Das Märchen von Megapixel und Bildgröße
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Das Märchen von Megapixel und Bildgröße
17.09.2008, 23:50:21
Hi !

Nachdem jetzt sogar schon von sehr angesehenen und geschätzten Forumsmitgliedern Irrtümer betreffend der Megapixelzahl einer Kamera publiziert werden, möchte ich hier anhand eines am Sonntag von mir gesehenen und erlebten Beispiels einen Bezug zur Realität herstellen.

Ein Freund von mir (Messestandbauer) bat mich ein paar Fotos seines Messestandes zu machen. Bei der Gelegenheit fiel mir eine riesige Bildwand ins Auge, die augrund ihrer Größe (Breite 4,5m und Höhe 2,5m) und ihres extrem kurzen Betrachtungsabstandes (ca. 40cm) mein Interesse weckte.

Hier ein Schnappschuß dieser Wand und der Platzverhältnisse dort:

Ist übrigends das Matterhorn.

Als ich meinen Freund darauf ansprach welche Datei hier als Grundlage diente, meinte er ein gekauftes Bild aus einer Online Bildagentur und wenn es mich interessiert kann er sie mir gerne zukommen lassen. Gesagt, getan und gestern bekam ich das Original des Bildes in der Größe von 5315x2953 Pixel = 15,6 MPixel.

Die verkleinerte Ansicht hier:

(c) by Incentage

Hier ein 1:1 Crop, damit man die Qualität ca. einschätzen kann:


Dieses Bild wurde auf eine Größe von 4,5m Breite und 2,5m Höhe = 11,25m² vergrößert und aus ca. 40cm (!) betrachtet und die Ausgangsqualität war, wie man sieht, alles andere als perfekt, das Ergebnis war trotzdem tadellos und konnte sogar den extrem hohen Ansprüchen von Messebesuchern problemlos stand halten.

Wer mir jetzt noch erzählt er macht größere Ausarbeitungen oder BRAUCHT mehr Megapixel, weiß schlicht nicht wovon er spricht. %-)%-)

Sers
Alpenländer

PS.: Und ja meine Meinung ändert sich auch nicht, wenn Nikon morgen den neuen 24 MPixel Boliden präsentiert ... ;-)

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Die besten DSLR sind immer die mit den meisten Megapixeln
18.09.2008, 10:13:20
Ich verstehe nicht, was es da groß zu diskutieren gibt.

Wir sind uns alle einig: viele Megapixel um den Preis schlechter Bildqualität (Rauschen, Dynamikumfang) interessieren keinen. Das ist momentan bei allen Kompaktkameras das Thema - leider! Darum finden wir uns auch alle keine!

Bei den DSLR dagegen  schaut es so aus, dass uns jeder Hersteller spätestens alle 18 Monate ein neues Modell serviert, welches einen Sensor mit mehr Megapixel bei gleichzeitg besserer Bildqualität hat. ISO 3200 Bilder von den heutigen 16 MP APS-C Sensoren und 24MP FF Sensoren rauschen weniger als ISO 800 bei 6 Megapixel an einer Nikon 70Ds oder einer Canon 20D!

Der Dynamikumfang ist dabei auch jedesmal ein bisschen gewachsen. Alle neuen Hoch-Pixler liefern mittlerweile 12 EV ab. Vor 4 Jahren: 9-10 EV, wenn es gut gegangen ist!

Warum versuchen manche krampfhaft, die exzellenten  Fortschritte in den Bild-Sensoren und Verarbeitungs-Pipeline zu ignorieren oder schlecht zu reden?

Die aktuellen Sensoren sind *rundum* besser als alle vorher. Warum? Zum Beispiel, weil irgendwann Mikrolinsen erfunden wurden. Weil diese Mikrolinsen mittlerweile ohne Zwischenräume verbaut werden können. Weil die gesamte Verarbeitungselektronik viel leistungsfähiger und besser geworden ist. Weil dadurch das S/N-Ratio jedesmal etwas besser wird. Weil Objektivfehler schon in den Kameras herausgerechnet werden. Letztlich ist es nur eine Frage der Rechnerleistung, genau wie bei den Computern! Natürlich ist der Grenznutzen - wie bei allem in der Welt - abnehmend. 20 Megapixel sind nicht "doppelt so gut" wie 10 Megapixel. Genauso wie sogar für Eisliebhaber 9 Kugeln Vanilleeis auf einen Schlag nicht doppelt so gut sind wie der Genuss von 3 Kugeln.  >:-D |-D

Aber: die 21 Megapixel der 5D II würde ich mit Handkuss ! lieber nehmen als die 8 Megapixel der 350D - obwohl letztere grössere Pixel hat als erstere.

Und die alte Mär von den "6 Megapixel" sind genug, lasse ich *allenfalls* für die Mikro-Sensörchen der Kompakt-Kameras gelten.

Auch die Geschichtln dass die objektive nicht ausreichen ... meine Güte, auch die Linsen werden jedesmal besser. Muß man halt ab und zu eine neue kaufen, so what!? Und im Zweifelsfall lasse ich es druchaus einmal darauf ankommen, dass die Auflösungsgrenze einer Linse erreicht wird. Wenn es in den Ecken ein bissi matschig wird, ist mir das meist egal. Und in kürze wird die Computerleistung ausreichen und die Algortihmen gut genug sein, dass auch solche Bilder in der Nachbearbeitugn bis ins letzte Eck-Fuzzelchen *scharf gerechnet* werden. Da habe ich keinerlei Sorgen.

Warum will ich viele Megapixel? Nein, ich mache keine Plkakate. Und für National geographic hatte ich bis dato auch noch nicht das Vergnügen ...

