Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
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Re(4): Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
10.07.2009, 12:41:23
sollen kinder nur noch excel spreadsheets rechnen und auf das kleine einmal
eins verzichten?


nein.

Fotografen sollen auch weiter lernen, was eine Blende und eine Verschlusszeit ist und was man damit machen kann. Plus ein paar grundlegende Aspekte der Optik bzw. relevanten bereichen der Physik.

Chemie dagegen ist für das Fotografieren dagegen mittlerweile irrelevant.

Fotos zu Papier zu bringen, machen Drucker. Und alles, was man von der Chemie dazu wissen muss, ist wie welches Bild auf welcher Papiersorte mit welchen Farbpatronen kommt. Filmmaterial entwickeln Labors und Labor-Spezialisten, die natürlich auch von einigen chemischen Dingen etwas verstehen sollten.

ABer eben nicht die Fotografen. Und umderen Beruifsausbildung geht es da.

Wenn allenfalls für bestimmte Spezialaufgaben auf analogem Material gearbeitet wird, sind allfällig zu beachtende "chemische Aspekte" in der Praxis in ein paar Minuten erklärt (z.B. Schwarzschildefffekt). Man muß aber niocht immer bei Adam udn Eva anfangen. Um 2009 ein guter Berufs-Fotograf zu werden, muß man eben keine Lochkamera mehr gebastelt haben und keine Sekunde in einer Dunkelkammer verbracht haben. :-)

Deshlab sollten diese "einstigen grundlagen" heute nicht mehr ausbildungs- und prüfrelevant sein, dafür sind sie eben zu "einstig-gestrig". Und schon gar nicht sollte es eingesetzt werden können, um damit Berufsaspiranten den Zugang zu einem angestrebten Beruf möglichst schwer zu machen. ;-)

Dass dagegen z.B. der Umgang mit den Kunden und deren fachkundige Beratung eine prominente Stellung in der neuen deutschen Ausbildungsordnung erhalten haben - das ist z.B. wichtig! :-)


Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
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Re(6): Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
10.07.2009, 13:30:05
genau nicht.

* wie möchte sich mein/e Kund/in am liebsten sehen?
* wie sehe ich ihn/sie?
* mit welchem visuellen Konzept bringe ich das am besten hin?
* wie kommuniziere ich das am besten und erziele Einvernehmen dazu?
* wie gestalte ich alle gestaltbaren Paramter - und wie arrangiere ich mich mit allen parametern, die ich nicht aktiv gestalten kann - um Licht-Bilder zu schaffen, die den Zielen & Wünschen entsprechen ... mit denen ich als Fotograf und vor allem (!) der/die Kunde/in voll zufrieden ist?

... darum gehts. Nicht um smile detection oder ähnliche Banalitäten.


Ist doch wie beim Autofahren: wozu ein Auto z.B. eine Nockenwelle hat, ist für Autofahrer völlig unnützes Wissen. Hat in der Führerscheinausbildung deshlab nichts verloren. Oder wie die bremsen funktionieren - ob das Scheiben sind oder Trommeln, und ob darin Beläge oder kleine grüne Männlein werken - völlig Powidl. Zum autofahren  muß man nur wissen, welche Bedienelemente ich wie betätigen muß - und vor allem: wann - damit die Maschine sich dorthin bewegt wo sie hinsoll und zwar möglichst ohne dabei Kollateralschäden anzurichten.

Von einem Mechaniker dagegen erwartet man etwas mehr technische Kenntnisse.  

Fotografen müssen fotografieren können. d.h. Lichtbildnisse "gekonnt" AUFNEHMEN. Das ist Gegenstand des Berufs. Technisch gehört dazu nur der Umgang mit den jeweils aktuellen und konkret verwendeten Aufnahmegeräten.

Wie die Bildnisse dann allenfalls Ihren Weg auf Papier oder andere Trägermaterialien finden, darum werden sich schon die Laboranten und Drucker künmern. Die müssen dafür nicht fotografieren können.

So funktioniert das in einer arbeitsteiligen Welt. :-)


Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
Dieser Beitrag bezieht sich auf eine ältere Version des beantworteten Postings!
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Re(8): Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
10.07.2009, 16:36:28
Und in der prüfung fragt man dich immer noch, wie ein Verbrennungsmotor
funktioniert, oder?


weiß ich nicht. Die FX-prüfung liegt schon ein zeitl zurück. ;-)

Für notwendig halte ich es absolut nicht.

Was muß man technisch zum Autofahren wirklich wissen? Fast nix!

