viel mehr andere Geschehnisse, die jetzt statt finden. Überwachung, die kaum gegen Kriminalität, sondern nur an der "Normalbevölkerung" funktionieren kann, die Finanzkrise, da wo nun so manche Spekulationsseifenblase zerplatzt, machen sich alle ins Hemd? Die Verursacher sind Bankmanager, Finanzmanager, Politiker,die zugesehen haben etc, denen aber nichts passiert, die trotzdem ihre Abfertigung kassieren, ein Kleinbetrieb, der so geführt wird - der Verantwortliche wird wegen fahrlässiger Krida und sicherlich noch einigen anderen Punkten angeklagt werden ...
Das sind die Dinge, die mich belasten, denn da steckt mehr dahinter, nennt sich Kapitalverschiebung und die Absicherung genau dessen.

Langes Post, mußte aber wegen der anderen sein, vielleicht denkt doch wer nach.

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