Aber: Ich croppe nachträglich in vielen meiner Bilder. Ja, um es vorweg zu nehmen, das hat auch oft mit Fehlern bei der Bildkomposition zu tun, die vermeidbar gewesen wären. Noch öfter aber war es schlicht und ergreifend so, dass entweder nicht genug Brennweite zur Hand war (oder überhaupt leistbar) und/oder ein besserer Aufnahmestandort nicht bzw. nicht rechtzeitig erreichbar war.

Ich habe absolut nichts dagegen, wenn von den 21 Megapixeln oft 10 "verschenkt" sind, weil ich kein Plakat mache und weil an einer Aufnahme der Bildausschnitt eh perfekt passt - wenn ich dafür aber gegebenenfalls auch ganz entspannt, lustig und locker 50% der Bildfläche herauscroppen kann und immer noch ein technisch schweinegutes Bild habe!

Ich halte auch nach wie vor die Taktfrequenz (Megahertz) bei PCs und die PS (oder von mir aus auch kW) bei Autos für die beste singuläre Maßzahl, um die Leistungsfähigkeit des Geräts "in etwa" einschätzen zu können. Genau so ist es bei den DSLRs. Je mehr Megapixel, desto besser ist unweigerlich auch immer der Rest der Kamera. Bei jedem Hersteller hat das Spitzenmodell am meisten megapixel. Die 1Ds III ist rundherum besser als alle anderen Canon EOS. Die Sony A900 ist die beste Sony DSLR. Die Nikon D3 die beste Nikon. Und so weiter. Wenn die megapixel wirklich so schlecht wären, dann hätten die Spitzenmodelle alle was? 6 MP? 10 MP? Einfach lächerlich!

Bei jedem Autohersteller hat das Topmodell am meisten PS. Auf das blöde Drehmoment pfeif ich übrigens. Das zitieren immer nur die PS-Loser!

Nur die Schlapp*PIEP* in der CPU-Branche haben ihren Schwanz eingezogen und das System geändert, dass heute kein Schwein ohne intensive Recherche mehr erkennen kann, welcher Phantasiebezeichnungs-Prozessor im Moment am meisten weiterbringt. Und genau das war auch das einzige Ziel der Bewegung "weg von den Megahertz" - dem Kunden sollte die schnelle Vergleichbarkeit ein für allemal entzogen werden. Darum findet man übrigens in den USA beim Autokauf nur sehr schwer heraus, wieviel PS/kW der Kübel eigentlich hat, wie schnell er von 0 auf 60 mph braucht, und was die Höchstgeschwinidigkeit ist. Das wird prinzipiell schamhaft verschwiegen. Stattdessen wird immer mit irgendwelchen Nebengeräuschen wie Schminkspiegeln und Handtaschenhaltern geworben ... %-)

So sehe ich das!

Für meine nächste DSLR, welche auch immer es sein wird und wann auch immer sie kaufen werde - steht genau eines jetzt schon fest: sie wird MEHR MEGAPIXEL haben als meine jetzige. Und sie wird auch in allen anderen Beziehungen besser sein. Besserer Sucher, besserer AF, besserer Dynamikumfang, weniger Rauschen bei gleichzeitig massiv höheren ISOs, besser gedichtetes Gehäuse, prozentgenaue Akkuanzeige, veilleicht sogar ein im Sucher einblendbares Gitternetz, Eye Control oder gleich Gedankensteuerung. Besser. In jeder Dimension.

Und nein, das heisst nicht,. dass meine Bilder damut automatisch besser werden, aber ich werde mehr Spaß haben, sie zu machen ... oder so ähnlich sagte jemand hier im Forum [Name der Redaktion bekannt]. >:-D |-D
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18.09.2008, 10:21 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re(6): Die besten DSLR sind immer die mit den meisten Megapixeln
18.09.2008, 11:36:56
Die unterschiedlichen Angaben beziehen sich m.E. auf den Unterschied zwischen dem "technischen/theoretischen" dynamic range eines Sensors und dem ausreichend rauscharmen, "für den DSLR-user nutzbaren DR" ...

bei den aktuellen Cams kommen wir so auf ca. 9 EV nutzbaren DR, gegenüber nur ca. 8 vor 2 Generationen. Ich bin zuversichtlich, dass die 5D II an den 10 EV nutzbarem DR liegen wird ... aber das werden natürlich erst die Tests zeigen.

dazu finde ich auf die schnelle den unten zitierten post auf luminous landscape:
http://luminous-landscape.com/forum/index.php?s=41599eba256b96842df7981adff71565&showtopic=23281&view=findpost&p=181865

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Regarding the question made by the op, my findings after analysing DR on Canon 40D, Nikon D3 and Sony A700 RAW files (all 14-bit machines), is that they are not noise-free enough in the lowest f-stops to really start enjoying such an improvement in DR that justifies the bit depth increase.

All three have about 9 f-stops of effective DR usable speaking in photographic terms (very different to any engineering criteria like for example Roger Clark's, which yields higher values of DR not directly of interest to the photographer). It's higher than the DR of the previous generation cameras, but we still have to wait for a next generation of sensors on DSLRs where noise is low enough to make 12-bit definitively insufficient to exploit their fully DR potential.

DR table (roughly):
* Canon 350D: 8 f-stops
* Canon 5D: 8,5 f-stops
* Canon 40D, Nikon D3, Sony A700: 9 f-stops
* Fuji S3 Pro: 11 f-stops (double sensor Super CCD)
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Re(3): Die besten DSLR sind immer die mit den meisten Megapixeln
18.09.2008, 11:48:05
die PCs sind schnell genug, wenn man  was ordentliches kauft.