Dass es in einem Handschalter-Auto 3 Pedale gibt, eine Schalthebel und ein Lenkrad. Dazu die ca. 10 wesentlichen Bedienelemente (Licht, Blinker, Scheibenwischer, Tankdeckel- und Kofferraum-Entriegelung, ...) und Warnlamperln. Aussen am Auto allenfalls die von Dir genannten Punkte - und nicht einmal die, wenn man entweder nur Bedienungstankstellen aufsucht und im Notfall prinzipiell den ÖAMTC anruft - oder blond, weiblich und hübsch ist. :-)

Beim Fotografieren ist es doch genau gleich. Sich ein Bild im Kopf ausdenken und/oder in natura sehen und dann "aufzeichnen". Das inhaltliche "Was und Wie" ist entscheidend! Ob in der Kamera ein kleines Männchen sitzt und das mit einem mikrofeinen Pinsel auf einen Film oder Sensor malt, ob Photonen nach optischer Manipulation an Luft-Glas-Grenzflächen auf einem Bildsensor aufschlagen oder auf einer chemischen Emulsion ... fast egal.  Nur hinsichtlich der gestalterischen Auswirkungemn allenfalls interessant (Korn/Rauschen, Farbwiedergabe, Schärfe etc etc. ... ) - das gehört gelehrt und wird auch gelehrt.  

Mit Chemikalien herumpanschen ist dagegen für angehende Fotografen echt entbehrlich.


Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
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Re(4): Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
10.07.2009, 16:26:01
das ist aber ein PC-Ausdruck, kein Foto


es ist ein Lichtbild!  

Mit welcher Reproduktionstechnik und auf welchem Trägermaterial ein Bild allenfalls (temporär!) fixiert wird, ist doch sowas von nachrangig!  

Heute kann z.B. JEDER mit einem guten Tintenstrahler der Semi-Profi-Klasse auf z.B. Hahnemühle-Papier S/W Bilder ausdrucken, denen nicht einmal Experten aus normalem Betrachtungsabstand mit freiem Aug den Unterschied zu einer Ausbelichtung auf Barytpapier ansehen. :-)

Letztlich geht es um das Bild, das imago. Inhalt und Form sind wichtig, die angewendete Technik ist in jeder Beziehung absolut nachrangig und hat sich der künstlerischen Intention total unterzuordnen.

Es gibt Künstler die sich auch mit allen technischen Aspekten zwischen Idee und fertigem Kunstwerk (wobei das in Punkto Fotografie für kich heute eine Datei ist!) und sie "dürfen" das natürlich auch gerne. Aber wirklich notwendig ist es keineswegs. Darum können und sollen sich doch die jeweiligen Spezialisten kümmern - die können das besser und werden für Ihre technischen Services und allenfalls handwerkliches Geschick bezahlt.

Fotografen werden dagegen wie alle bildenden Künstler für Ihre Ideen, ihre Imagination, ihr kreative VISION geschätzt und (hoffentlich auch) bezahlt. Bei der konkreten Umsetzung Ihrer Ideen und Schaffung Ihrer Werke können sie - wenn sie wollen - beliebig viele Helfer heranziehen, das tut Ihrer Kunst keinerlei Abbruch!  


Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
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Re(5): Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
10.07.2009, 16:38:09
Heute kann z.B. JEDER mit einem guten Tintenstrahler der Semi-Profi-Klasse auf
z.B. Hahnemühle-Papier S/W Bilder ausdrucken, denen nicht einmal Experten aus
normalem Betrachtungsabstand mit freiem Aug den Unterschied zu einer
Ausbelichtung auf Barytpapier ansehen. :-)

laßt das ganze paar Tage am fensterbrett in der Sonne liegen, dann erkennt ein Blinder mit Krückstock den Unterschied. ;-)

die angewendete Technik ist in jeder Beziehung absolut nachrangig und hat sich
der künstlerischen Intention total unterzuordnen.

jaaaaaaa, solange die Technik nicht zum Hemmschuh wird, indem sie das Ergebnis mies macht. Weil wenn nur Idee, Gestaltung und der künstlerische Aspekt zählen - der ist bei einem Laserausdruck auf Büropapier genau der gleiche. Das Gesamtergebnis ist es aber wohl unstrittig nicht.

Bei der konkreten Umsetzung Ihrer Ideen und Schaffung Ihrer Werke können sie -
wenn sie wollen - beliebig viele Helfer heranziehen, das tut Ihrer Kunst
keinerlei Abbruch!  

das stimmt so radikal eben nicht. Ein Tischler muß den Kasten nicht nur am PC planen können, er muß auch das Holz sägen, schleifen, leimen und lackieren, Schaniere und Fächer einbauen, das Trum beim Kunden aufstellen und die Blenden einpassen können. Erst dann ist es ein Kasten aus Tischlermeisterhand. Deshalb nennt sich sowas auch Handwerk - weil man noch was handwerklich machen muß.
Das andere wäre Möbeldesigner. Da reicht der Entwurf. Um die praktische Umsetzung (falls die möglich ist) kümmern sich dann andere.

