Re(2): USA ueberlegen Roadpricing - wann endlich hier?
Geizhals » Forum » Auto & Motorrad » USA ueberlegen Roadpricing - wann endlich hier? (157 Beiträge, 1969 Mal gelesen) Top-100 | Fresh-100
Du bist nicht angemeldet. [ Login/Registrieren ]
..
Re(2): USA ueberlegen Roadpricing - wann endlich hier?
26.03.2011, 10:34:47
Meiner Einschätzung nach ist wohl ein großer Teil österreichs so zersiedelt, dass es ohne Auto nur schwer geht, allerdings:

a) das Problem ist (zumindest im Osten von AT) hausgemacht: Gemeinden haben Grund verscherbelt, damit sich Hauptwohnsitzer dort hinsiedeln und beim Steuerausgleich mit dem Bund mehr Geld bekommen. Und weil Pendeln mit dem Auto eh so billig, aber nicht kostenwahr ist, wurden immer mehr Menschen abhängig vom Auto weil sie lieber ein großes Haus im grünen haben als eine Wohnung in der Stadt. Das läßt sich nur langfristig lösen indem man zum Beispiel den Autoverkehr in Städten verringert - damit wird die Stadt wieder lebenswerter (weniger Lärm, Abgase, gefährliche straßen). Ich denke ein nicht unbeträchtlicher Teil zieht aufs land weils dort eine bessere Luft gibt und nicht so laut ist. Verstehe ich natürlich, aber wenn diesselben Leute dann mit dem Auto in die Stadt pendeln, verursachen sie jenes Problem vor dem sie ursprünglich geflüchtet sind.

b) Ich wohne seit 10 Jahren Wien außerhalb des Gürtels (12.bez, nähe 23. bezirk) und kann nur staunen, was ich da jeden Tag sehe: Stau wohin man schaut, in so gut wie jedem Auto sitzt nur eine Person (Statistik nahverkehr: 1,3 Personen/Auto) und ich würde sagen 90% aller Kennzeichen sind Wiener Kennzeichen. Wohnen die jetzt alle in den entlegenen Winkeln des 11., 19,21. oder 22. bezirkes, machen jeden Tag den Grosseinkauf oder kommen vom Möbelgeschäft? Da ich dann größtenteils leere Limousinen sehe, eher nein. Warum fahren dann Leute die z.B. innerhalb vom Gürtel wohnen mit dem Auto, bei sehr gut ausgebauten Öffis zu (im Verhältnis zu anderen Städten) Spottpreisen? Statistisch sind 50% aller Wege sind unter 5km, ich fahre jeden Tag zumindest 16km mit dem Rad, meist viel mehr und das ist echt kein Problem, weder im Sommer noch im Winter. Damit erspare ich mir auch Fitness-Center oder sonstige Gedanken über meine körperliche Fitness und habe einen perfekten Ausgleich zwischen Sport und Sitzarbeit.
Warum ist Wien Schlußlicht bei den gefahreren Radkilometern? Vorarlberg ist das fleissigste Fahrradland, aber da gibt es mehr Berge als in Wien und die Wege dort sind tendenziell länger. Autoverkehr innerhalb der Stadt läßt sich wesentlich leichter durch öffentlichen Verkehr oder unmotorisierten Individualverkehr ersetzen als in ländlichen Gebieten. Und das ist auch notwendig, denn dann ziehen Leute vielleicht wieder eher nach Wien weil es nicht mehr so laut ist oder stinkt.
Ich habe 1,5 Jahre in den Niederlanden gewohnt und in größeren Städten (z.B. Utrecht mit 300.000 Einwohnern oder Amsterdam mit 800.000) gibt es eine Luft, die einfach traumhaft ist. Wien stinkt, gerade wegen dem Autoverkehr, gewaltig!

Also statt einem Road-Pricing bin ich zunächst mal für eine City-Maut für alle Privatpersonen. Dann haben jene leute, die echt mit dem Auto fahren müssen (Handwerker, zustelldienste, taxis, Einsatzfahrzeuge, etc) endlich wieder mehr platz und werden nicht durch jene Masse an leuten blockiert die innerhalb von wien mit einer Aktentasche zur Arbeit pendeln.
--
»Das Fleisch, das wir essen, ist ein mindestens zwei bis fünf Tage alter Leichnam.«
Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller
Antworten PM Alle Chronologisch Zum Vorgänger
 
Melden nicht möglich
 

Dieses Forum ist eine frei zugängliche Diskussionsplattform.
Der Betreiber übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich das Recht vor, Beiträge mit rechtswidrigem oder anstößigem Inhalt zu löschen.
Datenschutzerklärung