Brot vom Vortag kaufen , gegen Verschwendung
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Re(8): Brot vom Vortag kaufen , gegen Verschwendung
19.10.2011, 12:35:19
nein , also für mich ist das ziemlich klar (altes brot statt müll in magen = weniger neues brot produziert), aber hier mal ein beispiel, bei dem angenommen wird dass der bedarf gleichbleibend bei 7 broten ist:

Bäcker A produziert täglich 10 Brote:
7 werden verkauft
3 landen in dem Müll

Brotnutzungsgrad für Bäcker A: 70%.

Bäcker B produziert täglich 10 Brote:
Tag 1: 7 frische verkauft
Tag 1: 3 übrig gebliebene werden von frisch nach alt "getaggt"

Tag 2: 5 frische verkauft
Tag 2: 2 alte verkauft
Tag 2: 1 altes weggeschmissen
Tag 2: 5 übrig gebliebene werden von frisch nach alt "getaggt"

Tag 3: 5 frische verkauft
Tag 3: 2 alte verkauft
Tag 3: 3 alte weggeschmissen
Tag 3: 5 übrig gebliebene werden von frisch nach alt "getaggt"
....
ab Tag 3 bleibt es nun immer gleich. und, wie man sieht, werden ab Tag 2 mehr alte brote "umgetaggt"

Wenn der Bäcker B jetzt mit 10 Broten pro Tag glücklich ist, so wird er statt 10 neuer brote eigentlich nur mehr 7 neue Brote produzieren müssen, es werden ja nicht mehr als 7 brote insgesamt gekauft. Er weiß aber, dass nicht alle alte Brote kaufen wollen (bspw. Newbie007), also will er zur Sicherheit doch mehr backen. Also bäckt er beispielsweise 8 Brote.

Tag 4: 5 frische verkauft
Tag 4: 2 alte verkauft
Tag 4: 3 alte (von Tag 3) weggeschmissen
Tag 4: 3(!) übrig gebliebene werden von frisch nach alt "getaggt"

Tag 5: 5 frische verkauft
Tag 5: 2 alte verkauft
Tag 5: 1 altes weggeschmissen
Tag 5: 3(!) übrig gebliebene werden von frisch nach alt "getaggt"

Es werden also 8 Brote täglich gebacken und 7 Brote täglich verkauft, trotzdem gibt es immer einen puffer von 4 Broten (8 neue + 3 alte = 11 vs. 7 verkaufte brote). Und zwar deshalb, da das Verkaufsfenster 2 Tage ist, also immer 3 Brote jeweils zweimal angeboten werden (einmal als frischbrot, einmal als altes brot). Und obwohl weniger produziert wird (8 statt 10 brote) wird weniger weggeschmissen (statt 3 brote täglich nur 1 brot täglich), da genau 2 brote als altbrot trotzdem einen käufer finden.

Der Brotnutzungsgrad beträgt also für Bäcker B 87,5% (7/8)
--
»Das Fleisch, das wir essen, ist ein mindestens zwei bis fünf Tage alter Leichnam.«
Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller
19.10.2011, 12:48 Uhr - Editiert von Die Chefarzt, alte Version: hier
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Re(5): Brot vom Vortag kaufen , gegen Verschwendung
19.10.2011, 13:01:02
natürlich gibt es qualitative unterschiede, es kommt halt immer drauf an, wieviel das einem wert ist bzw. ob dieser mehrgenuss die (gesamtgesellschaftlichen) kosten rechtfertigt. nur weils möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass es sinnvoll ist.

Um das Geld was das Backrohr kostet kann man sich frische kaufen...

richtig, den backofen wegen semmerl anwerfen ist energetischer irrsinn, da backöfen unglaubliche energiefresser sind. besser ein minibackofen (auch wenn man dann noch so ein küchengerät herumstehen hat, aber wenn man öfters semmeln aufbäckt zahlt sich das sowohl energetisch als wahrscheinlich auch mal ökonomisch aus)

ich back meine alten semmeln ähnlich wie wasserkuh auf, allerdings mit weniger energieeinsatz: mit wasser beträufeln (steht übrigends genauso auf den ganzen (grauslichen) aufbackdingern aus dem plastiksackerl) und dann mit einmal wenden auf die brotauflage von meinem toaster. effizienterweise toaste ich drinnen auch gleich ein paar scheiben brot, dh das semmelaufbacken ist energetisch gratis.

natürlich ist ein frisches semmerl (obwohl auf so weißbrot steh ich eh nicht, ich steh eher auf das schwarzbrot zeugs) noch besser, aber für ein altes semmerl kann es sich nach dieser prozedur allemal sehen lassen!

mahlzeit!
--
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Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller
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Re(6): Brot vom Vortag kaufen , gegen Verschwendung
20.10.2011, 14:00:53
So sehe ich nicht.
Weder zum Punkt Verbrennung noch zum Punkt Sozialempfänger.
Bei der Verbrennung macht es schon einen Unterschied, ob du 100 Tonne CO2 produzierst weil du den Hausmüll verbrennst, oder 200 Tonne CO2 in die Luft verschießt, weil du den Hausmüll und den Industriellenmüll verbrennst.

Mit Sozialempfänger hat meine Anmerkung überhaupt nichts zu tun. Ich würde jedem was zumuten und ich selbst kaufe immer gern verbilligte Ware, die bereits abläuft.