Das Problem aus meiner Sicht ist derzeit nur die Langzeit-Archivierung der Datenmengen. Es wird einfach höchste Zeit, dass es entweder

a) "Silberscheiben" um 1 bis 2 € pro Rohling gibt (egal wie sie heissen), auf die nicht läppische 8.7 GB passen, sondern bitteschön garschön, EINMAL FESTPLATTE. Aktuell also 1 Terabyte. Minimum! :-)

oder noch lieber endlich

b) zuckerwürfelkleine Hologramm-Speicher auf die jeweils 10 Festpaltteninhalte aktueller Grösse passen. Also momentan ca. 10 Terabyte. Es reicht völlig aus, wenn die Teile "write once, multisession" sind. Ach ja, "unbeschränkt haltbar" natürlich.  Preis pro Würferl: unter 100 Euro. Dazu ein USB 3.0 Schreib-Lesegerät mit MINIMUM 100MB/s realer Schreibleistung um sagen wir 20-50 Euro, kompakt wie ein card reader, eh klar. :-)

Wir hätten heute schon zumindest a), wenn nicht sogar b) - wenn endlich jemand aufstehen würde und den gottverdammten "Raubkopierer-Schreiern" der gottverdammten Musikindustrie endlich einmal das Maul stopft! Und zwar ordentlich und "nachhaltig". >:-D

*DANN* spielt es endlich auch keine Rolle mehr, welches Dateiformat wir zur Archivierung verwenden, weil wir einfach alle benötigten Codecs und Proggies samt Betriebssystem zum späteren Lesen mit auf den Datenträger brennen. Es müssen nur noch die zukünftigen Maschinen so weit rückwärtskompatibel sein, dass die gespeicherten Proggies noch drauf zum Laufebn gebracht werden können. |-D
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18.09.2008, 11:50 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re: Die besten DSLR sind immer die mit den meisten Megapixeln
18.09.2008, 12:10:13
Puh soviel Text, aber ich hab ihn durch ;-);-)

Also was den Vergleich zu CPU's betrifft, hält der nicht stand und das gleich aus mehreren Gründen: höhere Taktfrequenz bedeutet nämlich nicht, daß der Prozessor deswegen falsch rechnet (und nein ich spreche jetzt nicht von übertakten). Dort war ein Speed-Upgrade (schnellere Taktfrequenz, Mehrkern-CPU's etc.) nie mit einem Rückschritt in der Funktionalität verbunden.

Und genau das trennt sich die Gesichte PC und Digital Fotografie auch schon wieder. Ja ich stimme dir zu, die Signalverarbeitung ist besser geworden. Man verhindert (nicht unterdrückt oder filtert !) das Rauschen heute tw. schon beim Auslesen der Pixel auf Hardware-Ebene. Sehr gut und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Parallel dazu sind die Softwareunterdrückungen effizienter, besser geworden. Das Rauschen wird besser vom Nutzsignal getrennt und somit effizienter unterdrückt. Auch gut, solange es vom Benutzer in der Stärke geregelt und bei Bedarf komplett ausgeschalten werden kann.

Als drittes Standbein kommt jetzt noch die Entwicklung der Microlinsen, wo die Sache schon nicht mehr so eindeutig ist. Microlinsen gibt und gab es schon seit dem ersten digital Sensor, ist also keine Entwicklung der letzten Saison auch wenn das bestimmte Hersteller so darstellen. Auch sind Gapless Microlinsen nix Neues und haben schon Kameras, die tw. 2 Jahre auf dem Markt sind (z.B. D3). Hier ist mit Sicherheit IMHO die konservativste Weiterentwicklung im Vergleich (!) zu den ersten beiden Punkten zu erwarten, aber nach dem Motto - Kleinvieh macht auch Mist - trägt auch diese kleine (!) Verbesserung zum Gesamtergebnis bei.

All das führt zu dem von dir beschriebenen Szenario, daß heutige Sensoren in der Lage sind z.b. 10/12 MPix auf einer Sensorfläche auf der früher 5/6 MPix verwendet worden sind, zu verteilen mit entsprechend guten Ergebnissen.
Bestes Beispiel dazu die Olympus E-1 im Vergleich zur E-3.
Diese Entwicklung ist zu begrüßen und natürlich sollte in diese Richtung weiter entwickelt werden.

Unseriös hingegen ist das Gehabe mancher Hersteller, die solche Generationsspünge per Marketingbefehl ankündigen und ihre Kunden für dumm verkaufen wollen und aufgrund ihrer Größe plötzlich die ganze Branche in Zugzwang bringen. Wenn ein Kameramodel mit 10 MPix auf einer bestimmten Sensorfläche verteilt ein branchenübliches Rauschverhalten zeigt (nicht bessser, aber auch nicht schlechter als all die anderen in der Klasse) und keine 12 Monate später wird ein Sensor mit 50% mehr Pixel auf der selben Sensorfläche angekündigt, dann ist das genau so ein Vorgehen. Natürlich wird diese MPix Erhöhung auf Kosten der Bildqualität gehen (und ich bin davon überzeugt, daß erste EHRLICHE Bildvergleiche und Tests genau das zeigen werden) und diese Entwicklung ist weder zu begrüßen, noch zu fördern.