Fotograph ist auch noch immer Handwerk. Also soll er sein Produkt auch von A-Z machen können (er muß es dann ja nicht machen, aber er soll wissen, wie er es ginge, wenn er es machen würde/müßte). Oder er soll sich nicht Fotograph schimpfen, sondern creative picture designer. Oder PS-expert (dann braucht er nicht einmal mehr eine Cam).


mfg
AVS
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Re(6): Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
10.07.2009, 16:58:18
jaaaaaaa, solange die Technik nicht zum Hemmschuh wird, indem sie das Ergebnis
mies macht. Weil wenn nur Idee, Gestaltung und der künstlerische Aspekt zählen
- der ist bei einem Laserausdruck auf Büropapier genau der gleiche. Das
Gesamtergebnis ist es aber wohl unstrittig nicht.


eaxakt. Wen die Idee passt, kann man auch mit einem (guten Canon-) Kopierer künstlerisch herausragende Lichtbilder anfertigen:

http://www.photoscala.de/Artikel/Meine-Sujets-haben-immer-mit-meinem-Leben-zu-tun

:-) :-P


Fotograph ist auch noch immer Handwerk. Also soll er sein Produkt auch von A-Z
machen können (er muß es dann ja nicht machen, aber er soll wissen, wie er es
ginge, wenn er es machen würde/müßte). Oder er soll sich nicht Fotograph
schimpfen, sondern creative picture designer. Oder PS-expert (dann braucht er
nicht einmal mehr eine Cam).



Die Abgrenzung ist interessant. Für mich ist es tatsächlich kein Handwerk mehr. Weil heute das ephemere Lichtbild nicht mehr an dingliche Träger gebunden ist, sondern ganz prächtig auch allein im virtuellen Universum existieren und seine volle Wirkung entfalten kann. Das war in den chemischen zeiten eben nicht möglich. Darum war damals noch ein handwerklicher teil notwendig. Heute besteht der handwerkliche Teil der Fotografie aus der gekonnten Handhabung der jeweiligen Aufnahmegeräte und Hilfsgeräte (primär Lichtquellen) und (allenfalls) Teile des post production workflows ... das kann  man aber auch einen Assi machen lassen ... wie der z.B. genau den Weißabgleich macht, ist ganz egal, solange der Fotograf ihm sagt ... "na a bissl kälter, a bissl mehr rot".    

Im Gegensatz zu einem Tischler, der naturgemäss ausschliesslich dingliche Produkte herstellt. z.B. Kasten, Sessel, Tisch. :-)


Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
10.07.2009, 16:59 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re(8): Berufsfotograf - neue Ausbildungsordnung in .de
10.07.2009, 18:11:00
auch interessant, dass Du das so siehst.

Plätze an der Wand oder sonstwie dinglich in meinem Umfeld bekommt nur noch Kunst, die ein "unikat" ist. Zeichnungen, Ölbilder, Steinskulpturen - also nur Werke, welche die Künstler "mit den Händen" geschaffen haben und bei denen es - bis zur Erfindung universeller Replikatoren - unmöglich ist, exakt dasselbe nochmals zu generieren. Auch wenn es hervorragende Fälschungen gibt, keine Frage. Bei den Skulputuren habe ich 2 Ausnahmen (1x Bronze und einmal Glas - jeweils aus einer - angeblich (!) - kleinen Auflage).

Fotografie fällt für mich in diesem Sinne unter "serielle Kunst" - keinesfalls abwertend gemeint, aber das ist (theoretisch) immer in unendlich vielen Kopien "ausfertigbar". Ja ich weiß, es ist ggf. signiert und ja, es gibt welche, wo die Negative vernichtet werden/wurden, etc. aber mittlerweile lässt sich das im wesentlichen verlustfrei kopieren, solange es zumindest noch 1 erhaltenes Exemplar gibt.

Ich habe deshlab noch nie in meinem Leben eine Fotografie gekauft. Von einer Video-Installation oder ähnlichem gar nicht zu reden. :-)

Meine Fotos werde ich mangels Platz an der Wand in Zukunft sicher als Display "aufhängen" bzw. präsentieren. Sobald ein gutes 40" Public Display LCD unter 1k € fällt, hänge ich eines an die Wand.

Eine Projektion bzw. eben ein selbstleuchtendes Display ist *für mich* die letztlich auch die einzig "wahre und richtige" Präsentation von Lichtbildern. Ich zeige dann im Wechsel, was immer mir gerade gefällt. Vielleicht wird es auch ein schöner ritueller Akt, einmal im Monat an einem festgelegten Tag einen Memory-Stick mit einer neuen Bildfolge zu bespielen und einzulegen.

Von den praktisch-ökonomischen Aspekten einmal gar nicht zu reden.

An der Stelle wo das Display hinkommt, hängt derzeit ein 105x70 großes Poster, das perfekt ausgearbeitet und auf professionellen Alu-Träger kaschiert auch [durchaus wohlfeile] 185,- gekostet hat. 6 Bilder und das LCD hat sich abgezahlt - inklusive Strom für 5 Jahre. :-)


Wenn ich es kürzer schreiben könnte, würde ich. :-)
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