Natürlich, wer das Geld im Überschuss hat, wird eher keine verbilligte Ware, oder gratis Ware benötigen oder wollen. Für die, sagt man „unzumutbar“, etwa ironisch gemeint. Jedem Mensch sollte jedoch zumutbar sein, abgelaufene Ware (die nicht verdorben ist) zu verzehren.
    
Das Teufelkreis besteht jedoch dahin, dass nicht jeder mündig ist, die Lebensmittel zu riechen, optisch zu überprüfen und entscheiden, ob man trotzt Ablauf noch nach einem oder zwei Tagen noch verbrauchen kann.

Ich würde jedenfalls keinen abgelaufenen Fisch essen. Auch vielen Fleischsorten und verarbeiteten Wurstprodukte würde ich sehr eingeschränkt nehmen.

Brot jedoch, auch nach 3 Tagen, kann ohne Bedenke gegessen werden. Milch kann man auch nach mehreren Tagen nach dem Ablauf verbraucht werden (natürlich als Yoghurt).

Die Hysterie mit Ablaufdatum ist weitgehend hausgemacht. Gemüse, Süßwaren und viele anderen Produkte können jedoch lang nach dem Ablauf (mit Vorsicht und Riechkontrolle) verzehrt werden.
  

  
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Re(6): Brot vom Vortag kaufen , gegen Verschwendung
20.10.2011, 08:42:58
dass fleischkonsum per-se wesentlich resourcenintensiver ist als (bspw.) pflanzliche produkte ist sowohl rational logisch als auch wissenschaftlich hinlänglich bewiesen.

ein tier, dass ich zuerst mittels pflanzlicher lebensmittel füttern muss, eine bestimmte zeitspanne lebt (also energie verbraucht) und ich davon dann nur einen bestimmten teil als nahrungsmittel verwerten kann (z.B. knochen nicht, haut bei vielen nutztieren nicht, etc -> wird ggfs. thermisch oder anders verwertet), dann ist es absolut logisch, dass die fleischliche ernährung ökologisch und energetisch wesentlich schlechter ist als die vegane/vegetarische ernährung. die zahlen wie viel ineffizienter der fleischkonsum im gegensatz zur veganen ernährung bei _gleichem_ nährwert ist, schwanken, je nach ressource (wasser, energie, futtermittel) irgendwo zwischen dem faktor 12 bis 24. also fleischkonsum ist verdammt viel ineffizienter als pflanzliche ernährung.

nur, ernährung ist so individuell wie jeder einzelne mensch, dh es gibt keine one-fits-all-diet. aber trotzdem, in hinblick auf bevölkerungswachstum, ökologischer probleme durch die massentierhaltung, ... bestes beispiel ist die abholzung des regenwaldes für die futtermittelproduktion (meist soja) für  österreichische (und US/europäische) nutztiere. .... finde ich es zwingend notwendig, dass wir, die resourcenintensive, westliche gesellschaft verantwortung für unseren konsum übernehmen. dass kann z.b. so aussehen, dass man weniger fleisch isst. oder biofleisch konsumiert, da dabei natürlich einerseits die haltungsbedingungen wesentlich besser sind als auch IMHO die futtermittel nach wesentlich besseren ökologischen standards produziert werden (also bspw gentechnikfrei, dh regenwaldrodung in argentinien fällt schon mal flach, da insbesondere aus argentinien gentechniksoja als futtermittel kommt).
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»Das Fleisch, das wir essen, ist ein mindestens zwei bis fünf Tage alter Leichnam.«
Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller
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Re: Brot vom Vortag kaufen , gegen Verschwendung
20.10.2011, 09:29:58
Ist echt schade, ja!
Aber den Kunden als Schuldigen hinstellen, ist eine Frechheit!
Angeblich sind es ja auch die Kunden, die lieber Plasikflaschen statt den hygienisch sauberen und umweltfreundlicheren Glasflaschen haben wollen...:-/


Aber manchmal bin ich schon froh, um 18:30 bei unserem Merkur noch Semmeln oder Brot zu bekommen. Da holen sie es aber schon aus den Brotkörben vom Wagerl raus, das sie wegschmeißen wollten. 30 Minuten bevor sie zusperren, und obwohl noch genug Kunden kommen, schmeißen sie das Gebäck schon weg! Und packen es nicht um für den nächsten Morgen a la "Brot vom Vortag" (was es beim Merkur ja ansich auch gibt).
Ich finde, in diesem Fall ist der Handel gefragt.

Der Kunde will angeblich volle Regale: 30 Minuten vor Schluss ist aber noch lange nicht Schluss.
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich kann um die Zeit nicht erwarten, noch einen Kornspitz mit Kümmel und ein Zwiebelbrot zu gekommen. Da muss ich halt nehmen, was noch da ist. Da tuts ein normales Tiroler-, Roggen-  oder Mischbrot auch. Und/oder stinknormale Semmeln.
Der Handel müsste entsprechend reagieren und beizeiten aufhören, die besonderen Sorten aufzubacken und nur mehr eine Sorte Brot und Semmeln in entsprechender Menge aufzuwärmen. Dann gibt es halt ab 2 Stunden vor Schluss nur mehr die Reste und nur EINE Sorte Brot und Semmeln. Zur Not tut es auch ein Toast, den es im Supermarkt auch immer gibt.

Und für alle Notfälle, wenn wir wirklich nichts mehr zu Hause haben und die Supermärkte geschlossen, haben wir immer einen Toast zu Hause eingefroren. ;-)

Lg
Da Horstl





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