Auswüchse dieses Unsinns kann sich jeder (ohne irgendwelche prognostizierten Verschwörungstheorien) in der Kompaktklasse ansehen, wo dieses sinnlose MPixel-Rennen schon vor 4-5 Jahren losgetreten wurde zu Ungunsten von den Kunden, nämlich uns. Keiner der dort gelisteten Sensorboliden mit 10 MPix und mehr eignet sich zur Ausschnittsvergrößerung (völliger Irrtum !), weil die Bildqualität derart schlecht ist, dass man überhaupt erst durch eine Reduktion der Pixel ein halbwegs brauchbares Bild bekommt. Wer glaubt aus einer Kompaktkamera Ausschnittsvergrößerungen (=digital Zoom) in großem Stil machen zu können, wir schnell eines besseren belehrt.

Genau in diese Richtung geht die derzeitige Entwicklung der D-SLR auch, die dadurch bagatellisiert wird, daß man immer wieder auf das Vollformat verweist, dass ja die höhere Pixeldichte (in zukunft) locker verträgt. Auch wird dabei völlig die Tatsache völlig ignoriert, dass der 0815 Fotograf das Mehr an Pixel überhaupt nicht benötigt, wie hier dargestellt und dieses Mehr mit sehr vielen, teuren Nachteilen erkauft.

Genau diese Entwicklung ist falsch und daher dieser Info-Thread ... ;-)

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Re(2): the iraki phrophecy. 5 Thesen zur Zukunft der Fotografie
18.09.2008, 14:02:55
"Vollformat" ist prinzipiell und vor allem von den fotografischen Gestaltungsmöglichkeiten interessant. Da bekommt man auch mit f/2.8er Zooms plötzlich wieder sehr gute Freistellung und kann wirklich mit selektiver Tiefenschärfe gestalten.  

Und mit einem 21 oder 24 MP FF-Sensor in DSLRs hat man eine Pixeldichte, die mit aktueller Sensor-Technologie und halbwegs ordentlichen Objektiven locker und in exzellenter Bildqualität zu bedienen ist. Daraus kann man ganz sicher 50% Crops nehmen. und man muß keineswegs in punkto Bildqualität "auf irgend etwas" verzichten.

Ich gehe davon aus, dass Canon 2009 die 1Ds IV mit 35-38 MP bringen wird. Vielleicht sogar erstmals mit einem Sensor, der flächenweise unterschiedliche ISO fährt, wie schon seit einiger Zeit gemunkelt wird. Damit bekomen wir dann wirklich ordentlioch belichtete Himmel mit voller Durchzeichnung und gleichzeitig rauschfreie Schattenpartien schon "ab Sensor" geliefert. Auch diese Auflösung werden sehr gute Objektive bedienen können. Wenn es am Rand etwas fehlen sollte, wird eben die Kamera-Hard-/Firm- und Software die entsprechende Korrekturen vornehmen und die Schärfe und Verzeichnungsfreiheit herstellen.

Ich bin da sehr zuversichtlich. Die digitale Fotografie ist noch so jung, das dauert noch > 10 Jahre, bis die Technologie auch nur annähernd ausgereizt ist. Bei den PCs hat es ja auch 30 Jahre gebraucht, bis wir nur noch kleine Fortschritte bekommen!


So und jetzt verrate ich noch die 5 Thesen der *iraki-phrophecy* zur  "Zukunft der Fotografie" in technischer Hinsicht (nicht in ästhetischer!) :-)

1. still und video werden nahtlos verschmelzen.
Standbilder aus "vidos" werden entsprechende Qualität haben. Da macht die D90 einen ersten halbherzigen Schritt, die 5DII  einen ordentlichen und wenn dann einmal eine neue "Red" kommt, müssen sich Canon und Sony fest anhalten und Vollgas geben. Zeithorizont: 5 Jahre

2. Mechanik wird aus den Kamerabodies *vollständig* verschwinden.
Neben der mechanischen Blende wird vor allem der mechanische Verschluss als letzte wichtige mechanische Komponente den Weg des Schraubenzieher-AF gehen: ab ins Museum! Zeithorizont: 3 Jahre!

3. Glas wird aus der Optik verschwinden
Objektive werden im low-end gelgefüllte Sackerln werden und im Hi-End wird es "quantenoptische Linsen" geben, welche die eintreffenden Photonen in der jeweils optimalen Art und Weise "shapen". Ein kompaktes (!) "Objektiv" wird im einen Moment ein verzeichnungsfreies UWW sein und im nächsten Moment ein ebenso exzellentes Super-Tele. Zeithorizont: 3 Jahre (low End) bis 10 Jahre (Hi End)

4. Groß- und Mittelformat sind tot. Chemische Fotografie sowieso.
Maximal KB-große Bildsensoren liefern genug Auflösung und Bildqualität für jede Anwendung der Welt. Nur noch ein paar Künstler werden mit irgendwelchen aberwitzig teuren und schweren musealen Monstrositäten durch die Welt sausen. Der Rest der fotografierenden Welt wird alles mit gut tragbaren und recht preiswerten Geräten erledigen. Zeithorizont: 3-5 Jahre

5. User-Interface, Motivklingel
Fotografen werden sich voll auf die ästhetischen Aspekte der Fotografie konzentrieren können. Alles, was "nur technisch" ist - Schärfe dort wo sie sein soll, perfekte Belichtung, perfekter Weißabgleich - wird wirjklich vollautomatisch funktionieren. Wenn/wo "special effects" in punkto Tiefenschärfe, Belichtung, Weißabgleich gewünscht sind, wird das alles im post proccessing erledigt. Das user-interface wird natürlich nicht mehr über Knöpfe, Radln oder gar Menüs erfolgen, sondern wird über ein BCI laufen [Brain Computer Interface] - vulgo "Gedankensteuerung". Die Übertragung vom Hirn zur Cam wird nicht mittels Elektroden am Schädel und Kabel erfolgen, sondern mittels implantiertem funkchip (den sowieso jedes Baby ab Geburt bekommt, um die Masse 100%ig kontrolllieren zu können]. Zeithorizont: 10-15 jahre, maximal (leider).

So schauts aus!  8-O 8-O 8-O |-D
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18.09.2008, 14:04 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re(3): the iraki phrophecy. 5 Thesen zur Zukunft der Fotografie
18.09.2008, 14:22:18
Vielleicht sogar erstmals mit einem Sensor, der flächenweise unterschiedliche
ISO fährt, wie schon seit einiger Zeit gemunkelt wird. Damit bekomen wir dann
wirklich ordentlioch belichtete Himmel mit voller Durchzeichnung und
gleichzeitig rauschfreie Schattenpartien schon "ab Sensor" geliefert.

Dann sieht doch jedes Bild wie HDR aus, oder? ?-)?-)?-)

Edit: Vor allem wie soll das mit der derzeiten Technik gehen?
Wenn der Sensor schon belichtet ist, ist es zu spät (Lichter schon ausgefressen oder nur mit viel Rauschen aus dem Dunklen zu holen), das heißt es müsste vom Belichtungsmesser aus gesteuert werden. Der hat bei Canon derzeit 35 Zonen (soweit ich weiß), das heißt auch, dass es 35 Zonen mit unterschiedlicher Sensivität geben kann,... sieht ja dann aus wie ein Fleckerlteppich oder bin ich da falsch unterwegs???
Denke das ist eher ein Wunschdenken ohne, dass man sich ordentlich Gedanken darüber macht, oder ich hab was übersehen?

Wenn es am Rand etwas fehlen sollte, wird eben die Kamera-Hard-/Firm- und
Software die entsprechende Korrekturen vornehmen und die Schärfe und
Verzeichnungsfreiheit herstellen.

Na ich bin gespannt ob Canon das Gaspedal bei der Innovation findet, im jetzigem Tempo wird DAS nix!

1. still und video werden nahtlos verschmelzen.

Gott behüte uns davor, damit wäre ICH ned einverstanden! (Und ja ich weiß, mich fragt niemand)


2. Mechanik wird aus den Kamerabodies *vollständig* verschwinden.

Ja,.. bin erklärter Befürworter des EVIL, natürlich nur wenn er so wie oder vor allem besser als die Prismensucher funktioniert! Rauschen bei Nachaufnahmen und Videolag sei hier mal als Denksanstoß genannt!

3. Glas wird aus der Optik verschwinden

Ja,.. wenn das vielzitierte 10-600 VR Realität wird, dann kann ich das nur unterstützen (optische Qualität, Gewicht, Preis etc.... -->> eh klar)

4. Groß- und Mittelformat sind tot. Chemische Fotografie sowieso.

Richtig, gegen ein paar möchtegerns und Angeber wirst du auch in Zukunft nix machen können,....


5. User-Interface, Motivklingel

Das scheint mir (vor allem die Gedankensteuerung) nun doch wieder im "irakischen Höhenflug" entstanden zu sein,... hast du heute wieder deine Pillen genommen >:-)>:-)

Und dass man die Schärfeebene im nachhinein verschieben kann -->> ich denk, da spielt uns die Physik einen Streich!


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18.09.2008, 14:29 Uhr - Editiert von r'n'r, alte Version: hier
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Re(4): the iraki phrophecy. 5 Thesen zur Zukunft der Fotografie
18.09.2008, 14:42:49
Und dass man die Schärfeebene im nachhinein verschieben kann -->> ich denk, da
spielt uns die Physik einen Streich!


dazu muss "nur" die entsprechende Entfernungsinformation geliefert werden [Multi-Zonen Af, der zu jedem Feld auch die Entfernungsinfo liefert, und zwar nicht indirekt durch Ablesen des Objektivs, das ja nur eine Stellung hat, sondern mittels Multi-IR-Laser-Abstastung der Motivszene - oder so was in der Art ...] und dazu ein paar intelligente Algorithmen - bingo!



Dann sieht doch jedes Bild wie HDR aus, oder?


wie ein exakt im erforderlichen Ausmass tone-mapped Bild, ja.



Edit: Vor allem wie soll das mit der derzeiten Technik gehen?
Wenn der Sensor schon belichtet ist, ist es zu spät (Lichter schon ausgefressen oder nur mit viel Rauschen aus dem Dunklen zu holen), das heißt es müsste vom Belichtungsmesser aus gesteuert werden. Der hat bei Canon derzeit 35 Zonen (soweit ich weiß), das heißt auch, dass es 35 Zonen mit unterschiedlicher Sensivität geben kann,... sieht ja dann aus wie ein Fleckerlteppich oder bin ich da falsch unterwegs???
Denke das ist eher ein Wunschdenken ohne, dass man sich ordentlich Gedanken darüber macht, oder ich hab was übersehen?


Sicher muß das Bild dazu vor Aufnahme ausgewertet werden und der Sensor die ISO auf den entsprechenden Flächen einstellen .. im Moment geht das wenn überhaupt, dann vermutlich noch nicht ohne massive Auslöseverzögerung ... ist aber letztlich wieder "nur" eine Frage der Auslesegeschwindigkeit und Rechnerleistung. ;-)
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Re(5): the iraki phrophecy. 5 Thesen zur Zukunft der Fotografie
18.09.2008, 15:01:31
dazu muss "nur" die entsprechende Entfernungsinformation geliefert werden
[Multi-Zonen Af, der zu jedem Feld auch die Entfernungsinfo liefert, und zwar
nicht indirekt durch Ablesen des Objektivs, das ja nur eine Stellung hat,
sondern mittels Multi-IR-Laser-Abstastung der Motivszene - oder so was in der
Art ...] und dazu ein paar intelligente Algorithmen - bingo!

Aber du musst doch mehrere Bilder machen um dann im nachhinein (sprich am PC) dem Bild eine andere Schärfeebene zu geben oder? ?-)?-)?-)


wie ein exakt im erforderlichen Ausmass tone-mapped Bild, ja.

Bäähhhhhh, das mag ich aber sicher nicht!!!!

icher muß das Bild dazu vor Aufnahme ausgewertet werden und der Sensor die ISO
auf den entsprechenden Flächen einstellen .. im Moment geht das wenn
überhaupt, dann vermutlich noch nicht ohne massive Auslöseverzögerung ... ist
aber letztlich wieder "nur" eine Frage der Auslesegeschwindigkeit und
Rechnerleistung

Kann IMHo aber auch nur vom Stativ funktionieren:

- Probeaufnahme mit dem richtigen Sensor machen
- auswerten
- noch ein bild mit geänderten ISO Flächen (Begriff ist nicht gut, aber du weißt was ich meine)
- nochmal auswerten (da bei der Testaufnahme eventuell ausgefressene Lichter ja nicht in dem Maße der Ausgefressenheit erkannt werden können)
- noch ein Bild, dass dann von den ISO Flächen her passt

Die Interationsschritte sind natürlich beliebig weiterführbar,.. eh klar!

hm,... sieht für mich mit dem derzeitigen Stand der Technik eher wenig praktikabel und nur für sehr wenige Anwendungsgebiete sinnvoll aus!



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Re(3): the iraki phrophecy. 5 Thesen zur Zukunft der Fotografie
18.09.2008, 14:56:40
Da bekommt man auch mit f/2.8er Zooms plötzlich wieder sehr gute Freistellung und kann wirklich mit selektiver Tiefenschärfe gestalten.

Diese Aussage ist noch immer falsch.
Rechne selbst nach: http://www.dofmaster.com/dofjs.html
Eines der beliebtesten Märchen der Vollformat Befürworter ;-)

Die Freistellungsmöglichkeiten sind mit den selben Brennweiten (!) - und das Objektiv ändert seine Brennweite wegen Crop oder Vollformat nicht - gleich bzw. sogar leicht schlechter. Mit z.b. 70mm f/2.8 kannst du auf Crop besser freistellen, als mit der selben Linse also 70mm f/2.8 auf Vollformat, was ja auch komplett logisch ist (durch die fiktive Brennweitenverlängerung).

Alleine die Tatsache das du diese Fakten (!) nun schon seit Jahren ignorierst macht deine Aussage trotzdem nicht richtig :-) Märchen bleiben trotzdem Märchen und werden nicht wahr, weil man sie ständig wiederholt, auch wenn man es sich noch so sehr wünscht ... :-)

Betrachtet man es brennweitenbereinigt also z.b. 70mm f/2.8 auf Crop und 105mm f/2.8 auf VF ergibt sich zwar ein fiktiver theoretischer Vorteil für VF, der aber im normalen Alltag kein Vorteil, sondern ein Nachteil ist. Man muß weiter abblenden um die gleiche Schärfentiefe wie auf Crop zu bekommen und daher ist auch der Rauschvorteil von Vollformat dahin (Abblenden heißt bei gleichen Licht und gleichen Verschlußzeiten -> höhere ISO). Aber ich denke das Thema haben wir jetzt schon oft genug diskutiert und ich lasse dir gerne deine (falsche) Meinung :-)

Was den Rest betrifft: maybe, vielleicht aber auch nicht.
Nicht alles was techn. möglich ist, wird vom Markt auch angenommen, wie ich als Techniker sehr genau weiß ;-);-)

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Re(5): the iraki phrophecy. 5 Thesen zur Zukunft der Fotografie
21.09.2008, 22:36:12
Sorry, aber man vergleicht doch immer gleiche Lichtempfindlichkeit bei gleichem Bildwinkel (und nicht gleicher Brennweite, man möchte schliesslich das in der gleichen Entfernung das gleiche Bild machen).


Für theoretische Vergleiche ja.
Für praktische Vergleiche nein, den das Objektiv, daß man nun Mal hat (wenn vollformattauglich !), hat die Brennweite die angeschrieben ist, ganz unabhängig vom verwendeten Sensor.

Der Rest ist Sensorsache ... ;-) und genau darauf vezog sich ja auch meine Aussage: Was nützen mir theoretische Aussagen, wenn ich dafür (gleicher Bildwinkel) neue Objektive kaufen muß? ?-)%-)

Bei den verschiedenen Bildwinkeln (sprich immer dem selben Objketiv - also Praxis !) ist die Schärfentiefe fast identisch (Crop unwesentlich weniger Schärfentiefe).

... man kann aber auch stärker Abblenden ohne Beugungsunschärfen hinnehmen zu müssen.

Auch das ist nunmehr überholt, seit in die Vollformatklasse 21 & 24 MPix Sensoren eingezogen sind (im Prinzip ähnliche bzw. vergleichbare Pixeldichte wie 10 MPix Crop). Die Abblendgrenze bei der die Auflösung infolge von Beugung drastisch abnimmt, ist z.b. bei einer 5D Mk II bei f/11 (!), die man aber nun oft braucht um die gewünschte Tiefenschärfe zu bekommen (auf die Theorie bezogen ;-)).

Schau selbst:
http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/diffraction-photography.htm
Set Circle of Confusion = Twice Pixel Size anklicken nicht vergessen ...

21.09.2008, 22:37 Uhr - Editiert von Alpenländer, alte Version: hier
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Re(6): the iraki phrophecy. 5 Thesen zur Zukunft der Fotografie
gp
24.09.2008, 21:17:45
Sorry, etwas späte Antwort

Em, du denkst anscheined wirklich rein theoretisch und extremst praxisfern.

Für praktische Vergleiche nein, den das Objektiv, daß man nun Mal hat (wenn
vollformattauglich !), hat die Brennweite die angeschrieben ist, ganz
unabhängig vom verwendeten Sensor.


Man verwendet natürlich auf einer Vollformat-Kamera andere Objektive als auf einer Cropkamera. Wenn man ein Weitwinkel braucht um ein Gebäude draufzubekommen, dann muss man beim Crop ein anderes verwenden als beim Vollformat usw.  
Dein Ausgangsfall, jemand kauft sich eine Crop- und eine Vollformatkamera und kann sich dann nur ein Objektiv dazu leisten erscheint mir dagegen "etwas" weit hergeholt.


Auch das ist nunmehr überholt, seit in die Vollformatklasse 21 & 24 MPix
Sensoren eingezogen sind (im Prinzip ähnliche bzw. vergleichbare Pixeldichte
wie 10 MPix Crop). Die Abblendgrenze bei der die Auflösung infolge von Beugung
drastisch abnimmt, ist z.b. bei einer 5D Mk II bei f/11 (!), die man aber nun
oft braucht um die gewünschte Tiefenschärfe zu bekommen (auf die Theorie
bezogen ;-)).


NEIN, das ist ein physikalisches Gesetz und wird nie überholt.

Deine Aussage trifft nur zu wenn du dich AUSSCHLIESSLICH 100% Crops ansiehst (sind dann die Leute welche bei jedem neuen Produkt eines Herstellers einen Thread hier aufmachen müssen ;) ).

Jemand der Bilder machen will dagegen sieht sich das Bild als ganzes an - und hier ist die Pixelanzahl für den Effekt der Beugungsunschärfe egal, nicht aber die Sensorgrösse. (Der Beugungsunschärferadius in Prozent der Bilddiagonale ist unabhängig von der Pixelanzahl)


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Re: Das Märchen von Megapixel und Bildgröße
18.09.2008, 15:55:34
Ich finde dein Beispiel ein bisschen wage. Du kannst mir nicht erzählen, dass dieses Plakat mit 15,6MP knackscharf gedruckt wurde.

Natürlich brauchen wir Hobby-Fotografen selten oder gar nie eine so hohe Auflösung wie sie aktuelle Spitzenkameras bieten, aber die Grenzen erreicht man sehr bald.

Nehmen wir an du hast ein wirklich tolles Foto gemacht (Hochzeit, Landschaft, Architektur...) und willst davon einen schönen (=scharf) Ausdruck in einer adäquaten Größe wie A3 (ungünstiges Format - man müsste das Bild noch ein bisschen schneiden).

EDIT: (falsche Maße für A3 verwendet - korrigiert und gleich noch die Auflösung auf 300dpi verringert;)
A3 --> 297 mm × 420 mm --> 11,69 inch * 16,54 inch
Ein guter Ausdruck sollte 300dpi haben
--> 11,69*300 Pixel * 16,54*300 Pixel = 3507*4962
ergibt eine Auflösung von 17401734 Pixel --> 17,4 Megapixel



Natürlich ist ein PLakatständer etwas anderes als ein Magazin was man direkt vor die Augen hält.

Aber so illusorisch viel sind 20 Megapixel gar nicht wie man glaubt!

Wenn man natürlich seine Fotos nur im STudiVZ und per E-Mail herzeigt dann reicht vielleicht auch eine gute Handy-Kamera.


Also mir taugen große scharfe Fotos einfach B-)

Solange sie rauscharm und scharf werden könnten es von mir aus auch gerne 20MP sein - Speicherkarten sind günstig und am PC würde es vielleicht wenigstens dazu führen, dass man konsequenter aussortiert - anstatt einfach alles aufzuheben (nach dem Motto "kost ja nix").


ABer deine BEdenken verstehe ich eh gut. Wenn jetzt nur rauschige Megapixel gepusht werden und so die Datenmengen unnötig groß werden ist die Entwicklung unvorteilhaft - ganz klar.

19.09.2008, 09:48 Uhr - Editiert von Slipknot, alte Version: hier
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Re(2): Das Märchen von Megapixel und Bildgröße
18.09.2008, 16:10:45
Ich finde dein Beispiel ein bisschen wage. Du kannst mir nicht erzählen, dass dieses Plakat mit 15,6MP knackscharf gedruckt wurde.

Definiere knack scharf. Es war so scharf, dass es einer Betrachtung aus kürzestem Abstand stand hielt, mehr Abstand war auch nicht, wie du ja am Schnappschuß siehst. Als ich den Schnappschuß aufgenohmen habe, stand ich schon außerhalb des Standes ;-)

Ein guter Ausdruck sollte 600dpi haben

Ungültige Allgemeinaussage. Gilt max. für Tintenstrahldrucker zu Hause und nicht Mal dort (300 dpi).

Für Großformatdruck ist diese Aussage einfach falsch. Probiere es einfach aus. Nimm ein Bild und lass es z.B. auf 75x50cm oder größer in Fachhandel ausarbeiten. Von mir schon x-fach gemacht und dann ersetzt die Praxis die theoretischen Überlegungen.

Also mir taugen große scharfe Fotos einfach

Da haben wir etwas gemeinsam ! ;-)
Für "normale" Ausgabegrößen (also nicht solche Extrembeispiele wie hier, meine Erfahrungen gehen bis 75x50cm) hast du jetzt schon alles was du je brauchen wirst ;-)
Probiere es einfach aus, wie schon geschrieben ...

Solange sie rauscharm und scharf werden könnten es von mir aus auch gerne 20MP sein ...

Im Prinzip ja, allerdings dauerte es jetzt von rauscharmen 6 MPix zu rauscharmen 10/12 MPix Sensoren 3-5 Jahre (je nach Betrachtungsweise) und ich denke nicht, dass der Sprung auf 15/20 MPix oder mehr - natürlich immer auf der selben Sensorfläche - plötzlich über Nacht machbar ist. Zumindest nicht ohne optische Abstriche machen zu müssen ... ;-)

Wie dieser Test belegt, sind derzeit - anno Herbst 2008 - nicht Mal auf Vollformat rauschfreie 24 MPix möglich:
http://www.digitalkamera.de/Testbericht/Sony_Alpha_900_zeigt_ihr_Voll__Format_im_digitalkamera_de_Test/5185.aspx
siehe Kurzbewertung: (-) relativ schlechtes Rauschverhalten

18.09.2008, 16:22 Uhr - Editiert von Alpenländer, alte Version: hier
Dieser Beitrag bezieht sich auf eine ältere Version des beantworteten Postings!
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Re(3): Das Märchen von Megapixel und Bildgröße
18.09.2008, 17:55:23
Im Prinzip ja, allerdings dauerte es jetzt von rauscharmen 6 MPix zu
rauscharmen 10/12 MPix Sensoren 3-5 Jahre (je nach Betrachtungsweise) und ich
denke nicht, dass der Sprung auf 15/20 MPix oder mehr - natürlich immer auf
der selben Sensorfläche - plötzlich über Nacht machbar ist. Zumindest nicht
ohne optische Abstriche machen zu müssen ...


APS-C
08/2003 -> EOS 300D -> 6.3 etwas rauschige Megapixel [1.8 MP/cm2]
08/2004 -> EOS 20D -> 8.2 weniger rauschige Megapixel
08/2006 -> EOS 400D -> 10.1 gar nicht rauschige Megapixelchen
01/2008 -> EOS 450D -> 12.2 nicht rauschige Megapixelinis
08/2008 -> EOS 50D - 15.1 rauscharme Megapixelchen [4.5 MP/cm2]

FF:
09/2002 -> EOS 1Ds -> 11 fette rauscharme Megapixel [1.3 MP/cm2]
08/2005 -> EOS 5D -> 12.8 fette extrem unrauschige Megapixel
09/2008 -> EOS 5D II -> 21 (vermutlich auch rauscharme) Megapixelchen [2.4 MP/cm2]
??/2009 -> EOS 1Ds IV? -> 40? (vermutlich unrauschige) Megapixelinis [4.5 MP/cm2]

wo ist das Problem??? Mit aktueller Technologie gehen bei Canon hochgerechnet 40 MP rauschfrei bis ISO 400 und rauscharm bis ISO 1600 auf einen KB-großen CMOS. Und nächstes Jahr können sie es hoffentlich schon wieder etwas besser.|-D

Je mehr von den kleinen Sch**sserchen [(c) A. Assinger ;-)] auf dem Sensor sitzen, desto besser! Wenn bei höheren ISO das Rauschen problematisch werden sollte, kann man sie immer noch schüppelweise zusammenspannen (pixel binning) und fette grössere rauscharme Pixel daraus machen! |-D
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all was said and done, a hell of a lot more was said than done.

18.09.2008, 17:55 Uhr - Editiert von iraki, alte Version: hier
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Re: Das Märchen von Megapixel und Bildgröße
19.09.2008, 09:57:11
Jetzt bleiben wir doch einmal sachlich, meine Damen und Herren!

Es ist doch ganz klar, je mehr Pixel eine Kamera aufweist, desto höher ist doch die Auflösung. Und nun kommt auch der normale Konsument so nach und nach in den Genuß der Technologien, die in CSI usw schon lange zu sehen sind, aber eben nur der amerikanischen Polizei zugänglichen Gigapixeltechnologien mit ungeheuren Komprimierungsmöglichkeiten und beinahe unendlicher Vergrößerbarkeit .... im Fernsehen hat man das ja schon vor Jahren gesehen, wie aus einem - mit amerikanischer Technologie - Überwachungsbild, Details, ja sogar die Augenfarbe und Irisstellung im Spiegelbild der Glasvase herausholen kann.
Das geht nur mit vielen, vielen Pixeln.
Also Gigapixelkameras braucht das Land, denn nur so können wir auch in Zukunft alle Details aufzeichnen. Die 15 - 25MP sind ja nur der erste kleine Schritt. Die Technologien die der amerikanischen Exekutive und dem Geheimdienst zur Verfügung steht, löst eben schon seit vielen Jahren mit Gigapixeln auf. Uns armen Bürgern wird diese Technik vorenthalten und wir müssen uns mit lächerlichen 10 bis 15MP in einer Kompaktkamera begnügen, wo noch keine Details fest gehalten werden können.
Aber, wie es sonst auch immer ist, die Industrie macht druck und veröffentlicht in kleinen Schritten diese Techniken und gibt uns diese in Homöopathischen Dosen ...
Warten wir noch 2 Jahre, dann hat eine Hosentaschenkamera 50MP, wer braucht da noch SLR und andere großen schweren Geräte. Wer braucht da noch Zoomobjektive, der Digitalzoom geht doch viel weiter ...



?-)?-)|-D>:-)%-)%-)%-)%-)%-)%-)%-)

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